Der schwedische Autobauer Volvo setzt weiterhin auf Elektromobilität. Firmenchef Håkan Samuelsson wies im Gespräch mit The Irish Times Zweifel an der Zukunft von Elektroautos zurück und betont, dass der Hersteller an seiner strategischen Entscheidung festhält.
Der 74-jährige Manager kehrte 2025 an die Spitze des Unternehmens zurück, nachdem er Volvo bereits von 2012 bis 2022 geführt hatte. In seiner zweiten Amtszeit hat Samuelsson kürzlich ein wichtiges neues Modell vorgestellt: das vollelektrische Mittelklasse-SUV EX60. Das Fahrzeug positioniert sich in dem Marktsegment, in dem bislang der XC60 mit Plug-in-Hybridantrieb als meistverkauftes Modell der Marke erfolgreich ist.
Samuelsson verteidigt die langfristige Strategie des Herstellers. „Vor einigen Jahren haben wir eine sehr entschlossene und mutige Entscheidung für das Unternehmen getroffen“, sagte er. „Wir entschieden, dass die Zukunft der Volvo-Autos elektrisch sein muss, und heute kann ich bestätigen, dass wir noch stärker überzeugt sind, dass dies die richtige Antwort ist – nicht nur auf die Klimaherausforderung, sondern auch auf die Erwartungen unserer Kunden.“
Plug-in-Hybride als Übergangslösung
Gleichzeitig hat Volvo – wie viele andere Hersteller – den Übergang zur reinen Elektromobilität verlangsamt. In Märkten, die Stromern skeptischer gegenüberstehen, hält das Unternehmen weiterhin Plug-in-Hybride wie den XC60 und XC90 im Angebot und überarbeitet diese parallel zu den neuen reinen E-Fahrzeugen.
Samuelsson bezeichnet diese Strategie als Übergangslösung. „Der XC60 wird so lange im Verkauf bleiben, wie er gebraucht wird, als eine Art Brückenlösung“, erklärte er. „Wir sind dogmatisch, wenn wir sagen, dass wir mit voller Geschwindigkeit auf Elektrifizierung zusteuern, aber weniger dogmatisch bei der Festlegung eines Datums.“
Volvo und die Schwesterfirma Polestar gehörten zudem zu den wenigen Herstellern, die sich gegen eine Aufweichung des geplanten EU-Verbots für neue Verbrennungsmotoren ab 2035 stellen. Samuelsson argumentierte, dass ein glaubwürdiger Stichtag entscheidend sei, damit Unternehmen ihre Entwicklungsarbeit konsequent auf elektrische Antriebe ausrichten.
Zweifel an der Nachfrage nach Elektroautos weist Samuelsson zurück. Er verweist auf ein Wachstum des europäischen Marktes für Elektrofahrzeuge um 27,5 Prozent im Jahr 2025 und fragt: „Wie kann sich jemand über eine Wachstumsrate von 27,5 Prozent beschweren? Sicherlich wir nicht.“

R2D2 meint
Mir ist ja bekannt das dank guter Ernährung und Medizin wir Menschen ja logischerweise auch immer älter werden und dabei gesund bleiben. Aber ich bin der Meinung mit 74 Jahren ist echt mal Ende Gelände, vorallem sollte man da auch mal überlegen sich 24h pro Tag verwöhnen zu lassen, statt einen CEO zu spielen und vermutlich erhebliche wirtschaftliche Entscheidungen zu treffen. Der Markt kann das viel besser.
Wolfgang meint
Ich habe mir am markt einen ex40 bestellt und warte auf die Auslieferung. Alles gut.
Peter meint
„Zweifel an der Nachfrage nach Elektroautos“ gibt es nicht. Es gibt monatelange Wartezeiten auf bestellte e-Fahrzeuge, weil zu wenig produziert wird. Der „Zweifel“ wird lediglich herbeigeredet von Geschäftsführern, die ihre Geschäftsmodelle und Margen retten wollen. Und die auf eine sehr gut funktionierende Kommunikations- und Beeinflussungsmaschine zurückgreifen können.
David meint
Du lebst in einer Parallelwelt. 78 % der Leute haben auch dieses Jahr wieder einen Verbrenner neu bestellt. Wer ein reines Elektroauto bestellt, gehört zu einer Minderheit.
Lieferfristen mag es geben, die gab es ja auch schon vor Jahrzehnten, wenn Autos begehrt waren. Niemand hatte 1997 die SLK Bestellung gelassen wegen zwei Jahren Lieferfrist. Die Tesla sind alle sofort zu haben. Kauft kein Mensch, 25k in ganz Europa dieses Jahr. Es liegt also nicht am Thema Verfügbarkeit.
Die Lösung ist vielmehr entscheidungsfreudig und schnell zu sein. Bei uns im Freundeskreis ist bereits der erste iX3 eingetroffen. Da muss man nicht lange grübeln und „ich will erst ne Probefahrt“-Fisimatenten veranstalten. Sondern am ersten Tag blind bestellen, großes Kreuz, dann freut sich der Händler und du wirst schnell bedient.
Bei Volvo ist das größte Problem ja auch nicht der immense Bestellvorrat, der vorher abgearbeitet werden muss, Sondern mehr der Fakt, dass der Cross Country mit großem Akku, der vermutlich in Europa die größten Stückzahlen bringen wird, erst in anderthalb Jahren verfügbar ist. Da war man halt von BMW unter Zugzwang gesetzt worden. Man dachte, man brütet da das große Dingen aus, und plötzlich stellte BMW ein gnadenlos besseres Auto in exakt gleicher Klasse vor.
ratta meint
was ist denn alles besser?
Gunnar meint
„Wer ein reines Elektroauto bestellt, gehört zu einer Minderheit.“
Das ist nur eine Momentaufnahme. Natürlich ist es noch eine Minderheit, aber eine, die exponentiell wächst. In einigen Ländern wie Dänemark und Norwegen sind Elektroautoneuwagenkäufer schon längst die Mehrheit und eine Hand voll weiterer Länder wird es spätestens nächstes Jahr auch geschafft haben. 2030 wird es in Europa und China genau anders herum sein, dann sind die Verbrennerneuwagenkäufer in der Minderheit.
Peter meint
Es ist klar, dass derzeit auch deshalb Verbrenner verkauft werden, weil die e-Autos noch nicht jedes Marktsegment adäquat abdecken und weil es relativ nischige Anwendungsfälle gibt, die durch e-Autos eben noch nichts adäquat bedient werden können. Die Nennung einzelner Hersteller hat damit erstmal gar nichts zu tun und lenkt nur sinnlos ab.
Der zitierte „Zweifel“ bezieht sich aber darauf, dass der Verkaufsanteil der e-Autos derzeit unter den nach außen kommunizierten Planungen vor mehren Jahren liegt. Das ist aber ein von der Automibilindustrie (und auch anderen Industrien) selbst verursachtes und selbst gewolltes, quasi herbeigeredetes Thema, was man außerdem mit einer entsprechenden Produktionsplanung unterfüttert hat. Man streicht Produktionsschichten und lässt gleichzeitig die Kunden auf Betstellungen warten und behauptet mangelnde Nachfrage. Man hätte es planerisch und kommunikativ anders machen können und die ursprünglich nach Außen kommunizierten Pläne erreichen, oder sogar über-erreichen können. Hat man aber nicht. Und jetzt zeigt man mit dem Finger auf die Kunden und badet im Opferdasein.
ap500 meint
@David der Freundeskreis hat sicher einen Firmenwagen. Da passt das zu 100%.
Future meint
Die Althersteller müssen zu 80 bis 90 Prozent Verbrenner verkaufen, weil die Margen und Gewinne sonst noch niedriger wären. Es wird doch kaum Geld verdient mit den Elektroautos. Die Leute sollen natürlich einen Verbrenner nehmen, den sie auch sofort oder nach ein paar Wochen bekommen.
Futureman meint
Bin selbst seit einiger Zeit auf der suche nach einem (E-) Zweitwagen. Bei jedem Autohaus, welches gleichzeitig auch Verbrenner verkauft wurde immer darauf hingewiesen, dass E-Autos halt noch teuer sind und ein Verbrenner viele Vorteile bietet (genannt wurden allerdings keine). Also eine offensive Vermarktung von E-Autos sieht anders aus. Kann natürlich daran liegen, dass nicht nur die Hersteller dort eine bessere Marge haben sondern auch die Autohäuser. Dazu müssen sie ja auch dauerhaft ihre Werkstätten auslasten. Einige versuchen das zwar mit teuren Wartungsverträgen bei E-Autos. Wenn ich dann erzähle, das mein Erstwagen gar keine Wartungsverträge hat und für die Garantie auch nicht benötigt, können sie das gar nicht glauben.