Toyota hat in Woven City die erste Projektphase gestartet. Die Modellstadt in der japanischen Präfektur Shizuoka direkt am Fuße des Bergs Fuji wurde dafür konzipiert, neue Mobilitätskonzepte in einer praxisnahen Umgebung zu identifizieren, zu entwickeln und zu testen. Bewohner, die „Weavers“ genannt werden, leben dort Seite an Seite mit den „Inventors“, also Teams und Einzelpersonen, die Anwendungen entwickeln und verfeinern.
Geleitet wird Woven City von Woven by Toyota (WbyT), einem Tochterunternehmen des japanischen Automobilkonzerns. Das Projekt geht auf Toyotas Erklärung aus dem Jahr 2018 zurück, sich von einem Autohersteller zu einem Mobilitätsunternehmen weiterzuentwickeln. Vorgestellt wurde das Konzept 2020 auf der CES in Las Vegas.
Die Modellstadt entsteht auf dem Gelände des ehemaligen Higashi-Fuji-Werks von Toyota Motor East Japan. In Woven City leben, arbeiten und verbringen Menschen ihre Freizeit, während sie neue Produkte und Dienstleistungen vor einer möglichen Serienproduktion testen. Das unmittelbare Feedback aus erster Hand soll Entwicklungen präzise optimieren und beschleunigen. Dadurch wird die Stadt als „lebendiges Labor“ beschrieben.
Die erste Projektphase lief im September 2025 offiziell an. Seit April 2026 wohnen 100 Personen in 50 Haushalten in der Modellstadt. Die Einwohnerzahl soll im Laufe der Zeit voraussichtlich auf rund 300 steigen. Mehr als 20 „Inventors“ haben sich dem Projekt angeschlossen, darunter zwölf aus Tochterunternehmen des Toyota-Konzerns und zwölf von externen Partnern.
Im Mittelpunkt stehen Kooperationsprojekte für menschenzentrierte Mobilität und Systeme. Genannt werden Projekte zur Verbesserung der Verkehrssicherheit und für eine Welt ohne Verkehrsunfälle, darunter Plattformen für autonomes Fahren, robotergestützte Logistik, Kommunikationssysteme der nächsten Generation und tragbare Wasserstoff-Energiesysteme. Ein zentrales Anfangsprojekt ist das integrierte ANZEN-System, bei dem Menschen, Mobilitätstechnologien und Infrastruktur gemeinsam Situationen erfassen, Entscheidungen treffen und koordiniert handeln können.
Kakezan, das japanische Wort für „Multiplikation“, beschreibt die Bündelung unterschiedlicher Stärken in Woven City. Die Philosophie soll Fachwissen von Unternehmen, Teams und Einzelpersonen aus verschiedenen Branchen zusammenführen. Sie steht als Grundwert von WbyT neben Kaizen, dem Prinzip der kontinuierlichen Verbesserung, und folgt dem Toyota-Motto: „No one can do this alone” (Das schafft niemand alleine).
Toyota und WbyT treiben Kakezan mithilfe menschenzentrierter KI-Technologien voran. Toyota sieht künstliche Intelligenz als wesentlich für jede Innovation, betont aber, sie solle die menschliche Intuition erweitern, statt sie zu ersetzen. Die Aktivitäten in Woven City betreffen vier miteinander verbundene Bereiche: Menschen, Güter, Informationen und Energie.
„Für Toyota bedeutet Mobilität mehr als nur Fortbewegung und den Personentransport von Ort zu Ort. Vielmehr geht es darum, wie Menschen sich auch emotional bewegt fühlen und miteinander in Verbindung treten“, so der Konzern. Woven City ist mit Toyotas industriellem Erbe verbunden. Sakichi Toyoda gründete 1918 die Toyoda Spinning and Weaving Company. Der Erfolg dieser Firma ermöglichte Kiichiro Toyoda Investitionen in Automobiltechnologie.












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