Mercedes-Benz plant, dem deutschen Taxigeschäft wieder eine größere Bedeutung beizumessen, berichtet das Handelsblatt. Nach einem Rückzug aus diesem Segment aufgrund geringer Margen deutet sich demnach eine Trendwende an. Der Autobauer erwägt, der Branche in den kommenden Jahren vermehrt Fahrzeuge zu verkaufen.
Im ersten Halbjahr lag der Anteil von Mercedes-Modellen bei den Taxi-Neuzulassungen in Deutschland bei 18 Prozent. Dies stellt eine Steigerung gegenüber den 8 Prozent aus dem ersten Halbjahr 2025 dar, wenngleich im Jahr 2022 noch ein Anteil von 45 Prozent erreicht wurde. Das Wachstum wird primär durch die E-Klasse getrieben, von der im ersten Halbjahr 126 Fahrzeuge als Taxi zugelassen wurden.
Parallel dazu verfolgt der chinesische Stromer-Hersteller BYD eine Wachstumsstrategie im deutschen Taximarkt. Carsten Schopf, Leiter des Geschäftskundenvertriebs in Deutschland, bezeichnet Taxis gegenüber dem Handelsblatt als wichtigen Teil dieser Strategie. Während im ersten Halbjahr lediglich zehn Taxi-Neuzulassungen von BYD verzeichnet wurden, sollen es bis zum Jahresende 500 sein. Für das nächste Jahr wird eine vierstellige Zahl angestrebt, womit die Chinesen einer der größten Taxilieferanten hierzulande wären.
Um die Nachfrage wieder zu fördern, gewährt Mercedes seit Januar auf zwei Dieselmodelle der E-Klasse einen Rabatt von 24 Prozent, wodurch der Preis unter 40.000 Euro sinkt. Auch für Vans wie den Vito oder die V-Klasse gebe es Vergünstigungen, schreibt das Handelsblatt. Der Hersteller plane zudem, den neuen, rein elektrischen VLE als Taxi anzubieten. Die beige Lackierung ab Werk wolle Mercedes aber nicht wieder anbieten, auch nicht die nötige Taxi-Ausrüstung. Stattdessen rüsten Spezialfirmen wie Intax Serienmodelle nachträglich um.
Der Wettbewerb im Segment Taxi wird durch aggressive Preisgestaltung intensiviert. So bietet BYD den plug-in-hybriden Mittelklasse-Kombi Seal 6 laut dem Bericht mit einem Rabatt von 37 Prozent für unter 30.000 Euro an. Der auf reine Stromer und Plug-in-Hybridfahrzeuge konzentrierte China-Konzern soll sein Angebot zudem künftig um die rein elektrischen Modelle Atto 3 und Sealion 7 erweitern wollen.

Future meint
Mercedes verteilt also seit Januar auf zwei Dieselmodelle der E-Klasse einen Rabatt von 24 Prozent. Gut, dass man von diesen neuen Mercedes-Modellen auf den schönen Hamburger Straßen kein einziges ertragen muss, denn in Hamburg sind neue Dieseltaxis bereits seit Januar 2025 verboten. Vielleicht hat BYD ja was ohne Diesel im Angebot. Verbote sind doch einfach etwas schönes.
MK meint
@Future:
Abgesehen davon sind 15% bis 20% Rabatt doch auch bei Mercedes eigentlich immer auch für Privatkunden raushandelbar…und bei den aktuellen Diesel-Preisen bekommt man die 24% beim Diesel grade wahrscheinlich sogar als Privatkunde, der einmalig ein einzelnes Fahrzeug kauft.
eBikerin meint
Ja in deiner schönen Stadt fahren einige eVito als Taxi – BYD bietet das bis jetzt Plug-in an . Aber naja ist man von dir ja gewöhnt
M. meint
Die BYD PHEV sind dann in HH hoffentlich verboten.
Future meint
Großraumtaxis mit mehr als acht Sitzplätzen sowie rollstuhlgerechte Inklusionstaxis haben in Hamburg noch eine Übergangsfrist und dürfen bis Ende 2026 als Verbrenner zugelassen werden. Dann ist damit auch Schluss. Hamburg macht das sehr gut mit dem Verbieten der Verbrenner. In München oder Berlin wäre sowas natürlich nicht durchsetzbar.
M. meint
Weil in München der OBM ein Grüner ist, oder warum?
Future meint
In Berlin oder München geht sowas nicht, weil die Politiker dann nicht mehr gewählt würden. Deshalb hat sich das dort auch noch niemand getraut. In Hamburg gibt es allerdings Politiker mit einer klaren Haltung und der Fähigkeit, gut gegenüber den Bürgern zu kommunizieren. Deshalb klappt sowas in Hamburg und niemand empört sich nachher darüber, dass etwas verboten wurde. Mit »Grün« hat das übrigens nichts zu tun – viele Anhänger aus dem Grünen Milieu halten Elektromobilität für Ökokapitalismus und fahren weiter Diesel. Aber der junge Münchner OB von den Grünen gefällt mir ja sehr gut – alleine schon, weil er so ein angenehmer Kontrast zum alten Söder ist.