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ADAC: Antrag auf „wertfreie Betrachtung“ der Antriebsarten scheitert

24.03.2026 in Autoindustrie, Politik von Thomas Langenbucher | 19 Kommentare

Audi-A6-Sportback-e-tron-

Bild: Audi (Symbolbild)

Ein Antrag eines Motorsport-Ortsclubs hat auf der Mitgliederversammlung des ADAC Südbayern einen internen Konflikt über die Ausrichtung des Automobilclubs offengelegt. Die Scuderia Magra forderte laut der Welt, der Club solle alle Antriebsarten „wertfrei zu betrachten, und damit tatsächliche Technologieoffenheit zu fördern“. Der Vorstoß zielte auf eine aus Sicht der Initiatoren zu einseitige Fokussierung auf Elektromobilität und wurde von 39 Prozent oder 2808 Stimmen der anwesenden Mitglieder unterstützt, verfehlte jedoch die notwendige Mehrheit.

Der Antrag sah vor, dass der ADAC bei Informationen zu Fahrzeugantrieben stärker auf „vorurteilsfreie Recherche“ setzt und Daten gleichwertig darstellt – auch dann, wenn dies politisch unerwünschte Ergebnisse zutage fördert. Zudem kritisierte der Münchner Ortsclub, der ADAC habe Kostensteigerungen für Autofahrer durch staatliche Maßnahmen im Namen des Klimaschutzes „ohne wesentlichen Widerspruch“ begleitet.

Aussagen von früherem Verkehrspräsidenten wirken nach

Der Vorstoß macht der Welt zufolge ein tiefer liegendes Spannungsfeld sichtbar: Innerhalb des ADAC mit seinen 22,7 Millionen Mitgliedern gibt es offenbar ein Tauziehen zwischen Befürwortern klassischer Verbrennungstechnik und Anhängern der Elektromobilität. In der Begründung verwies der Ortsclub unter anderem auf Äußerungen des ehemaligen Verkehrspräsidenten Gerhard Hillebrand, der sich für CO₂-Bepreisung und höhere Kraftstoffpreise ausgesprochen hatte.

Diese Positionen lösten unter Mitgliedern erhebliche Kritik aus. Viele sahen darin einen Verrat an den Interessen der Autofahrer. Die Folge waren Beschwerden und eine Kündigungswelle mit rund 60.000 Austritten im Januar 2026. Hillebrand trat daraufhin als Verkehrspräsident zurück, blieb jedoch Vorsitzender eines Regionalvereins.

Inhaltlich argumentiert der Ortsclub, der ADAC nutze seinen Einfluss in der Klima- und Verkehrspolitik nicht ausreichend im Sinne der Autofahrer. Er fordert eine stärkere Orientierung an „nachprüfbaren Fakten“ und warnt davor, Mitglieder einseitig zu informieren oder zu verunsichern. Dabei wird auch grundsätzlich die Wirksamkeit nationaler Klimaschutzmaßnahmen infrage gestellt.

„Kein Anlass, an der Neutralität des ADAC zu zweifeln“

Der Vorstand des ADAC Südbayern stellte sich gegen den Antrag und verteidigte die eigene Position. Es gebe „keinen Anlass, an der Neutralität und Kompetenz des ADAC zu zweifeln“. Zugleich räumte man ein, dass die Kommunikation künftig klarer werden solle und griff damit indirekt Kritikpunkte auf.

Der ADAC betont weiterhin seinen Anspruch, neutral zu informieren und keine ideologischen Vorgaben zu machen. Die Wahl des Antriebs sei eine individuelle Entscheidung, erklärte der Vorsitzende. Gleichzeitig wies der Vorstand Vorwürfe zurück, politisch einseitig zu agieren, und unterstrich die Rolle des Clubs als unabhängiger Berater ohne eigene finanzielle Interessen.

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Via: Welt
Unternehmen: ADAC
Antrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Steffen meint

    24.03.2026 um 17:14

    Wieso Ideologie? Fakt ist, man muss klimaneutral werden. Und Fakt ist ebenfalls, dass synthetische oder Biokraftstoffe allenfalls Nischenlösungen sein werden. Der ADAC kann also komplett positiv über E-Mobilität schreiben – es ist ideologiefrei und neutral betrachtet einfach die einzige Lösung für die Zukunft.

    Antworten
  2. Elvenpath meint

    24.03.2026 um 16:00

    Nein, ich werde Technologien, die unser Klima belasten nicht „wertfrei“ betrachten. Dieser Motosport Club hat doch wohl schwer einen an der Waffel.

    Ich bin auch gegen echte-wir-schei…en-auf-das-Klima Technologieoffenheit. Technologieoffenheit nur für möglichst CO2-freie Lösungen!

    Antworten
    • M. meint

      24.03.2026 um 19:29

      Du hast es nicht richtig gelesen, das solltest du nachholen.

      Antworten
  3. Julian meint

    24.03.2026 um 13:10

    Glauben die Mitglieder oder der Vorstand des ADAC wirklich, die Spritpreise gehen wieder runter?

    Antworten
  4. Egon_meier meint

    24.03.2026 um 12:57

    Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion.

    Antworten
  5. Ossisailor meint

    24.03.2026 um 12:42

    Ich bin schon vor über 50 Jahren aus dem ADAC ausgetreten.
    Ich mochte die politischen Positionen des Klubs nicht. Die haben sich stets – wie die Hersteller – gegen alle vernünftigen Entscheidungen und Vorschriften gestellt mit teils haarsträubenden Argumenten, immer im vermeintlichen Interesse der Autofahrer.
    Ein wenig scheint sich das gewandelt zu haben, wie der Protest-Antrag des Ortsklubs MÜnchen zeigt.

    Antworten
    • M. meint

      24.03.2026 um 13:32

      Holla die Waldfee, interessante Einblicke sind das. Vor 50 Jahren wusste ich noch nicht mal, dass es den ADAC gibt.
      Und welche Politik der damals vertreten hat, weiß ich heute noch nicht (ist mir aber auch egal). Aber 2 Dinge weiß ich:
      1) was vor 50 Jahren war, muss heute keinen Bestand mehr haben
      2) um Elektroautos ging es damals nicht.

      Antworten
      • Ossisailor meint

        24.03.2026 um 23:32

        Habe halt schon ein langes Autofahrerleben hinter mir und nur noch ein kurzes vor mir.

        Antworten
  6. M. meint

    24.03.2026 um 12:40

    Eigentlich sehe ich das komplett positiv.
    Zum einen entkräftet es den Mythos, der ADAC sei pro Verbrenner, um den Werbekunden zu gefallen.
    Und dann zeigt sich auch, dass auch Bestrebungen, den Verbrenner wieder positiver darzustellen, von der Mehrheit (61%) abgelehnt werden.
    Und der ADAC vertritt zu >90% Verbrennerfahrer (weil das eben der Bestand ist). Trotzdem geht sowas nicht durch.

    Antworten
    • Andi EE meint

      24.03.2026 um 16:37

      Der ADAC vertritt das was die Deutsche Autoindustrie möchte, das war damals so, als sie jahrzehntelang die Ranglisten beschissen haben und es ist naheliegend, dass es jetzt nicht viel anders ist. Elektro oder Verbrenner spielt doch keine Rolle, die vertreten das was verkauft werden muss. Das kommt doch auch immer wieder in den lustigen Tests zum Vorschein. 🥳 Dieser Laden ist und war schon immer völlig unglaubwürdig.

      Antworten
      • M. meint

        24.03.2026 um 17:21

        Du redest wirres Zeug, das sich nicht einmal im Ansatz mit dem deckt, was aus diesem Artikel hervorgeht.

        Antworten
      • Tinto meint

        24.03.2026 um 17:39

        Was sagt denn die KI:
        „Nach dem Skandal 2014 hat der ADAC die Methoden der Datenerhebung umgestellt und externe Prüfer beauftragt. Die Pannenstatistik wird heute anders erhoben, um Manipulationen auszuschließen. Der Preis „Gelber Engel“ wurde abgeschafft. “
        Ist bei Andy noch nicht angekommen.

        Antworten
        • Andi EE meint

          25.03.2026 um 08:49

          Es wird einfach auf anderen Wegen beschissen. In Bezug auf Tesla, wenn es um den Verbrauch geht, wählt man für den Test natürlich kein RWD Model 3, das würde ja gewinnen, nein dann nimmt man die LR vom Model Y. Wenn es um den Platz geht, dann nimmt man das Model 3 … nach diesem Schema manipuliert dieser Saftladen die Ergebnisse. Wenn sich das gewünschte Ergebnis nicht einstellt, lässt man die ungeliebte Konkurrenz einfach weg. Oder testet Dinge gar nicht, die vom grosser Relevanz sind, aber die eigenen deutlich schlechter abschneiden.

          Z.B. die ganzen gewichtsrelevanten Dinge sind nie ein Thema (Mittel- und Oberklasse), die kommen dann nur bei den Einsteigermodellen (Dacia und Co.) zur Sprache (CO2 / riesige Batteriepakete). Statt dass sie mal den ausufernden Speck an Deutschen Fahrzeugen unter die Lupe nehmen = Fehlanzeige.

          Du siehst im diesen Tests, nur schon an der Modellauswahl, wie sie Hersteller niederschreiben und andere pushen wollen, gezielt mit der Modellauswahl benachteiligen, Dinge gar nie thematisieren / dann in Klassen verlagern, wo es die eigenen nicht mehr betrifft.

        • M. meint

          25.03.2026 um 13:25

          …beschissen….manipuliert….Saftladen…..
          Das ist Andi, wenn er ’sachlich‘ argumentiert.
          Beweise liefert er nicht.
          Es reicht ja auch, Behauptungen aufzustellen.
          Immerhin machen das in seiner Blase alle so.
          Nur die Neigung zu Gossensprache hat auch dort nicht jeder.

  7. Couch Kartoffel meint

    24.03.2026 um 11:49

    Was denn wertfrei? Der Verbrenner steht auf dem Weg zum Abstellgleis oder will noch jemand stinkende Dampfloks im täglichen Bahnhetrieb?

    Antworten
    • F. K. Fast meint

      24.03.2026 um 12:09

      Natürlich gibt es Freunde von Dampfloks, die daran in ihrer Freizeit rumschrauben. So wird es wohl auch dem Verbrenner ergehen, früher oder später. Aber vermutlich nicht am „hocheffizienten“ (= hochkomplexen) Verbrenner, sondern am einfachen ohne Turbo und Elektronik.

      Antworten
    • Quallest meint

      24.03.2026 um 12:31

      Einfach die externen Kosten die der Verbrenner verursacht auf den Spritpreis umlegen. Dann hat sich die Diskussion schnell erledigt…..

      Antworten
    • E.Korsar meint

      24.03.2026 um 13:21

      Wenn im Gegenzug (Hihi, -zug.) die 628er-Dieseltriebwagen endgültig verschrottet würden, würde ich ein paar Dampfloks akzeptieren.

      Antworten
    • Steffen meint

      24.03.2026 um 17:31

      Letztens einen Bericht gesehen, dass selbst die Harzer Brockenbahn mittelfristig umrüstet und Kohle passé sein soll.

      KI:
      Die Harzer Schmalspurbahnen (HSB) planen, ihre Dampflokomotiven zur Reduzierung von Emissionen und Waldbrandgefahr von Steinkohle auf pflanzliches Leichtöl umzurüsten. Ein erster Umbau einer Lokomotive ist bereits erfolgt. Die Maßnahme soll den Ausstoß um ca. 40 % senken, während Optik und Sound erhalten bleiben. Die Umrüstung ist Teil einer umfassenderen Strategie zur klimaneutralen Zukunft der Brockenbahn.

      Antworten

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