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DUH-Dienstwagen-Check 2026: Spitzenpolitiker setzen wieder stärker auf Verbrenner

01.09.2026 in Fuhrpark, Politik, Studien & Umfragen von Thomas Langenbucher | 12 Kommentare

Mercedes-S-Klasse

Bild: Mercedes-Benz (Symbolbild)

Deutsche Spitzenpolitiker setzen zunehmend wieder auf Dienstwagen mit Verbrennungsmotor an Bord. Dies zeigt der 20. Dienstwagen-Check der Deutschen Umwelthilfe (DUH). 160 von 249 Dienstwagen überschreiten demnach mit ihrem realen CO2-Ausstoß den EU-Flottengrenzwert und erhalten eine „rote Karte“.

Besonders kritisch bewertet die DUH den Anstieg von klimaschädlichen Plug-in-Hybriden. Die Fahrzeuge mit großem Verbrennungsmotor und kleinem Elektromotor machen mit 42 Prozent den größten Anteil der Dienstwagen aus. Schlusslichter der Abfrage sind: in der Bundesregierung Justizministerin Stefanie Hubig und Bildungs- und Familienministerin Karin Prien mit jeweils 196 Gramm CO2 je Kilometer, unter den Länderchefs Hendrik Wüst, Manuela Schwesig sowie Kai Wegner mit jeweils 262 Gramm CO2 pro gefahrenem Kilometer.

Der Anteil vollelektrischer Fahrzeuge ging im Vergleich zu letztem Jahr sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene zurück und liegt mit 90 Dienstwagen bei insgesamt 36 Prozent. Dabei sind die Unterschiede bei den realen CO2-Emissionen groß: Vollelektrische Dienstwagen verursachen im Durchschnitt 62 Gramm CO2 je Kilometer. Plug-in-Hybride kommen auf 179 Gramm und stoßen damit fast dreimal so viel CO2 aus. „Alle Modelle übersteigen den EU-Flottengrenzwert massiv, da sie nur 11 Prozent ihrer Fahrten elektrisch und ganze 89 Prozent mit dem besonders spritdurstigen Verbrennungsmotor betreiben“, so die DUH. Reine Verbrenner lägen mit durchschnittlich 193 Gramm CO2 je Kilometer noch höher.

Besonders deutlich zeigt sich der Rückschritt bei mehreren neu beschafften Dienstwagen: So sind die Staatsminister aus dem Auswärtigen Amt Serap Güler, Gunther Krichbaum und Florian Hahn von ihren bisherigen Elektrofahrzeugen auf klimaschädlichere Plug-in-Hybride umgestiegen. Auch die Hamburger Umweltsenatorin Katharina Fegebank und Finanzsenator Andreas Dressel sowie der sächsische Umweltstaatsminister Georg-Ludwig von Breitenbuch haben ihre Elektroautos durch Plug-in-Hybride ersetzt. Sie überschreiten damit nun den CO2-Flottengrenzwert.

DUH_Dienstwagen-Umfrage_Parteienvergleich_2026
(Zum Vergrößern anklicken) Bild: DUH

„Es ist völlig absurd, dass die Regierungspolitikerinnen und Regierungspolitiker im Jahr 2026 den Anteil von Dienstwagen mit Verbrennungsmotor sogar noch steigern“, sagt Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der DUH. „Zwei von drei Dienstwagen in unserer Abfrage fahren mit klimaschädlichem Verbrennungsmotor – das ist eine Kampfansage gegen zukunftsgerichtete Verkehrspolitik und ein desaströses Signal für die deutsche Klimapolitik. Die Politikerinnen und Politiker der Bundes- und Landesregierungen verfehlen ihre Vorbildfunktion massiv.“

Dass es auch anders gehe, zeige die Hamburger Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen Karen Pein: Durch den Umstieg auf ein Elektroauto habe sie den CO2-Ausstoß ihres Dienstwagens von 134 auf 50 Gramm je Kilometer reduziert. Metz: „Wir fordern von Bund und Ländern, bei jeder Neubeschaffung konsequent auf effiziente Elektroautos umzusteigen, statt klimaschädliche Plug-in-Hybride weiter künstlich attraktiv zu halten.“

Den sparsamsten Dienstwagen in der Bundesregierung fährt Entwicklungsministerin Reem Alabali-Radovan mit 64 Gramm CO2 je Kilometer. Bei den Regierungschefs der Länder ist Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir mit 66 Gramm CO2 je Kilometer am sparsamsten unterwegs.

Weitere Ergebnisse

Unter den Landesregierungen erhalten lediglich Berlin, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein eine gelbe Karte für ihre Flotte. Schlusslichter sind erneut Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern, die auch 2026 vollständig auf batterieelektrische Dienstwagen verzichten.

  • Unter den Bundesministerien erhalten das Bundesumweltministerium (BMUKN), das Bundesinnenministerium (BMI), das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) sowie das Bundesarbeitsministerium (BMAS) eine grüne Karte.
  • Im Parteienvergleich erhält lediglich Bündnis 90/Die Grünen eine grüne Karte. Die parteilosen Amtsträgerinnen und Amtsträger erreichen eine gelbe Karte. Alle übrigen Parteien erhalten eine rote Karte.
  • Im Vergleich der Umweltministerinnen und Umweltminister geht Bremens Senatorin Henrike Müller mit gutem Beispiel voran und nutzt ein Dienstrad. Das sparsamste Fahrzeug fährt Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer mit 50 Gramm CO2 je Kilometer. Auf dem letzten Platz liegt wie bereits im Vorjahr Sachsen-Anhalts Umweltminister Armin Willingmann, dessen Dienstwagen 192 Gramm CO2 je Kilometer verursacht.
  • Der 20. Dienstwagen-Check der DUH beruht auf einer Abfrage im Zeitraum von Januar bis Juni 2026. Amtsträger, die nach Abschluss der Befragung das Amt gewechselt haben oder ausgeschieden sind, wurden nicht berücksichtigt. Dasselbe gilt für Neubesetzungen außerhalb des Befragungszeitraums.

Die Fahrzeuge des Bundeskanzlers, des Vizekanzlers und Finanzministers, des Verteidigungsministers, des Innenministers sowie des Außenministers fließen nicht in die Gesamtwertung ein. Für die Berechnung weiterer sondergeschützter Fahrzeuge wurde ein Basismodell mit gleicher Motorisierung gewählt.

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Via: DUH
Tags: DUH, Emissionen, NachhaltigkeitAntrieb: Elektroauto, Hybridfahrzeuge

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Walter Robert meint

    01.09.2026 um 19:04

    Teure Notlösung aber Steuerzahler muss bezahlen.

    Antworten
  2. Paul meint

    01.09.2026 um 12:31

    Und der DUH-Chef setzt aufs Flugzeug, und zwar regelmäßig 🤭

    Antworten
    • David meint

      01.09.2026 um 15:09

      Der DUH ist eine sehr unehrenhafte Orga, keine Frage. Aber damit ist das Thema Dienstfahrzeuge von Spitzenpolitikern ja trotzdem vorhanden.

      Antworten
      • Future meint

        02.09.2026 um 09:29

        »Unehrenhaft« ist ganz sicher der Verband der Automobilindustrie, aber ganz dicher nicht die DUH. Ohne diesen Verband würden solche Themen wie dieses nämlich einfach unter dem Teppich des Ministeriums versteckt. Jemand muss also die Tatsachen benennen und auch die Prozesse gegen VW führen – das geht nur mit der DUH.

        Antworten
        • eBikerin meint

          02.09.2026 um 12:38

          Und zwischen Friedrichshafen und Berlin pendeln geht natürlich nur mit dem Flugzeug? Und falls du wieder eine Nebelkerze zünden willst – der Flug geht ab Zürich. Ach und natürlich muss man Pendeln – ein Standort ist ja doof, oder? Und natürlich muss man so oft um die Welt fliegen, dass man den Hon Status hat, geht ja nicht anders?

        • Future meint

          03.09.2026 um 15:40

          Hat VW eigentlich noch das Geld für seine Geschäftsflugzeuge auf dem Braunschweiger Flughafen oder kann sich VW die besonders klimaschädliche General Aviation nun nicht mehr leisten und muss Linie fliegen wie die DUH?

    • Future meint

      01.09.2026 um 15:23

      Im Flugzeug ist die CO2-Bilanz der Dienstreise besser als im Verbrenner-SUV mit hohem Verbrauch. Das kann man sich auf den Vergleichsportalen ausrechnen.
      Natürlich ist die Bahn immer besser, wenn man in Frankreich oder Spanien unterwegs ist, denn da ist die pünktlich. In Deutschland plane ich immer mindestens 2 Stunden Verspätung ein und selbst das wird bei Umsteigeverbindungen regelmäßig noch übertroffen. Trotzdem ist die DUH eine der wichtigsten NGOs des Landes, damit die Industrie und die Bürgermeister nicht alles machen können was sie wollen.

      Antworten
      • Paul meint

        01.09.2026 um 21:02

        Warum müsste er denn ein Verbrenner-Suv mit hohem Verbrauch fahren? Er kann doch einfach ein Elektro-Suv mit niedrigem Verbrauch fahren. Und jetzt bitte nicht mit dem Argument kommen, seine Zeit ist wertvoll. Wir wissen aus den Kommentaren alle: alle 2 Stunden muss man eh 30 Minuten auf Klo.

        Antworten
        • Future meint

          02.09.2026 um 11:36

          Klar. Aber wenn er morgens von Radolfzell los muss, um mittags in der Talkshow-Aufzeichnung in Hamburg zu sein und abends auf dem Termin in München, dann wird es schon mal knapp mit SUV oder ICE.

        • eBikerin meint

          02.09.2026 um 12:40

          „Klar. Aber wenn er morgens von Radolfzell los muss, um mittags in der Talkshow-Aufzeichnung in Hamburg zu sein und abends auf dem Termin in München, dann wird es schon mal knapp mit SUV oder ICE“
          Geht auch mit dem Flieger nicht, aber schön, dass du aufzeigst für welchen sinnlosen Mist die DUH ihre Dienstreisen mit dem Flugzeug machen „muss“!
          Danke!

        • Referendar meint

          03.09.2026 um 10:25

          Der übliche Future-Quark: Erfundene Geschichten, diesmal um um die Vielfliegerei der DUH zu rechtfertigen.

  3. David meint

    01.09.2026 um 12:15

    Die beliebte Ausrede des Sonderschutzes ist ja auch schon gefallen. Den BMW gibt es elektrisch in einer Sonderschutzversion. Allein aus Vorbildfunktion müsste das Fahren eines Elektrofahrzeugs verpflichtend sein.

    Antworten

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