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BDI: Regierung muss in Brüssel die Abkehr vom Verbrenner-Aus sicherstellen

02.10.2026 in Autoindustrie, Politik von Thomas Langenbucher | 20 Kommentare

bmw-x5

Bild: BMW (Symbolbild)

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) verlangt Klarheit über die Rücknahme des sogenannten Verbrenner-Verbots.

„Es gibt seit Langem eine Vereinbarung, das de facto Verkaufsverbot neuer Diesel und Benziner in der EU ab 2035 aufzuheben, damit mehr Zeit für den Umstieg auf E-Mobilität bleibt“, sagte die Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, Tanja Gönner, der Neuen Osnabrücker Zeitung (noz). „Aber der Gesetzentwurf liegt in Brüssel immer noch nicht vor. Die Bundesregierung muss sich bei der EU-Kommission dafür einsetzen, dass das jetzt rasch kommt. Denn die Unternehmen brauchen Stabilität und Verlässlichkeit.“

Die Autoindustrie stecke „im größten Umbruch ihrer Geschichte“, so die BDI-Hauptgeschäftsführerin. Dabei müsse sie unterstützt werden, indem der Staat zum Beispiel den Aufbau einer Ladeinfrastruktur „massiv vorantreibt“ und mehr Flexibilität für die Transformation einräumt. Die Hersteller seien dabei bereit, auch ihre E-Autos hier zu bauen. Die Kosten am Standort Deutschland seien jedoch häufig nicht wettbewerbsfähig.

Dass viele Autohändler inzwischen mehr chinesische BYD als Mercedes verkauften, bezeichnete Gönner als „sehr unerfreulich“ und forderte Gegenmaßnahmen aus Brüssel. „In China sind durch unfaire Wettbewerbsbedingungen Autos gebaut worden, für die es dort keine Nachfrage gibt. Die Autos werden jetzt zu Dumpingpreisen in unseren Markt hineingepresst. Die EU muss dagegenhalten. Wir wollen aber keine komplette Abschottung, wir brauchen zielgenaue Antworten.“

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Via: NOZ
Tags: EU, Förderung, Verbrenner-VerbotAntrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. South meint

    04.10.2026 um 18:50

    Naja, sogar die Argumente des BDI sind mittlerweile museumsreif. Kein Wort zu dem Themen, wie Krisen den zu starken Ölpreisanstiegen führten und zu der offenen Ausnutzung von Marktmacht der Ölindustrie, oder ob die paar Prozente Verbrenner den Herstellern überhaupt noch was bringen. In Kürze. Der Markt dreht sich gerade.
    Man sollte sich nicht täuschen lassen, neben den Herstellern, den Zulieferern läuten auch bei der Ölindustrie alle Alarmglocken, die PR Abteilungen laufen auf Hochtouren und das Wohl des Planeten oder der Bevölkerung interessiert diese Unternehmer nicht die Bohne.
    Mal kleiner Funfact. Die alte Ölindustrie versucht gerade über die Carbon Capture Storage, den Ölzyklus wieder Salonfähig zu machen, reines Greenwashing, um möglichst noch Lange Öl verkaufen zu können. Die Autohersteller träumen immer noch von eFuels, um auch deren lukratives Geschäft solange wie möglich am Leben zu erhalten.
    Natürlich ist der Hauptzweck der Profit, aber der darf eben nicht zulasten der Gesellschaft gehen und dass sollte man dem BDI mal in Erinnerung rufen…

    Antworten
  2. Peter Dieterich meint

    03.10.2026 um 09:24

    Danke an alle Kommentatoren ich unterschreibe zu 100% und ergänze: von China lernen und nicht über China schimpfen. Sie haben vor über 10 Jahren einen klaren Plan erarbeitet Solar Batterien E Auto etc und bleiben konsequent dabei und sind deshalb auch erfolgreich und unsere Pappnasen in Deutschland und Brüssel lobbyieren mit den Rechten AFD und noch weiter rechts Frau Gönner sollte sich schämen zusammen mit Ihrem konservativen Kader Peter aus Bw

    Antworten
  3. Jensen meint

    02.10.2026 um 20:40

    „Es gibt seit Langem eine Vereinbarung, das de facto Verkaufsverbot neuer Diesel und Benziner in der EU ab 2035 aufzuheben, damit mehr Zeit für den Umstieg auf E-Mobilität bleibt“…
    Die Redaktion könnte ja mal bei Frau Gönner nachfragen, wer genau wann und welche Vereinbarung im Detail getroffen hat. In der Fachliteratur findet sich dazu nämlich nichts.
    Allgemein entlarven sich die Positionen von Frau Gönner schnell als reines Lobbyistengeschwätz.

    Antworten
  4. Future meint

    02.10.2026 um 19:44

    Die Autoindustrie sucht nach neuen Berichten sogar die Nähe zur AfD und der anderen Parteien vom ganz rechten Rand in Europa, um weiter ungehindert Verbrenner verkaufen zu können. Sehr empfehlenswert ist dazu der aktuelle Bericht auf SPON: »Die Autoindustrie sucht die Nähe zur extremen Rechten« Die Industrie stellt sich eben schnell auf die neuen rechtsaußenpolitischen Gegebenheiten ein und nutzt sie für sich. Das sollten sich auch die sogenannten »Moralisten« im Land gut merken. In diesem Jahr könnten die chinesischen Hersteller dann schon einen Marktanteil von 20 Prozent haben, sagen die ersten Analysten in diesem Zusammenhang. Das soll auch mit Elektroautos zu tun haben.

    Antworten
    • M. meint

      04.10.2026 um 13:01

      „Die Autoindustrie sucht nach neuen Berichten sogar die Nähe zur AfD“
      Das sind doch keine neuen Berichte.
      https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/nur-die-afd-kann-deutschland-retten-musk-greift-in-den-wahlkampf-ein/100095973.html
      https://www.spiegel.de/ausland/grossbritannien-regierung-ruegt-elon-musk-fuer-aussagen-auf-demo-von-tommy-robinson-a-fcef30da-fc4a-48ce-a196-4d326fff0362

      Antworten
  5. Steffen meint

    02.10.2026 um 17:34

    Bei dieser Lobbyistin rollen sich mir regelmäßig die Zehennägel auf. Letztens hat sie wieder viel Mist in der gerade gelaufenen Stuttgart 21-Doku im Fernsehen von sich gegeben. Dabei hat sie mehr als unglücklich agiert damals und ist unfähig ihren Anteil an Missmanagement etc. einzugestehen. Dasselbe nun hier, die Autohersteller haben natürlich eine weiße Weste, nie nichts falsch gemacht…

    Antworten
  6. Future meint

    02.10.2026 um 16:07

    Mit der Autoindustrie geht dann halt auch der BDI.
    Ohne die Industrie, braucht man ja auch die Lobbyisten nicht mehr.
    Ade, BDI.

    Antworten
  7. Halber Akku meint

    02.10.2026 um 13:11

    Der BDI sollte sich mit seinem Verbrenner Lobbyismus auf Oldtimer konzentrieren. Das ist die einzige Art von Verbrennerfahrzeugen, die mittelfristig noch für Umsätze in Werkstätten oder bei der Ersatzteilfertigung eine Zukunft hat. Zumindest wird es 2035 mehr Fahrzeuge mit H-Kennzeichen geben als solche, die mit E-Fuels herumfahren.

    Antworten
  8. Futureman meint

    02.10.2026 um 10:58

    Sie beschweren sich, dass BYD mehr (E-)Autos verkauft als Mercedes (weil eben die Nachfrage nach solchen Fahrzeugen erheblich ist) und wollen gleichzeitig eine langsamere Einführung? Da erkennt man die eigentlichen Probleme.
    Aber darüber hinaus ist der geplante Ausstieg aus dem Verbrennerausstieg nur ein Vorschlag der deutschen Regierung. Ob den Vorschlag Länder mit wesentlich höheren E-Auto-Anteil als Deutschland da überhaupt ansatzweise mitgehen, darf bezweifelt werden.

    Antworten
    • Future meint

      02.10.2026 um 20:03

      Im Europäischen Parlament ist davon auszugehen, dass rechte und ganz rechte Parteien gemeinsam gegen die Elektroautos abstimmen. Da ist man sich wohl sehr einig, wenn die Berichte dazu stimmen.
      Der BDI wird in ein paar Jahren möglicherweise ganz »überrascht« davon sein, wenn immer mehr Neuwagen Elektroautos sind. In Kopenhagen sind es jetzt bereits 80 Prozent der Neuzulassungen. Was passiert in Deutschland, wenn Kopenhagen überall ist? Wird der BDI dann den verträumten Politkern eine Förderung der Verbrenner vorschlagen oder ist die Autoindustrie dann eh schon unbedeutend.

      Antworten
  9. MrBlueEyes meint

    02.10.2026 um 10:55

    Der Artikel bzw. das Geblubber vom BDI ist völlig widersprüchlich und kontraproduktiv.

    Wenn man den Herstellern eben keine zeitlichen Grenzen setzen würde, würde die Transformation ja nie stattfinden und mit vollem Einsatz angegangen werden… was für ein hohles Gerede… und vor allem einfach gefährlich, weil dadurch Innovationsdruck weggenommen würde, wo wir doch aber genau das Gegenteil brauchen… 100% Fokus auf die Elektro-Entwicklung… meine Güte… was für ein rückständiger Verein…

    Es gilt immer das Motto:
    „Man hat solange ein Motivationsproblem, bis man ein Zeitproblem hat.“ 😅

    Und genau dafür sind Fristen sinnvoll… sonst kommt unsere Autoindustrie nie in die Puschen, oder zumindest nur mit verminderter Innovationskraft, was auch schädlich ist…

    Wer erklärt es dem BDI?

    jm2c

    Antworten
  10. Peter meint

    02.10.2026 um 10:31

    Mal sehen, wie sie reden, wenn die USA den Dieselexport reduzieren und der Literpreis über 3€ ballert. Die ganzen Haushalte unter dem Einkommensmedian mit gebrauchten Kleinwagen sind dann extrem gekniffen.

    Antworten
  11. Daniel S meint

    02.10.2026 um 10:08

    So viele falsche Aussagen und Verschwörunhstheorien in so wenig Verlautbarung des BDI hat man wohl noch selten gelesen. Es gibt genug Ladeinfrastrzktur in De. Der Ausbau kommt gut voran. Und China unterstüzt die Hersteller, wir die Käufer. Aber es ist immer gut wenn andere am eigenen Versagen Schuld sind.

    Antworten
  12. banquo meint

    02.10.2026 um 09:36

    Die EU sollte auf jeden Fall an dem Verbot des Verkaufs von Benziner-, Diesel-, Erdgasfahrzeuge ab 2035 festhalten um die Verschärfung der Ausmaße die die Klimaveränderung mit sich bringt zu verhindern. Unternehmen hatten bisher bereits über 30 Jahre seit der ersten Klimakonferenz Zeit eine Anpassung umzusetzen. Unternehmen die bereits eine Transformation durchgeführt haben werden durch eine von der BDI geforderten versteckten Rückabwicklung in der Existenz bedroht.

    Antworten
  13. ebiker meint

    02.10.2026 um 09:22

    Der BDI scheint fest davon überzeugt zu sein, dass die Welt nur darauf wartet, dass Deutschland endlich den Verbrenner rettet – so wie man ein Museumsstück vor dem Staubwedel schützt. Während China und die USA E‑Autos in Millionenstückzahlen raushauen, diskutieren wir hier ernsthaft darüber, ob man dem Diesel noch ein paar Jahre Gnadenbrot geben sollte. Klar, warum auch auf globale Nachfrage reagieren, wenn man stattdessen nostalgisch hoffen kann, dass der Verbrenner irgendwann ein Comeback feiert – direkt neben Faxgerät und Röhrenfernseher. Wenn Deutschland wirklich Exportnation bleiben will, wäre es vielleicht hilfreich, nicht gegen den technologischen Wandel anzukämpfen, sondern ihn einfach mal mitzumachen.

    Antworten
    • Jeff Healey meint

      02.10.2026 um 12:00

      Hundert Prozent 💯!!!

      Antworten
  14. mipu meint

    02.10.2026 um 09:20

    Ewiggestrige Pappnasen, die es immer noch nicht verstanden haben, wohin die Reise mit Riesenschritten geht – und sie ist nicht etwas gerade erst gestartet, die ersten Läufer sind schon lange gestartet und teilweise weit voraus.
    In der realen Welt: Die Neuzulassungsanteile in D von rein batterieelektrischen Autos haben nach einem Durchschnitt von rund 19 Prozent in 2025 in den ersten acht Monaten 2026 auf gut 26 Prozent zugelegt. Im August waren es bereits gut 32 Prozent. KIA verkauft in D 42% seiner Autos mit eMotor, chinesische Hersteller verkaufen mehr und mehr Autos in D und Europa – und es könnten bereits mehr sein, wenn es nicht logistische Probleme gäbe (Abtransport von Häfen).

    Unsere Regierung täte gut daran, nicht auf diese Stimmen der Industrie zu hören und einen zukunftsorientierten Weg einzuschlagen – aber wenn man Merz und Reiche und ihre bisherige Politik sieht … naja, die Mitglieder des BDI haben mit Sicherheit schon für ihren frühzeitigen Ruhestand vorgesorgt, wenn alles andere wegbricht ….

    Antworten
  15. prief meint

    02.10.2026 um 09:14

    ….. Denn die Unternehmen brauchen Stabilität und Verlässlichkeit …..
    Und deshalb soll eine seit Jahren bestehende Regelung, auf der bisher wohl hoffentlich die Planung basierte, demnächst durch eine andere, deren Details niemand kennt, ersetzt werden?

    Antworten
    • derJim meint

      02.10.2026 um 12:00

      Exakt, eine Änderung führt eben zu erneuter Unsicherheit. Aber einige haben halt gehofft mit Lobbydruck bekommt man das schon schnell wieder weg.

      Antworten
  16. Justin Case meint

    02.10.2026 um 09:12

    Der Schnarchladen BDI vertritt auch nur noch die Haltung derer, die beim Laufen Spinnweben ansetzen.
    Bestandsschutz um jeden Preis ist eben genau keine Marktwirtschaft.

    Antworten

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