Der Stromanbieter Tibber veröffentlicht einen monatlichen Elektroauto-Ladepreisindex. Die Auswertung für Juli zeigt, dass 100 Kilometer mit einem durchschnittlichen Diesel 14,49 Euro kosteten. Damit war die Strecke mehr als viermal so teuer wie mit einem intelligent geladenen E-Auto, für das bei einer Verbrauchsannahme von 20 Kilowattstunden (kWh) 3,52 Euro anfielen.
Nach dem Ende des Tankrabatts stiegen die Treibstoffkosten eines durchschnittlichen Diesels laut der Auswertung um knapp 14 Prozent. Bei einem durchschnittlichen Benziner erhöhten sie sich um gut 11 Prozent und lagen bei 16,43 Euro je 100 Kilometer. Dagegen sank der Preis für Tibber-Kunden mit preisoptimiertem „Smart Charging“ um knapp 3 Prozent.
Besonders große Ersparnisse erzielten Fahrer, die ihr E-Auto regelmäßig über die Mittagszeit an der Wallbox angeschlossen ließen. Ralf Walther von Tibber: „Das Angebot an Solarstrom war groß, mit insgesamt 79 negativen Stunden an der Strombörse. Im Durchschnitt ging der Preis pro gefahrene 100 Kilometer für E-Auto-Fahrer*innen leicht zurück, während die gleiche Fahrt für Benzin- und Diesel-Fahrer*innen nach Ende des Tankrabatts um mehr als zehn Prozent teurer wurde.“
Smart Charging steht Tibber-Kunden mit einem viertelstündlich dynamischen Stromtarif zur Verfügung. Sie schließen ihr Auto am heimischen Ladepunkt an und legen fest, wann ein bestimmter Ladestand erreicht sein soll. Die Software verschiebt den Ladevorgang anschließend automatisch in die günstigsten Zeitfenster.
Die Auswertung basiert laut Tiber auf dem tatsächlichen Ladeverhalten von mehr als 10.000 Haushalten. Berücksichtigt wurde der Durchschnitt der tatsächlich gezahlten Strompreise. Darin enthalten sind Steuern, Gebühren und Abgaben.

David meint
So kann man es auch schön rechnen. „Intelligent geladen“ heißt also, alle Mieter ohne Chance auf eine Wallbox sind dumm? Oder wie soll ich mit öffentlichen Ladern „intelligent“ auf 16 Cent/kWh kommen? Wir achten sehr auf vernünftige Preise beim Laden aber im Schnitt stehen dort trotzdem >40 Cent, selbst mit starker Einschränkung bei längeren Fahrten (Auswahl rein nach Preis) wären es wohl ca. 35 Cent. Ja, damit ist das E-Auto bei derzeitigen Diesel-Preisen günstiger aber das hier ist Unfug und betrifft nur eine privilegierte Minderheit!
Noka Hust meint
Kann ich bestätigen. Ich lade zwar leider unter der Woche oft nachts für aktuell teure 30-35 cent/kwh, aber am Wochenende kann ich über die PV fast kostenlos laden oder zumindest für ca. 15 cent/kwh über den variablen Tarif. So sind ca. 500km pro Woche drin, nur was darüber hinaus geht muss nachts unter der Woche geladen werden. Im Winter ist es auch nicht schlechter, da kostet der Strom nachts oft um die 20 cent/kwh. In Summe komme ich so auf Stromkosten von ca. 50-100€/ Monat für ca. 3.500 km/ Monat. Also ca. 2€/100km
BEV meint
schau mal nach flexiblen Strompreisen, bei Octopus gibts Tarife, die feste Preise aber Zeitabhängig mit 10 bzw. 12 cent weniger
Octopus Go (ohne Auto- / Wallbox-Anbindung) mit fixen Preisen, 0-5 Uhr 10 cent/kWh günstiger
installation SmartMeter geht schnell, nur die Abnahme und Freigabe seitens Netzbetreiber kann mehrere Monate dauern
BeatthePete meint
Die PV gabs dann kostenlos? :)
Noka Hust meint
natürlich nicht, aber selbst installiert und damit sehr günstig, daher habe ich geschrieben fast kostenlos. wenn ich davon ausgehe, dass die Anlage 30 Jahre hält müsste ich ca. 7cent/kwh ansetzen
South meint
Mja, das sind schon arg geschönte Annahmen diesesmal zugunsten des eAutos, weil Tibber eben damit Werbung für flexible Stromnutzung machen will. Momentan ist der Diesel superteuer, aber die Ölkrise wird nicht ewig dauern und da ist man dann eher bei 1,7€/L und bei 6Liter Verbrauch eben bei so 10,2€/100km. Wer Zuhause beim Strom seinen Arbeitstarif von 26ct zugrunde legt, bei 20kW Verbrauch, lande beim eAuto eben bei 5,20€.
Also kann man zu HH Tarif laden, dann Diesel 10,2€ vs. eAuto 5,2€, damit ist das eAuto also trotzdem noch um die Hälfte billiger, was ja immer noch enorm ist…..
Tibber macht halt hier Werbung damit, dass man da sogar noch günstiger könnte, aber das sollte jeder selbst mal kucken, ob man so tief wirklich runterkommt….
MK meint
@South:
Gebe ich Ihnen in Teilen recht: Dass der heimische, dynamische Stromtarif an sonnigen tagen mittags besonders billig ist, bringt nichts, wenn das Auto dann grade am Arbeitsplatz geparkt ist und nicht daheim.
Was man aber zu Ihrer Spritpreisprognose sagen muss: Der Ölpreis liegt grade rund 15% über dem Ölpreis zu Kriegsausbruch vor gut 5 Monaten, beim Diesel-Preis sind es mehr als 30% Erhöhung seitdem. Gleichzeitig eilen Konzerne wie Shell und BP (Aral) von Rekordgewinn zu Rekordgewinn. Die Spritpreise sind aktuell nah an den Rekordständen, der Ölpreis liegt aber 25% darunter. Ich denke, die Tankstellenkonzerne planen längst damit, dass sich nach 5 Monaten Krieg mit hohen Spritpreisen die Kunden dran gewöhnt haben. Und werden zumindestens die gestiegene Marge versuchen auch für die Zukunft beizubehalten.
Maze68 meint
„aber die Ölkrise wird nicht ewig dauern“
Das ist eine mutige These!