Die neue BMW-7er-Limousine hat im Konzernwerk Dingolfing ihren Produktionsstart gefeiert. Für Werk und Unternehmen ist der Start laut den Bayern ein bedeutender Meilenstein, weil erstmals Innovationen der „Neuen Klasse“ in ein bestehendes Serienmodell einziehen. Bis Ende 2027 sollen Technologien der Neuen Klasse in 40 Modelle der BMW Group ausgerollt werden.
Werkleiter Christoph Schröder beschreibt den neuen 7er als Beispiel für „die Verbindung aus hochmoderner Industrieproduktion und handwerklicher Präzision“. Die Modellüberarbeitung wird als umfassendste in der Geschichte der BMW Group bezeichnet. Die Limousine soll progressive Luxusfeatures mit Innovationen der Neuen Klasse verbinden und erhält unter anderem eine neue Designsprache, eine stärker zentralisierte Software- und Elektronikarchitektur sowie das Anzeige- und Bedienkonzept BMW Panoramic iDrive.
Zu den genannten Ausstattungen gehören der BMW Passenger Screen, der überarbeitete BMW Theatre Screen für Passagiere im Fond und BMW Symbiotic Drive. Auch die Antriebstechnologie wurde weiterentwickelt: Die neue Batterietechnologie mit Rundzellen der sechsten Generation steigert Reichweite und Ladeleistung deutlich. Die vollelektrische Ausführung i7 60 xDrive Limousine erreicht bis zu 727 Kilometer elektrische Reichweite nach WLTP-Norm und lädt von 10 auf 80 Prozent in rund 28 Minuten.
Der Gestaltungsspielraum für Kunden wächst deutlich. Für das Exterieur stehen über 500 Lackfarben und Farbkombinationen zur Verfügung, im Interieur aktuell rund 700 Ausstattungs- und Materialkombinationen. Der 7er bietet damit mehr Individualisierungsoptionen und Exklusivität als alle Vorgänger.
Die Produktion verbinde automatisierte Großserie und handwerkliche Präzision, so BMW. Als Beispiel nennt der Premiumhersteller die Dual-Finish-Lackierung als Branchenneuheit, die erstmals matte und glänzende Flächen auf einer Karosserie kombiniert. Auch bei exklusiven Interieur-Umfängen setze das Werk Dingolfing auf Handarbeit und Hightech. Künstliche Intelligenz werde bei der Oberflächeninspektion von Leder und beim Zuschnitt eingesetzt. Beim Nähen des Cockpitbezugs ergänzten sich ein 3D-Nähroboter und per Hand arbeitende Experten des Werks.
Pro Fahrzeug fallen BMW zufolge in einer Kombination aus industriellen Großserienprozessen und Handwerk mehr als 4500 Arbeitsminuten an, rund 2000 davon für manuelle Tätigkeiten. Gefertigt wird die neue 7er-Limousine in der Montagehalle 52, gemeinsam mit Modellen der 5er-Reihe und dem Elektro-SUV iX auf einem Band. Benziner, Diesel, Plug-in-Hybrid und vollelektrischer Antrieb entstehen flexibel im Mix auf derselben Linie. Für neue Produkt-Features und Technologien wurden einzelne Produktionsabläufe angepasst, darunter die Cockpit-Vormontage, die Montage des BMW Panoramic iDrive und die Kommunikation zwischen Fahrzeug und Fertigungsanlagen.
BMW hat für die Modellüberarbeitung in Dingolfing und im Komponentenwerk Landshut laut einer Mitteilung jeweils einen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag investiert. In Dingolfing entstehen unter anderem Achsen und E-Maschinen, aus Landshut kommen etwa Cockpit-Elemente, Stoßfänger und Gussteile für die Karosseriestruktur. „Obwohl jedes Fahrzeug ein umfangreiches Prüfprogramm durchläuft sowie automatisiert und KI-überwacht Teststrecken im Werk absolviert, erfolgt bei 100 Prozent der BMW 7er eine zusätzliche Straßenfahrt“, betont der Hersteller. „Experten prüfen und testen dabei alle Fahrzeuge unter realen Bedingungen.“

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