Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) verlangt Klarheit über die Rücknahme des sogenannten Verbrenner-Verbots.
„Es gibt seit Langem eine Vereinbarung, das de facto Verkaufsverbot neuer Diesel und Benziner in der EU ab 2035 aufzuheben, damit mehr Zeit für den Umstieg auf E-Mobilität bleibt“, sagte die Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, Tanja Gönner, der Neuen Osnabrücker Zeitung (noz). „Aber der Gesetzentwurf liegt in Brüssel immer noch nicht vor. Die Bundesregierung muss sich bei der EU-Kommission dafür einsetzen, dass das jetzt rasch kommt. Denn die Unternehmen brauchen Stabilität und Verlässlichkeit.“
Die Autoindustrie stecke „im größten Umbruch ihrer Geschichte“, so die BDI-Hauptgeschäftsführerin. Dabei müsse sie unterstützt werden, indem der Staat zum Beispiel den Aufbau einer Ladeinfrastruktur „massiv vorantreibt“ und mehr Flexibilität für die Transformation einräumt. Die Hersteller seien dabei bereit, auch ihre E-Autos hier zu bauen. Die Kosten am Standort Deutschland seien jedoch häufig nicht wettbewerbsfähig.
Dass viele Autohändler inzwischen mehr chinesische BYD als Mercedes verkauften, bezeichnete Gönner als „sehr unerfreulich“ und forderte Gegenmaßnahmen aus Brüssel. „In China sind durch unfaire Wettbewerbsbedingungen Autos gebaut worden, für die es dort keine Nachfrage gibt. Die Autos werden jetzt zu Dumpingpreisen in unseren Markt hineingepresst. Die EU muss dagegenhalten. Wir wollen aber keine komplette Abschottung, wir brauchen zielgenaue Antworten.“

ebiker meint
Der BDI scheint fest davon überzeugt zu sein, dass die Welt nur darauf wartet, dass Deutschland endlich den Verbrenner rettet – so wie man ein Museumsstück vor dem Staubwedel schützt. Während China und die USA E‑Autos in Millionenstückzahlen raushauen, diskutieren wir hier ernsthaft darüber, ob man dem Diesel noch ein paar Jahre Gnadenbrot geben sollte. Klar, warum auch auf globale Nachfrage reagieren, wenn man stattdessen nostalgisch hoffen kann, dass der Verbrenner irgendwann ein Comeback feiert – direkt neben Faxgerät und Röhrenfernseher. Wenn Deutschland wirklich Exportnation bleiben will, wäre es vielleicht hilfreich, nicht gegen den technologischen Wandel anzukämpfen, sondern ihn einfach mal mitzumachen.
mipu meint
Ewiggestrige Pappnasen, die es immer noch nicht verstanden haben, wohin die Reise mit Riesenschritten geht – und sie ist nicht etwas gerade erst gestartet, die ersten Läufer sind schon lange gestartet und teilweise weit voraus.
In der realen Welt: Die Neuzulassungsanteile in D von rein batterieelektrischen Autos haben nach einem Durchschnitt von rund 19 Prozent in 2025 in den ersten acht Monaten 2026 auf gut 26 Prozent zugelegt. Im August waren es bereits gut 32 Prozent. KIA verkauft in D 42% seiner Autos mit eMotor, chinesische Hersteller verkaufen mehr und mehr Autos in D und Europa – und es könnten bereits mehr sein, wenn es nicht logistische Probleme gäbe (Abtransport von Häfen).
Unsere Regierung täte gut daran, nicht auf diese Stimmen der Industrie zu hören und einen zukunftsorientierten Weg einzuschlagen – aber wenn man Merz und Reiche und ihre bisherige Politik sieht … naja, die Mitglieder des BDI haben mit Sicherheit schon für ihren frühzeitigen Ruhestand vorgesorgt, wenn alles andere wegbricht ….
prief meint
….. Denn die Unternehmen brauchen Stabilität und Verlässlichkeit …..
Und deshalb soll eine seit Jahren bestehende Regelung, auf der bisher wohl hoffentlich die Planung basierte, demnächst durch eine andere, deren Details niemand kennt, ersetzt werden?
Justin Case meint
Der Schnarchladen BDI vertritt auch nur noch die Haltung derer, die beim Laufen Spinnweben ansetzen.
Bestandsschutz um jeden Preis ist eben genau keine Marktwirtschaft.