Audi hat laut einem Bericht die Entwicklung des kommenden A4 e-tron offiziell bestätigt. Dieses vollelektrische Modell wird nach Informationen des Portals GoAuto eines der ersten Volumenmodelle der Marke sein, das die neue Scalable Systems Platform (SSP) des Volkswagen-Konzerns nutzt. Zudem soll das E-Auto eine zukunftsweisende zonale Elektroarchitektur sowie die neue Designsprache „Radical Next“ aufweisen.
Der A4 e-tron soll das volle Potenzial der SSP ausschöpfen. Dies umfasst unter anderem ein vereinheitlichtes Batteriepaket, hohe Effizienz und eine große Reichweite. Während andere Modelle Aspekte dieser Technologie nutzen werden, soll der A4 e-tron als erstes Fahrzeug alle Merkmale vereinen.
Audi setzt bei der Entwicklung auf die sogenannte „Project House“-Methode. Dieser beschleunigte Ansatz wurde bereits für den Supersportwagen Nuvolari verwendet. Laut Technikchef Rouven Mohr ermöglicht dieses Verfahren ein schnelles Benchmarking. „Wenn man die Konkurrenz schlagen will, muss man sie kennen … aber es wäre ein Fehler, sich lediglich davon leiten zu lassen, was draußen vor sich geht“, sagte er gegenüber GoAuto. „Man muss zwar beobachten, was draußen vor sich geht, um sich einen klaren Überblick zu verschaffen und die eigene Ausrichtung festzulegen, aber diese Ausrichtung muss man selbst bestimmen.“
Das neue Interieurkonzept sieht dem Bericht zufolge eine subtilere Integration von Technologie vor. Im Gegensatz zu aktuellen Trends kehrt Audi mit Drehreglern und Tasten zurück. Das Ziel ist nach den Worten von Mohr, ein „typisches Audi-Gefühl“, das Kunden seit jeher schätzen, wiederherzustellen.
Das Exterieur des A4 e-tron soll sich radikal von der aktuellen A5-Reihe mit Verbrennungsmotoren und Hybridantrieben unterscheiden. Es wird erwartet, dass die bestehenden A5-Modelle mit Verbrennungsmotor bei der Einführung der Elektro-Version (wieder) in „A4“ umbenannt werden, um die Modellreihe zu vereinheitlichen. Eigentlich wollte Audi seine E-Autos mit geraden und die anders angetriebenen Modelle mit ungeraden Zahlen kennzeichnen, davon ist man aber auf Abstand gegangen.
Details zur Batteriekapazität, Reichweite oder Leistung wurden noch nicht veröffentlicht. GoAuto geht von einer Auswahl zwischen Hinterrad- und Allradantrieb sowie mindestens zwei verschiedenen Batterieoptionen aus. Die Einführung des ersten vollelektrischen A4 wird ab dem Jahr 2028 erwartet. Die Modellreihe könnte die traditionsreiche Kombi-Variante beibehalten. Rouven Mohr betonte die Bedeutung der Avant-Modelle für die Marke: „Wenn Sie mich fragen, stimme ich voll und ganz zu, dass ein Avant Teil der Audi-DNA ist.“

Htr35 meint
Na endlich das erste Volumenmodell (auf das Wort Volumen kommt es an) auf der SSP basis.
Damit könnte dann der Golf ab 2030 und der Polo ab 2033 Realität werden.
Nach Verbrennern und dem MEB fragt dann kein Kunde mehr.
Mäx meint
Der Polo kommt doch schon ab diesem Jahr.
Gernot meint
Das Auto kommt 3 Jahre nach dem Mercedes CLA und 2 Jahre nach dem BMW i3. Das zeigt einmal mehr exakt auf, wo die Probleme im VW-Konzern liegen: VW hat ein unfähiges Management, dass unfähig ist, eine funktionierende Modellplatte aufzusetzen. Im Größensegment Audi A3, A4 dürfte der Elektroanteil im Markt bei mindestens 30 % liegen. Bei Audi liegt er bei 0 %. Und dann jammert das VW-Management über unausgelastete Werke und zu teure Arbeitnehmer.
Und Blume fällt nichts anderes ein, als zukünftig 30 Mrd. operativer Gewinn statt in den letzten Jahren 20 Mrd. operativer Gewinn anzustreben. Unter anderem sollen dazu Investitionen noch mal um 50 Mrd. gekürzt werden. Das freut dann kurzfristig die Aktionäre, bringt Blume hübsche Boni und ruiniert den Volkswagen-Konzern vollends.
cupra meint
Man kann Audi nur beglückwünschen, dass sie Rouven Mohr zurückgeholt haben. Da hat man zumindest die Hoffnung, dass es zu dem Audi wird, was man früher gemocht und auch vom technischen Stand her seinem Namen halbwegs gerecht wurde.
Besser-BEV-Wisser meint
Es klingt vielversprechen.
Spec-Seitig muss Audi den i3 überflügeln. Oder zumindest gleichziehen und mit alten Auditugenden (Interior Qualität, Solidität) sowie guten Preis-Leistungsverhältnis im Premiumsegment punkten.
Ansonsten wird es ein Flop, denn auch die e-C-Klasse ist ein starker Gegner… Die Chinesen sowieso.
Im Moment ist Audi im Rückstand, die 2 Jahre bis das Auto da ist, werden für Audi eine üble Durststrecke werden. Hoffentlich überlebt das Audi ohne das der halbe Laden zusammengespart und auf Nischenmarke geschrumpft wird.
Calimator meint
„Im Gegensatz zu aktuellen Trends kehrt Audi mit Drehreglern und Tasten zurück. Das Ziel ist nach den Worten von Mohr, ein „typisches Audi-Gefühl“, das Kunden seit jeher schätzen, wiederherzustellen.“
Hört sich für mich so an, als ob das Auto jetzt schon veraltet ist und das obwohl es erst in zwei Jahren auf den Markt kommt. Vorsprung durch Technik gilt bei Audi schon lange nicht mehr. Man darf gespannt sein wie lange es die Marke noch gibt.
M. meint
Naja. Wer ein modernes Auto alleine dadurch definiert, wie groß die Flächen zum draufrumtouchen sind, hat vielleicht auch was verpasst.
Calimator meint
Wer noch Schalter und Taster in der Mittelkonsole braucht hat auch was verpasst. Der Platz lässt sich besser für Ablagen nutzen.
Paule meint
Die SSP-Plattform von VW sollte der ultimative Einheitsbaukasten für alle Fahrzeugsegmente werden. Aufgrund tiefgreifender Probleme verschiebt sich der Start jedoch in die frühen 2030er-Jahre, weshalb VW alte Plattformen wie MEB+ weiter nutzt und in China auf eine Eigenentwicklung (CSP) setzt.
Es gibt massive Software-Verzögerungen. Die Entwicklung der eigenen Cariad-Softwarearchitektur verlief so schleppend, dass VW sich mit Milliarden Hilfe bei Rivian einkaufen musste, um eine lauffähige Elektronik zu erhalten. Das Konzept, vom günstigen Kleinwagen bis zum Supersportwagen alles auf einer Architektur zu vereinen, erwies sich als massiv überfrachtet und schwer kontrollierbar. In China musste VW die SSP aufgeben und eine eigene Plattform entwickeln. Ursprünglich als reine Elektro-Architektur geplant, muss SSP nun notgedrungen auch Verbrennungsmotoren (als Range Extender) unterstützen, um auf schwächelnde EV-Märkte zu reagieren. Der modulare Baukasten erfordert hohe Investitionen, die sich erst durch extrem hohe Stückzahlen amortisieren. Bis die Produktion kostengünstig genug ist, um Margen-Parität mit Verbrennern zu erreichen, dauert es länger als erhofft.
42 meint
mittlerweile würde ich ja fast wetten, dass es keine SSP gibt, das ist nur noch das synonym für die dann kommende China Plattform, die auch in Europa auf den Markt kommt
*duckundweg*