Der japanische Automobilhersteller Nissan und Stena Recycling haben eine strategische Partnerschaft für Norwegen geschlossen. Ziel ist es, ausgediente Akkus von Elektrofahrzeugen wie dem Nissan Leaf in stationären Energiespeichern weiterzuverwenden. In Norwegen sind derzeit über 80.000 Leaf unterwegs, was ein großes Potenzial für diese Initiative bietet.
Stena Recycling erhält durch die Vereinbarung kontinuierlichen Zugang zu gebrauchten Batterien, was man als entscheidenden Vorteil angesichts des zunehmenden Wettbewerbs um Ressourcen sieht. Die Batterien stammen aus Fahrzeugen, die altersbedingt stillgelegt oder als Totalschaden eingestuft wurden, die Akkus selbst können aber noch mehrere Jahre weiter genutzt werden.
Im Zentrum der Partnerschaft steht nicht das sofortige Recycling der Batterien, sondern deren Wiederverwendung. In einer neuen Anlage in Ausenfjellet bei Oslo wird jede Batterie geprüft, ob sie für eine Zweitverwendung geeignet ist oder recycelt werden muss. Ziel ist es den Angaben nach, einen erheblichen Anteil der Komponenten in Fahrzeugen oder stationären Speichern für 10 bis 15 Jahre weiterzuverwenden.
Jon Emil Furuseth von Stena Recycling betont, dass die Weiternutzung wirtschaftlich mehr Wertschöpfung ermöglicht als das reine Recycling. Dennoch ist noch unklar, ob dieser Ansatz bereits wirtschaftlich tragfähig ist. Beide Partner wollen ihre Expertise einbringen, um die Kommerzialisierung dieses Prozesses zu erforschen.
Stena Recycling ist im Bereich der Batterie-Weiternutzung bereits breit aufgestellt. Mit der Tochtergesellschaft Batteryloop werden gebrauchte Fahrzeugbatterien, unter anderem von Mercedes-Benz, für neue Einsatzzwecke aufbereitet. Zudem produziert das Unternehmen aus defekten Batterien und Produktionsabfällen sogenannte Schwarze Masse, die unter anderem an BASF geliefert wird.
Alan Low von Nissan betont, dass Nissan seit 2011 mit der Einführung des Leaf umfassende Erfahrung im Bereich Elektroautos gesammelt habe und nun eine führende Rolle im nachhaltigen Umgang mit gebrauchten Batterien übernehmen wolle. Die Partnerschaft soll helfen, Second-Life-Produkte zu etablieren und gleichzeitig Nissans Klimaneutralitätsziele bis 2050 zu unterstützen.


Monica meint
In Norwegen sind derzeit über 80.000 Leaf unterwegs, was ein großes Potenzial für diese Initiative bietet.
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haha, die gehen also davon aus, das sie alle 80T Akkus bekommen. Was für ne Meldung. Ich lieg unterm Tisch vor lachen.
Andere Hersteller verkleben die Akkus mittlerweilen zusammen mit dem Auto, da ist nix mit secound life… zu was auch, wenn die akkus 1 bis 2 Mio. KM halten?
Florida meint
Gerade dann, wenn wie Batterien länger halten als ein Auto oder zwei hintereinander, dann lohnt sich eine 2nd life Verwendung doch.
Die Anzahl der Autos, in die die Batterie als Ersatzteil passt, nimmt mit der Zeit ab.
Mike meint
Cool. Noch besser wäre es, wenn der alte Leaf eine modernere, besser haltbarere Batterie vom Hersteller bekäme (für einen realistischen Preis, versteht sich).