Hyundai Motor Türkiye hat im Werk İzmit die Produktion des Elektroautos Ioniq 3 gestartet. Der Kompaktwagen der Südkoreaner ist das erste rein batteriebetriebene Pkw-Modell eines ausländischen Herstellers aus türkischer Fertigung. Hyundai bezeichnet den Produktionsstart als weiteren wichtigen Meilenstein seiner Elektrifizierungsstrategie und als Stärkung der Produktionsaktivitäten in Europa.
Vor dem Produktionsstart investierte Hyundai eigenen Angaben zufolge 250 Millionen Euro in den Standort. Mehr als 50 Prozent des Werks wurden innerhalb der vergangenen zwei Jahre modernisiert. Die Investitionen ermöglichen die Fertigung von Elektrofahrzeugen in der Türkei und die Produktion der neuesten Generation elektrifizierter Fahrzeuge.
Hyundai Motor Türkiye wurde 1997 gegründet und produziert seit fast 30 Jahren Fahrzeuge. In diesem Zeitraum investierte Hyundai insgesamt 1,185 Milliarden Euro. Die Produktion des neuen Ioniq 3 markiert laut dem Unternehmen für den Standort ein neues Kapitel und unterstreicht das langfristige strategische Engagement von Hyundai für fortschrittliche Fertigung in der Türkei.
Parallel bereitet Hyundai die Produktion der nächsten Generation des Bayron und des i20 vor. Ab 2027 sollen Hybridversionen der beiden Modelle den Standort weiter stärken. Gemeinsam mit Hyundai Mobis entsteht in İzmit außerdem eine Montageanlage für Batteriesysteme, in der künftig Energiespeicher für Hybridfahrzeuge montiert werden sollen.
Das Werk İzmit ist das erste und am längsten bestehende Auslandswerk von Hyundai. Xavier Martinet, President & CEO von Hyundai Motor Europe, bezeichnete den Produktionsstart des Ioniq 3 als „einen wichtigen Meilenstein für unser Werk in İzmit und für Hyundai in Europa“. Die Produktion des ersten E-Fahrzeugs in der Türkei stärke die Fertigungskompetenz, erhöhe die Flexibilität und unterstütze das Ziel, elektrifizierte Mobilität in Europa weiter auszubauen.
Der Ioniq 3
Der 4155 Millimeter lange, 1800 Millimeter breite und 1505 Millimeter hohe Ioniq 3 kombiniert ein betont gestaltetes Außendesign, einen individualisierbaren Innenraum und vernetzte Fahrzeugtechnik. Entwickelt wurde der vollelektrische Kompaktwagen laut dem Hersteller für die täglichen Anforderungen von Fahrern und Passagieren. Die Gestaltung basiert auf der Designsprache „Art of Steel“. Sie ist durch klare Formen geprägt und zeigt sich in der sogenannten „Aero Hatch“-Silhouette. Diese soll aerodynamische Effizienz mit einem großzügigen Innenraum verbinden.
Zwei Batterieoptionen mit LFP- beziehungsweise NMC-Akkus sollen von über 335 Kilometern (Standard-Range) bis mehr als 490 Kilometer (Long-Range) WLTP-Reichweite ermöglichen. Schnelles Gleichstromladen (DC) mit bis zu 119 kW soll die Energiespeicher von 10 auf 80 Prozent in etwa 29 Minuten füllen, ergänzt durch eine Wechselstrom-Ladefähigkeit (AC) von bis zu 22 kW (Standard sind 11 kW). „Mit effizienten Elektroantrieben, die eine Leistung von bis zu 107,8 kW (147 PS) und ein Drehmoment von 250 Nm liefern, sowie einer Höchstgeschwindigkeit von 165 km/h ist der Ioniq 3 so konzipiert, dass er sich nahtlos in den modernen europäischen Lebensstil einfügt“, wirbt Hyundai.
Das Grundmodell des Ioniq 3 hat einen 99,5 kW (135 PS) starken Elektromotor. Von 0 auf 100 km/h geht es je nach E-Maschine in 9,0 beziehungsweise 9,6 Sekunden. Angaben zur Höchstgeschwindigkeit werden noch nicht gemacht. Der Ioniq 3 sei für Europa entwickelt, getestet und produziert worden, unterstreicht der Hersteller. Europäische Kunden, Fahrgewohnheiten und Infrastruktur seien während der Entwicklung berücksichtigt worden. Fahrwerk, Lenkung und Fahrkomfort würden vor Ort auf europäische Straßenverhältnisse abgestimmt. Bestellungen für den Ioniq 3 sind noch nicht möglich, losgehen soll es aber bei knapp unter 30.000 Euro.

EVrules meint
Der Ioniq 3 mag wohl ein gutes Auto sein – nur sieht es eben aus, als ob es ein Tupée tragen würde, das sich vom Haupt peinlich löst.
Mensch Hyundai, mensch Kia – ihr habt doch mal eine deutlich bessere Gestaltung gehabt, der Ioniq 5 war modern ohne anzustoßen, warum wird nun alles immer ausgefallener und entrückter?
Halber Akku meint
Auch der Ioniq 5 hat damals polarisiert – „Sieht aus wie ein aufgeblasener 1er Golf“. Der Ioniq 6 enttäuschte auf den ersten Bildern – nachdem dieser weit weg von der vorher gezeigten Studie war – erst mal auch mich auf ganzer Linie. Bis ich den ersten live auf der Straße sah. Ein Jahr später habe ich einen gekauft. Formen, die ausgefallen wirken, gefallen naturgemäß nicht jeden und es kann dauern, bis man sich damit arrangiert. Aber es wäre ja langweilig, wenn alles gleich wäre. Citroen DS und CX waren für ihre Zeit auch ausgefallen und fanden dennoch ihre Fangemeinde (Der CX war eines der Traumautos in meiner Kindheit, irgendwie verfangen sich so cw Wert optimierte Kisten bis heute bei mir). Heute wäre man froh, wenn es diesen einstigen Mut von Citroen noch gäbe. Und ich finde, Hyundai hat beim Ioniq 3 vieles richtig gemacht. Erinnert mich an den ersten Honda CRX vor 40 Jahren.
ChriBri meint
Stimme voll zu, mir sagt er auch zu. Der Vergleich zur Rennsemmel CRX ist nicht schlecht, der war schon mit seinem Leistungsgewicht eine Nummer und hat tatsächlich die Grundähnlichkeit
ErichW meint
Der CRX war seinerzeit ein gelungenes Auto. Ein kleines Sportcoupe für junge Leute. Absolut kein Vergleich zum Ioniq 3. Die Dachsilhouette vom Hyundai finde ich auch extrem hässlich. Die Bezeichnung Toupet von EVrules ist wirklich passend. Und damit sind wir schon wieder beim Geschmack. Wenn niemand ein Toupet kaufen würde gäbe es wohl auch keine Toupets. Und somit wird der Hyundai auch seine Käufer finden.
eBikerin meint
Ehrlichweise finde ich den für nen Hyundai sogar ganz gelungen.
Peter meint
Ich finde den (auf Fotos) auch recht schick, in real habe ich den noch nicht gesehen. Ein größerer Akku und/oder eine schnellere Ladegeschwindigkeit würde ich noch wünschen.
M. meint
Ich trauere dem ersten Ioniq nach, gerne auch als Facelift.
Den technisch modernisiert auf 50+ kWh und 28 Min Ladezeit (und 11 kW AC), und ganz, ganz dezent optisch überarbeitet + AHK wie die Verbrenner… tja…
Anti-Brumm meint
Bin seit kurzem zufriedener Besitzer eines 2020er e-Niro. Auch kein Designwunder, aber das wird wohl auf absehbare Zeit mein letzter Hyundai/Kia sein. Unfassbar, was für hässliche Gurken derzeit von deren Bändern laufen, da kann die Technik noch so gut sein.
Man wird an Pontiac Aztec und Ssanyong erinnert…