Zeekr prüft derzeit die Einführung seiner elektrifizierten Modelle mit sogenanntem Reichweitenverlängerer (Range Extender) für den europäischen Markt. Die Entscheidung basiert auf der Bewertung der Modelle 8X und 9X, berichtet Automotive News Europe.
Anlass für die Analyse ist demnach die Aufmerksamkeit, die die Fahrzeuge auf der Automobilmesse in Peking im April erreicht haben. Laut Lothar Schupert, CEO von Zeekr Europe, zeigten Händler und Partner dort großes Interesse an diesen Modellen. Er erklärte gegenüber Automotive News Europe: „Jeder sagte uns, dass wir dieses Auto in Europa brauchen.“
Diese Rückmeldungen haben laut dem Bericht die wirtschaftliche Prüfung des Exports der Modelle nach Europa beschleunigt. Eine endgültige Entscheidung über den Markteintritt steht jedoch noch aus. Die vorläufigen Ergebnisse der Wirtschaftlichkeitsprüfung bezeichnete Schubert als ermutigend.
Zeekr ist eine Tochter des chinesischen Geely-Konzerns. Im Gegensatz zur Schwestermarke Volvo sieht Zeekr derzeit keine regulatorischen Hindernisse für die Einführung von Range-Extender-Stromern. Das Unternehmen vertieft deshalb momentan die Analyse der notwendigen Investitionen.
E-Autos mit Stromgenerator
Bei der Range-Extender-Architektur der Modelle 8X und 9X bleibt der Verbrennungsmotor dauerhaft von der Antriebsachse entkoppelt und dient dazu, die Batterie kontinuierlich aufzuladen. Dadurch kann das E-Fahrzeug jederzeit rein elektrisch bewegt werden. Die Modelle bieten eine Leistung von bis zu 1030 kW/1400 PS sowie eine Reichweite von bis zu 1200 Kilometern, letzteres nach der eher unrealistischen chinesischen CLTC-Norm.
Schupert sieht im Segment der großen Elektro-SUVs, insbesondere bei Fahrzeugen mit einer Länge von fünf Metern, ein großes Marktpotenzial in Europa. Die Range-Extender-Technologie könnte zudem als Übergangslösung für Kunden dienen, die von reinen Verbrennerfahrzeugen kommen und Bedenken hinsichtlich der Reichweite oder Ladezeiten von Vollstromern haben.
Zeekr plant, voraussichtlich innerhalb der nächsten ein bis zwei Monate weitere Informationen bekannt zu geben. Es gibt bei der Einführung in Europa mögliche wirtschaftliche Herausforderungen durch Importzölle. Aus China exportierte Range-Extender-Elektrofahrzeuge könnten in Zukunft wie reine Stromer zusätzlichen Abgaben unterliegen. Bei E-Autos bedeutet das für Zeekr seit Ende 2024 einen Zollsatz von 28,8 Prozent pro Fahrzeug, zuzüglich zu dem bereits länger gültigen Basiszoll in Höhe von 10 Prozent.

hu.ms meint
Kann mit dem benzin-generator – tanken vorausgesetzt – überhaupt dauerhaft mit 130 kmh über die AB gefahren werden ?
JuergenII meint
Das (noch keine) Zusatzsteuern anfallen ist ein positiver Nebeneffekt. Denke wird sich aber bald ändern. Die neuen seriellen Hybride aus China sind genau dass, was bei unseren Herstellern nie umgesetzt wurde: Gute elektrische Reichweite und ein simples Verbrennerkonzept dank reiner Generatorfunktion.
Nehmen wir mal den neuen BYD hybrid Seel 08 (wird bei uns noch nicht angeboten): Mit 45,36 kW Akku fährt er im normalen Alltagsverkehr im Regelfall elektrisch (ca. 300 km WLTP).
Auf längeren Strecken kommt der Motor zum Einsatz. Kein Ladestress und überall die Möglichkeit mobil zu bleiben. Ich sehe da für den normalen Verbrennerfahrer eigentlich nur Vorteile um ihn den Umstieg auf Elektroantrieb schmackhaft zu machen.
Bei leerem Akku liegt der Verbrauch bei ca. 4,6 l/100 km. Von der Ausstattung inkl. Flash-Charging und Hinterradlenkung möchte ich gar nicht erst anfangen.
M. meint
Ich sehe vor allem das ganze Verbrennergeraffel, das man zwar selten braucht, aber trotzdem warten muss. Und versteuern. Und bei der AU vorführen. Und das zusätzlich Platz braucht.
Und das wegen dem Jahresurlaub?
Meine Nerven.
Steffen meint
30 kWh mehr reichen mir vollkommen um vollelektrisch unterwegs zu sein und den Verbrenner nicht zu missen.
Ben meint
Den BYD den du meinst ist quasi ne Diesel Lok, der hat den Verbrenner nur zum laden des Akkus, damit kann man nicht fahren der dient nur als Generator und das Fahrzeug an sich fahrt rein elektrisch.
M. meint
Von BEV bekannte Zölle auf REX und PHEV, Problem erledigt.
Noch Fragen, EU?
Powerwall Thorsten meint
Zollkrieg mit China – du hast wahrscheinlich das Büchlein „The Art of the Deal“ von Ronald Mc Donald gelesen und glaubst auch man könne China beliebig Zölle aufbrummen???
Falsch geglaubt – Time will teach you
M. meint
Ich habe nicht deine Ernährungsgewohnheiten.
Aber interessant, was es so alles gibt.
SB meint
Der einzige Grund für den Wunsch nach Range Extendern ist die Umgehung von Importzöllen.
Ich hätte zwei andere Vorschlag: Verlagerung der Produktion in die EU – dann fallen die Importzölle komplett weg.
Das Problem der Zeekr ist der um mindestens 15 % zu hohe Verbrauch, u.a wegen veralteter Inverter des Zulieferers Viridi E-Mobility Technology Ningbo. Mit einem Inverter auf dem Stand der Technik von z.B. Schaeffler (wie angeblich im Mercedes CLA) könnte man den Verbrauch vermutlich in Richtung des Wettbewerbs bringen ohne Range Extender-Krücken.