Volkswagens spanische Tochter Seat baut das Elektro-SUV Tavascan der Marke Cupra in einem chinesischen Konzern-Werk. Dadurch werden seit Ende 2024 beim Import in die EU Zölle in Höhe von bis zu 35,3 Prozent fällig. Nun einigte sich der Volkswagen-Konzern mit Brüssel auf eine Ausnahmeregelung.
Die EU-Kommission kommt Europas größtem Autohersteller bei den Einfuhrzöllen auf elektrische Pkw aus der Volksrepublik entgegen. Das im Volkswagen-Werk im chinesischen Anhui produzierte Cupra-Modell Tavascan wird künftig von den Zöllen ausgenommen. Das geht aus einer Entscheidung der Kommission hervorgeht, die jetzt veröffentlicht wurde.
Die Kommission einigte sich dafür mit Seat unter anderem auf einen Mindestimportpreis und Höchstimportmengen für das E-Auto. Ein Seat-Sprecher erklärte laut Ntv, das Unternehmen begrüße es, dass die Kommission die Vorschläge von Seat und der zugehörigen Marke Cupra angenommen habe. Der Tavascan sei ein europäisches Projekt, das in Europa entwickelt worden sei und in China in einem mehrheitlich Volkswagen gehörenden Werk gebaut werde.
Der deutsche Autokonzern verhandelt seit Längerem mit der EU-Kommission über Zölle. Bislang musste Volkswagen Zölle von 20,7 Prozent für den Tavascan zahlen, zusätzlich zum allgemeinen Importzoll von zehn Prozent auf alle ausländischen Fahrzeuge. Die zusätzlichen Strafzölle wurden von der EU eingeführt, weil sie der chinesischen Regierung eine unfair hohe Subvention ihrer nach Europa drängenden Elektroautobauer vorwirft. Die dagegen gerichtete Maßnahme hat auch ausländische Unternehmen wie Seat getroffen, die in China E-Autos fertigen.
Im Januar hatte die Kommission ihre Vorschläge zu Mindestpreisen vorgelegt, mit denen die Auswirkungen von chinesischen Subventionen ausgeglichen werden sollen. Zudem sollen so Anreize geschaffen werden, dass die Zölle nicht durch den Import etwa von Hybridfahrzeugen umgangen werden.

Mary Schmitt meint
Guter Wagen, der Tavascan. Sportliche Optik, bewährte Technik des Marktführers. Völlig zurecht vom Zoll befreit. Chinesische Methoden im Sinne von Toleranz gegenüber Gewerkschaften sieht man heute mal wieder in Grünheide.
Werner Mauss meint
Die Einen kaufen patriotisch zum überhöhten Preis, die anderen bestellen das Original lieber gleich bei Temu.
M. meint
Ich würde keinem normalen Menschen glauben, dass er ein Auto auf Temu bestellt – Infaulenzern wie dir aber schon.
Und das, was da kommt, das hast du dir auch verdient. ;-)
https://www.computerbase.de/news/wirtschaft/blutzuckermessung-simuliert-bundesnetzagentur-zieht-smartwatches-aus-dem-verkehr.96048/
(nur mal ein Beispiel)
brainDotExe meint
Ich habe noch keinen originalen Tavascan bei Temu gesehen.
Abseits davon, dass ich Ali Express/Alibaba bevorzuge.
Ossisailor meint
Es ist unglaublich, wie schnell hier von Korruption die Rede ist. Dabei wird hier von den meisten übersehen (wenn sie den Artikel denn überhaupt gelesen haben), dass der Tavascan der erste ist, der unter die neue Regel für Chinaimporte fällt, nämlich der Festlegung eines Mindest-Importpreises, auf den man sich geeinigt hat.
Diese neue Regel wird für alle greifen.
Lesen bildet.
Werner Mauss meint
Niemand hat was übersehen, manche wollen es einfach nicht wahrhaben. Korruption ist heute das Hauptgeschättsmodell der meisten Firmen.
Franky meint
Dann warten wir doch mal ab, wie sich das auf kommende Modelle z.B. von BYD oder MG auswirkt.
Die EU hat nun mal den Ruf eines korrupten Bürokratie-Mollochs, auch wenn die beteiligten das euphemistisch Lobbyismus nennen.
Uwe meint
Leute … unterstützt deutsche Arbeitsplätze ( vielleicht auch eure?), und kauft Autos „Made in Germany“!
… zb aus Grünheide … :D
… und nicht wie:
VW überrascht mit sechs Milliarden Euro: Bonus gesichert | Politik | BILD.de https://share.google/rH9Rin8Co6yMZMxOv
Den Bonus gibt es aber NUR für den Vorstand! … das „Volk“ bekommt nix …
… mal gespannt, wie lange es dauert, bis „uns Mariesche“ sachlich antwortet :D
Future meint
Ein BMW aus dem hochmodernen effizienten Werk in Ungarn ist ja auch kein »deutsches« Auto mehr. Das liegt auch daran, dass Grünheide eben das letzte neue große Automobilwerk in Deutschland geworden ist. Die moderne Trinity Fabrik hat der Betriebsrat von VW ja auch erfolgreich verhindert, weil die mit weniger Personal ausgekommen wäre.
brainDotExe meint
Nur weil ein Auto nicht in Deutschland gebaut wird, heißt das ja nicht automatisch, dass es kein deutsches Auto ist.
Es kommt doch hauptsächlich darauf an wo das Auto entwickelt wurde und wo die Marke beheimatet ist.
Lataffa meint
Richtig. Hauptsache aus Europa. Als begeisterter und überzeugter Europäer freut es mich natürlich ganz besonders wenn neue Werke hier entstehen und nicht in China.
Mary Schmitt meint
VW macht nur, was erlaubt ist. Wenn da 6 Milliarden bei herauskommen, dann ist da eben auch entsprechend Potenzial. Bei Konkurrent Stellantis war das nicht möglich, da musste man 22 Milliarden abschreiben. Bei der Buchführung ist Tesla garantiert „kreativer“, aber solange die Rechnungen noch bezahlt werden, gibt es keine Handhabe deren halbseidene Abschlüsse zu prüfen. Bei VW wird dagegen alles doppelt und dreifach geprüft. Aber klar ärgert dich, dass VW 4,7% Rendite an seine Aktionäre auszahlt während man bei Tesla nichts bekommt.
Soeri# ch meint
Deutsche Arbeitsplätze schon in Grünheide bei Tesla. Aber dass Geld geht in die USA zu Hr. Musk. Und dass geht schon gar nicht!
Er hat dafür alles getan , dass es jetzt so ist.
Andi EE meint
Das meiste Steuergeld geht selbstverständlich an den Deutschen Staat durch das versteuern der Löhne der Arbeiter aus Grünheide. Und wenn man noch alle Zulieferer und das Gewerbe mit einrechnet, dann kann man sicher nochmals verdoppeln.
Und Mehrwertsteuer gibt es auch noch durch die verkauften Fahrzeuge in DE, aber das ist ja 50x weniger als in China. 😄 Das ist definitiv so gut wie nichts.
Daniel S meint
Die EU macht sich damit unglaubwürdig. Ein Trauerspiel.
FahrradSchieber meint
Wieso? Genau diese Mindestpreis-Regelung wurde doch im Januar verabschiedet.
Future meint
Was sagen denn die großen Kanzleien so zu solchen »Deals« für einzelne Modellen? Es könnte ja sein, dass einige andere gern ähnliche Vorteile hätten.
eBikerin meint
„Es könnte ja sein, dass einige andere gern ähnliche Vorteile hätten.“
Dann müssen die eben auch mit der EU verhandeln. Solange die es nicht tun, sagen die Kanzleien gar nichts.
Future meint
Bestes Beispiel ist VW. Die verhandeln ja selber mit Trump über geringere Zölle. Die wollen ihm das neue Audi-Werk sonst nicht hinstellen in Amerika. Allerdings habe ich seit Monaten nichts mehr dazu gehört.
Lataffa meint
Hat dich der Audi Vorstand nicht informiert? Vielleicht steht ja was darüber bei SPON.
brainDotExe meint
„Es könnte ja sein, dass einige andere gern ähnliche Vorteile hätten“
Es hindert sie niemand daran es VW/Seat gleich zu tun.
Entwicklung für die gewünschten Modelle komplett nach Europa verlagern, Gewinne hier versteuern und für Beschäftigung sorgen.
Dann ist die EU bestimmt zu einem Deal bereit.
Lataffa meint
Es wird immer welche geben die lieber nach dem Anwalt schreien, anstatt selber den Poppes hochzubekommen und es besser zu machen.
Future meint
Ich frage mich halt, ob es juristisch den Regeln der Welthandelsverträge der WTO entspricht, wenn das Modell eines heimischen Herstellers bevorzugt wird, obwohl es im Ausland unter ähnlichen besonders günstigen Bedingungen gebaut wurde. Die Produktion wurde ja aufgrund der sehr hohen Kostenvorteile nach Asien verlagert. Keiner hatte mit den Zöllen gerechnet.
Lataffa meint
Warum fragt man sich sowas überhaupt?
Vielleicht hilft ja dein Steuerberater weiter, der soll ja laut dir ganz besonders schlau sein.
Simon meint
Die sollen die Autos in Europa bauen, wir subventionieren VW eh schon massiv. Wenns in Deutschland zu teuer ist dann halt in Rumänien. Man lässt sich schon wieder weichklopfen.
M. meint
Sehe ich auch so.
Gunnar meint
Dann bitte auch den Endkundenpreis um 20,7% reduzieren, damit die Ersparnis auch beim Kunden ankommt und nicht nur bei den VW-Bossen.
Mäx meint
Cupra hat mal gesagt, dass die Zölle aktuell aus eigener Tasche bezahlt werden.
Ob das stimmt und ob das in voller Höhe passiert…keine Ahnung.
Aber laut apl gibt es aktuell 30%(!) Rabatt…so abwegig ist der Preis für einen Tavascan dann nicht.
Vielleicht wurde da die Entscheidung schon eingepreist, weil die Auslieferung ja erst in ein paar Monaten stattfindet.
Gunnar meint
Die 30% sind aber nicht durch die Produktion in China begründet.
Bei APL haben aktuell alle Cupra-Modelle, auch die Verbrenner mehr als 30% Rabatt.
Mäx meint
Naja gut, dass Verbrenner mehr Rabatt haben als BEV würde ich erstmal als nachvollziehbar abstempeln.
Was ich damit sagen wollte ist, dass ich nicht weiß ob die Rabatte ähnlich hoch waren bevor man diese Entwicklung absehen konnte.
Will heißen: Mitte 2025 waren es 10% Rabatt, dann hat die EU Cupra signalisiert, dass man Anfang 2026 über eine Änderung der Zoll Regel nachdenkt und daraufhin hat man den Rabatt hochgesetzt.
Leon meint
Die ganze Idee der MINDESTpreis-Regel ist, doch, dass das nicht passiert.
M. meint
Nicht gut. Das sendet den Autobauern ein falsches Signal: ihr könnt ruhig in China bauen, wir reden dann darüber.
Ich weiß zwar nicht, in welchem Umfang die Subventionsregeln hier angewandt werden können, aber VW profitiert in jedem Fall von dem Produktionsbedingungen dort.
Und der Preis – der war ja wohl umstrittig auf WOB-Niveau. Fällt der jetzt auch um 20%?
ID.alist meint
Den Preis hat CUPRA mit den 20% Zölle ja nicht um 20% erhöht, von daher können die jetzt nicht um 20% reduzieren.
M. meint
Nee.
Die hatten immer WOB-Preise, trotz China-Produktionskosten.
Den Vorteil hatten sie schon zuvor nicht weitergegeben. Wenn sie das Geld jetzt sparen, sollten sie das.
Aber egal: ich kaufe kein Auto aus China, auch nicht mit einem VW-Group Logo drauf.
hu.ms meint
Warum soil ein hersteller irgendwas weitergeben ?
Angebot und nachfrage ergeben den preis – nennt man marktwirtschaft.
Wer listenpreis zahlt ist selbst schuld.
Den wirtklichen preis kann man bei APL sehen.
Den grosse abschlag dort ergibt wohl die marktwirtschaft….
Lataffa meint
Jedes kluge Unternehmen weiss doch, Gewinne liegen am einbehaltenen Lohn.
Werner Mauss meint
Entfernt. Bitte verfassen Sie konstruktive Kommentare. Danke, die Redaktion.
McGybrush meint
Man wirft China Subventionen vor, Führt genau deswegen höhere Zölle ein.
Man Subventioniert jetzt Seat weil man es unfair findet das China Subventioniert.
Also es wird ja nicht mal versucht es zu verschleiern.
ID.alist meint
Die Volkswagen Gruppe ist die erste die mit den entsprechenden Europäischen Gremien ins Gespräch gegangen ist. Da Europa keine Bananenrepublik ist, dürfen jetzt alle andere das Gespräch ersuchen.
Augsburger Premiumfahrer meint
Cupra Formentator oder Tesvacan sind die klassischen Proletenkarren wie früher 3er BMW, Audi RS oder später Hyunda N und AMG.
Schade das es hier für ein umgelabeltes chinesisches KFZ Ausnahmen gibt.
MK2 meint
Wer keine „ Proletenkarre“ will, kann einfach einen Škoda Eniac als Alternative nehmen. Ich finde gut, wie VW die Marken, Škoda und SEAT/Cupra differenziert. Da haben die vielen Marken wenigstens eine Berechtigung und sorgen für mehr Auswahl am Markt. Da bekommen die Proleten und Biedermeier jeweils besser ihre Anforderungen bedient.
Die Geschichte mit Mindestpreisen statt Zölle wurde doch insgesamt mit China vereinbart. Mit VW hat man das anscheinend am schnellsten konkret verhandelt.
Ossisailor meint
Zitat: „Schade das es hier für ein umgelabeltes chinesisches KFZ Ausnahmen gibt.“
Wieso soll das ein umgelabeltes chinesisches Autos sein? Das ist hier entwickelt worden und wird in einem VW-Werk in China gebaut.
Hansinger meint
Was?
Proletenkarre?
Das sind Familienvater-SUVs für Leute die „junggeblieben“ wirken wollen, weil ein Skoda Enyaq oder VW ID4 zu „spießig“ erscheint, aber unter der Fahrzeughaut 1:1 die gleichen Autos sind.
brainDotExe meint
Passt doch, genau solche „Proletenkarren“ oder besser gesagt sportlich gestaltete Autos, sind gefragt und damit zeitgemäß.
Miro meint
Lobbyismus. Man muss ihn einfach lieben :-D
Mäx meint
Du hast Korruption falsch geschrieben ;)
ID.alist meint
Seit wann ist es Lobbyismus oder Korruption wenn die Regelung für alle gilt.
Es gibt entweder Zölle oder Mindestpreise und Höchstimportmengen, jeder darf auswählen.
Mäx meint
Lobbyismus könnte man ganz allgemein meistens in Korruption umbenennen.
Die Zölle wollte die EU ja ohnehin abschaffen und Mindestpreise etc. festlegen. Das hat man hier mit Cupra wohl nun gemacht.
Die Überschrift ist etwas irreführend und gilt ja nicht als Ausnahmeregelung nur für den Tavascan sondern ist der erste Vertreter der neuen Regelung.
Ossisailor meint
Mäx weiß nicht, was Korruption bedeutet.