Opel sieht eine optimale Energieversorgung als Voraussetzung für den ADAC Opel GSE Rally Cup. Die seit Saisonbeginn eingesetzten vollelektrischen Mokka GSE Rally leisten bis zu 207 kW/281 PS. Zur Energieversorgung nutzt Opel ein neues Ladekonzept, das mobil, autark, nachhaltig und flexibel ausgelegt ist.
Seit 2021 verweisen die Rüsselsheimer darauf, dass elektrischer Rallyesport funktioniere, sowohl bei den Fahrzeugen als auch bei der Infrastruktur rund um die Wettbewerbe. In diesem Jahr sollen neben den neuen Mokka GSE Rally vor allem die Ladeeinrichtungen neue Maßstäbe setzen. „Unsere mobile Ladeinfrastruktur hat sich in den vergangenen Jahren als leistungsstark, zuverlässig und flexibel erwiesen“, sagt Opel-Motorsport-Chef Jörg Schrott.
Das neue Konzept heißt „Remote Charging“. Die mobile Ladelösung kann in kurzer Zeit an geeigneten Orten zwischen den Wertungsprüfungen aufgebaut werden. Dafür werden Ladepunkte, die bereits im vergangenen Jahr im Cup eingesetzt wurden, auf Sattelzügen an die benötigten Orte gebracht. Auch die Sattelzüge werden batterie-elektrisch betrieben. Die Ladestationen stammen von Schall-E und verfügen über einen internen Speicher von 160 Kilowattstunden (kWh).
Die Stationen liefern bis zu 250 kW Ladeleistung, die auf zwei Anschlüsse mit je 125 kW verteilt werden können. Acht Ladewürfel pro Truck können bis zu 16 elektrische Rallyeautos gleichzeitig versorgen. Die Ladesäulen sind mit einem 150-kWh-Pufferspeicher verbunden, der im Haupt-Ladepark über einen 63-Ampère-Anschluss geladen wird und zusätzlich einen 500-kWh-Batteriespeicher als Reserve hat.
In Spitzenladezeiten wird Strom aus dem Puffer zu den Ladepunkten geleitet. So soll die Ladeleistung von 125 kW pro Anschluss auch bei maximaler Anforderung stabil bleiben. Das passt zu den Mokka GSE Rally, deren serienmäßige 400-Volt-Gleichstrom-Architektur für eine maximale Ladeleistung von 100 bis 110 Kilowatt ausgelegt ist.
Unterwegs arbeiten die Ladestationen autark. Die Ladetrucks können mit ihren 450-kWh-Batterien über einen eigenen Wechselrichter zusätzlichen Strom in die Pufferbatterie leiten, falls dies erforderlich ist. Alle Ladevorgänge werden per Software überwacht, sodass Teams und Servicecrew den Status jedes Ladewürfels verfolgen können.
Remote Charging soll verhindern, dass die Rallye-Fahrzeuge zum Laden zur Hauptstation zurückkehren müssen. Stattdessen können sie zwischen den Wertungsprüfungen nachladen. Beim dritten Wertungslauf des ADAC Opel GSE Rally Cup 2026 im Rahmen der Rallye Weiz am 17. und 18. Juli sollen die Mokka GSE Rally erstmals alle elf Wertungsprüfungen bestreiten. Dadurch werden die Mokka GSE Rally auch im Gesamtklassement der Rallye aufgeführt. Erstmals wird damit ein direkter Vergleich mit konventionell angetriebenen Rallye-Fahrzeugen möglich.
„Die ganze Mannschaft, sowohl von Opel als auch vom ADAC, jeder Einzelne denkt permanent darüber nach, wie man Technik und Prozesse noch effektiver und effizienter gestalten kann – gerade auch im Sinne unserer Kundenteams“, so Opels Motorsport-Verantwortlicher Schrott. „Die neue Ladeinfrastruktur ist das perfekte Beispiel. Auf- und Abbau des Haupt-Ladeparks nehmen weniger als einen Tag in Anspruch, die gesamte Technik wird elektrisch transportiert, und durch das Remote Charging erhöhen wir die Reichweite der Autos auf den Wertungsprüfungen signifikant. Bei der Rallye Weiz werden unsere Mokka GSE Rally erstmals ebenso viele WP-Kilometer fahren können wie die Verbrenner.“

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