Der Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur hat laut einer Auswertung in allen EU-Staaten außer Malta mit der Zahl der Elektrofahrzeuge Schritt gehalten. Die Analyse der Umweltorganisation Transport & Environment (T&E) zeigt zudem, dass der Großteil der Europäischen Union die Vorgaben für Schnellladestationen im Abstand von jeweils 60 Kilometern entlang wichtiger Straßen erfüllt.
Das Netz sei im Vorgriff auf das starke Wachstum der Elektroauto-Verkäufe in den Jahren 2025 und 2026 ausgebaut worden, erklärt T&E. Das zeige, dass die Ladeziele den Übergang zu Elektrofahrzeugen wie beabsichtigt ermöglichen.
Ende 2025 gab es in der EU der Studie zufolge 1,1 Millionen öffentliche Ladepunkte und damit fünfmal so viele wie 2020. Die EU-Verordnung über den Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe, AFIR, verlangt mindestens 1,3 Kilowatt öffentliche Ladeleistung je batterieelektrischem Fahrzeug im nationalen Bestand. Bis Ende März 2026 erfüllten alle Mitgliedstaaten außer Malta diese Vorgabe.
Zusammengenommen übertrafen die nationalen Kapazitäten das Flottenziel EU-weit um 180 Prozent. AFIR schreibt außerdem Gleichstrom-Schnelllader (DC) mit mindestens 150 Kilowatt im Abstand von jeweils 60 Kilometern entlang des TEN-T-Kernnetzes und des umfassenden TEN-T-Netzes vor. Die Frist für das Kernnetz endete 2025.
Im Juni 2026 erfüllten 79 Prozent des überwiegend aus nationalen Autobahnen bestehenden Kernnetzes das Ziel für ultraschnelle Ladestationen. Die meisten verbleibenden Lücken lagen in östlichen EU-Staaten und in Spanien, deren Netze für ultraschnelles Laden zugleich am schnellsten wuchsen. Beim umfassenden Netz aus regionalen Autobahnen und Hauptstraßen hatten 20 der 27 EU-Staaten ihr Ziel für 2027 bereits 18 Monate vor Ablauf der Frist erreicht.
Nach Einschätzung von T&E könnten 70 neu errichtete oder modernisierte Ladestationen an strategischen Standorten die Erfüllung des entfernungsbasierten Ziels rasch auf 90 Prozent erhöhen. Davon wären 22 Stationen in Spanien, 11 in Polen und 7 in Rumänien erforderlich. Weitere Standorte werden nicht genannt.
„Heute müssen Fahrer von Elektroautos nicht weit fahren, um eine öffentliche Ladestation zu erreichen. Die Ladeziele funktionieren wie vorgesehen und haben ein enormes Wachstum des Elektroautomarktes ermöglicht“, so Lucien Mathieu, Direktor für den Bereich Autos bei T&E. „Allerdings müssen bei der Benutzerfreundlichkeit des Ladens und bei der fehlenden Preistransparenz noch Herausforderungen bewältigt werden. Diese Punkte werden entscheidend sein, um Elektrofahrzeuge für alle Fahrer attraktiver zu machen, insbesondere für Menschen, die in Mehrfamilienhäusern leben und auf öffentliche Ladestationen angewiesen sind.“

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