Die Grünen-Bundesvorsitzende Franziska Brantner warnt die Bundesregierung vor Rahmenbedingungen, welche die deutsche Automobilindustrie durch Unsicherheit schwächen könnten. Sie zieht dabei Parallelen zur Entwicklung der deutschen Solarbranche, die durch ähnliche Fehler an Bedeutung verlor, während die entsprechende Industrie in China expandierte.
„Während die Beschäftigten in Wolfsburg und an anderen deutschen Autostandorten mit wachsender Sorge in die Zukunft blicken, tut die Bundesregierung viel zu wenig dafür, unseren Heimatmarkt zu stärken, die Wirtschaft anzukurbeln und Arbeitsplätze zu sichern“, so Brantner laut der Deutschen Presse-Agentur. Stattdessen verliere sich die schwarz-rote Koalition „in populistischen Retro-Debatten um den Verbrenner“.
Die drohenden Werksschließungen bei Volkswagen sollten als Weckruf dienen. Brantner fordert eine konzertierte Runde, an der Sozialpartner, die Länder und die Bundesregierung zur Sicherung der Zukunft der Automobilbranche teilnehmen. Als Initiator für ein solches Treffen nennt sie Bundeskanzler Friedrich Merz.
Zudem ist laut der Grünen-Politikerin ein klares Bekenntnis zur Elektromobilität erforderlich. Die Förderung von Elektroautos sollte zeitnah auf europäische Hersteller begrenzt werden. „Wenn wir nicht wollen, dass unsere Steuergelder an chinesische Wettbewerber von VW fließen, darf ‚Buy European‘ keine Politfloskel bleiben“, sagt Brantner.

M. meint
Brantner hat Recht.
Wohin die Reise global geht, steht fest. Die Zahlen lassen sich nicht leugnen.
Wohin die Reise in Europa geht, steht in vielen Ländern auch schon fest. Auch hier: leugnen zwecklos.
Vor allem war das alles schon lange absehbar. 5 Jahre – mindestens.
Und daran muss man sich orientieren. Nicht an Wurst-Maggus, der die ganzen Diesel wohl kaum kaufen wird.
Und sobald DAS mal endlich klar wird, kann man auch Standortpolitik betreiben, mit der man die Arbeitsplätze hier sichern kann.
Mit Verbrennern wird das nichts mehr, die Zahlen sind global rückläufig.
David meint
Die Grünen sind ja so eine Partei, wo selbst an der Spitze sehr gerne gar nicht gewusst wird, aus welcher Grundgesamtheit eigentlich umverteilt werden soll. Geschweige denn, dass man weiß, welche Verfügungsmasse man hat – also, über was man als Bund verfügen darf und kann, weil es im Eigenen Zugriff und noch nicht fest verplant ist.
Dass man die günstigeren Varianten des Golf 1 schon 1974 nicht mehr in Deutschland bauen konnte, weil hier die Produktion zu teuer war, weiß sie nicht. Und alles, was ihre Partei in den letzten Jahren angerichtet hat, verteuert diese Arbeit noch einmal. Auch das ist ihr nicht klar.
Die ungünstige Verbrennerdebatte löst die Industrie und ihre Kunden alleine: Mit jeder Urlaubssaison lernen die Verbrennerfahrer, dass ein Elektroauto offenkundig doch für die lange Urlaubsfahrt tauglich ist. Und sehen staunend, dass es im Hochsommer gar nicht so schlecht ist, wenn das Auto per App vorgekühlt werden kann. Dazu kommen neue Angebote ab 25.000 € wie die Vierlinge von VW, vollwertige elektrische Autos zum fairen Preis. Oder der Verbrenner wird einfach discontinued, wie beim CLA eine Verbrenner-AMG-Version. Wer Leistung will, muss das Elektroauto nehmen. Und wenn Diesel-Dieter Betlin-München fährt, muss er zumindest vorher zum tanken fahren – ein i3 nicht.
Tt07 meint
Das Übliche: pure Polemik gepaart mit einem guten Schuss ad hominem
Jörg meint
So ein Blödsinn.
Es ist im übrigen egal wer was fördern / subventionieren möchte. Bei dem Invest entschiede ich rational nach Datenblatt, und da sind deutsche und europäische Herstell eben außen vor.
Ich möchte noch dazu sagen, selbstverschuldet und mit Ansage.
Wenn als Unternehmen mein A****, sprich Result, zu 40 und mehr Prozent von einem Markt abhängt sollte genau hinschen welche Trends dort sind und welche Megatrends werden.
M. meint
Die günstigeren Varianten des Golf 1 interessieren heute wirklich niemanden mehr, von Restauratoren vielleicht abgesehen. Man kann aber sagen: auch danach war es in Deutschland schon noch möglich, unter wirtschaftlichen Aspekten Autos zu bauen. Vielleicht nicht überall, ok. Aber stellenweise schon.
Ford z.B. hat das noch lange geschafft, die haben mit China nichts kompensieren können. Das das heute nichts mehr ist, liegt neben den Lohnkosten auch an den Modellen selbst. Die werden ja nicht ausgelagert, sondern zumeist eingestellt, was ganz andere Fragen stellen lässt.
Und es stimmt ja, dass die IGM im Sinne der Mitgliedergewinnung ganz erheblich über das Ziel hinausgeschossen ist, ist auch klar. vor dem Hintergrund ist auch verständlich, wenn Unternehmen die IGM aus dem eigenen Laden raushalten wollen – das ginge ganz erheblich zulasten der Profitabilität.
Über die Mittel kann man freilich streiten.
Nur mit den Grünen hat das alles nichts zu tun. Da bist du irgendwann vom Weg abgekommen. Die waren 1974 nicht mal gegründet und hatten in den ersten 15,20 Jahren sowieso, aber auch später insgesamt meist völlig andere Themen als die Lohnkosten bei VW.
Und, wie du immer sagst: eigentlich weißt du das auch.
South meint
An sich ist das gut gemeint, geht aber an der Realität vorbei, denn das würde die Kunden defacto zwingen, europäische eAutos zu kaufen, selbst, wenn diese technisch nicht mehr auf der höhe der Zeit wären. Damit tut man weder den Kunden, noch den heimischen Herstellern, noch dem Staat wirklich einen Gefallen. Die europäischen Hersteller hätten weniger Wettbewerb, würden weniger auf Kosten und Innovationen achten, würden also weiter zurückfallen. Die Kunden müssten dann die Suppe auslöffeln, in dem sie dann zwar staatlich subventioniert günstiger, aber alte Technik kaufen, welche dann auch noch staatlich subventioniert werden würden, was wiederum die Steuerzahler und andere Industriezweige belasten würde. Da kann man von einer Vorstufe des Sozialismus oder Zombiindustrie reden.
Was übrigens ganz komisch an den Vorschlag ist, dass mit der Förderung europäischer Industrie ja nicht nur chinesische, sondern alle anderen Länder mit einem Malus belegt werden würden, also auch Südkorea, Japan etc.. Das wäre auch Handelpolitisch sehr unklug…
M. meint
Nein, das zwingt die Kunden zu gar nichts.
Die können sich weiterhin einen Chinahobel vor die Tür stellen, aber die Arbeitsplätze in China sollten diese Menschen dann eben selbst subventionieren, dazu sollte man den deutschen Steuerzahler nicht zwingen.
South meint
Also M. einen Arbeitsplatz in Europa zu subventionieren zahlen ja nicht die Chinesen, sondern wir, also du und ich….
Das konnte man ja an Trump undurchdachter Politik sehen. Den chinesischen Stahl mit Zölle zu belegen hat nicht zu einer neuen umfangreichen Stahlproduktion in den USA geführt, sondern hat das Produkt nur teurer gemacht.
In Kürze. Der Kunde zahlt… beim eAuto würde der Kunden dies halt mit Subventionen ausgeglichen bekommen, aber das verschiebt nur den Wohlstandverlust vom Kunden zum Staat.
Auf Dauer muss eine Industrie wettbewerbsfähig werden, sonst wird es ein dauerhaftes Geldgrab…
M. meint
Ich sag’s mal so:
Wenn du und ich Autos aus China kaufen, die hierzulande beim Kauf mit Steuergeldern subventioniert werden, zahlen wir das mit.
Unser Steuergeld geht dann also nach China.
Einfach ausgedrückt: das ist weg.
Wenn du und ich Autos aus Deutschland kaufen, die hierzulande beim Kauf mit Steuergeldern subventioniert werden, zahlen wir das mit.
Unser Steuergeld bleibt dann also (mehrheitlich) in Deutschland.
Mit dem Geld, das hier in Deutschland bleibt, kann hierzulande weiterhin wirtschaftlich gearbeitet werden, sei es im Steuertopf, im Geldbeutel der Mitarbeiter, was die Binnennachfrage ankurbelt, usw.
Da sehe ich schon noch einen Unterschied.
Natürlich befreit das die Industrie nicht davon, endlich das Richtige zu tun. Auch das Quartalsdenken muss aufhören. Was ich über Blume und VW (als Unternehmen, nicht die Autos) denke, habe ich ja schon das eine oder andere Mal geschrieben.
MrBlueEyes meint
„Aber die Grünen wollen ja Deindustrialisierung und das Abschaffen des Autos.“
Solchen Käse muss man sich ständig von kognitiven Tieffliegern anhören… am Ende werden die Grünen mal wieder mit allem Recht gehabt haben… 🤷♂️
Grundlegender Unterschied ist, die Grünen denken in die Zukunft und haben eine Vorstellung davon, wohin sie Deutschland entwickeln wollen…
Der Rest will nur alte Pfründe sichern, ohne wirkliche Vorstellung für die Zukunft oder gar einen Plan… fragt die CDU lieber nicht, mit was Deutschland in 10 oder 20 Jahren Geld verdienen soll… es wird keine Antwort geben…
P.S.. Sorry für den Trigger 😁