Florian Bach verantwortet die Nachhaltigkeitsstrategie bei Porsche Motorsport und verbindet dabei nach eigenen Angaben Höchstleistung und Innovation mit einem möglichst effizienten Ressourceneinsatz. Zuvor war er mehr als sechs Jahre im Werksmotorsport eines anderen deutschen Automobilherstellers tätig und trat ab 2014 in der Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC unter anderem in Le Mans gegen Porsche an. Zehn Jahre später übernahm er die Verantwortung für die Nachhaltigkeitsstrategie bei Porsche Motorsport.
Für Bach sind Motorsport und Nachhaltigkeit „kein Widerspruch“. Neue Technologien könnten unter extremen Bedingungen schneller entwickelt und erprobt werden, während Porsche zugleich deren Umweltauswirkungen reduzieren wolle. Eine Rolle spielen außerdem externe Anforderungen wie die Nachhaltigkeits-Akkreditierung der FIA, die in verschiedenen Rennserien inzwischen Voraussetzung für die Teilnahme ist. Kundenanalysen von Porsche zeigten zudem ein wachsendes Bewusstsein für Nachhaltigkeitsthemen.
Die Erprobung unter realen Extrembedingungen soll Erkenntnisse für künftige Fahrzeugentwicklungen liefern. Porsche Motorsport arbeitet dafür mit Bereichen innerhalb und außerhalb des Unternehmens zusammen und ist unter anderem in der „FIA Sport Environment & Sustainability Commission“ vertreten. Besonders wichtig ist für Bach die enge Verbindung zwischen Motorsport und Serie bei Entwicklungsmethodik und Technologien. Elektrische Serienfahrzeuge profitieren nach seinen Angaben direkt von Technologie-Ersteinsätzen und Erprobungen im Werksmotorsport.
Im Formel-E-Boliden Porsche 99X Electric wurden unter Rennbedingungen unter anderem die Öl-Direktkühlung des Elektromotors sowie eine Rekuperations- und Ladeleistung von bis zu 600 kW getestet. Weitere aus dem Motorsport in Serienfahrzeuge übertragene Innovationen sind Optimierungen durch Vorkammerzündung, Abgasenergierückgewinnung sowie verbesserte Kühlkonzepte für Fahrwerk und Hochvoltsysteme. Bei Materialien setzt Porsche Motorsport unter anderem rezyklierte Karbonfasern in 21 Karosseriebauteilen des aktuellen Cup-Fahrzeugs ein. Die Fasern stammen aus Produktionsverschnitten des 911 GT3 RS und werden zusammen mit einem biobasierten Harzsystem zu neuen Bauteilen verarbeitet.
Beim neuen 911 GT4 R, der ab der Motorsportsaison 2027 eingesetzt wird, bestehen unter anderem Türen, Heckflügel, Motorabdeckung und Teile des Cockpits aus Naturfaser-Verbundwerkstoffen. Zudem kommen gemeinsam mit Michelin entwickelte Rennreifen zum Einsatz, die zu mehr als 50 Prozent aus biobasierten und recycelten Materialien bestehen. Porsche Mobil 1 Supercup-Fahrzeuge fahren außerdem mit eFuels. Laut Bach werden nachhaltigere Ansätze dabei nicht allein auf die Fahrzeuge beschränkt.
Am Standort Weissach fährt die Lkw-Flotte mit dem erneuerbaren Kraftstoff HVO100. Seit 2026 wird zusätzlich eine vollelektrische Zugmaschine eingesetzt. Porsche Motorsport hat zudem Logistikprozesse optimiert, um Ressourcen zu schonen und Abfälle zu reduzieren, und engagiert sich mit „Racing for Charity“ für soziale Projekte. Für die Bewertung von Maßnahmen wurde eine Lebenszyklusanalyse des Porsche 911 GT3 Cup durchgeführt, um wesentliche Emissions-Hotspots zu identifizieren. Ein aktuelles Projekt ist außerdem die Anwendung eines Bilanzierungstools zur Weiterentwicklung der CO₂-Quantifizierung.

South meint
Es werden keine eFuels kommen… und wer auch immer an den „Sport“ als Kunde glaubt, ist mit eAutos viel besser dran. Porsche hat ihre Kunden in China nicht an die Verbrennerkonkurrenz verloren, sondern an deutlich günstigere und bessere eAutokonkurrenten.
Und immer das gleiche Spiel. Es geht um den Strassenverkehr, da ist keine Rennstrecke, kein Rennfahrer drin und die Autos sind auch nicht darauf ausgelegt, es sind keine Rennautos.
Heute vor mir im Bauhof ein Porsche Macan Opa kurz vor dem Exodus quer über zwei Spuren geparkt und den ganzen Bauhof blockiert und rumgeblökt. Ich kenne keine Porschefahrer, der mir jemals auch nur von der Ferne sympatisch gewesen wäre.
Mäx meint
Doch bei Porsche gibt es Fahrzeuge die auf Rennstrecke ausgelegt sind, GT3 sowie die R oder RS Varianten.
Das ist natürlich nicht das Gro der Fahrzeuge aber eben wovon die Marke mit den anderen Fahrzeugen zehrt.
eFuels für den Motorsport sind schon am Start.
Rallye, DTM, Porsche Cup, F1, MotoGP fahren alle schon mit regenerativen Kraftstoffen.
Bis zur Nachhaltigkeit ist es trotzdem noch ein weiter weg.
Reifen und Bremsen wären die nächsten größten Verschleißpunkte und nur teils recyclebar.
Dazu dann eben Logistik usw.
Aber irgendwo müsste man die Grenze ziehen für Events, da dann die Vergleichbarkeit mit anderen Sportarten und deren Events gezogen werden muss.
Beispiel Fußball: Ab wann wäre der Sport nachhaltig?
Müssen die Fußballer per BEV anreisen?
Müssen die Zuschauer per BEV anreisen?
Muss das angebotene Essen/Trinken nachhaltig sein?
Oder muss nur die Durchführung des Sports nachhaltig sein, also beim Fußball Klamotten, Bälle etc.
Referendar meint
Beispiel: F1 Rennen werden von bis zu 1 Mrd. Menschen am TV verfolgt. In dieser Zeit fahren die Zuschauer nicht mit ihren Autos durch die Gegend und verpesten die Umwelt. Da gab es schon in den 90ern Untersuchungen inwieweit die F1 dem Klima und konkret der Verhinderung von schweren Unfällen im Strassenverkehr nützlich sein kann.
Till meint
Doch! Es ist ein Widerspruch.
Ben meint
Nur wenn man keine Ahnung hat, was Nachhaltigkeit bedeutet, ist es ein Widerspruch.
Jensen meint
Der Begriff Motorsport ist in sich bereits ein Widerspruch, so dass es eher gleichgültig ist, was man diesem gegenüberstellt.
Future meint
Ich habe es nie verstanden, warum Raserei als Sport bezeichnet wird. Es wird wohl auch niemals nachhaltig sein, sinnlos im Kreis herumzufahren. Aber es ist gut, dass sich Porsche dafür rechtfertigt, denn das ist ein weiteres Beispiel dafür, wie sehr der »Motorsport« wie ein Relikt aus der guten alten Vergangenheit wirkt. Mal sehen, wann den Autobauern das Geld für solche Partys ausgeht.
Stefan meint
In dieser Einordnung könnte man auch manch andere Sportarten ohne Motor kritisieren, die eher negativen Einfluss auf die Natur haben (Skiabfahrt und Sportarten, die einen bestimmten Rasen benötigen, …).
Motorsport braucht Ausdauer und Geschicklichkeit beim Fahrer und ist eine Mannschaftsleistung des gesamten Teams.
Ben meint
Man merkt wirklich, dass du keine Ahnung von Autos hast.😀 Sonst wüsstest du, dass unter anderem der Motorsport als Versuchsfeld dient für Bauteile die später in Straßenfahrzeuge Anwendung finden und das Versuchsfeld soll ein Relikt aus einer alten Zeit sein? Interessant. Das ist scheinbar so aus der Zeit gefallen, dass selbst die Chinesen ein GT3-Rennwagen bauen wollen.
Geld wird immer da sein für Motorsport, also brauchst du dir keine Gedanken machen.