Porsche plant laut einem Bericht für die Jahre 2026 und 2027 eine Kooperation mit dem chinesischen Automobilhersteller XPeng. Wie die Automotive News unter Berufung auf eine Mitteilung an die Europäische Kommission schreibt, sollen die CO2-Emissionen beider Marken in einem gemeinsamen „Pool“ zusammengefasst werden. Den bisherigen Emissionspool der Volkswagen Group verlässt die Sportwagentochter demnach.
XPeng vertreibt in Europa ausschließlich vollelektrische Fahrzeuge. Der Pool mit Porsche wird dem Bericht zufolge von dem deutschen Unternehmen verwaltet und ist offen, es können also auch noch andere Marken oder Hersteller beitreten. Seit der Verschärfung der EU-Emissionsziele im Jahr 2020 nutzen viele Hersteller solche Pools mit Herstellern von lokal emissionsfreien E-Autos, um hohe Bußgelder zu vermeiden. Das hat etwa Tesla in den vergangenen Jahren hohe zusätzliche Einnahmen beschert.
Der Volkswagen-Konzern hat Schwierigkeiten, seinen Emissionsziele einzuhalten. So wurde im letzten Jahr das EU-Ziel von 93,6 g/km mit einem Durchschnittswert von 100 g/km verfehlt. Um drohende Strafzahlungen zu vermeiden, sind für die Jahre 2026 und 2027 größere Reduzierungen der Emissionen erforderlich. Finanzvorstand Arno Antlitz sagte im Mai, dass dem Konzern bei Nichterreichen der Ziele für den Zeitraum 2025 bis 2027 Strafzahlungen in Gesamthöhe von 1,5 Milliarden Euro drohen könnten. Die jährlichen EU-Strafen werden in diesem Zeitraum auf 400 bis 500 Millionen Euro geschätzt.
Porsche belastet die Emissionsbilanz der Volkswagen-Gruppe aufgrund eines neuen Fokus auf Verbrennungsmotoren und sinkender Verkaufszahlen bei Elektroautos. Die Flotten-CO2-Emissionen des Sportwagenbauers lagen bis Juni dieses Jahres bei 130,2 g/km, berichtet Automotive News. Dies entspricht einem Anstieg von 9,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, als der Wert noch bei 118,5 g/km lag.
Der Volkswagen-Konzern hat die Erreichung der Emissionsziele in seinem Geschäftsbericht 2025 als schwieriges Unterfangen bezeichnet. „Angesichts des anhaltend herausfordernden und volatilen Marktumfelds, insbesondere im Bereich der Elektromobilität, bleibt das Erreichen der Ziele eine große Herausforderung“, hieß es im Bericht.
Porsches neuer Pool-Partner XPeng verzeichnete in Europa ein Wachstum. Die Verkaufszahlen der Chinesen stiegen bis Juni um 126 Prozent auf etwa 19.000 Fahrzeuge an. Die 2014 gegründete Marke ist seit etwa fünf Jahren in der Region aktiv und hat ehrgeizige Expansionsziele: Bis 2030 will man mehr als eine Million Autos außerhalb Chinas verkaufen. Der Volkswagen-Konzern kooperiert mit XPeng schon länger bei Technologie und hat zudem 2023 einen Anteil von knapp fünf Prozent an dem Unternehmen erworben.

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