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Polestar-Chef lehnt Hybride ab: Unsere Kunden wollen Elektroautos

23.02.2026 in Autoindustrie von Thomas Langenbucher | 26 Kommentare

Polestar-5-

Bild: Polestar

Die chinesisch-schwedische Marke Polestar ist 2019 mit einem Plug-in-Hybrid in den Markt gestartet, bietet aber seit dessen Auslaufen zwei Jahre später nur noch reine Stromer ab. Daran ändert auch die in einigen Ländern gedämpfte Nachfrage nach rein elektrischen Automobilen nichts.

Als Teil der chinesischen Geely-Gruppe hätte Polestar Zugang zu Plug-in- und Range-Extender-Hybridtechnologie, aber CEO Michael Lohscheller schließt Verbrennungsmotoren kategorisch aus. Stattdessen konzentriert er sich darauf, die Präsenz der Marke in den E-Auto-Segmenten mit einer Reihe neuer Modelle auszubauen.

In einem Gespräch mit ausgewählten Medien, darunter Autocar, sagte Lohscheller: „Wir glauben an die Wissenschaft. Der Klimawandel ist real, und deshalb konzentrieren wir uns weiterhin darauf.“ Auch die im Branchenvergleich jüngeren Kunden von Polestar (das Durchschnittsalter der Käufer liegt bei 45 Jahren) glaubten fest an den Klimawandel. „Wenn wir sagen würden: ‚Hey, wir bauen jetzt Verbrennungsmotoren in unsere Autos ein’, würden sie sagen: ‚Das könnt ihr nicht machen’ – also denken wir nicht einmal darüber nach.“

Polestar hat vor wenigen Tagen die „größte Modelloffensive in der Geschichte des Unternehmens“ verkündet. Vier neue Fahrzeuge sollen in den kommenden drei Jahren auf den Markt kommen. Alle werden wie von dem Unternehmen schon länger geplant nur vollelektrisch angeboten.

„Wir tun das Richtige, davon sind wir fest überzeugt, und wir werden dabei von der Wissenschaft unterstützt. Einer der Hauptgründe, warum Menschen zu uns kommen, ist, dass wir ein einzigartiges Unternehmen sind“, so Lohscheller. Die Entscheidung, ausschließlich Vollstromer anzubieten, stelle eine „gute Chance” für das Unternehmen dar. „In Meetings werde ich oft gefragt: ‚Werdet ihr auch Hybridfahrzeuge anbieten?‘ Und meine Antwort lautet: ‚Nein, das werden wir nicht.‘ Ist das nicht großartig? Wir werden keinerlei Emissionen haben.“

Die Marke arbeite an einem „äußerst spannenden Produktportfolio“, das Investitionen und Ressourcen erfordere. Hybride würden unnötig Komplexität hinzufügen. „Die Mobilität der Zukunft muss einfach emissionsfrei sein, und Elektrifizierung ist dafür die beste Lösung. Das ist unsere Überzeugung, und deshalb machen wir so weiter“, erklärte CEO. „Traditionelle Hersteller müssen ihr Geschäft betreiben, aber wir müssen das nicht – und ich leite Polestar.“

Die Kunden von Polestar entschieden sich nicht für „eine ältere Technologie“, sondern für „die Technologie der Zukunft“, ist Lohscheller überzeugt. Er ist sich sicher, das die Transformation stattfinden wird. „Für uns ist das eine großartige Gelegenheit zu sagen: ‚Hey, wir beschleunigen, wir sind anders.‘ Wir wollen nicht normal sein. Das ist die beste Differenzierung, die wir erreichen können.“

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Via: Autocar
Unternehmen: Polestar
Antrieb: Elektroauto, Hybridfahrzeuge

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Giordano Bruno meint

    24.02.2026 um 08:02

    Lohscheller zeigt Haltung und Verantwortung, die ich ihm auch abnehme. Da können sich andere CEO’s mal ein Beispiel dran nehmen, die E-Mobilität häufig heucheln aber weiter nach dem Verbrenner lechzen. Und jetzt kommt mir nicht mit Arbeitsplätzen, die können bei einer ernst gemeinten und gut gemachten Transformation mehr als kompensiert werden. Lediglich seine Aussage, er glaube an die Wissenschaft und den Klimawandel halte ich für verunglückt. Physik ist keine Glaubensfrage. Den hard Sciences ist die normative Kraft des Faktischen inhärent. Wer das leugnet ist entweder reaktionär oder will nicht vom Glaubens- bzw. Geschäftssystem der Fossilen abschwören und gehört somit selbst zu den Fossilien, die einer atavistischen Kultur angehören. Wer zu spät kommt….

    Antworten
  2. R2D2 meint

    23.02.2026 um 21:01

    Polestar hat im letzten Jahr auf der ganzen Erde 60.000 Autos verkauft… nur mal zur Einordnung wie wichtig diese Pressemeldung ist.

    Antworten
    • Future meint

      24.02.2026 um 08:55

      Polestar gehört ja mehrheitlich zu Geely. Die Geely Holding Group hat im Jahr 2025 weltweit insgesamt über 4,11 Millionen Fahrzeuge verkauft. Dies markiert einen Anstieg von 26 % gegenüber dem Vorjahr und das erste Mal, dass die Gruppe die Marke von 4 Millionen verkauften Einheiten überschritten hat. (Quelle: Geely Holding Group)

      Antworten
  3. Michael meint

    23.02.2026 um 20:50

    Gute und klare Marktpositionierung. Bei einem Mehrmarkenkonzern wie Geely macht es strategisch auch Sinn eine Marke rein elektrisch aufzustellen.

    Die Wahnsinnige Modelloffensive ist etwas Blendwerk. Den Polestar 2 gibt es schon… Sind also nur 3 in 3 Jahren..
    Immerhin mehr als Tesla

    Antworten
    • Egon_meier meint

      23.02.2026 um 22:58

      Tolle Strategie mit der man in der Vergangenheit permanent Miese einfährt

      Antworten
      • Future meint

        24.02.2026 um 10:05

        Wer macht denn Gewinne mit den BEV? Außer Ford gibt es keinen alten Hersteller, der dazu Zahlen veröffentlicht. Und bei Ford sind es sehr hohe Verluste. Es wird auch hier immer wieder vermutet, dass das margenhohe Verbrennergeschäft die BEV quersubventioniert.

        Antworten
  4. Mary Schmitt meint

    23.02.2026 um 18:32

    Der Witz des Jahres. Bereits der erste Polestar war ein Hybrid und Geely hat Hybride ohne Ende im Angebot. Zudem könnte man sich fragen, wenn man für 2025 als Ziel hatte, 150 k Fahrzeuge abzusetzen und davon nur 60 k geschafft hatte, ob nicht irgendwo in der extrem großen Differenz auch ein paar Hybrid-Kunden gesteckt haben.

    Antworten
  5. Wasco meint

    23.02.2026 um 18:24

    Polestar, Nio und MG gehören zu meinen Lieblingschinesen.
    Technisch und Designtechnisch echt cool.

    Gut das jemand diese Hybride verweigert.
    Für mich ein totaler Irrweg, außer vielleicht gute Vollhybride.

    Je schneller der Umstieg auf BEV gelingt umso besser.
    Die Batterietechnologie spielt aber auch eine wesentliche Rolle.
    Deswegen so schnell wie möglich Natriumbatterien weiterentwickeln.

    Antworten
    • Wasco meint

      23.02.2026 um 18:48

      Xpeng und Zeekr sind auch nicht schlecht.
      Leider haben Zeekr, Leapmotor und Avatr BEV only aufgegeben.
      Dafür macht Li Auto jetzt relativ erfolgreich mehr BEV.

      Antworten
      • Future meint

        23.02.2026 um 21:57

        Man sollte auch noch den Maextro S800 von Huawei beachten, den die junge chinesiche Oberschicht jetzt gerne kauft, wenn es ein richtiges Luxusauto sein soll. Im Dezember wurde der S800 in China häufiger verkauft, als die deutschen Konkurrenzmodelle Porsche Panamera, Mercedes-S-Klasse und BMW 7er zusammen. Luxusautos sind ja selten schöne Autos wegen dem vielen Lametta. Aber es ist schon interessant, was Huawei da einfach mal so hingestellt hat.

        Antworten
        • Futureman meint

          24.02.2026 um 09:15

          Das Problem für die deutschen Hersteller ist dabei zusätzlich, das bis hier der S800 auch nur einigermaßen bekannt ist, verkaufen sie in China gar keine Fahrzeuge mehr. In diesem Jahr wird sich der Abstieg von Porsche und Mercedes weltweit noch weiter beschleunigen, da sie mit der Innovationskraft chinesischer Unternehmen nicht mehr mithalten können. Immer wenn sie meinen aufgeholt zu haben, kommt da ein neuer Hersteller (hier Huawei) und stellt ein neues Luxus-Lifestile-Modell vor.

  6. M. meint

    23.02.2026 um 13:39

    Bei Volvo gibt es die, glaube ich.
    Der Unterschied dürfte für die Interessenten gering genug sein.

    Antworten
    • Future meint

      23.02.2026 um 14:13

      Natürlich ist der Unterschied bei den Zielgruppen enorm. Polestar spricht jüngere und designaffine Käuferschichten an – das Durchschnittsalter liegt bei 45 Jahren, steht im Text. Diese Käufer wollen keine Emissionen.
      Die ältere Generation dagegen, die Volvo noch aus den schönen Verbrennerzeiten kennt, kann sich noch nicht so gut an das Fahren ohne Emissionen gewöhnen – die müssen dann einen Hybrid im Regal stehen haben.

      Antworten
      • M. meint

        23.02.2026 um 15:31

        „Die Käufer wollen keine Emissionen.“
        Das ist, mit Verlaub, Unsinn.
        Die AfD hat auch 18-jährige Wähler, und wenn ich mal sehe, wo genau diese Gen. mit ihren Verbrennern überall rumsteht und den Motor lauf lässt, wamit das Radio läuft…. sorry, das über das Alter zu differenzieren, funktioniert nicht.

        Was man aber doch sagen kann: die Autos haben im Design einige Ähnlichkeiten, es wird ja auch ständig gefragt, ob eine eigenständige Firma Polestar überhaupt Sinn macht.
        Technisch. Finanziell hat das bestimmt einen Sinn, sonst hätte man es gelassen.
        Voll elektrische Volvos gibt es ja auch, da einen P2 daneben stellen – wo ist das Problem?
        Technisch, wie gesagt.

        Antworten
        • Future meint

          23.02.2026 um 18:02

          Wer einen Polestar kauft, will natürlich nichts emittieren. Polestar sehe ich auch nicht als Massenmodell wie Volvo. Polestar ist hochpreisiger, besonders, und die Zielgruppe ist definitiv designaffin. Die Tatsache, dass Polestar eine jüngere Zielgruppe anspricht, ist dabei natürlich ein wichtiges Kriterium und hat nichts mit Wahlergebnissen zu tun.
          Ich verstehe auch nicht, warum hier immer wieder argumentiert wird, man bräuchte keinen Polestar wegen einer angeblichen Ähnlichkeit zu Volvo. Natürlich kann man die Meinung vertreten. Aber Seat, VW und Skoda sehen auch ähnlich aus und teilen sich die Technologie. Das ist also nicht ungewöhnlich, was Geely da mit seinen Marken für die Zielgruppen macht. Außerdem ist Polestar wohl enorm schlank aufgestellt mit nur 2.400 Mitarbeitern.

        • M. meint

          24.02.2026 um 10:07

          Polestar bedient sich umfangreich der Strukturen der Muttergesellschaften.
          Als eigenständiges Unternehmen wäre das gar nicht funktionsfähig.
          Sonst hätte das bei Volvo und Geely Schule gemacht, denkst du nicht auch?
          Und dann stehen da immer noch gerade mal 60k Autos im Raum, die diese 2.400 Mitarbeiter in all der Zeit gebau…. deren Bau sie koordiniert haben. Jemals.
          Damit ist diese Zahl für Laien vielleicht interessant, aber nichts als PR.

        • Future meint

          24.02.2026 um 22:18

          Logo, Polestar ist ja auch nur eine Marke von Geely. Das ist wie mit Seat, die eine Marke von Volkswagen ist. Die ganzen Mehrmarkenstrategien für viele Zielgruppen gehen nur im Konzern. Ob diese vielen Marken im Elektrozeitalter überleben, werden wir beobachten. Hier im Blog vermuten ja einige, dass es nicht nur in China in Zukunft wohl weniger viele Marken geben wird.

        • M. meint

          25.02.2026 um 12:59

          In China gibt es viel mehr Marken (verteilt auf 100 Hersteller), und jeder Hersteller will 10% vom Kuchen – da ist es doch nicht schwer, sich vorzustellen, wo die Anzahl an Betriebsschließungen am größten sein muss.
          Aber eigentlich ging es ja um deine Behauptung, Polestar wäre als Hersteller „schlank“, und das stimmt nicht. Polestar ist Verwerter von Geely- und Volvo-Technik, spart sich also große Teile der Entwicklung.
          Die Software kommt größtenteils von Google – wieder kaum ein Eigenanteil.
          Und wer baut die Autos? Geely und Volvo mafhen das. Polestar beschäftigt nicht mal eigene Produktionsmitarbeiter.
          Und das alles fehlt in der schlanken Struktur, die du hier ausmachst.

  7. Egon_meier meint

    23.02.2026 um 13:22

    Schön, dass sich jemand den Hybriden verweigert.

    Allerdings schätze ich, dass die Polestar-Motive nicht ehrlich sind: Es ist einfach kein Geld da, um die bei anderen Marken beliebten Plugin-Hybriden zu entwickeln.
    Da redet man sich einfach mit einem gefälligen Satz raus …

    Antworten
    • Martin meint

      23.02.2026 um 13:42

      Lohscheller traue ich nicht. Er hatte als Chef von Nikola die Probleme wider besseren Wissens nicht benannt – im Brustton der Überzeugung gelogen – und sich dann, als der Niedergang Nikolas klar war, vom Acker gemacht. Ohne das ehrlich zu kommunizieren; vorgeschoben wurden private Gründe.
      Es ist ärgerlich, dass solche Betrugsmanöver nicht zu einem persönlichen beruflichen Abstieg führen; er hätte nur noch als Niedriglöhner arbeiten dürfen. Fahrradkurier oder so, er ist ja Marathonläufer.

      Antworten
    • Future meint

      23.02.2026 um 14:16

      Polestar muss nichts entwickeln. Dei Hybride gibt es doch im Geely-Regal. Polestar könnte sich davon bedienen, wenn es denn wollte.

      Antworten
      • Egon_meier meint

        23.02.2026 um 14:46

        Wenn das alles so billig im Regal liegt würden sie ja Gewinne machen …
        tut Polestar aber nicht.

        Antworten
        • Future meint

          23.02.2026 um 18:07

          Das macht nichts. Es dauert eben, bis die Profitabilität erreicht wird. Das ist nichts ungewöhnliches. Wichtig ist nur, dass genug Geld da ist.
          In Deutschland gibt es ja fast nur noch Old Economy. Da kennt man das nicht so mit den Gründungen und dem jahrelangen Risikokapital. Tesla oder Amazon haben viele Jahre gebraucht zur Profitabilität und in Deutschland hat man denen das ja auch jahrelang nicht zugetraut.

        • Egon_meier meint

          23.02.2026 um 23:00

          „Das macht nichts. Es dauert eben, bis die Profitabilität erreicht wird.“!

          Aha .. macht nix … und andere machen in der Zeit mit BEV Gewinne.
          Und was war das mit dem Panik-Szenario vor 1 Jahr als Polestar nicht in die Puschen kam? Macht alles nix…

        • Tinto meint

          23.02.2026 um 23:56

          Du kennst doch Future, er hängt eben sein Fähnchen in den Wind wie es gerade passt.
          Vllt freut er sich auch nur über die billige Chinesische Kaffeekette, die jetzt bei ihm ums Eck eine Filiale eröffnet hat. Mmmmh, lecker. Und auf Englisch wird er dort auch bedient, das ist ihm wichtig! Er schämt sich ja für seine Muttersprache.

        • Future meint

          24.02.2026 um 09:02

          @Egon-meier: Welcher Hersteller macht mit BEV denn Gewinne? Die alten Hersteller veröffentlichen dazu keine Zahlen. Nur Ford erzählt andauernd von den hohen Verlusten bei seinen Elektroautos.

          @Tinto: Klar, dass dich Cotti Coffee triggert. Das habe ich von dir erwartet. Aber das ist eben so sie wie mit dem Billigfleisch bei Lidl. Allerdings verstehe ich nicht, was gegen Englischkenntnisse des Personals spricht. Das hilft doch den vielen deutschen Touristen auch immer weiter, wenn sie im Ausland wieder auf Deutsch bestellen wollen.

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