Der Handel ist ein wichtiger Akteur für die Mobilitätswende und den Ausbau der Ladeinfrastruktur in Deutschland. Die Zahl der Lademöglichkeiten auf Handelsparkplätzen steigt, zugleich bieten mehr Händler Ladepunkte mit höherer Ladeleistung an. Das geht aus einem neuen Whitepaper des Forschungsinstituts EHI mit dem Titel „Elektromobilität im Handel 2026“ hervor.
Mit der vorgesehenen Wahlmöglichkeit in der GEIG-Novelle, die in Kürze in Kraft treten soll, ist die rein quantitative Pflicht zur Installation von Ladepunkten abgewendet. Der Vorteil wird von EHI darin gesehen, dass Schnell- oder Ultraschnelllader in gleicher Zeit mehr Ladung an die Kundschaft abgeben können. An Standorten mit langen Einkaufszeiten, etwa in Shoppingcentern, blieben auch Normallader gefragt.
89 Prozent der von EHI für seine Auswertung befragten Händler geben an, Lademöglichkeiten für ihre Kundschaft anzubieten. Weitere 7 Prozent planen ein entsprechendes Angebot, während es für 4 Prozent nicht relevant ist. Als mögliche Gründe werden fehlende Parkplätze, Innenstadtlagen oder angemietete Objekte genannt, die von Vermietern mit Ladestationen ausgestattet werden.
Auf den Parkflächen des Handels werden verschiedene Leistungsklassen installiert, um ein Ladeangebot passend zu Format und Aufenthaltsdauer zu bieten. Wechselstrom-Lader (AC) benötigen für größere Lademengen eine längere Standzeit. Der größte Teil gehört zu den Schnellladern mit Gleichstrom-Technologie (DC). Der Anteil der High Power Charger (HPC, Schnellader mit über 150 kW) ist im Vergleich zum Vorjahr nochmals größer geworden. Dadurch können Händler in gleicher Zeit mehr E-Autos mit Ladestrom versorgen und potenziell die Kundenfrequenz an den Handelsstandorten erhöhen.
Die Bereitstellung und Instandhaltung von Ladeinfrastruktur erfordert viele Ressourcen, und die Installation von High Power Chargern ist kostspielig. Diese Aufgabe wird in vielen Fällen an sogenannte Charge Point Operator (CPO) fremdvergeben. Bei von CPO betriebenen Ladepunkten auf Handelsparkflächen ist der Anteil der High Power Charger laut der Studie deutlich höher als bei vom Handel selbst betriebenen Stationen. CPOs bieten 62 Prozent der Ladepunkte als High Power Charger an, bei vom Handel betriebenen Ladestationen liegt der Anteil bei 33 Prozent.

Markus Müller meint
Die haben den neuen GEIG Entwurf gelesen. Ab 2027 müssen alle Parkplätze mit mehr als 19 Parkplätzen mit Ladeinfrastruktur ausgestattet werden. ALLE, auch im Bestand.
Stefan meint
Nicht immer von sich auf andere schließen.
Ein breites Angebot an verschiedenen Ladegeschwindigkeiten ist weiterhin sinnvoll.
Es gibt auch manche Menschen, die stundenlang in Einkaufszentren sind.
eBikerin meint
Die Anzahl derer dürfte so übersichtlich sein, dass sich ein extra Ausbau an Schnarchladern für diese nicht lohnt.
Werner Mauss meint
Würde ich so nicht behaupten. Wenn mehr kleine Stadtfahrzeuge gekauft werden wird das interessant. Unser Twingo meiner Frau läuft nur im 150km Radius und wird hauptsächlich als Kurzstreckenauto benutzt. Er ist quasi immer voll, da ein normaler Wocheneinkauf oder andere Dinge wie Sport, Bücherei usw. fast nie unter einer dreiviertel Stunde abgehen. Das billigste Zweitauto ever und keinerlei Zeitverlust, eher sogar ein Parkvorteil und nie mehr als 22Cent/kWh. Die Kilometerleistung spielt dabei keine Rolle. Und Frauen, auch die Freundin en verstehen das sehr schnell. Die unterbieten sich in den Verbräuchen, mehr als 12 kWh sind verpönt.😂
South meint
„Schnell- oder Ultraschnelllader in gleicher Zeit mehr Ladung an die Kundschaft abgeben können. An Standorten mit langen Einkaufszeiten, etwa in Shoppingcentern, blieben auch Normallader gefragt.“ … AC Lader sind nur dann praktisch, wenn man sich irgendwo stundenlang aufhalten sollte, was eher die Ausnahme sein dürfte…
Ich würde sogar sagen, man braucht eher Schnell- und eher Ultraschnelllader und die müssen eben dort stehen, wo man mit dem Auto hinfährt. Für die Kunden wird ein 800V System Laden eher über kurz als lang zum Standard werden. Allein schon, dass das komfortabler ist, würde schon reichen, aber viele Kunden können eben nicht im Alltag problemlos an einem Schnarchlader laden. Für diese nicht kleine Gruppe ist das enorm wichtig, ein Muss Kriterium. eAutos welche nicht 800V haben, kommen dann für diese Gruppe eben auch nicht mehr infrage…
eBikerin meint
Warum genau kommt ein 400 Volt System für diese Leute nicht mehr in Frage?
Ein ID.7 mit 86 kWh Batterie läd 10-80% in 26 Minuten. Rennst du durch den Supermarkt?
Peter meint
Im bereits gebauten Bestand im urbanen Raum kann der Netzanschluss ein Problem sein. Nicht alle Straßenzüge haben ausreichend „dicke“ Leitungen, um „mal eben“ ein paar HPC auf dem Parkplatz mitzuversorgen. Das wird also etwas dauern, bis auch die jeweiligen Netzinhaber entsprechende Baumaßnahmen geplant, beschlossen, beantragt, ausgeschrieben und durchgeführt haben.