Der auch hierzulande antretende US-Elektroautobauer Lucid arbeitet laut Berichten mit Restrukturierungsexperten zusammen, um sein Geschäft zu stabilisieren. Das Unternehmen hat demnach die Beratungsfirma AlixPartners engagiert, um Betriebsabläufe zu untersuchen. Ziel dieser Maßnahme soll es sein, die Geschäftstätigkeit zu optimieren, Kosten zu senken und den Erfolg der Einführung eines neuen Mittelklasse-Stromers sicherzustellen.
Gleichzeitig wies das Unternehmen Bloomberg News zufolge Gerüchte über eine mögliche Insolvenz als „völlig falsch“ zurück. In einer Stellungnahme bestätigte Lucid die Zusammenarbeit mit AlixPartners gegenüber dem Portal. Das Unternehmen betonte, dass es über ausreichend Liquidität verfüge, um den Betrieb weit in das nächste Jahr hinein aufrechtzuerhalten. Der Fokus liege darauf, die Ausführung und die Abläufe zu verbessern.
Die Aktien von Lucid verzeichneten zuletzt einen massiven Einbruch. Aufgrund der hohen Volatilität wurde der Handel mehrfach unterbrochen, bevor sich der Rückgang abschwächte. Die finanzielle Lage bleibt angespannt. Der Ausbau der Modellpalette und die internationale Expansion kosten viel Geld und sorgen für hohe Verluste. Lucid baut mit der Limousine Air und dem SUV Gravity derzeit nur zwei Premiummodelle mit überschaubarer Zielgruppe. Die Marke sieht sich mit Produktionsschwierigkeiten, Lieferkettenproblemen und steigenden Kosten konfrontiert. Gleichzeitig beeinflussen Handelszölle der Trump-Administration und ein allgemeiner Rückgang der E-Auto-Verkäufe in den USA die Branche.
Das Geld für Investitionen kam zuletzt vor allem vom saudiarabischen Staatsfonds PIF, der Mehrheitsaktionär bei Lucid ist. Unter der Leitung des kürzlich ernannten CEO Silvio Napoli werden umfassende Veränderungen im Management vorgenommen. Dies beinhaltete die Abschaffung der Position des Chief Operating Officer sowie die Einstellung eines neuen Finanzchefs. In den vergangenen Wochen wurden nach Unternehmensangaben die Produktionsprognosen ausgesetzt, eine Überprüfung der Betriebsabläufe eingeleitet und Entlassungen angekündigt.
Lucid will mit dem Vorstoß in das Mittelklassesegment sein Umsatzpotential deutlich erhöhen. Das Unternehmen arbeitet dafür an einer neuen Plattform, die drei Baureihen hervorbringen soll. Zudem will Fahrdienstvermittler Uber im Rahmen einer Partnerschaft mindestens 35.000 Robotaxis auf Basis des Gravity sowie der Mittelklasse-Plattform abnehmen.

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