Mitte Dezember 2025 veröffentlichte die Europäische Kommission einen Vorschlag zur Überarbeitung der CO2-Emissionsvorschriften für Autos und damit Pläne zur Abkehr vom sogenannten Verbrenner-Aus. Die Umweltorganisation Transport & Environment (T&E) hat die Auswirkungen dieses Vorschlags auf den Verkauf von rein batterieelektrischen Fahrzeugen (BEVs) und CO2-Emissionen analysiert.
Ein zentrales Element des Vorschlags ist die Abschwächung des CO2-Reduktionsziels für 2035 von 100 auf 90 Prozent. Diese Anpassung könnte den Anteil an BEVs um 15 Prozent verringern, von 100 auf 85 Prozent, so T&E. Der Rest wären demnach Plug-in-Hybridfahrzeuge und klassische Verbrenner. Die tatsächliche BEV-Verkaufsquote könnte je nach der gewählten Strategie beim Antriebsmix zwischen 50 und 95 Prozent schwanken, erklären die Studienautoren.
Im Hinblick auf das Zieljahr 2030 sieht der Vorschlag vor, das Ziel durch eine Dreijahresdurchschnittsberechnung (2030-2032) zu mindern, wobei „Super-Credits“ für kleine, in Europa produzierte BEVs vergeben werden. Dies würde der Analyse zufolge zu einer Verringerung des BEV-Anteils im Jahr 2030 von 57 auf 47 Prozent führen, was einer Reduktion von 10 Prozentpunkten entspricht.
Darüber hinaus wird geschätzt, dass aufgrund dieses Vorschlags zwischen 2025 und 2050 etwa 720 Millionen Tonnen CO2 (MtCO₂e) zusätzlich emittiert werden, was einem Anstieg von 10 Prozent im Vergleich zum derzeitigen regulatorischen Szenario entsprechen würde.
Die CO2-Emissionen sollen nach Vorstellung der EU-Kommission nach dem Jahr 2035 anderswo im Verkehrssektor ausgeglichen werden. T&E kritisiert, dass die Politik dafür den Anteil an Biokraftstoffen an Tankstellen in der EU berücksichtigen will. Die Umweltorganisation fordert, stattdessen verstärkt den Anteil an in der EU produziertem grünen Stahl einzurechnen.
Die Vorschläge der EU-Kommission sind noch nicht beschlossen, zuerst müssen das Europaparlament und der Rat der 27 EU-Länder darüber verhandeln. Durch die Verlangsamung der Elektrifizierung besteht laut T&E die Gefahr, dass regulatorische Flexibilitäten die Bezahlbarkeit verschlechtern, den Energiebedarf und die Abhängigkeit von Kraftstoffimporten erhöhen und die industrielle Wettbewerbsfähigkeit Europas in einer Zeit untergraben, in der sich der globale Wettbewerb im Bereich sauberer Technologien verschärft.

Justin Case meint
Faktisch hat die Politik den Ausstieg aus dem Klimaschutz und die Kapitulation vor dem Fossillobbyismus beschlossen. Die Zielaufweichung von 100% Reduktion auf 90% Reduktion bedeutet in der Realität ein Reduktionsziel um nur wenige Prozent, da Plug-in-Hybride absichtlich mit Normwerten bewertet werden, die in der Realität gar nichts wert sind.
Ein Skandal.
R2D2 meint
Das ist doch Quatsch. Wir sind aktuell locker flockig bei 600 bis 800 KM WLTP angekommen, zu Preisen wo man wirklich nicht mehr meckern kann – teils pari mit dem üblichen Verbrennermodell wenn man es vergleichen wollte. Und bis in 10 Jahren sieht die Technik nochmal ein ganzes Stück besser aus. Keine Ahnung was dieses mantra mässige Geheule ständig soll. Die Technik wird sich durchsetzen. Und wenn dann immer noch paar Leute Verbrenner kaufen, ist das eben so. Wen soll das jucken? Technisch ist es auch nicht sooo irre für die Hersteller, zwei Antriebe parallel anzubieten.
ap500 meint
@R2D2 Pari mit Verbrenner? Das wäre erst mit einem 120-150er Akku fast möglich.
Du hast aber recht
— die Technik wird sich durchsetzen – aber erst in der Zukunft wenn die Eautos bezahlbar und brauchbar sind.
Justin Case meint
„Eautos“ sind nicht brauchbar?
Das ist Ignoranz aus der Windelträgerfraktion (wie schafft man denn sonst 1000 km ohne Pause?). Aus eigener Erfahrung (bisher 3 Skiurlaube bei ~ 850 km Entfernung + Sommerreisen über 1000km) kann ich sagen: Das bischen Zeit, dass ich über notwendige Pausen hinaus mit Laden auf Fernreisen verbracht habe, habe ich über den Rest des Jahres mehrfach reingeholt, da ich nie zur Tankstelle muss.
R2D2 meint
Wenn im Display nach dem tanken 850 KM steht, bedeutet das nicht, das man dann auch 850 KM fahren MUSS, sondern für 850 KM seine Ruhe hat und sich hinsichtlich div. Fahrten um nichts weiter kümmern muss.
Deine Kommentar und deine seiten Bemerkung ist einfach nur lächerlich und unsozial.
South meint
Völliger Bl öds inn wieder von Mike Brüller Müller …. so ein Auto wäre uferlos schwer und teuer… und irgendwo muss der Accu auch Platz haben, also auch groß. Und das auch völlig unnötig, weil man mittlerweile in 20 Minuten laden kann….
Mal davon abgesehen ist der Anteil der BEV bei 20%, also schon größer als beim Diesel und mit PHEV ist schon jedes dritte Auto ein Auto mit primären E Antrieb. Was ein Unsinn, dass sich die Autos durchsetzen werden… sie verdrängen ja HEUTE schon die Verbrenner und das in einem Tempo, dass der Markt seit hundert Jahren nicht gesehen hat…
Wasco meint
Die BEV Zulassungen im Dezemeber 25 waren Rekordverdächtig.
28% BEV Anteil und 327k Einheiten.
Auch Chinesen wie BYD Seagull (5,7k), BYD Sealion 07 (5,2k), Leapmotor T03 (3,8k) ud Xpeng G6 (3k) waren dabei.
Renault konnte ebenfalls positiv überraschen mit gut 12k R5, 5k Scenic EV, 4k Spring und 3k R4.
Wasco meint
Bezieht sich auf Europa.
Gunnar meint
Kannst du mir die Quelle der 28% nennen?
Laut ACEA war es folgender BEV-Anteil im Dezember:
EU: 22,6%
EU + EFTA + UK: 26,3%
Für alle europäischen Länder können die von dir genannten 28% nicht stimmen, da die Länder, die nicht zu EU, EFTA, UK gehören, diejenigen mit deutlich geringeren BEV-Quoten sind wie z.B. Serbien, Bosnien, Ukraine, Moldau, Albanien, Montenegro, Nordmazedonien, Kosovo, Russland, Belarus, Türkei.
Wasco meint
Cleantechnica, Jose Pontes.
Gunnar meint
Da vertraue ich lieber der ACEA, anstatt einem freien Jorunalisten, der sich alles alleine zusammen suchen muss, was deutlich fehleranfälliger ist.
Die 28% stimmen nicht.
F. K. Fast meint
Aber genau das ist ja das Ziel der Fossilindustrie! Sie wollen weiterhin Sprit verkaufen. Mit BEV geht das halt nicht mehr.
ap500 meint
@F. K. Fast richtig so ist die Sichtweise der Industrie.
Was der Bürger denkt spielt KEINE Rolle.
Matthias meint
Es ist das Ziel des Faulenzers seine Gewohnheiten beizubehalten, auch wenn es die Unterstützung der „Fossilindustrie“ ist die in Deutschland so gut wie kein Erdöl und Erdgas findet, dafür einkauft aus allerlei vielfältigen Ländern von Venezuela über Nigeria, Libyen, Norwegen, Saudi-Arabien, Iran, Russland bis USA mit Kanada.
ap500 meint
Das Ziel der Industrie ist doch weniger Eautos (mit Akkus aus China) zu verkaufen um „noch“ maximale Gewinne für die einheimische Autoindustrie einzufahren.