Dacia bereitet laut einem Bericht die Serienversion des elektrischen Hipster (Artikelbild) für 2027 vor. Eine projektnahe Quelle nennt gegenüber Autocar eine Fertigung in China in dem Werk, in dem zuvor die erste Generation des kleinen Batterie-SUV Spring der Konzernmutter Renault gebaut wurde. Für Großbritannien soll ein Preis von rund 9500 Pfund angestrebt werden, umgerechnet rund 11.000 Euro.
Der Hipster wurde 2025 als Konzept eines kleinen elektrischen Stadtfahrzeugs mit vier Sitzen vorgestellt, das unterhalb des neuen Spring positioniert ist. Das Fahrzeug wurde für die EU-Fahrzeugklasse L7e ausgelegt. Konkrete Produktionspläne hat Dacia bislang nicht offiziell bestätigt.
Autocar zufolge soll die Fertigung nach Angaben einer Quelle im Werk in Shiyan erfolgen, dessen Spring-Produktion im Juli endete. Dacia-Manager Frank Marotte erklärte dem Portal, gemeinsam mit Dongfeng und Nissan werde ein Plan vorbereitet, um die Aktivität des Werks zu sichern. Renault wolle den Standort mit einer jährlichen Produktionskapazität von 45.000 Fahrzeugen wegen seiner Produktionskosten und Innovationsmöglichkeiten erhalten.
Interne Quellen zufolge arbeitet das Team in Shiyan auch an Motor, Batterie und Fahrwerk des Hipster. Bauteile des bisherigen Spring sollen möglichst wiederverwendet werden, um die Kosten zu senken. Genannt werden ein auf 15 kW/20 PS begrenzter Antrieb und eine Batteriekapazität von 15 kWh, wobei die endgültige Akkuchemie noch Einfluss auf den Preis haben soll.
Die L7e-Vorgaben begrenzen das Fahrzeuggewicht ohne Batterie auf höchstens 450 Kilogramm und die Höchstgeschwindigkeit auf maximal 90 km/h. Als zentrale Herausforderungen für Dacia werden Gewicht und Fertigungskosten genannt. Kunststoff-Karosserieteile wären laut Designchef David Durand eine mögliche Lösung beim Gewicht, seien jedoch gegenüber Stahlteilen kostspielig.
Die Serienversion soll bis auf wenige Zentimeter die Abmessungen des Konzepts übernehmen: 3,0 Meter Länge, 1,55 Meter Breite und 1,53 Meter Höhe. Stoßfänger, Frontgrill und Lichtsignatur werden nach Informationen von Autocar überarbeitet, während die vorderen Seitenscheiben nun zweigeteilt sind und der untere Bereich nach oben klappt. Am Heck ersetzt eine seitlich angeschlagene Tür die zweiteilige Öffnung des Konzepts.
Die endgültige Version soll dem Bericht zufolge im kommenden Jahr vorgestellt werden. Bereits eingereichte Patentzeichnungen zeigten ein Design, das weitgehend am Konzept von letztem Jahr festhält. Durand habe erklärt, das Projekt befinde sich in Entwicklung und benötige nur noch die endgültige Zustimmung des oberen Managements.

Future meint
Die Entwürfe für diese elektrischen Kleinstwagen signalisieren, dass Mobilität endlich kleiner, billiger und gleichzeitig ressourcenschonender wird. Das ist eine sehr gute Entwicklung für die Zukunft der europäischen Stadt. Für Deutschland bedeutet das hoffentlich, dass die Kleinstwagen endlich dieses jahrzehntealte Image des »Rentnerautos« ablegen.
derJim meint
Mit der Optik wird das wohl hoffentlich passieren :)
M. meint
Davon kann man bestimmt noch eine 6L1 Version ableiten.
8 kW und 8 kWh mit kleinerem Inverter und 1-phasigem OBC machen das Ding auch als Kabinenroller attraktiv und graben den ganzen Blei-Batterie-Dingern das Wasser ab.
Jörg2 meint
Was ist „6L1“? Ich kenne „L1e“ bis „L7e“.
Der 45km/h-Opel-Rocks ist z.B. ein L6e. Er hat NMC Akkus. Neuer Modelle LFP.
M. meint
Ja, die nachträgliche Korrenktur ist hier ein Problem.
derJim meint
Eine zweisitzige L6e Variante ist auch in Planung! Ob es aber auch mehrere Akkugrößen geben soll ist nicht klar, ich vermute eher nicht. Und er wird in jeden Fall mit einphasigem OBC kommen, zu 100%. Sie wollen alles vom Spring wiederverwenden, was möglich ist. Ich hoffe auf volle 3,7 kW oder auch gerne mehr, mal sehen. Leider kann es aber auch sein, dass er mit fixem Schukokabel kommt um sich das Typ2 Inlet sparen zu können. Das würde aber auch heißen maximal 2,5 kW. Mal sehen. Der alte Spring hatte ja auch, je nach Baujahr bis 6,6 kW (ich vermute aber nicht, dass sie das machen werden).
M. meint
Ich kenne den Spring nicht im Detail, aber hatte der nicht auch Batteriemodule?
Dann kann man das vielleicht auch aufteilen, verkleinern – nur so ein Gedanke.
Es wäre jedenfalls eine Möglichkeit, den Preis weiter zu reduzieren.
2,5 kW? Vielleicht eher 2,3? 10A?
Würde doch reichen.
Daniel S meint
Toll. Klein und leicht. Das ist hoffentlich die Zukunft.
derJim meint
Ich dachte schon, die Nachricht kommt gar nicht mehr hier auf ecomento! Das ist doch die erste, ernsthafte Ambition um ein L7e Fahrzeug von einem größeren OEM in Serie zu bringen. Mega, dass er wirklich kommt und der Preis und Akku passen auch zusammen. Nach manchen Medienberichten dachte ich schon, dass man auf 10 kWh oder weniger setzen würde. Das hat sich zum Glück nicht bewahrheitet! Ich bin auf die detaillierten Abweichungen zur Studie gespannt. Die seitlich angeschlagene Hecktür ist zwar etwas unpraktisch, aber ich denke, dass ihm das wohl die meisten Kunden verzeihen werden. Genau so ein Fahrzeug brauchen wir jetzt! Ich werde ihn mir sehr genau anschauen und wahrscheinlich wird das unser Zweitwagenersatz oder auch Drittwagen :D
Kleinelektroautofan meint
Interessantes Konzept!
Thomas Claus meint
Die technischen Daten klingen für mich wie ein schlechter Witz. Für 11k würde ich dann viel eher einen gebrauchten Spring, Twingo, smart oder so kaufen. Vielleicht bietet der Hipster aber auch irgendwelche Vorteile die mir jetzt nicht einfallen.
hu.ms meint
Der unterschied zwischen neu und gebraucht ist die restnutzungszeit und damit der linrare wertverbrauch p.a.
Future meint
Natürlich hat ein neues kleines Leichtfahrzeuge auch einige Vorteile ggü. einem gebrauchten Kleinwagen:
Mit nur 3,00 Metern Länge ist der Hipster rund 70 cm kürzer als beispielsweise ein Dacia Spring und damit ideal für den engen Raum in der Großstadt.
Das geringe Maximalgewicht (450 kg ohne Batterie) sorgt für einen extrem niedrigen Stromverbrauch im Stadtverkehr und damit eine hohe Effizienz.
Der kleine Akku reicht für urbane Distanzen völlig aus und verbessert die ökologische Produktionsbilanz.
Der Hipster als L7e-Leichtfahrzeug ist nicht von Strafzöllen betroffen.
Die Unterhaltskosten sind niedriger als bei einem Spring durch niedrigeren Verschleiß bei Reifen, Bremsen und Fahrwerk durch das sehr geringe Fahrzeuggewicht.
Die Neuwagengarantie für den Hipster schützt vor möglichen versteckten Mängeln bei einem gebrauchten kleinen Elektroauto.
LMdeB meint
Tach Claus,
Du sprichst eh im Konjunktiv. Dann mach mal wie Du denkst … . Wird schon!