Die Stundensätze in Autowerkstätten und die Preise für Ersatzteile steigen seit Jahren immer stärker an. Es lassen sich erhebliche Summen einsparen, wenn man freie Werkstätten nutzt und statt Originalteile der Hersteller auf identische Ersatzteile oder günstigere Nachbauteile zurückgreift. Gerade bei älteren Gebrauchten ohne Garantie ergibt dies Sinn. Die Ersatzteil- und Werkstattpreise schwanken teilweise um das Vierfache. Das zeigt ein Vergleich der Zeitschrift Auto Motor und Sport.
Im Großraum Hamburg kostet demnach der Austausch des Kondensators einer Mercedes A-Klasse (Baujahr 2004) bei ATU im günstigsten Fall 482 Euro. In der Mercedes-Niederlassung Hamburg belaufen sich die Kosten dagegen auf 2096 Euro. Eine kleine freie Werkstatt im Hamburger Umland verlangt für denselben Austausch 682 Euro, während eine freie Werkstatt in Hamburg 923 Euro berechnet.
Solche Spannen sind der Auswertung zufolge kein Einzelfall. Der Wechsel von Zahnriemen, Kupplung und Wasserpumpe bei einem neun Jahre alten VW Golf VII 1.0 TSI kostet bei Kfzteile24 in Spandau 1889 Euro. Bei Bröcker in Brunsbeck liegt der Preis bei 1950 Euro. Bei ATU Hamburg beträgt die Summe 2756 Euro, während sie bei Pitstop mit 2838 Euro am höchsten ist.
Gründe für die enormen Preisunterschiede können die Ersatzteile sein. Am Beispiel eines Skoda Fabia IV 1.0 TSI (Baujahr 2021) zeigt sich, dass Original-Bremsscheiben des Herstellers 121,75 Euro kosten, während es Bosch-Scheiben bereits für 31,62 Euro gibt. Die Scheiben der Kfzteile24-Eigenmarke F. Becker sind mit 41,41 Euro sogar teurer als die des großen Zulieferers.
Auch bei Bremsbelägen und Stoßdämpfern gibt es große Differenzen: Vier Originale von Skoda kosten 116,29 Euro, während Bosch-Beläge 19,89 Euro kosten. Bei hinteren Stoßdämpfern kostet das Originalteil 129,12 Euro, während die Preise bei Bilstein bei 58,61 Euro und bei Monroe bei 38,92 Euro liegen. Beim Luftfilter unterscheiden sich die Preise um das Dreifache: Der Original-Luftfilter kostet 64,49 Euro, der Markenhersteller Mahle bietet ihn für 21,56 Euro an, während Mann+Hummel 18,99 Euro verlangt.
Die hohen Preise führen dazu, dass an der Wartung gespart wird. „Wir sehen in der Fläche leider die Tendenz, dass heute mehr an Reparaturen und Wartung am Auto gespart wird als in der Vergangenheit“, zitiert Auto Motor und Sport den Leiter ADAC-Fahrzeugtechnik Florian Hördegen. Er kritisiert zudem, dass manche Bauteile nicht repariert, sondern nur ausgetauscht werden können oder gar nicht lieferbar sind.
„Ein Negativbeispiel sind die Lager im E-Motor des Renault Zoe, für die es keine Ersatzteile vom Hersteller gibt“, erklärt Hördegen. Immerhin gebe es inzwischen das Angebot eines freien Teileanbieters.

South meint
Also da konnte ich mir nen Lacher nicht verkneifen. Selber Schuld. Das meiste aufgelistete hat ein eAuto nicht mehr. Aber auch beim eAuto langen die Hersteller zu als gäbs kein Morgen. Bei VW ID.3… 300-400€ für den Kundendienst alle zwei Jahre und es werden nur Teile im Wert von kleiner 40€ verwendet (Bremsflüssigkeit/Klimaanalagenfilter). Der kleine ID hat mal einen wirklich kleinen Kratzer abgekriegt, Fingernagelgroß. Kostenschätzung 4.5T€. Total verrückt. Bei solchen Preisen sagt man, nö Danke und lässt sich das Geld von der Versicherung auszahlen…
M. meint
„Der Original-Luftfilter kostet 64,49 Euro, der Markenhersteller Mahle bietet ihn für 21,56 Euro an, während Mann+Hummel 18,99 Euro verlangt.“
Ja… und der Original-Luftfilter ist dann in 50% der Fälle der von Mann+Hummel, seltener von Bosch, Purflux oder Knecht. Oder auch mal Mahle.
Die Teile werden von den OEMs nicht hergestellt, die werden vom Zulieferer im Auftrag des OEM mit einem OEM-Branding versehen und dann an den OEM geliefert. Der verkauft die als Originalteil weiter. Das ist alles.
Fred Feuerstein meint
Nein, doch, ah…
M. meint
Was zum Thema vielleicht?
Ach, Fred, du bist’s. Dann passt es so.
brainDotExe meint
Business as usual.