Im Januar 2026 verzeichnete der europäische Automobilmarkt einen Rückgang der Neuzulassungen um 3,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Dies markiert bereits den zweiten schwierigen Jahresbeginn in Folge für den Markt. Trotz dieses Rückgangs stieg der Marktanteil von batterieelektrischen Fahrzeugen auf fast 20 Prozent.
Im Detail lagen die Neuzulassungen von Elektroautos bei 154.230 Einheiten, was 19,3 Prozent des gesamten Marktes ausmachte. Dies stellt eine deutliche Steigerung im Vergleich zum Vorjahr dar, als der Marktanteil nur 14,9 Prozent betrug. In den größten Märkten der EU gab es jedoch unterschiedliche Entwicklungen: Frankreich (+52,1 %) und Deutschland (+23,8 %) konnten ein starkes Wachstum verzeichnen, während Belgien (-11,5 %) und die Niederlande (-35,4 %) Rückgänge meldeten.
Die Hybridfahrzeuge blieben mit einem Marktanteil von 38,6 Prozent die beliebteste Wahl der Verbraucher. Im Januar 2026 wurden 308.364 neue Hybridfahrzeuge zugelassen. Insbesondere in Italien (+24,9 %) und Spanien (+9 %) stieg die Zahl der Neuzulassungen. In Frankreich blieb der Markt stabil, während Deutschland einen Rückgang von 1,8 Prozent verzeichnete.
Plug-in-Hybride zeigen weiterhin starkes Wachstum: Ihre Zulassungen stiegen auf 78.741 Einheiten und erreichten einen Anteil von 9,8 Prozent am Gesamtmarkt, gegenüber 7,4 Prozent im Januar 2025. Dies wurde durch große Zuwächse in Italien (+134,2 %), Spanien (+66,7 %) und Deutschland (+23 %) begünstigt.
Gleichzeitig zeigte der Markt für benzin- und dieselbetriebene Fahrzeuge rückläufige Zahlen. Die Neuzulassungen der Benzinfahrzeuge fielen um 28,2 Prozent, wobei insbesondere in Frankreich (-48,9 %) und Deutschland (-29,9 %) deutliche Rückgänge zu verzeichnen waren. Insgesamt ging der Marktanteil von Benzinfahrzeugen auf 22 Prozent zurück, nach 29,5 Prozent im Januar 2025.
Auch Dieselautos setzten ihre negative Entwicklung fort, mit einem Rückgang der Neuzulassungen um 22,3 Prozent. Der Marktanteil sank auf 8,1 Prozent, was einen weiteren Rückgang im Vergleich zum Vorjahr darstellt.


hu.ms meint
Weiss jemand wieviele von den 154K BEV von deutschen herstellern verkauft wurden ?
Und ist dieser anteil grösser oder geringer als bei auspuff-autos ?
hu.ms meint
…beziehungsweise wie sieht das mit den 2025 in europa verkauften BEV aus.
Citystromerer meint
Solche Fragen sind hervorragend geeignet, um sie sich von einer KI beantworten zu lassen. Zielführend dabei, sie als offene Frage zu formulieren. Vorteil für dich: Antworten sind regelmäßig eher zutreffend als in social Media. Ich nutze diese Quelle gerne, versuch es doch auch mal!
hu.ms meint
Konnte keine summen für alle deutschen hersteller ermittelt – nur den grössten hersteller:
Marktanteil Gesamt (2025): Der VW-Konzern steigerte seinen Marktanteil in Europa auf 26,9 % (nach 26,3 % im Jahr 2024).
Elektroauto-Markt (BEV): Bei den batterieelektrischen Fahrzeugen (BEV) baute VW die Marktführerschaft in Europa deutlich aus, mit einem Marktanteil von rund 28 % im Jahr 2025.
South meint
Yoah. Ein Wachstum von um die 25%. Und das nun nicht mehr von einer einstelligen Ba sis aus. Damit ist knapp jedes fünfte neue Auto in Europa ein reines BEV und knapp jedes dritte kann als PHEV vollelektrisch fahren…völlig Ba na ne, wie das Thema in der BRD run terge redet wird….
Natürlich können wir nicht jedes Jahr 25% sehen, schon gar nicht mehr von dem Ni veau aus, aber eine Verdoppelung auf 50% BEV in 2030, also in knapp vier Jahren, ist da auf alle Fälle drin. Mal zum Vergleich, dass wäre grob 12,5% pro Jahr, also nur knapp die Hälfte des Wachstums. Ich würde sogar st eil behaupten, nur wenn sich an der Technik nicht mehr viel tut. Kommt tatsächlich besser oder günstiger E-Technik um die Ecke, ist sogar mehr drin.
In Kürze. Es gibt eher Überraschungspotential nach oben…
R2D2 meint
Du bist ja sooo süüß, wenn ich zwei Kunden habe und dann kommt ein dritter dazu, hab ich 50% Kundenwachstum. Cool, oder?
Traurig ist doch, das europaweit nicht mal 20% der Neufahrzeuge BEVs sind und das wo doch ständig erzählt wird, das E-Autos der letzte Schrei sein sollen und jeder mit halbwegs was im Kopf zuschlagen müsste…
MK meint
@R2D2:
Schauen Sie doch mal auf die Lieferzeiten: Wenn ich bei VW einen Golf Diesel bestelle, 3 Monate. Wenn ich einen ID.3 bestelle, mindestens 12 Monate…beim Schwestermodell Cupra Born sind es sogar eher 18 Monate. Auch BMW hat schon Ende letzten Jahres gemeldet, dass der neue iX3 schon bevor überhaupt ein einziger Kunde irgendwo eine Probefahrt machen konnte für ganz 2026 ausverkauft sei.
Das Problem ist also nicht, dass es keine Nachfrage gibt. Das Problem ist, dass es grade die deutschen Hersteller nicht schaffen, denen, die wollen, tatsächlich ein eAuto zu liefern.
Ich erzähle Ihnen mal, wie es bei mir war: Als ich mein eAuto letztes Jahr ungefähr um die Zeit bestellt habe, taxierte ein neutraler Gutachter den Restwert meines 8 Jahre alten Verbrenners auf 250 €, das Autohaus bot mir bei Kauf eines Neuwagens immerhin 500 €…Sie können sich also den Zustand vorstellen. So habe ich mich dann ein dreiviertel Jahr während der Lieferzeit durchgebibbert. Über den Winter wäre ich nciht mehr gekommen. Der Kostenvoranschlag einer kleinen freien Werkstatt für alles notwendige (TÜV, Fahrwerk, Bremsen, Reifen…die Reifen waren alleine schon 100.000 km drauf…und einiges mehr) lag bei 3.000 €, der inklusive „kosmetischer“ Dinge wie die Neulackierung bereits verrossteter Stellen, Austausch von Fußmatten, auf deren Löcher jeder Schweizer Käse stolz wäre etc lag bei 7.000 €. Was glauben Sie: Wenn ich 3.000 € in das Auto investiert hätte und dann nur noch 5.000 km gefahren wäre: Hätte der Gutachter den Wert dann wenigstens auf diese 3.000 € geschätzt? Wohl kaum. Anders gesagt: Hätte ich so viel Geld in das Auto investiert und so noch mal TÜV bekommen, hätte ich auch die Anschaffung eines neuen eAutos wieder 2 Jahre aufgeschoben. Die Lieferzeit war also entscheidend dafür, ob ich ein eAuto kaufe oder weiter Verbrenner fahre. Bei mir hat es grade so (und mit rund 3.000 km Carsharing-Auto) dann noch gereicht. Wenn ich mir die mittlerweile noch längeren Lieferzeiten für den Elroq jetzt anschaue, würde meine Entscheidung dieses Jahr wohl anders, also gegen das eAuto ausfallen…und zwar wirklich einzig und alleine wegen der Lieferzeit.
hu.ms meint
Ich habe für einen 7 jahre alten Yeti 36% der urspr. KP bekommen.
Für den 11/20 gekauften ID.3 Pro habe ich nach förderung 30.700 € bezahlt.
Auf div. plattfomen werden gleiche 5-jährlige für mind. 15.000 € angeboten.
Irgendwas scheinst du falsch zu machen… :-))
South meint
Hihihihi, na da wird eher der Terminus Disruption und/oder Jahrhundertereignis verwendet…aber hey, dann erhelle uns mal, wann hätte es in so knapp einem Jahrhundert je einen größere einschneidende Änderung bei den Automobilen gegeben? Und nur mal angemerkt, das in wenigen Jahren…
Früher hätte ich geschrieben, darfst ja abwarten, aber manno meter… 20% in einem der größeren Märkte, genau genommen auch in China… da muss man nun nicht Helle sein, um zu erkennen, dass das ein ordentliches Brett ist…
South meint
Alter Schwede. Ein Wachstum von um die 25%. Und das nun nicht mehr von einer einstelligen Basis aus. Damit ist knapp jedes fünfte neue Auto in Europa ein reines BEV und knapp jedes dritte kann als PHEV vollelektrisch fahren…völlig Ba na ne, wie das Thema in der BRD runtergeredet wird….
Natürlich können wir nicht jedes Jahr 25% sehen, schon gar nicht mehr von dem Niveau aus, aber eine Verdoppelung auf 50% BEV in 2030, also in knapp vier Jahren, ist da auf alle Fälle drin. Mal zum Vergleich, dass wäre grob 12,5% pro Jahr, also nur knapp die Hälfte des Wachstums. Ich würde sogar steil behaupten, nur wenn sich an der Technik nicht mehr viel tut. Kommt tatsächlich besser oder günstiger E-Technik um die Ecke, ist sogar mehr drin.
In Kürze. Es gibt eher Überraschungspotential nach oben. Aber die deutschen Hersteller belieben schon wieder zu ha r z en, allen voran der VW Konzern. Jetzt mal ohne Po le mik. Es würde mich nun tatsächlich überraschen, wenn bei der Grundhaltung die Chinesen keinen Fuß in die Türe bekommen…
Gunnar meint
Mehr als eine Verdopplung des europäischen BEV Anteils in den letzten fünf Jahren. 2021 waren es 9,1%, jetzt schon über 19%.
Das ist weiterhin exponentielles Wachstum. Sehr gute Entwicklung. Und eine Umkehr ist erstmal nicht absehbar.
Mein Tipp: 2026 wird der europäische BEV-Anteil im Mittel bei 23 – 24% liegen.
Futureman meint
Bei einem fallenden Gesamtmarkt steigen nur Fahrzeuge mit Stecker bei den Zulassungszahlen. Irgendwie passen dazu nicht die ganzen Meldungen von alten Herstellern, die ihre Entwicklung bei E-Autos zurückfahren und wieder mehr Verbrenner entwickeln wollen. Für welchen Markt soll das in Zukunft noch sein. Oder wollen die am Ende gar nicht mehr Autos verkaufen und sind froh, wenn nicht immer wieder Interessierte ins Autohaus kommen und dann nur nach margenschwachen E-Autos fragen? Dafür scheint auf jeden Fall noch Geld für Mitarbeiterschulungen da zu sein, denn ein aktives Verkaufen für E-Autos habe ich in letzter Zeit in keinem Autohaus der (noch) bekannten Hersteller vorgefunden.
brainDotExe meint
Der weltweite Automarkt besteht nicht nur aus der EU. Schaue zum Beispiel mal über den Teich.
Futureman meint
Stimmt, es gibt z.B. noch China, da sieht es für die deutschen Hersteller allerdings noch schlechter aus. Und ob in den USA nach dem Zolldebakel noch günstige E-Autos aus dem Ausland aufgehalten werden können ist fraglich. Auf jeden Fall steigt der Anteil von E-Autos weltweit (massiv) an. Falls dann mal ein Land für 4 Jahre zurück in die Steinzeit fällt, ändert nicht viel an der Gesamtrichtung.
brainDotExe meint
Die Marschrichtung in den USA ist klar. Dort werden sich Verbrenner noch viel länger halten als im Rest der Welt. Ob E-Autos eventuell günstiger sind interessiert da auch recht wenige.
Gunnar meint
„Ob E-Autos eventuell günstiger sind interessiert da auch recht wenige.“
Aha, in den USA sind also fast alle Menschen so wohlhabend, dass es nur ganz wenige interessiert, wie teuer die Autos sind, die sie kaufen können. Das wäre mir neu. Ja ne ist klar.
MK meint
@braindotexe
Die USA machen 5% der weltweiten Bevölkerung aus, vielleicht 10% des weltweiten PKW Marktes. Selbst Europa ist da wichtiger, aber vor Allem China, Indien kommt immer mehr usw. Was die USA also wollen, ist letztlich nicht entscheidend dafür, wie sich der Weltmarkt entwickelt.
Und wie Gunnar schon schreibt: Letztlich entscheidet vollkommen unabhängig von jeglicher Ideologie bei den meisten einfach notgedrungen der Geldbeutel über die gewählte Technologie. So wie das lange einen Hochlauf der eMobilität verhindert hat, wird das in Zukunft den Erhalt der Verbrenner verhindern. Da geht es ja nicht nur Kaufpreise (die immer auch Entwicklungskosten enthalten: Verkauft sich ein für Milliarden entwickelter Verbrennungsmotor nur noch in den USA gut, macht alleine das einen Verbrenner pro Fahrzeug schnell einige Tausend Euro teurer), sondern auch um Unterhaltskosten: Wenn nur 5% weniger Treibstoff verkauft werden, sinken die Fixkosten zum Erhalt und Betrieb von Raffinerien, Pipelines, Treibstofflagern und Tankstellen genau gar nicht. Wenn der Spritverkauf um 20% sinkt, sinken vielleicht auch die Fixkosten…weil das Netz massiv ausgedünnt wird. Und dann? Bedeutet der Weg zur Tankstelle immer größere Umwege, was auch Zeit und Geld kostet. Verbrenner sind eine Technologie, die nur durch ihre schiere Masse halbwegs attraktiv funktionieren. Sinkt die Zahl, wird die Technologie rapide unattraktiver.
Stef meint
Wow brainDot. Erklär uns doch mal wieso das in den USA unbedeutend ist was ein Auto kostet und was der Unterhalt kostet. Evtl weil die Amis so wenig fahren und gute Öffis haben? Oder haben die alle das Geld geschissen?
South meint
Mja, die USA sind keine homogene Masse. Vorallem die besser entwickelten und gebildeten US Regionen wie Kalifornien werden relativ schnell umsteigen und da spielt auch die Musik. Bevor der letzte Bauer im mittleren Westen sich mit einem E Autos anfreundet, da werden sogar einige Entwicklungsländer schneller sein…
Peter meint
Oh Wunder! Es geht bei den Meldungen der Industrie nicht um Wahrheit, sondern um Marketing und Nachfragebeeinflussung. Nein-Doch-Oh!
Mäx meint
+30% ist doch schön.
2025 lag man bei 17,4%
2026 könnte es also auf 22-23% gehen.
hu.ms meint
Wieviele von den 154K entfallen auf welche hersteller/groups ?
Besser-BEV-Wisser meint
Die Eigenzulassungsquote bei BEVs war in 2025 leicht unter der durchschnittlichen Eigenzulassungsquote. Aber höher als die Jahre zuvor. In Deutschland.
hu.ms meint
Immer schön alles verdrehen – alter.
Der VW marktanteil bei BEV war 2025 bei rd. 28% – tesla 9%.
hu.ms meint
… in europa habe ich vergessen.
Aber darum geht ja im obigen artikel.
Miro meint
Die Leute wollen nix neues mehr, weil sie auch keine Lust haben auf erzwungene Assistenten und Abomodelle für Extras.
MK meint
@Miro:
Also ich muss sagen: Ich war auch skeptisch wegen der ganzen Assistenzsysteme…und möchte sie nach wenigen Monaten und anfänglicher Gewöhnungsphase nicht mehr missen. Die müssen halt gut sein und zuverlässig arbeiten. Ich bin auch schon Fahrzeuge gefahren, wo ich die gleichen Assistenzsysteme als sehr anstrengend empfinde und diese Modelle für mich als Neuwagen ausschließen würde
Besser-BEV-Wisser meint
Es kommt sehr auf die Qualität der Assistenzsysteme an. Beim BMW und VW-Konzern sind meine Erfahrungen recht positiv. Auch der Opel Astra den ich neulich gefahren bin war gut.
Der Mercedes GLB hat mich hingegen enttäuscht, Schilderkennung naja; Notbremsassistent mit Phantombremsungen abbiegenden Fahrzeugen. Sonst OK.
Und der Ioniq 5 den ich vor 2 Jahren mal hatte, war sogar richtig schlecht. Vielleicht ist das jetzt besser nach Facelift.
Jörg2 meint
Miro
Wer sind den „die Leute“?
Future meint
Es ist sehr gut, dass wieder weniger Autos gekauft werden. Der Markt ist fast um 4 Prozent geschrumpft. Es ist einfach kein Platz mehr da für noch mehr Automobilität in Europa. Die Pest der Hybride ist natürlich die schlechte Nachricht dabei. Aber es werden immer mehr Elektroautos und das ist schön. Leider gab es auch noch nie so viele alte Autos wie jetzt auf den Straßen in Deutschland: Rund 48 Prozent der Pkw in Deutschland sind zehn Jahre oder älter (Statista). Es wird Zeit für den Schrottplatz bei den Verbrennern.
hu.ms meint
… nur dass keiner lust hat mehr zeit für die fahrenergieaufnahme aufzuwenden und mehr geld hinzulegen, dass man erst über jahre durch einsparungen wieder zurückbekommt.
MK meint
@hu.ms
Warum sollte man auch „mehr Geld hinlegen“ müssen?
Ich habe letztes Jahr einen Elroq 85 gekauft (also großer Akku). Das Verbrenner-Pendant von Skoda war mit vergleichbarer Ausstattung vielleicht ein Prozent billiger im Listenpreis.
Diese Mehrkosten habe ich trotz ausschließlich öffentlichen Ladens nach 4 Monaten schon mehr als raus.
Und was die Zeit angeht: Bisher habe ich nur Zeit gespart, weil Tankstelle für mich immer einen Umweg bedeutet hat. Jetzt lade ich da, wo ich sowieso das Auto abstelle: Auf der Arbeit, beim Einkaufen, am Fitnessstudio.. Bei mittlerweile fast 14.000 km bin ich noch nicht ein einziges Mal gezielt zum Laden gefahren und habe keine einzige Sekunde auf das ladende Auto gewartet.
hu.ms meint
Genau diese lade-möglichkeiten haben aber viele nicht.
Insbes. am AP wo das auto viele stunden steht.
Peter meint
@hu.ms
Aber viele haben die Möglichkeit eben. Halb volles oder halb leeres Glas.
Und die Lademöglichkeiten z.B. beim Einkaufen etc. werden ja fortlaufend mehr.
Future meint
Wer nicht einkaufen geht und kein Fitnessstudio braucht, der muss halt woanders laden. Aber alle anderen haben sich bereist daran gewöhnt, beim parken auch ganz bequem öffentlich zu laden.
Gunnar meint
Richtig Peter. Das ist ein häufig und gern genutzter Trick von Kritikern, einfach „viele“ in den Raum zu werfen und suggerieren somit zwischen den Zeilen eine Mehrheit. Dem ist aber mitnichten so. Es gibt eine ganze Menge „viele“, ohne dass es auch Mehrheiten sind.
Ich habe das hier schon mehrmals eingeordnet und mit Zahlen belegt.
Von den knapp 41 Mio. Haushalten in Deutschland verteilen sich circa 21 Mio. auf Mehrfamilienhäuser, circa 2 Mio. auf nicht definierte Haushalte und 18 Mio auf Ein- und Zweifamilienhäuser. Fakt ist, dass die deutliche Mehrheit der PKWs auf eben jene Haushalte mit Ein- und Zweifamilienhäusern zugelassen ist. Somit hat die Mehrheit der Autobesitzer die Möglichkeit, privat eine Wallbox einzurichten. Klar, es gibt auch Einfamilienhäuser ohne Stellplatz, ist aber eher die Ausnahme und nicht die Regel und das gleicht sich wieder aus, da immer mehr Mehrfamilienhäuser private Stellplätze wie z.B. Tiefgaragen haben.
MK meint
@hu.ms
Wie „future“ schon schreibt: Das sind die Möglichkeiten, die ich habe, aber andere haben halt andere. Einen PKW hat man ja, um irgendwo hin zu kommen. Heißt: Der steht an verschiedensten Orten. Und ein durchschnittlicher deutscher PKW steht 23 Stunden am Tag irgendwo. Bei der mittlerweile vorhandenen Ladepunkt-Dichte ist es eher unwahrscheinlich, dass man da nirgendwo gute Möglichkeiten hat. Und dabei muss ich nicht mal sonderlich auf den kWh-Preis achten.
Wieder konkretes Beispiel: Das teuerste, was ich so lade sind die 52ct/kWh bei EWE. Keine Grundgebühr, keine Blockiergebühren. Mein Elroq hat jetzt selbst im Winter einen Durchschnittsverbrauch von knapp unter 20 kWh/100 km. Macht 10,40 € auf 100 km. Das Pendant Karoq liegt mit zwar schwächerer, aber annähernd vergleichbarer Motorisierung bei 7,5 Liter Super im Normverbrauch. Macht bei 1,70 €/Liter (heute morgen waren es hier tatsächlich 1,90 €) 12,75 € pro 100 km. Da spare ich schon. Lade ich dann hier bei den lokalen Stadtwerken, kostet es anderen öffentlichen Säulen nur 36 ct/kWh. Da wird die Rechnung dann richtig attraktiv.
MK meint
@Gunnar:
Sehe ich ganz genauso. Dazu gibt es seit locker 20/30 Jahren Stellplatzsatzungen, die zumindest für Neubauten meist mehr Parkplätze vorschreiben als gebraucht werden. Bei neuen großen Wohnblöcken ist eigentlich von vorne herein immer ein Teil der Mieter-Parkplätze mit Wallboxen ausgestattet. Auch für Mieter großer Mehrfamilienhäuser wird das Laden zu Hause also immer häufiger möglich.
Hinzu kommt: Ich bin zum Beispiel auch Mieter, habe aber einen festen Parkplatz und mein Vermieter hat von sich aus angeboten, gegen eine entsprechende Mieterhöhung eine Wallbox zu errichten, weil er darin eine Wertsteigerung für seine Immobilie sieht. Da man hier bei uns bei den Stadtwerken aber öffentlich für 36 ct laden kann, amortisiert sich diese Wallbox selbst für mich als Vielfahrer nicht…zumal ich beim öffentlichen Laden auch an anderer Stelle spare: Am Fitnessstudio zahle ich zu den 36 ct pro kWh 1 € pro Ladevorgang, dafür ist das Parken inklusive. Beim Fitnessstudio zahlt man 2 € bis 2,50 € pro Besuch für den Parkplatz. Gleiches beim einkaufen: Ja, auch da kommt 1€ pro Ladevorgang hinzu…das ist aber in der Regel genauso günstiger als die anderen Parkplätze…weil der Gewinn eben nicht über die Pauschale, sondern über den kWh-Preis erzielt wird, der höher ist als für einen Heimanschluss.
hu.ms meint
Leute,
ist ja ganz nett was ihr hier so an persönlichen möglichkeiten schreibt, aber wer nicht am wohnhaus oder AP laden kann, der muss mehr zeit aufwenden.
Und wenn es nur ein paar hundert meter gehen ist.
Bei den berechnungen zu lademögichkeiten bei ein- und zweifamilenhäusern wurde vergessen, wieviele BEV-verweigerer es gibt, die niemals eins kaufen werden.
Von petrol-heads über veränderungs-verweigerer bis zu blau-fans.
MK meint
@hu.ms:
Nochmal: Ich kann nicht zu Hause laden. Am Arbeitsplatz kann ich zwar laden, könnte aber auch drauf verzichten. Mehr Zeit würde es mich trotzdem nicht kosten…und billiger bleibt es auch trotzdem, da das Laden bei mir auf der Arbeit vergleichsweise teuer ist.
Und was die „Verweigerer“ angeht: ja, die wird es geben. Der Punkt ist aber doch: Verbrenner funktionieren nur in der Masse. Was glauben Sie, wie viele Autofahrer eine einzige Tankstelle braucht, um profitabel arbeiten zu können? Aktuell kommen über 50 Millionen Fahrzeuge auf weniger als 15.000 Tankstellen. Heißt: Knapp 3.500 Verbrenner-PKW pro Tankstelle, vor 40 Jahren waren es übrigens noch weniger als 1.000 (Verbrenner-)PKW pro Tankstelle. Was glauben Sie, wie das bei den „blau-fans“, von denen Sie reden im ländlichen Mecklenburg-Vorpommern oder Brandenburg weitergeht?
In ländlichen Gebieten, also da wo der Einfamilienhaus-Anteil am höchsten ist, sind es schon heute teils dutzende Kilometer zur nächstgelegenen Tankstelle.
Und wenn es den Treibstoff dann nur im Kanister im Baumarkt gibt oder sehr weit entfernt, wird es halt echt aufwändig, Verbrenner zu fahren. Meine Familie wohnt in einer Gemeinde, wo es über alle Orte hinweg schon heute keine Tankstelle mehr gibt. In der Nachbargemeinde mit deren Ortsteilen gibt es eine Tankstelle…beim örtlichen Autohaus, geöffnet während der Öffnungszeiten des Autohauses. Also von 9 bis 17 Uhr, Sonn- und Feiertags gar nicht. In die andere Richtung gibt es dann immerhin eine Automatentankstelle, wo man mit EC-Karte per Vorkasse bezahlen kann. So dünnt sich das Netz immer weiter aus.
hu.ms meint
@ MK:
Der schluss von sich auf die mehrheit geht meistens „in die hose“.
Eine tankstelle gibts für alle stinkerfahrer an der fahrstrecke zur arbeit.
Und kein zeitmehraufwand beim laden ergibt sich nur, wenn man gleichzeitig ohnehin etwas gewohntes macht. Wenn die lademöglichkeit einige hundert meter z.b. vom hobby oder sport entfernt ist, ist dieser weg schon zeitmehraufwand.
Und noch ein tipp: einfach mal auf den marktplatz gehen und leute nach BEV fragen. Die antworten sind sehr aufschlussreich und zeigen die realität – im gegensatz zur hier geschriebenen theorie.
Powerwall Thorsten meint
24.02.26
22:38
Ja, das mit dem Laden im öffentlichen Raum gestaltet si h ab einem gewissen Alter offensichtlich zunehmend schwer.
Da geht es schließlich nicht nur um das Umparken im physischen Sinn – nein es geht primär um das Umparken im Kopf.
Insbesondere mit letzterem haben hier ja so einige immense Schwierigkeiten, weswegen ich Diskussionen schon vor geraumer Zeit eingestellt habe.
Ich sage zu einem Thema meine Meinung und bestimme Kommentatoren sollen damit machen, was sie möchten, aber eben ohne mich.
MK meint
@hu.ms:
Natürlich bekomme ich „auf dem Marktplatz“ oft die Antworten, die Sie hier schreiben. Aber eben nicht, weil es „die Realität“ wäre, sondern weil es das ist, was Leute, die es noch nicht selber täglich erleben und auf die Meldungen von Lobbyisten hören, für die Realität halten. Also: Wenn Sie so eine Frage „auf dem Marktplatz“ stellen, sollten Sie vielleicht auch fragen, woher dieses „Wissen“ stammt: Ein monatelanger „Selbstversuch“ mit einem eAuto oder oberflächliches Beobachten und Hörensagen? Ich habe in dem Wissen, dass es im Großen und ganzen funktionieren wird, vor einigen Monaten aufs eAuto gewechselt. Dass es wirklich schon heute Zeit spart statt kostet, habe ich mir als jemand, der sich eben bewusst für ein eauto entschieden hat, selber gar nicht vorstellen können. Das hat mir erst der Alltag gezeigt…auch weil ich selber überrascht war, wie oft es um irgendeine Ecke herum auf dem gleichen Grundstück doch noch irgendwo Ladesäulen gibt, die ich selbst nach der bestellung meines eAutos noch nicht entdeckt hatte und wo mich dann Freunde und Kollegen drauf aufmerksam gemacht haben, nachdem sie erfahren hatten, dass ich ein EAuto gekauft habe und eben noch nicht alle Ladeoptionen kenne.
Weil nein, auf immer mehr Strecken gibt es eben keine Tankstelle. Für meinen Bruder z.B. wird aus einem 20 km Arbeitsweg schon heute ein 30 km-Arbeitsweg, wenn er unterwegs an einer Tankstelle vorbeikommen will. Gleichzeitig werden die Ladesäulen eben immer mehr und die Wahrscheinlichkeit, dass es an keinem der Orte, die ich sowieso anfahre, direkt eine Ladesäule gibt, immer geringer.
Und auch da gibt es ja große Unterschiede bei der Einordnung: Auf der Arbeit z.B. habe ich den Vorteil, dass die Ladesäulen im Erdgeschoss sind, während ich ohne zu laden mit viel Glück einen parkplatz im 4.OG bekomme…fürs Stecker anstecken spare ich mir also viele Treppen. Beim Fitnessstudio sind es tatsächlich vielleicht 60/70 m mehr Fußweg. Aber mal ganz ehrlich: Wer zum Sport ins Fitnessstudio geht und sich dann über ein paar Meter mehr Fußweg beschwert, sollte sich mal fragen, was er eigentlich im Fitnessstudio will.
Und auch nochmal: Es braucht gar keine Mehrheit. Wenn nur 10% des Bestands reine eAutos sind, wird es in vielen Regionen für die Finanzierbarkeit eines attraktiv dichten Tankstellennetzes schon echt schwierig.
MK meint
@Powerwall Thorsten:
Ja, scheint so zu sein. Wie heißt es so schön: „Was der Bauer nicht kennt,…“ Natürlich ist jede Umgewöhnung erstmal in irgendeiner Art und Weise „anstrengend“ von daher verstehe ich auch irgendwo Leute, die es einmalig drei Tage testen und dann von eAutos abgeschreckt sind. Man braucht vuielleicht einfach mal einen Monat, bis man sich umgewöhnt hat, bis man verinnerlicht hat, welcher Ladeanbieter wo am günstigsten ist und was vielleicht „Besonderheiten“ besonders bei älteren Ladesäulen kleiner lokaler Anbieter sind. Aber wenn man das dann weiß, ist es wie Schuhebinden: Man macht es ohne drüber nachzudenken und in Sekundenschnelle.
hu.ms meint
@MK:
Interessiert doch alles nicht – keine ausreden !
Es geht einfach um die antworten auf dem „marktplatz“.
Einfach mal dorthingehen und versuchen zu „missionieren“.
Total frustrierend.
Ich fahre seit 11/20 einen ID.3 Pro. Diesen sind 13 bekannte/nachbarn probegefahren. Einer hat jetzt einen e-mini geleast. Vom rest haben 8 inzwischen neuen autos – davon 3 plug-in hybride und 5 wieder normale stinker.