Der niedersächsische Ministerpräsident Olaf Lies spricht sich laut der Zeit für eine Ausweitung der Elektroauto-Produktion im Volkswagen-Werk Emden aus. Trotz aktueller Diskussionen über Sparpläne bei Volkswagen sieht der SPD-Politiker eine positive Perspektive für den Standort in Ostfriesland. Nach einem Besuch des Werks betonte Lies, dass die Produktion von Fahrzeugen am Standort weiterhin sichergestellt sein müsse.
Das Werk produziert nach einer Milliardeninvestition ausschließlich Elektroautos und verfügt laut Ministerpräsident Lies über freie Kapazitäten. Er verwies auf den Zusammenhang zwischen Standortkosten und der Auslastung und erklärte: „Hier ist noch Platz. Hier können wir noch mehr Elektroautos bauen.“
Lies, Vertreter des Landes Niedersachsen im Volkswagen-Aufsichtsrat, bezeichnete die Elektromobilität als Wachstumsmarkt, in dem das deutsche Unternehmen in Europa eine führende Rolle einnehme. Um die Standorte besser auszulasten, müsse die Produktion zusätzlicher Fahrzeuge im Rahmen dieses Marktes mitgedacht werden, wobei Emden explizit dazu gehöre.
Das Werk in Emden ist der bedeutendste industrielle Arbeitgeber der Region und beschäftigt etwa 7700 Mitarbeiter. Der niedersächsische Ministerpräsident forderte ein „sehr schnelles Signal“, um die Zukunft der Elektroauto-Fertigung in Ostfriesland bei Volkswagen zu bestätigen.

Thomas Claus meint
Ich finde es seltsam, dass man Emden und Zwickau erst mit Milliarden auf eAuto umrüstet und dann doch die Werke schließen will. Bei Neckarsulm und dem 4. Werk kann ich es nicht sagen. Ich bin mir auch nicht sicher, ob man tatsächlich auf 4 Werke verzichten kann. Außerdem frage ich mich, ob man aktuell nur Werke in Deutschland schließen will?
hu.ms meint
Ganz einfach:
Mit der SSP-platform ab 2029 mit der auf 2 linien alle BEV gebaut werden können (in WB) ist es mit der MEB-produktion in Zwickau und Emden dann bald vorbei.
Sagt der Blume natürlich nicht direkt – ist aber einfach nur logisch.
David meint
Das hat der Blume genau richtig gemacht. Das ist eben ein Kommunikator. Er hat die beiden Kostgänger im VW Konzern erreicht. Das sind die Gewerkschaften und das ist die Politik. Der Lies ist richtig aufgeregt. Denn dieses Jahr sind Kommunalwahlen in Niedersachsen und in einem Jahr wird dort ein neues Landesparlament gewählt. Daher möchte er jetzt alles unter Dach und Fach bringen. Günstige Umstände. Aber die Gewerkschaftstante hat ja auch schon total kleine Brötchen gebacken. Dieses Jahr hat die VW Führung definitiv gewonnen.
Futureman meint
Blume bekommt dafür bestimmt eine Prämie. Wahrscheinlich das komplette Gehalt der 50.000 zusätzlich gekündigten Mitarbeiter. Damit könnte er dann glatt sein Einkommen verdoppeln. Hauptsache der Chefetage geht´s gut.
Derweil brechen die Verkaufszahlen in China weiter dramatisch ein und es kommen da demnächst fast nur noch von Partnerunternehmen entwickelte Fahrzeuge auf den Markt, damit wenigstens noch etwas verkauft werden kann. Von den Steigerungsraten der Weltmarktanteile einige chinesischer Hersteller kann VW jedenfalls nur träumen.
eBikerin meint
„Derweil brechen die Verkaufszahlen in China weiter dramatisch ein“
Und was genau hat das mit dem Werk in Emden zu tun?
„Von den Steigerungsraten der Weltmarktanteile einige chinesischer Hersteller kann VW jedenfalls nur träumen.“
So wie alle anderen auch.
Ben meint
Was hat Blume gut gemacht ? Die 4 kommenden Werksschließungen ab 2030 oder was meinst du ?
MK meint
@Ben:
Sie können es auch noch 12mal wiederholen, Es bleibt falsch. Über angebliche Werkschließungen hatte das Handelsblatt in einem einzigen Artikel einmal kurz spekuliert. VW hat dies längst dementiert. In Europa gibt es genau 2 Werkschließungen: Das Audi Werk in Brüssel (Schließung letztes Jahr abgeschlossen) und der geplante Verkauf des Werkes Osnabrück, wo noch bis nächstes Jahr das T-Roc Cabrio gebaut wird und danach nichts mehr. Das wars. Weitere Werksschließungen in Deutschland wird es in den nächsten Jahren nicht geben…auch weil die Autoverkäufe in Europa auf hohem Niveau sind und weiter steigen. Absatzprobleme gibt es in erster Linie in China, wo aber lokale Werke produzieren und wo es bereits eine Werkschließung gab und sicher weitere anstehen werden. Ansonsten hat man dank Donald Trump noch Probleme mit dem BEV-Absatz in den USA. Das einzige Ergebnis davon ist aber bisher auch, dass sich die ID.4-Montage in den USA nicht mehr gerechnet hat und die ID.4, die noch in Nordamerika (vor Allem Kanada) verkauft werden, jetzt auch in Emden in Deutschland vom Band laufen.
MichaelEV meint
Seltsam, ich hab gerade gelesen, dass ab 2031 vier Werke „leerlaufen“ sollen.
Bzgl. den USA könnte man ja fast den Eindruck gewinnen, dass es dort verboten ist BEVs zu verkaufen. Es wurde eine Förderung beendet, so wie es in anderen Ländern auch passiert (u.a. in Deutschland, sehr viel kurzfristiger) bzw. letztendlich überall sein wird.
MK meint
@MichaelEV:
Ja, solche Schlagzeilen machen sich immer super und die Bild bringt sie immer gerne unter Weglassen wichtiger Tatsachen: Was die Bild sagt: Der Vorstand von VW kann dies machen auch entgegen dem Willen des Aufsichtsrates. Was die Bild verschweigt: Der Aufsichtsrat kann den Vorstand dafür einfach vor die Tür setzen und einen anderen benennen, der einen besseren Plan für die Werke hat…
MichaelEV meint
Wieso „Bild“? Gestern war es zuerst woanders zu lesen und heute berichten viele darüber. Wahrscheinlich würden viele von euch es immer noch leugnen, wenn die Werke schon zu sind.
Mit deiner These unterstellt man, dass der aktuelle Vorstand nicht fähig wäre es anders zu lösen. Und wenn der aktuelle Vorstand die richtige Lösung hat und eine Verweigerung VW noch in wesentlich größere Schwierigkeiten bringt? Im besten Fall für VW sieht die Gegenseite es ein und es passiert das, was laut eurer Blase nicht passieren würde.
MK meint
@MichaelEv:
ich sage ja nicht mal, dass es für VW nicht die wirtschaftlichste Lösung für VW wäre, diese Werke zu schließen. Ich sage aber: Die Politik wird das z.B. ein Jahr vor den Landtagswahlen in Niedersachsen ganz sicher nicht zulassen und jetzt wo der geist „Leerlaufen“ aus der Büchse ist, wird die Politik auch diesen tunlichst einfangen…natürlich nicht jetzt direkt: Der Effekt, sich als „Retter“ aufzuspielen wäre dann bis zur Wahl verpufft.
Ben meint
Also Lies soll also vor Blume einknicken damit das Werk erhalten bleibt, damit wird also die 40h Woche in Emden wieder eingeführt und on Top nochmals 13% Lohnverzicht also gesamt knapp 30% Lohnverzicht seit 2024…und dann werden die VW Mitarbeiter ganz bestimmt wieder Lies wählen oder wie ist da deine verkorkste Denkweise ?
Future meint
Die »Gewerkschaftstante« ist doch das fundamentale Unterscheidungsmerkmal gegenüber der »unmoralischen« VW-Billigproduktion in China. Das wird hier ja immer wieder behauptet. Die Dame heißt übrigens Daniela Cavallo. Aber es ist lustig, wenn die Kämpfe mit diesen »Gewerkschaften« nun auch bei VW losgehen. Zeit für Popcorn, hat das mal jemand genannt.
Noch eine Frage an die Herren, die der abfälligen Seite der Autoindustrie noch nahestehen: Ist Hildegard Müller eigentlich eine »Autotante« oder ist sie doch etwas besseres?