Elektrofahrzeuge nutzen neben der leistungsstarken Fahrbatterie üblicherweise eine klassische 12-Volt-Bordnetzbatterie. Diese übernimmt die Versorgung von Steuergeräten, Beleuchtung, Scheibenwischer und Sicherheitssystemen sowie das Hochfahren des Hochvoltsystems beim Fahrzeugstart. Der chinesische Automobilhersteller Leapmotor plant nun laut dem Handelsblatt, diese separate Batterie abzuschaffen.
Mit der Technik namens „CTC 3.0 High-Low Fusion Battery“, die ab 2027 zum Einsatz kommen soll, sollen die Funktionen der Bordnetzbatterie direkt in den großen Fahrzeugakkupack integriert werden. Bei diesem System nutzen Hoch- und Niedervoltversorgung dieselben Zellen und Module. Zudem sind ein gemeinsames Thermomanagement sowie eine einheitliche Energieverteilung vorgesehen.
Durch den Wegfall der separaten Batterie erhofft sich Leapmotor weniger Bauteile und einen geringeren Wartungsaufwand, da der Austausch einer alternden Bordnetzbatterie entfällt. Laut ADAC gehörten 12-Volt-Batterieprobleme im Jahr 2025 zu den häufigsten Pannenursachen bei elektrischen Autos.
Details zur neuen Technologie sind bislang nicht bekannt. Der Hersteller hat weder konkrete Angaben zu Gewichts- oder Kosteneinsparungen gemacht, noch wie die redundante Versorgung des Bordnetzes bei einem gestörten Hochvoltsystem sichergestellt wird. Leapmotor drängt derzeit verstärkt nach Europa, dazu arbeiten die Chinesen mit dem europäischen 14-Marken-Konzern Stellantis als enger Partner und Teilhaber zusammen.

Horst Feuser meint
Bei den 48Volt Bordnetzen handelt es sich nur um ein „Teilnetz“ für Starkstromverbraucher, i.d.R. hat die Lichtmaschine 48Volt, die als Riemenstartgenerator läuft und eine 48Volt Lion Batterie speist, als „echte“ 48Volt Verbraucher sind elektrische Turbolader, stark untersetzte Motoren der Wankstabilisierung, oder heizbare Frontscheiben zu nennen, der komplette Rest der elektrischen Anlage läuft auf 12Volt und wird über einen DC/DC Wandler versorgt. Es gibt keine Wischermotoren, Fensterheber, Blinker,usw. die mit 48 Volt arbeiten!!
Einzige Ausnahme eventuell der Cybertruck von Tesla, aber da bin ich mir nicht sicher.
M. meint
Stimmt wohl so.
Aber nochmal: HIER geht es gar nicht um 48V, sondern nur darum, auf die Niederspannungs-Batterie zu verzichten, indem man die Bordspannung (12V) direkt aus der HV-Batterie bezieht.
McGybrush meint
Bin gespannt auf die Umsetzung.
Nur ein Teil des HV Akkus auf 12V schalten würde das Balancing des gesamten Akkus verschieben.
Dazu würden die Zellen auf 12V mehr Zyklen haben als der Rest.
Wenn man aber dedezierte Zellen im HV Speicher für 12V hat dann macht es kein Sinn.
Und wenn die kaputt genudelt sind dann wirds teuerer als ne seperate 12V Batterie zu tauschen.
Ich bin als Kfz HV Schrauber gespannt auf die Umsetzung.
Jeff Healey meint
Na-Ion vielleicht?
CATL wird aus „informierten Kreisen“ für eine seiner Natrium-Ion Zellen (CATL hat verschiedene Na-Ion Zelltypen entwickelt für spezifische Anwendungsgebiete) unfassbare 10.000 Vollzyklen nachgesagt. Bis diese neue Art „Starterbatterie“ schlapp macht, ist der Wagen sehr wahrscheinlich vorher zu Humus geworden…😉
THeRacer meint
… solange keine olle Bleibatterie mehr verbaut ist, sondern ein moderner 12V LiFeP-Bordakku, ist schon viel geholfen ☺️…
Besser-BEV-Wisser meint
Berichten zufolge verzögert sich der A4-eTron weiter weil Audi von 12V auf 48V Batterie umstellen will („Vorsprung durch Technik“).
Die Chinesen sind schon 2 Innovationsgenerationen weiter…
eBikerin meint
„weil Audi von 12V auf 48V Batterie“
Bordnetz nicht Batterie.
MainTower meint
Ein 48V Bordnetz an sich ist auch nichts neues, fast alle Mild Hybride nutzen diese Technik seit längerem.
MK meint
@Besser-BEV-Wisser:
Abwarten. Wie hier ja auch steht: Eine Lösung für das Redundanz-Problem beschreibt Leap-Motor nicht. Also: Ankündigen kann man viel. Wann das kommt und ob es dann auch in Europa zulässig ist, sagt Leapmotor nicht.
Aztasu meint
48V ist völlig unnötig. Wie kann man nur diesem Unsinn folgen, dabei macht das Porsche im eigenen Haus seit Jahren anders und Lucid auch und nun kommt Leapmotor mit einer weiteren Idee.
SB meint
Ich lese aus dem Artikel nicht raus, dass Leapmotor das Bordnetz von 12V auf 48V umstellen will. Es ist lediglich die Rede davon, dass das Bordnetz aus der HV-Batterie versorgt werden soll.
MainTower meint
Im Artikel steht lediglich, dass Leapmotor das “ plant“. Weder ist deren Technik bereit, noch gibt es einen Zeitpunkt wann sie eingeführt werden soll.
M. meint
Die wollen auf 48V Bordnetz umstellen, nicht auf 48V Batterie.
Von 48V lese ich hier aber nichts, so von wegen „2 Generationen weiter“.
Jensen meint
Ein sehr interessanter Ansatz, denn eine jeweils einzelne „Störung“ bei 12V- und/oder der Hochvoltbattiere führt ohnehin zu Stillstand. Ausser bei den Werkstätten und den Herstellern von 12V-Batterien dürfte das breite Zustimmung finden.
M. meint
Ist nicht die erste Idee, um die 12V Batterie loszuwerden, auch hier gab es dazu schon Meldumgen. Sobald Bordsysteme auf 48V umgestellt werden, muss man sich hier sowieso Gedanken machen.
Man muss nur sicherstellen, dass das NV-System bei der Abschaltung des HV-Systems weiterläuft. Also, einfach Schalter umlegen ist nicht.
Aztasu meint
Man wird nicht flächendeckend auf 48V umsteigen da unnötig
M. meint
Was heißt „unnötig“?
Einzelne Komponenten profitieren durchaus.
Aber dann hast du 3 Spannungslagen statt 2. Legst doppelt Kabel. Das wird irgendwann auch „unnötig“.
Tesla-Fan meint
64kB RAM sind für einen Computer ausreichend.
MK meint
@Tesla-Fan:
Sie vergleichen hier Äpfel mit Birnen. kB RAM sind eine Leistungseinheit: Was für ein Ergebnis kann ich von der gekauften Technik erwarten? Ein Stromverbrauch aber hat erstmal nichts mit der Leistung zu tun. Ein moderner 50 Zoll Fernseher braucht trotz viermal größeren Bildschirms weniger Strom als ein alter 50 cm Fernseher…und übrigens ein moderner Rechner mit 8 GB RAM meist weniger als als ein alter mit 64 kB RAM.
Also: Ich verstehe, wo Ihr Gedanke herkommt: Mit Sicherheit wird es in Zukunft Technologien und Verbraucher geben, die aktuell keiner auf dem Schirm hat. Dass daraus der Bedarf einer umfangreicheren Stromversorgung entsteht, ist aber nicht gesetzt.
Jörg2 meint
M
Wer ein BEV fährt, würde niemals davon ausgehen, dass beim Abstellen des Autos der große Schalter alles auf Null stellt. Du hast einfach keine Ahnung.
M. meint
Ausgerechnet du reißt hier die Klappe auf. Wovon du „ausgehst“, interessiert wirklich niemanden.
https://www.rutronik.com/de/article/hochvolt-schuetzen-sorgen-fuer-effizienz-und-sicherheit-von-hybrid-und-elektroautos
Ich würde es dir erklären, aber das ist mir gerade auf der Empfängerseite zu blöd.
Stephan Peter meint
Der Vorteil wäre, dünnere Kabel verwenden zu können bei 48V Bordnetz. Und Gewicht einzusparen.