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Ökonomen warnen vor zu viel Schutz für Europas Autoindustrie

23.09.2026 in Autoindustrie, Politik von Thomas Langenbucher

Audi-Q6-e-tron

Bild: Audi (Symbolbild)

Ökonomen der Brüsseler Denkfabrik Bruegel warnen in einer Analyse vor den Folgen stärkerer Schutzmaßnahmen für Europas Autoindustrie. Zölle, Ursprungsvorschriften und Vorgaben für in Europa produzierte Komponenten könnten Elektroautos verteuern und den Hochlauf der E-Mobilität bremsen. Auch eine Lockerung der CO₂-Grenzwerte sehen die Autoren kritisch, berichtet der Spiegel.

Die EU-Kommission hat vorgeschlagen, das für 2035 geplante „Verbrenner-Aus“ bei Neuwagen zu lockern, worüber Europaparlament und Mitgliedstaaten noch verhandeln. Zugleich fordern einige in Industrie und Politik, bestehende EU-Zölle auf chinesische Elektroautos auch auf Plug-in-Hybride auszuweiten. Bruegel hält einen übermäßigen Protektionismus für problematisch, weil Zölle und Ursprungsvorschriften zum Schutz der Hersteller die Verbraucherpreise erhöhten.

Die Studienautoren fordern, dass die Kosten für Verbraucher und Steuerzahler in einem angemessenen Verhältnis zum Erhalt von Autofabriken und Arbeitsplätzen stehen. „Jede Unterstützung sollte befristet sein“, schreiben sie und verbinden Hilfen mit der Forderung, beim Bau bezahlbarer Elektroautos wettbewerbsfähiger zu werden. Ziel solle nicht sein, den Wettbewerb mit China zu verhindern, sondern europäischen Herstellern Zeit zum Aufholen zu geben.

Die Experten kritisieren zudem Pläne, den Übergang zur E-Mobilität zu verzögern. Eine Lockerung der CO₂-Grenzwerte könne kurzfristig Kosten senken, zugleich aber den Ausbau der Ladeinfrastruktur bremsen und Größenvorteile in der Batterieproduktion zunichtemachen. Der weltweite Absatz von Elektrofahrzeugen lege derzeit rasant zu.

Auch Vorgaben, nach denen ein Mindestanteil bestimmter Komponenten staatlich geförderter Autos in Europa produziert werden müsste, sehen die Ökonomen kritisch. Solche „Made in Europe“-Regeln könnten den Hochlauf der E-Mobilität verlangsamen und einen Kostenaufschlag pro Fahrzeug verursachen, der günstige Autos und ärmere Verbraucher besonders treffe. Eine typische Batterie aus EU-Fertigung würde ein Elektroauto demnach um rund 2100 Euro verteuern.

Je stärker die EU die Branche vor Wettbewerb schützt und CO₂-Grenzwerte lockert, desto schwächer wird nach Einschätzung der Ökonomen der Druck auf Hersteller, die Elektrifizierung voranzutreiben, in Software für autonomes Fahren zu investieren und die Kostenlücke zu chinesischen Konkurrenten zu schließen. Die Analysten halten einen fairen Zugang europäischer Hersteller zum Weltmarkt und Freihandelsabkommen mit Ländern für wichtig, in denen chinesische Konkurrenz stark ist. Als Alternative zu zusätzlichen Schutzmaßnahmen schlagen sie befristete Exportquoten in einem Abkommen mit Peking vor. Zusätzliche Zölle auf Hybridfahrzeuge empfehlen sie nur für den Fall, dass Verhandlungen mit China scheitern.

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Via: Spiegel.de (kostenpflichtig) & bruegel.org
Tags: China, EU, FörderungAntrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Werner Mauss meint

    24.09.2026 um 00:03

    Du kennst also das chinesische Wirtschaftssystem, du kennst deren Fertigungskosten und die Subventionen usw. angeblich. Ich denke du weißt davon eher genauso viel wie ich, nämlich nichts. Vielleicht liegt es eher dort an der Stückzahl eines Produkts und vielleicht auch an der Anzahl derer die dort tatsächlich ein Produkt erschaffen. Der Wasserkopf kostet dort sicher nur ein Bruchteil und es reicht ein kleiner Gewinn der wieder investiert wird. Das will man hier eher nicht verstehen. In China gibt es für Versagen und frechem Betrug im Management schon mal einen Ausflug ins Arbeitslager zur Erdung und eben nicht den goldenen Handschlag. Überlege doch mal was es für ein Unternehmen und deren Produkte bedeutet wenn ein Ex und Ex Ex Vorstand noch genauso viel Geld bekommt wie der Aktuelle. Stell dir das für ein Kleinunternehmen vor.

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  2. Werner Mauss meint

    23.09.2026 um 23:37

    Zölle auf Produkte und andere Protektion sind das nicht Eingestehen von eigenem Versagen. Er verhindert massiv den weltweiten Fortschritt. Es ist ein kindisches, „Wenn ich’s nicht kann, soll’s auch kein Anderer können“, es ist zudem die Bankrotterklärung der kapitalistischen Marktwirtschaft mit ihren super schlauen Managern, Beratern und andere Wichtigtuern. Protektion für die Autokonzerne und die Anderen die keine Lobby haben, die Putzfrau usw. können selbst schauen wo sie bleiben. Wer bei einem Autobauer gearbeitet und eben nicht gespart hat, hat halt Pech, wie jeder Andere auch. Unersetzlich gibt es nicht, der nächste steht immer schon bereit. Der Milka Effekt eben.

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  3. F. K. Fast meint

    23.09.2026 um 09:56

    Europäische Hersteller sind keine Neulinge, die noch Welpenschutz brauchen. Sie haben die letzten Jahre/Jahrzehnte hervorragend verdient und können deshalb die Trendwende schaffen. Wenn sie es denn wollen. Die letzten Jahrzehnte hatten sie halt auch gelernt, dass die Politik ihnen immer den roten Teppich ausrollt und Gesetze so gestaltet, dass sie zu ihrem Vorteil sind (siehe Aufweichung des Verkaufs nicht-CO2-neutraler Verbrenner). Jetzt sollten sie endlich lernen, ohne Lobbyismus im Markt zu überleben. Sonst sind sie bald weg vom Fenster.

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    • SB meint

      23.09.2026 um 13:00

      Gegen die Wettbewerb aus einem Land, dass den Wechselkurs der eigenen Währung künstlich um 20-30 % zu niedrig hält, kann man nicht bestehen.
      Ja, wir brauchen Wettbewerb, aber es muss fairer Wettbewerb sein. Wettbewerb um Produkte und Kostenstrukturen. Aber nicht: Wettbewerb um die höchsten Subventionen.

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    • Tesla-Fan meint

      23.09.2026 um 15:20

      Die aktuellen Manager sind in den fetten Jahren nach oben gespült worden. Sie sind erfolgsverwöhnt, arrogant und dekadent. Sie haben keinerlei wirkliche Krisenerfahrung und werden auf die Nase fallen.

      Das weiss ich noch aus meiner Zeit als ich noch nicht im Ruhestand war. (ca. 5 Jahre her)

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  4. Future meint

    23.09.2026 um 09:47

    Ich finde es interessant, dass es auch kritische Stimmen von wirtschaftswissenschaftlcihen Experten zum gerade angesagten Protektionismus gibt. Strukturwandel gab es in den Industrien schon immer. Und das hatte schon immer mit der Verlagerung von Produktion in andere Weltregionen zu tun. Warum sollte es nun ausgerechnet bei der Autoindustrie anders sein, die nur für 5 Prozent der Wertschöpfung steht. Das ist doch viel weniger als die lautstarken Akteure immer suggerieren wollen.

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    • eBikerin meint

      23.09.2026 um 12:40

      „ie nur für 5 Prozent der Wertschöpfung steht.“
      71% sind Dienstleistungen – mal überlegen – wenn diese 5% der Autoindustrie einfach so wegfallen – was passiert dann wohl mit den 71% der Dienstleistungen? Werden die dann mehr Geld generieren oder weniger?
      Wenn ich dir das genau erklären muss, dann wird es aber ein wenig peinlich, gelle?

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      • Future meint

        23.09.2026 um 13:23

        Ich bin nicht gegen Wertschöpfung in der Industrie. Strukturwandel in der Industrie ist allerdings nichts neues und viele deutsche Regionen haben damit ihre Erfahrungen gemacht. Wenn also perspektivisch sehr viele Arbeitsplätze in der Automobilindustrie wegfallen, dann geht es jetzt darum, diesen Strukturwandel gut zu planen, damit die Wertschöpfung auch in Zukunft mit anderen Produkten gelingt. Beispielsweise wird gerade diskutiert, ob mehr Rüstungsindustrie eine Lösung sein könnte. Nicht nur VW hat Produktionsverlagerung geplant, auch Mercedes denkt darüber laut nach. Also braucht es jetzt einen Plan für die gute Zeit nach der Automobilindustrie. Man muss es einfach positiver sehen. Protektionismus ist doch keine Lösung für Fehlentscheidungen und Standortprobleme. Das hat bei den Fernsehern doch auch nicht geplappt damals.

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      • M. meint

        23.09.2026 um 14:31

        Du musst ihm/ihr das nicht erklären, das ist schon dutzendfach gemacht worden. Es steht einfach nicht auf ’seiner‘ Agenda.
        Er hat sein Portfolio von Sprüchen, nach denen es nicht schlimm ist, wenn wir hier einen Wirtschaftszweig an die Wand fahren. Sowas wie „Nebeneffekte“ kommt dort aus gutem Grund nicht vor. Das könnte nur die Leute verunsichern, die gar nicht in der Autoindustrie arbeiten, wenn die Leute, die das bisher taten, plötzlich keine Lust auf Konsum mehr haben.

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        • Future meint

          23.09.2026 um 20:17

          Es wurden schon diverse Industriebranchen »an die Wand gefahren«. Ich kann verstehen, dass es sich bitter anfühlt, wenn es sich dabei um die eigene Branche handelt und das Management in den letzten 15 Jahren so viele Fehler gemacht hat. Aber es ist trotzdem normal. Vor 100 Jahren hatte die deutsche Textilindustrie noch 1 Mio. Arbeiter in den Fabriken. Das kann sich heute keiner mehr vorstellen. Es ist eben billiger, ein simples Produkt wie ein Auto in einem Billiglohnland herzustellen. Das Auto ist nichts anderes als eine Jeans, ein Pullover oder ein Tablet. Daran müssen sich die betroffenenen Regionen gewöhnen und den Wandel in den nächsten Jahren aktiv gestalten.

        • M. meint

          24.09.2026 um 19:18

          Du redest Unfug.
          Wir müssen uns an gar nichts gewöhnen.
          Wir müssen für unsere Wirtschaftszweige – nicht nur die Autoindustrie, sondern insgesamt – auf unfaire Wettbewerber reagieren. Man muss nur Lehren daraus ziehen, wie das in der Vergangenheit gelaufen ist, mehr nicht.
          China-Autos? Na dann aber mit in China erprobten Methoden:
          – in Europa bauen
          – in Joint-Ventures (jeder bekommt einen Partner, 2 oder 4 gehen aber auch)
          – Daten bleiben in Europa, ohne Ausnahme
          – Daten werden offengelegt
          Dann schaun‘ mer mal.

          Klar, das will man in China nicht, das lastet die Überkapazitäten nicht aus, deswegen ja die süße Story von der Freundschaft.
          Die Überkapazitäten sind aber nicht unser Problem. Daran müssen sich die betroffenen Regionen gewöhnen und den Wandel in den nächsten Jahren aktiv gestalten. Vielleicht wollen sie ja lieber Jeans herstellen – ist doch auch ein schönes Produkt. Fast wie ein Auto.
          Meinen Segen haben sie.

      • MainTower meint

        23.09.2026 um 14:55

        „Strukturwandel“, und unfairer Wettbewerb, der nur den Zweck hat Konkurrenz im gleichen Gewerbe zu vernichten sind zwei völlig unterschiedliche Dinge. Vermutlich arbeitet Future weder im produzierenden Gewerbe, noch in der Dienstleistung und meint daher er wäre lediglich Beobachter.
        Das ist für sich alleine schon peinlich.

        Zum Antworten anmelden
        • Future meint

          23.09.2026 um 20:21

          Wirtschaft ist immer auch Vernichtung. Man kann nicht immer gewinnen, so wie in den letzten fetten Jahrzehnten. Die Party ist vorbei. Das kennen viele Branchen. Ich erinnere mich gut an die Mahnwachen und Betriebsbesetzungen, als es mit dem Bergbau vorbei war. Das hat alles nichts gebracht. Heute möchte das keiner mehr zurückhaben. So wird es mit den Autofabriken auch kommen. Strukturwandel ist keine Überraschung, sondern ein Weg.

        • MainTower meint

          24.09.2026 um 08:49

          Nicht vergleichbar. Bergbau war regional begrenzt und durch den Wandel der Energieträger. Öl, Gas und später erneuerbare Energien ersetzten die Kohle als primäre Energiequelle, wodurch die Nachfrage sank. Selbst wenn weniger Autos in Deutschland vom Band laufen, bleiben die Konzerne an sich global agierende Schwergewichte, die ihre Fabrikstrukturen schlicht internationaler aufstellen.

        • M. meint

          24.09.2026 um 10:23

          Endlich mal ehrliche Worte von „Future“: „Wirtschaft ist auch Vernichtung“.
          Schön, dass endlich die Maske vom freundlichen Chinesen fällt, der mit günstigen Produkten helfen will.
          Es ist aber nicht so wie behauptet, dass „Autobau“ vorbei ist, es soll nur die Industrie hier mit chin. Subventionen vernichtet werden, damit man endlich ungestört Chinakram verkaufen kann – am besten natürlich aus China, ohne Zölle, und wenn die Europäer mal mucken, gibt’s nix mehr, bis die sich besinnen.

          Also, Hr. Influenzer: wenn die Karten jetzt auf dem Tisch liegen, brauchen wir uns über selbigen nicht mehr ziehen zu lassen.
          Da draußen gibt es genug Schlachtfelder, aus Europa können wir auch eine Burg machen, und dann schauen wir mal.

        • Future meint

          24.09.2026 um 14:09

          Globale Player stellen sich global auf – genau so ist es. Deshalb verschwinden die teuren Industriearbeitsplätze seit Jahrzehnten immer mehr aus Deutschland. Bestimmte Arbeitsplätze sind global nicht wettbewerbsfähig. Die Gründe dafür sind vielfältig – aber es ist naiv, wenn man glaubt, durch Protektionismus könnten die überteuerten deutschen Arbeitsplätze gerettet werden, die zu 70 Prozent an Exportprodukten hängen. Blume hat das doch erklärt: Ohne Werkschließungen sei die Marge bei VW ab 2030 negativ – mit katastrophalen Folgen.

      • MK meint

        23.09.2026 um 17:16

        @eBikerin:
        Ihnen ist schon klar, dass in Deutschland z.B. SAP, aber auch international z.B. Google, Amazon, Meta usw. allesamt reine Dienstleistungsfirmen sind?
        In Zeiten, wo immer mehr online und über Apps passiert, sinkt natürlich der Anteil der Industrie: Statt einer gedruckten Zeitung/Industrieprodukt gibt es ein ePaper/Dienstleistung, statt einer DVD/Industrieprodukt gibt es einen Download/Dienstleistung, statt zig Millionen gedruckter Rewe-Werbeprospekte jede Woche (Industrieprodukt), betreibt Rewe eine eigene App mit Entwicklern, Kundenservice usw (Dienstleistung).
        Wollen Sie hier generell behaupten, dass z.B. Software oder der Betrieb von Rechenzentren keinerlei Wertschöpfung darstellt?

        Anderes Beispiel: Strom aus einem Kohle- oder Atomkraftwerk zählt als Industrieprodukt. Hat der Hausbesitzer eine Solaranlage und nimmt dafür Wartungen, Reinigungen etc. in Anspruch, ist das keine Industrieleistung mehr (während die Wartungen des Atomkraftwerks z.B. ja in den Strompreis einfließen und damit als Teil der industriellen Wertschöpfung galten…)

        PS: Ohne die Zahlen überprüft zu haben, gehe ich mal davon aus, dass die Zahlen mit 29% Industrie und 5% Automobilindustrie stimmen: Bedeutet im Umkehrschluss auch: Über 83% unserer Industrieleistung in Deutschland haben schon heute nichts mit Automobilbau zu tun, sondern sind z.B. Maschinenbau, Medikamentenherstellung, Bauleistungen usw.

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        • M. meint

          23.09.2026 um 18:15

          Der Maschinenbau arbeitet für die Autoindustrie.
          Das Baugewerbe arbeitet für die Autoindustrie.
          SAP arbeitet für die Autoindustrie.
          Chiphersteller arbeiten für die Autoindustrie.
          Kraftwerke arbeiten für die Autoindustrie.

          Wer so tut, das hätte alles nichts miteinander zu tun, hat entweder keine Ahnung oder andere Auftraggeber.
          Im Falle von Bruegel stehen die Mitgliedsunternehmen sogar im Internet.

        • MK meint

          24.09.2026 um 10:57

          @M.
          Sie machen es sich da ein bisschen einfach.
          Ich schaue mich einfach mal bei uns im Landkreis (Marburg-Biedenkopf) um…da gibt es natürlich Automobilzulieferer, aber eben auch vieles andere an Industrie:
          Maschinenbauer:
          – Weber stellt Maschinen her, die Wurst und Käse schneiden und mittlerweile auch Maschinen, die aus ganzen Würsten, Toastleiben und Plastikfolie die fertig verpackten Sandwiches machen, die es dann bei Aldi, Rewe und Co gibt
          – Schneider OM stellt Maschinen her, mit denen Brillengläser geschliffen werden
          – Hof produziert u.a. Gefriertrocknungsanlagen für Pharma- und Lebensmittelindustrie
          – Kaupert produziert Formmaschinen für die Lebensmittelindustrie
          Und dann natürlich die mit den Maschinen prodzuierenden Unternehmen:
          – Sälzer stellt Hochsicherheitsfenster her (z.B. für US-Botschaften im Irak oder Israel)
          – Roth stellt Duschabtrennungen, Fußbodenheizsysteme usw. her
          – „Marburg“ stellt Tapeten her
          – Ferrero produziert Süßwaren
          – CSL Behring, GSK und Aenova produzieren Medikamente
          – CCL Label produziert die Faltschachteln und Packungsbeilagen dafür
          – Siemens Lösungen z.B. für Labortests zur Diagnostik in Krankenhäusern
          – Seidel stellt u.a. Teile für hochwertige Parfumflacons her, Füller für Schneider, Pelikan und Lamy usw.
          – YKK stellt Spezialreißverschlüsse z.B. für Feuerwehrkleidung her
          – Dr. Schär stellt glutenfreie Backwaren her
          – Hoppe stellt Fenstergriffe her
          – rifa färbt Wolle ein
          – Pracht produziert spezielle LED-Lampen und Wallboxen
          – Bei C&P Möbel sind es Spinde u.a. für Luxusfitnessstudios in Dubai, Thermen usw.
          – Bei C&P Bau sind es Gebäudeteile, vor Allem auch für Feuer- und Rettungswachen, aber auch Kindergärten

          Übrigens: Die Computerchips, die Bosch in Deutschland herstellt, landen hauptsächlich in deren Haushaltsgeräten (Marken Bosch, Siemens, Neff und andere), Werkzeugen und Smart Home Geräten. Der größte Einzelauftrag, den die größte Baufirma Deutschlands Goldbeck jemals erhalten hat, waren zuletzt die Rechenzentren von Schwarz, über die u.a. die Lidl-Filialen gesteuert werden sollen.

          Das sind nur mal ein paar Beispiele. Ansonsten durchdenken Sie es doch einfach mal selbst aus Ihrem Alltag: Das Auto ist wahrscheinlich nicht ihre Hauptausgabe. Der Großteil dessen, was Sie als Industrieprodukt beziehen (Haus/Wohnung, Kleidung, Möbel, Lebensmittel usw….und eben auch Software, die sie nutzen): auch wenn es viele so darstellen: Grade weltweit gesehen stellt das Auto nur einen winzig kleinen Bruchteil der industriellen Wertschöpfung dar.

        • Fred Feuerstein meint

          24.09.2026 um 11:11

          Mal auf die Faktenebene runtergebrochen:
          Zunächst einmal arbeiten die genannten Branchen AUCH für die Automobilindustrie, ansonsten für sehr viele andere Kunden.

          Maschinenbau: Noch am ehesten zutreffend. Der deutsche Maschinenbau bedient auch Chemie, Landwirtschaft, Bau, Elektronik, Energie, Luftfahrt usw. Automotive ist ein bedeutendes, aber kein dominierendes Segment des Gesamtumsatzes von rund 260 Mrd. Euro (2023).
          Baugewerbe: Die Bauwirtschaft lebt überwiegend von Wohnungsbau, gewerblichem Bau und öffentlichen Infrastrukturprojekten. Welche deutsche Baufirma hatte beispielsweise etwas vom Bau des BMW Werkes in Ungarn?
          SAP: Wird im Geschäftsbericht leider nicht ausgewiesen, aber Fakt ist: SAP hat viele sehr große Kunden und da sind auch Automobilfirmen dabei. Umsatzanteil? Leider nicht belegbar.
          Chiphersteller: Automotive-Halbleiter machen laut aktuellen Marktdaten nur rund 9–10 % des weltweiten Chip-Umsatzes aus. Der mit Abstand größte Treiber sind heute KI-Rechenzentren, Smartphones und PCs.
          Kraftwerke: Ernsthaft? Da ist die Automobilindustrie ein sehr kleiner Teil.

          Fakt ist eher: Die Automobilindustrie ist ein Kunde unter vielen für diese Branchen.

        • Future meint

          24.09.2026 um 12:12

          Warum sollten SAP und die anderen erfolgreichen Unternehmen nur für die Autoindustrie in Deutschland arbeiten? Das kann ich mir einfach nicht vorstellen, dass alles in Deutschland von den Autos abhängt. Aber ich kann verstehen, dass manche das gerne so hätten. 5 Prozent Wertschöpfung sind ordentlich, aber eben auch nicht so viel. Der Strukturwandel kommt mit der Elektromobilität. Grünheide war definitiv der letzte Neubau eines großen Automobilwerks in Deutschland.

    • Futureman meint

      23.09.2026 um 14:37

      Autohersteller haben halt bessere Beziehungen in die Politik, bei einigen ist der Staat sogar direkt beteiligt. Andere Industrien, wie z.B. PV und Wind haben das leider nicht. Daher ist da der Abbau von zig tausend Stellen anscheinend auch nie ein Problem. Und besonders im PV-Bereich haben Zölle eher zu einer Beschleunigung des Verfalls geführt.

      Zum Antworten anmelden
      • M. meint

        23.09.2026 um 18:19

        Die erste Hälfte unterschreibe ich, aber warum Zölle den Niedergang beschleunigen sollen, erklärst du mal.
        Damals waren die Lohnkostenunterschiede sogar noch größer als heite, und die chin. Subventionen waren größer als die europäischen.
        Du musst halt mal vorrechnen, wie man wirtschaftlich gegen ein Unternehmen bestehen soll, das UNTER seinen Fertigungskosten verkauft, die dazu noch tiefer sind als hier.

        Da bin ich echt gespannt.

        Zum Antworten anmelden
        • Werner Mauss meint

          24.09.2026 um 00:02

          Du kennst also das chinesische Wirtschaftssystem, du kennst deren Fertigungskosten und die Subventionen usw. angeblich. Ich denke du weißt davon eher genauso viel wie ich, nämlich nichts. Vielleicht liegt es eher dort an der Stückzahl eines Produkts und vielleicht auch an der Anzahl derer die dort tatsächlich ein Produkt erschaffen. Der Wasserkopf kostet dort sicher nur ein Bruchteil und es reicht ein kleiner Gewinn der wieder investiert wird. Das will man hier eher nicht verstehen. In China gibt es für Versagen und frechem Betrug im Management schon mal einen Ausflug ins Arbeitslager zur Erdung und eben nicht den goldenen Handschlag. Überlege doch mal was es für ein Unternehmen und deren Produkte bedeutet wenn ein Ex und Ex Ex Vorstand noch genauso viel Geld bekommt wie der Aktuelle. Stell dir das für ein Kleinunternehmen vor.

        • M. meint

          24.09.2026 um 19:21

          Das muss ich persönlich gar nicht wissen, es gibt ja Leute, die es wissen und das ins Internet stellen.
          Solltest du mal versuchen, kann eine tolle Einrichtung sein.

        • Werner Mauss meint

          25.09.2026 um 13:51

          Die KI Befragung hat ergeben dass die durchschnittlichen Arbeitskosten pro Fahrzeug bei VW ca. 3000€ betragen, während die Kosten des Managements und deren Rückstellungen für Abfindungen und Renten bereits bei 1500€ mit steigender Tendenz angekommen sind. Folglich verteuert das Management jedes Fahrzeug schon fast um 50%. Das meine ich mit Wasserkopf, also den Anteil der nicht Produktiven. Wenn du meinst diese Klientel unterstützen zu müssen, die schon während ihrers Daseins, und damit meine ich nicht arbeiten, 100x mehr verdient haben. Wenn du meinst dieses System hat eine Zukunft, dann viel Spaß.

        • M. meint

          26.09.2026 um 16:50

          Frag deine KI doch mal, wie sich „durchschnittliche Arbeitskosten“ bei verschiedenen Modellen und Produktionsländern zusammensetzen.
          So ist das die Zeit nicht wert, in der man es abtippt.

          Dein Ausflug ist Prozentrechnung ist noch lächerlicher.
          Wenn 1.500 Euro etwas um 50% verteuern, hätte es VORHER 3.000 und kostet DANACH 4500.
          (Rechne nach: 3*1,5= 4,5 falls du an irgendwas davon zweifelst). Tipp es aber besser in einen Taschenrechner als eine KI, das wird scheinbar auch nix). Wenn etwas keine Zukunft hat, dann deine Mathekenntnisse.

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