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Tibber-Analyse: E-Auto-Laden per Smart Charging deutlich günstiger als Tanken

09.07.2026 in Aufladen & Tanken, Studien & Umfragen von Thomas Langenbucher | 4 Kommentare

Tibber-Smart-Charging

Bild: Tibber

Eine Analyse des „smarten“ Ökostromanbieters Tibber hat ergeben, dass deutsche Tibber-Haushalte mit Elektroauto und intelligenter Ladefunktion (Smart Charging) im Vergleich zu Dieselfahrzeugen weniger als ein Viertel der Energiekosten für 100 Kilometer Fahrt gezahlt haben. Das Unternehmen hat dafür die Ladedaten von mehr als 10.000 Kunden über die ersten sechs Monate 2026 untersucht, die mit der Smart-Charging-Funktion von Tibber ihre E-Autos automatisiert in den günstigsten Zeitfenstern ihres dynamischen Stromtarifs laden.

Monatlich heruntergebrochen zeigt die Analyse, dass in den Monaten, in denen der Preis für Benzin und Diesel infolge der Schließung der Straße von Hormuz besonders hoch war, die Stromkosten zum Laden der E-Autos am niedrigsten ausfielen. Im April zahlten Tibber-Haushalte mit 1,43 Euro pro 100 Kilometer am wenigsten. Gleichzeitig kostete eine 100-Kilometer-Strecke für Benziner 16,66 Euro und für Diesel 15,84 Euro. Das waren auch die höchsten Preise für Verbrenner im analysierten Zeitraum.

Kunden konnten die höheren Preisschwankungen am Strommarkt somit laut Tibber für sich nutzen, um ihre Ladekosten zu senken. Im Januar seien die Ladekosten trotz des geringsten Abstands zu den Dieselkosten immer noch um mehr als die Hälfte geringer ausgefallen. Zugrunde gelegt wurde beim E-Auto ein Verbrauch von 20 kWh/100 km, beim Diesel 7,0 L/100 km und beim Benziner 7,9 L/100 km.

Der zweimonatige Tankrabatt ist Ende Juni ausgelaufen, was die Brennstoffpreise im Mai und Juni leicht reduziert hat. Trotz staatlicher Stütze lag der Dieselpreis im Mai aber um den Faktor 6,6 und im Juni um das 3,5-Fache höher als der Strom-Ladenpreis von Tibber-Haushalten. Die steigenden Energiekosten führen laut einer aktuellen Umfrage dazu, dass sich inzwischen jede dritte Person in Deutschland mit Verbrenner vorstellen kann, auf ein E-Auto umzusteigen.

„Unsere Daten zeigen, wie die Energiewende in der Praxis funktionieren kann: Unsere Kund:innen können durch flexibles Verhalten ihre Transportkosten um ein Vielfaches senken, gleichzeitig entlasten sie die Umwelt und das Stromnetz, indem sie Strom dann nachfragen, wenn das Angebot besonders groß ist”, sagt Wilko Klaassen, Tibber-Chef für Deutschland und die Niederlande. „Sie zeigen aber auch, was noch zu tun ist. Denn bisher hat nicht einmal jeder Zzhnte Haushalt überhaupt ein Smart Meter und damit Zugang zu dynamischen Stromtarifen. Wir brauchen aber flexiblen, netzdienlichen Stromverbrauch in der Fläche für mehr Krisenresistenz.”

Beim Smart Charging legen Nutzer den gewünschten Ladestand und -zeitpunkt fest und schließen ihr Auto an. Anschließend verlegt das System den Ladevorgang automatisch in die Zeitfenster mit den niedrigsten Angebotspreisen an der europäischen Strombörse EPEX. Damit E-Auto-Fahrer von diesen niedrigen Ladekosten profitieren können, brauchen sie einen dynamischen Stromtarif und einen intelligenten Stromzähler (Smart Meter), um den Ladevorgang smart zu steuern. Dadurch zahlen Haushalte mit E-Auto keinen festen Preis auf die Kilowattstunde, sondern basierend auf den viertelstündlich schwankenden Preisen an der Strombörse.

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Via: Tibber
Tags: Kosten, Preise, StromversorgungUnternehmen: Tibber
Antrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. M. meint

    10.07.2026 um 13:47

    Grundsätzlich ist Tibber schon interessant.

    Nur, was Tibber nicht offen sagt: die niedrigsten Preise, die auch im genannten Durchschnitt stecken, hat man (aktuell zumindest) tagsüber:
    https://www.energymarket.solutions/day-ahead-borsenpreise/
    Tagsüber ist der Strom an der Börse teilweise umsonst. Da kommen natürlich noch die üblichen Nebenkosten drauf:
    2,15 kWh gehen an Tibber, dazu kommen die Netzentgelte, Steuern und Abgaben mit ca. 17 ct. Umsonst für den Endkunden ist er also nicht: wenn der Strom an der Börse 0 ct. kostet, zahlt der Tibber-Kunde dafür 19 ct.

    Das ist die Zeit, zu der es Sonne gibt, also harmoniert es meist nicht mit der eigenen PV-Anlage. Immer, wenn der Strom bei Tibber besonders günstig ist, ist er vom Dach noch günstiger. Abends, wenn die PV nichts mehr liefert, ist der Strom von Tibber RICHTIG teuer. Dazu muss man ja nur die 19 ct. auf Börsenstrompreise von (heute, 20:45 Uhr) 19,46 ct. draufrechnen… das können auch mal 30 ct. sein.

    Ausweg kann nur sein, tagsüber deutlich mehr verbrauchen zu müssen, als die PV liefert – und dazu muss man den Verbrauch zeitlich steuern können. Wasch- und Spülmaschine reißen das aber nicht raus, Kochen/Backen sowieso nicht – das kann also nur das BEV sein. Falls es zu Hause steht, tagsüber. Ansonsten ein sehr großer Heimspeicher, zu groß für die eigene PV, den man mit Billigstrom vollmacht, und zum Laden nutzt, wenn er im Netz gerade teuer ist. Aber das muss man natürlich rechnen.
    Im Winter funktioniert das mit den Nachtpreisen besser, aber sie liegen trotzdem auf deutlich höherem Niveau. Richtiges Sparpotenzial gibt es dort nicht, schon gar nicht über den Tag verteilt.

    Antworten
  2. Stef meint

    10.07.2026 um 07:24

    Ich bin bei Octopus und lade zu 18 Cent / kWh. Aber selbst bei unseren Stadtwerken (32 Cent) wär ich noch um einiges billiger unterwegs als mit dem Verbrenner. Bei irgendwo um 55-60 Cent / kWh kommt Gleichstand.

    Antworten
  3. BEV meint

    09.07.2026 um 09:47

    zuhause Laden ist immer günstiger selbst mit stinknormalen Stromtarifen

    ich hab auch einen Tarif mit unterschiedlichen aber fixen Preiszeiten und lade von 0-5 Uhr um 10cent günstiger in Kombination mit einem super effizienten Auto, da braucht man gar nicht mehr anfangen zu rechnen, an die stinkende Tanke fahren kostet deutlich mehr und ich muss mich auch nicht mit mittags-erhöhen-wir-die-Preise herumärgern, sondern stecke einfach an und lade entweder von PV oder dann wenns nötig ist.

    Antworten
    • eBikerin meint

      09.07.2026 um 14:58

      „zuhause Laden ist immer günstiger selbst mit stinknormalen Stromtarifen“
      Richtig. Nehmen wir doch mal 30 cent für die kWh – sind dann bei 20 kWh Verbrauch 6 Euro. Einen Diesel mit 6 Litern Verbrauch hast du auch vor den Preiserhöhungen nicht unter 9-10 Euro/100km getankt bekommen.
      Ach ja den Grundpreis hab ich extra nicht umgelegt, da man den Stromanschluss ja sowieso braucht – und ich da jetzt keine sonderliche Änderung gesehen habe. Hab bei so nem Vergleichsportal erst meinen Verbrauch angegeben – und dann hab ich es nochmal gemacht und hab den vermutlichen Verbrauch mit eAuto angegeben

      Antworten

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