SuperPanther, ein chinesisches E-Lkw-Start-up, will in diesem Jahr in Europa mit 100 bis 200 Fahrzeugen durchstarten. Der Einstieg in den europäischen Markt erfolgt über eine Auftragsfertigung in Österreich bei Steyr Automotive. Die Serienproduktion des ersten Modells, der eTopas 600, soll im Sommer beginnen, die ersten Auslieferungen im Anschluss folgen.
Frank Schulz, Vertriebschef für Europa, betont im Gespräch mit dem Portal Electrive, dass das Unternehmen nicht nur als Hersteller, sondern auch als Technologiezulieferer auftreten möchte. Neben dem eigenen Fahrzeugangebot sollen die entwickelten Technologien wie die E-Achse, Thermomanagement und Softwarelösungen auch anderen Herstellern zur Verfügung gestellt werden.
„Wir haben keine Diesel-Historie“, erklärt Schulz und hebt hervor, dass SuperPanther auf einer „BEV-only“-Plattform basiert, die Konzentration auf reinen Batterie-Elektroantrieb bringt eine Vielzahl von Vorteilen mit sich. Das Unternehmen hat das Ziel, bis 2030 16.000 E-Lkw auf europäischen Straßen zu sehen, die mit SuperPanthers Technik ausgestattet sind – sowohl von SuperPanther selbst als auch von Drittanbietern.
Im Gegensatz zu vielen anderen chinesischen Anbietern strebt SuperPanther nicht an, mit extrem niedrigen Preisen zu konkurrieren. Stattdessen möchte man mit „Leistung, Mehrwert und den Gesamtbetriebskosten (Total Cost of Ownership/TCO) überzeugen“. Um das zu erreichen, wird ein umfassender Service angeboten, darunter Ladelösungen und Kooperationen für Wartung und Reparaturen mit dem europäischen Partner Alltrucks.
Start mit dem eTopas 600
Das Flaggschiff-Modell eTopas 600 ist eine 4×2-Sattelzugmaschine mit einer 621-kWh-Batterie von CATL und einer Reichweite von bis zu 500 Kilometern. Die Batterie basiert auf einer 876-Volt-Architektur, und das Modell bietet eine Spitzenleistung von 692 kW/941 PS. Besonders hervorzuheben ist das „Dual-Gun“-Ladesystem von bis zu 2 × 330 kW, mit dem das E-Fahrzeug an Gleichstrom-Ladesäulen (DC) mit bis zu 660 kW Ladeleistung aufgeladen werden kann – fast doppelt so schnell wie bei herkömmlichen Ladesystemen. Voraussetzung ist jedoch, dass die Ladesäulen diese Funktion unterstützen, was derzeit mit Ladesäulenherstellern abgestimmt wird.
Das Fahrzeug hat ein Leergewicht von 10,8 Tonnen und bietet eine Nutzlast von etwa 24 Tonnen. Die eTopas-600-Sattelzugmaschine misst 6,48 x 2,55 x 3,98 Meter und ist für ein Gesamtgewicht von 42 Tonnen ausgelegt. Dank einer neu entwickelten Wärmepumpe soll eine betriebsbereite Nutzung auch bei Temperaturen zwischen -30 und +40 Grad Celsius gewährleistet sein. Wechselstrom-Laden (AC) ist nicht vorgesehen, aber ein MCS-Ladeport (Megawatt Charging System) ist geplant.
Das Fahrerhaus des eTopas 600 wird in der XL-Version angeboten und umfasst eine komplette Ausstattung mit einem Kühlschrank und einer 230-Volt-Steckdose. Optionen wie ein elektrischer Nebenabtrieb (ePTO) mit 22 kW werden zusätzlich angeboten, sonst aber nur wenige Zusatzoptionen.
Die Lkw werden in einer SKD-Fertigung (Semi-Knocked Down) in Steyr gebaut, wobei die Baugruppen aus China sowie Teile von europäischen Zulieferern wie ZF, Schaeffler und Continental stammen. Diese Fertigungsmethode stellt laut dem E-Lkw-Hersteller sicher, dass SuperPanther das europäische Marktsegment effizient bedienen kann.


IDFan meint
Jetzt fragt Ihr euch, wer 2026 Marktführer in China ist. Richtig, VW!
Future meint
Und dann reden hier alle immer vom Klassenfeind, von dem man nichts kaufen soll. Ich verstehe das nicht, denn der Klassenfeind kauft so gerne in Deutschland ein. Ich hoffe, jetzt beruhigt sich endlich die Lage und die Menschen in Wolfsburg bedanken sich wieder bei den freundlichen Chinesen für das viele Geld. Kein Hersteller verkauft so viele Verbrenner in China wie VW – das geht so seit Jahrzehnten.
Werner Mauss meint
ist 2026 schon wieder um? Ging ja rasend schnell.
R2D2 meint
Steckdose und Kühlschranke sollte man nicht erwähnen, das gehört zu einem Truck so selbstverständlich dazu, wie eine Fussmatte vor dem Haus. Frage ist, sind die Sitze von Isri? Sonst kannst einpacken…
MK meint
@R2D2:
Ich denke, das ist wie beim PKW: Wenn da elektrische Fensterheber, Klimaanlage oder UKW-Radio als besondere Ausstattungsmerkmale beworben werden, weiß man: es gibt nur das absolute Mindestmaß an Ausstattung. Wobei: Noch beim vorletzten Citroen C1 (gebaut immerhin bis 2014) waren „Radiovorbereitung“ (also eine Möglichkeit, ein selber gekauftes Radio überhaupt anschließen zu können) und eine Drehzahlanzeige tatsächlich aufpreispflichtige Extras…Klimaanlage natürlich sowieso.
Jörg2 meint
Solche Meldungen kommen wohl zu Stande, wenn ein „Journalist“ irgendetwas aus einer umfänglichen Pressemeldung machen muss…..
Und dann schreibt einer vom anderen nur noch ab.
T meint
Was ist diese Dual-Gun-Technologie? Hört sich so an, als könnte ich an 2 Ladesäulen gleichzeitig laden. Dann müsste aber die Ladesäule das nicht explizit unterstützen. Also muss es was anderes sein. Irgendwie kann Dual-Gun schneller laden, als es CCS normal zulässt. Warum dann nicht MCS? Brauchen wir da wieder so einen Wildwuchs von konkurrierenden Technologien?
Mary Schmitt meint
Naja, das Problem wird eins, wenn du zwei Ladevorgänge parallel abwickelst. Das muss die Säule zulassen. Das ist eine anstrengende Übergangslösung. Der eActros hat MCS.
R2D2 meint
Du hast echt kein Elektroauto, sonst würdest so einen Quatsch nicht schreiben.. keine Ahnung wie oft ich mit meiner EnBW karte/app gleichzeit doppelt oder drei fahrzeuge geladen habe, weil wir in Kolonne gefahren sind….
Was die Frage eigentlich darstellen sollte, ist ob die Ladesäulen baulich so stehen das man links und rechts laden kann…
Jörg2 meint
„… keine Ahnung wie oft ich mit meiner EnBW karte/app gleichzeit doppelt oder drei fahrzeuge geladen habe, weil wir in Kolonne gefahren sind…. “
Mir ist das neu.
Ist das EnBW-Karten spezifisch? Und/oder an EnBW-Karte an EnBW-Standort gebunden?
R2D2 meint
Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion.
R2D2 meint
aha, das ich parallel laden kann bei Enbw ist nicht sachlich.. danke für die Zurechtweisungen aus München..
Werner Mauss meint
Natürlich geht das, ging schon immer. Hatte früher eine Kostenlose Karte, da habe ich anderen E autofahrern oft ausgeholfen, wenn was nicht ging.
Jörg2 meint
T
Das „Problem“ liegt einzig darin, dass auf der Softwareseite nicht gleichzeitig 2 Ladevorgänge EINES Ladenden abwickelbar sind. Kommst Du mit zwei unterschiedlichen Ladekarten (also zwei Kundenkonten), ist keinerlei Anpassung auf Ladesäulenseite notwendig.
Ladeteilung auf der Hardwareseite (Ladesäule) lässt die Idee etwas ins Leere laufen.
Sind alle „Probleme“ beseitigt, ist die Nutzung vorhandener, „normaler“ Ladesäuleneinrichtung auf einem MCS-ähnlichen Niveau möglich.
Insofern also eine Art Abwärtskompatibilität weiterentwickelter Fahrzeuge, hin zu älterer, vorhandener (preiswerter) Ladeinfrastruktur.
Jörg2 meint
R2D2 berichtet weiter oben anderes. Da bin ich wohl nicht mehr auf Stand, was die Abrechnungsproblematik betrifft.
Paule meint
Also, ich kann problemlos 2 Autos an einer Säule mit 2 Kabeln über eine Karte laden. Nur eben die Aufteilung der Leistung ist nicht so toll. Und das Kabel muß man eben an einem Auto rüber zerren.
Jörg2 meint
Paule
Ich glaube, das so geschrieben zu haben.
Paule meint
„Das „Problem“ liegt einzig darin, dass auf der Softwareseite nicht gleichzeitig 2 Ladevorgänge EINES Ladenden abwickelbar sind.“
Achso. Mit „Der Ladende“ ist nicht der Mensch, sondern das zu ladende Auto gemeint.
Bis gleich. Bin Laden.
Jörg2 meint
Paule
Ne, ich meinte schon, dass die selbe Ladekarte nicht gleichzeitig beide Kabel einer Säule aktiv bekommt.
Ich scheine hier aber falsch zu liegen.
Aber wie auch immer…. Nur der Frachtführer kauft Lkw XY zu dem das Teil passt. Mit >300km mit vollem Akku sind das bereits sehr sehr viele. Mit 100km Nachladen in gut einbaubarer Pausenzeit sind es dann nochmal mehr.
Paule meint
Truck Laden ist einfach noch nicht auf dem richtigen Kurs. Nicht selten sehe ich, dass die ihren Auflieger abkoppeln, sich dann irgendwo bei ionity halb auf die Bordsteinkante quetschen müssen um das Kabel bis an die Dose zu bekommen. Von den schwachen Ladeleistungen (im Verhältnis zur Kapazität beim Truck) mal ganz zu schweigen.
Ladeparks mit der Möglichkeit zum durchfahren, warum hat man das nicht von Anfang an gebaut wie bei der Tankstelle?
Und Jörg, nein die Frage geht nicht an Dich.
Jörg2 meint
Ich hoffe, es klärt sich hier recht schnell über den Ausbau der Ladeinfrastruktur auf den Betriebshöfen („wenn ich bei Dir laden kann, kannst Du bei mir laden“), dem Ausbau des Lkw-Ladenetzes auf den bisher unbewirtschafteten, autobahnnahen Rastplätzen (hier dann mit Durchleitungszwang als eine der 3 Bezahlarten) und der Weiterentwicklung der Technik (Akku, Säule, Software….).
Paule meint
Zu unserem Kunden zählen auch Logistiker. Schön zu meiner aktiven Zeit habe ich dort in Menge CEE 63A für die Kühlauflieger gesehen. Nicht nur an den Schleusen, sondern auch an den Nachtparkplätzen. Die 40 kW wurden oft einfach verschenkt, einige hatten Zwischenzähler die an der Wache ausgegeben worden.
Will sagen, die letzten denen nichts dazu einfallen würde wären die Logistiker selbst. Einige haben inzwischen viel Solar, und man muss nicht erklären dass es lukrativer wäre, den Strom an andere Speditionen zu verkaufen, statt einzuspeisen. 63A CEE bringen über Nacht eine Menge Kilometer in einen Truck, da muss es nicht mal der Doppel Schnelllader sein.
Jörg2 meint
Paule
Ja.
Ich halte das Gejammer, an den BAB-Raststätten gebe es keine ausreichende Lkw-Ladeinfrastruktur und E-Lkw ginge ja deswegen nicht…. für Argumente Branchenfremder.
Werner Mauss meint
Jörg, das stimmt nicht, natürlich geht das, du kannst den ganzen Ladepark freischalten wenn du willst.
Jörg2 meint
Jo!
Das war mir nicht bewusst.
Ich hatte da anderes im Hirn.
Danke für die Berichtigung!
Jörg2 meint
Jetzt wird auch im Lkw-Bereich in Europa das passieren, was wir schon im Pkw-Bereich sehen.
Chinesische Anbieter nehmen den angestammten Marktbeherrschern Stück-für-Stück Marktanteile ab. Es wird hierbei bei den chinesischen Anbietern holpern. Einige werden wieder verschwinden. Die Gesamtaktion wird bleiben.
Parallel dazu kommen die angestammten, ehemaligen Nur-Verbrenner-Lkw-Anbieter ins Straucheln (s. Daimler-Truck, Gewinneinbruch um 1/3).
In den Kommentaren wird sich auch ähnliches dazu abspielen. Der Orangene hat schon damit angefangen.
David meint
Das Konzept kennen wir ja von diversen PKW-Marken. Man will am Preis wenig bis nichts nachlassen und die Technik ist ja nun auch nicht ein neues Level.
banquo meint
So schnell die Daten mit dem z.B. e Actros verglichen? Die Ladeleistung 660kW ist schon sehr hoch.
M. meint
Dual-Gun, sonst nicht.
Muss man dann halt auch haben…
Paule meint
Vorsicht, vorsicht, nicht so laut danach rufen. Es gab schon mal einen Fahrzeughersteller auf der anderen Seite vom Teich, der seinen Kunden einfach mal so noch ein Ladenetz – passend für seine Fahrzeuge – hingestellt hat. Zum Bedauern vieler hier ist es dann sogar noch nach Europa rüber geschwappt. Also besser ganz still sein.
M. meint
Vorsicht, Vorsicht, von diesem Hersteller sind bisher weder die Fahrzeuge noch dazu passende Ladeparks rübergeschwappt.
(Ok, das Projekt läuft auch erst 8,5 Jahre)
Also besser ganz still sein.
Future meint
Es geht los. Die ersten eigenen Ladeparks werden gerade eröffnet in Amerika. Bis Anfang 2027 sind über 300 Ladepunkte an 46 Standorten geplant, die Ladeleistungen von bis zu 1,2 MW bieten, um 70 % Akku in 30 Minuten zu laden. Der Fokus liegt auf Schnellladern an Hauptverkehrsrouten und Lademöglichkeiten bei Kunden. (Quelle: IAA Transportation, 04.03.2026) Die Spannung steigt mal wieder. Ist das nicht schön für die Logistker?
M. meint
Für die Logistiker hier ist es an Belanglosigkeit nicht zu überbieten.
Aber, zum Thema „Planung“: da gab es von diesem Anbieter mal den Plan, bis 09/23 in 10 km Entfernung, und in anderer Richtung in 25 km Entfernung mit Zieldatum 12/23 Ladeparks zu eröffnen.
Weißt du, was seitdem passiert ist?
Die Planungsdaten sind vom Plan verschwunden. 😆
Paule meint
Das hat doch neulich David so schön erklärt, was ist mit den korrigierten Plänen auf sich hat.
Future meint
Wie reden seit Jahren über belangloses Zeug. Deshalb hier nochmal die Adresse für deine nächste Urlaubsreise: Der erste öffentliche Megacharger steht an der 4265 E Guasti Road in Ontario und ist dort ab sofort nur für Semi-Flottenkunden verfügbar. Die großen Berichte dazu gab es überall, auch auf Deutsch bei electrive am 09.03.2026.
Paule meint
Ich bin mir sicher, das geht durch seine Filterblase nicht durch. Es kann nicht sein, was nicht sein darf.
eBikerin meint
Lieber Future – was kann man denn am dem Standort in den USA sehen, was es nicht auch an den Standorten bei zB Aral in Deutschland (wenn ich den Artikel hier richtig gelesen habe, an den 30 Standorten ) anderes sehen?
Ist halt eine Ladesäule die vermutlich genauso aussieht wie die anderen nur nen anderen Stecker hat – genau wie bei den Ladern bei Aral.
Oder denen von Milence?
Future meint
@eBikerin: In den Berichten steht, dass es sich um die ersten öffentlichen Ladesäulen für das Semi-Ladenetz in USA handelt. Es wird vermutet, dass das ein Indiz dafür sei, dass es Tesla nun jetzt ernst meint mit dem LKW-Ladenetz und der Produktion. Es lohnt sich, bei electrive nachzulesen, wie das gemeint ist.
M. meint
Dass es in den USA was gibt, ist gekannt.
Aber soll das eine relevante Info für Logistiker in Deutschland sein?
Erkläre mir das mal.
Und zum Thema „Urlaub in Ontario“:
Das ist so ziemlich das südlichste, was ich auf diesem Kontinent (alles, was mit „Nord…“ beginnt) aktuell besuchen würde, aber ganz sicher nicht wegen einer Ladestation… das ist wohl eher was für Fans. ;-)