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Hohe Spritpreise treiben Nachfrage nach Elektroautos

31.03.2026 in Autoindustrie von Thomas Langenbucher | 17 Kommentare

VW-ID3-GTX

Bild: VW

Die stark gestiegenen Spritpreise zeigen offenbar unmittelbare Auswirkungen auf das Verhalten von Autokäufern. Sowohl im Neu- als auch im Gebrauchtwagenmarkt wächst das Interesse an Elektroautos deutlich. Darauf weisen laut der AutoBild steigende Nutzeranfragen auf Kaufplattformen wie mobile.de und Carwow hin, die eine klare Verschiebung der Nachfrage erkennen lassen.

Ein zentraler Grund dafür liegt in den deutlich geringeren Energiekosten von Elektrofahrzeugen. Bei einem dem Portal Verivox zufolge durchschnittlichen Strompreis von 31,1 Cent pro Kilowattstunde (kWh) ergeben sich für ein vollelektrisches Fahrzeug wie den VW ID.3 Kosten von 5,38 Euro pro 100 Kilometer. Im Vergleich dazu benötigt ein VW Golf 1.5 TSI bei einem Benzinpreis von 2,05 Euro pro Liter rund 13,33 Euro für die gleiche Strecke. Damit liegen die Kosten für den Verbrenner um 7,95 Euro höher und sind mehr als doppelt so hoch wie beim Elektroauto.

Diese Preisunterschiede schlagen sich spürbar in der Nachfrage nieder. Ein Sprecher von mobile.de erklärt gegenüber AutoBild: „Aktuell führen die hohen Benzinpreise zu einer steigenden Nachfrage nach Elektromobilität.“ Das zeige sich in den Suchanfragen auf dem nach eigenen Angaben Deutschlands größten Fahrzeugmarkt: Der Anteil der E-Auto-Suchen habe sich seit Anfang März 2026 nahezu verdreifacht – von 12 auf 36 Prozent.

Auch bei den Händlern macht sich der Trend bemerkbar, die Zahl konkreter Anfragen nach Elektrofahrzeugen ist deutlich gestiegen. Laut dem Sprecher von mobile.de erhalten Autohändler derzeit rund 50 Prozent mehr Anfragen nach Stromern als noch im Februar, was auf ein wachsendes Kaufinteresse hindeutet.

Ähnliche Entwicklungen beobachtet auch das Autoportal Carwow: Eine Mitte März 2026 durchgeführte Kundenumfrage zeigt, dass 48 Prozent der Befragten aufgrund der gestiegenen Kraftstoffpreise verstärkt Elektro- oder Hybridfahrzeuge in Betracht ziehen. Parallel dazu ist der Anteil der Elektroauto-Konfigurationen von 55 Prozent Ende Februar auf 66 Prozent Mitte März gestiegen.

Im Gegenzug sinkt das Interesse an klassischen Verbrennern: Deren Konfigurationsanteil fiel im selben Zeitraum von etwa 26 auf rund 18 Prozent. „Der Effekt ist also relativ signifikant parallel zum Ölpreis-Geschehen. Mit den hohen Spritpreisen steigt die Nachfrage“, so Carwow-Vertriebsleiter Felix Barth.

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Via: AutoBild
Tags: KostenAntrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Steffen meint

    31.03.2026 um 17:03

    Tja, die Verbraucher sind also wohl doch nicht so blöd und ideologisch auf Verbrenner fixiert wie oft behauptet. Zeigt aber auch, dass die Verkehrswende hauptsächlich über den Preis geht. Die CO2-Abgabe kann also gar nicht schnell genug weiter wachsen… ;-)

    Antworten
  2. elektromat meint

    31.03.2026 um 15:43

    Ich bleib bei meiner alten These von 2018. Hersteller und Händler die 2030 nicht elektrisch sind gibts 2035 nicht mehr. Das Verbrenner Aus der Politik kann man sich komplett sparen, oder wie Toni Seba vor zehn Jahren schon sagte. Die technische Disruption die E-Autos auslösen wird nicht wegen Politik passieren, sondern trotz der Politik.

    Antworten
  3. David meint

    31.03.2026 um 12:30

    Das zeigt immerhin, dass der Kostenvorteil auch von Verbrennerfahrern verstanden wird. Man darf das aber auch nicht überbewerten, jetzt fallen nur die Münzen in den Schacht, die sowieso auf der Kante lagen. Die richtigen Hardcore Benzinfans sind völlig unberührt. Die sind sogar stolz, jetzt in ihren AMG Premiumkraftstoff für 2,70 € den Liter reintanken zu dürfen.

    Antworten
    • Dirk meint

      31.03.2026 um 13:31

      Die heulen dann aber, wenn sie ihre Karren nicht mehr verkauft kriegen in einem von E-Fahrzeugen dominierten Markt.
      Und wenn sie hier und da nicht mehr reinfahren dürfen mit ihren lärmenden Stinkern.

      Antworten
      • Mäx meint

        31.03.2026 um 15:45

        Aktuell wird mir auf Instagram des Öfteren ein Reel ala „endlich sind die Autobahnen wieder frei für die die schnell fahren wollen“.
        Daher teile ich die Ansicht, dass für die die hard Fans der Sprit noch nicht teuer genug ist.
        Leider trifft es aber eben auch Einkommensschwache, die es sich aktuell noch nicht aussuchen können.

        Antworten
        • Steffen meint

          31.03.2026 um 17:06

          Ich meine, dass ich in letzter Zeit öfters als früher Verbrenner überholen muss mit meinem E-Auto. Wäre ja auch verständlich, die kostet schnell fahren deutlich mehr als mich mit PV. Spinner, die deutlich schneller fahren als erlaubt, gibt’s aber natürlich immer noch.

  4. Deity meint

    31.03.2026 um 09:52

    So Schmerhaft das auch für uns alle ist, das könnte jetzt natürlich der ausschlaggebende Impuls sein. Jeden Monat mehr, den die Preise über 2 Euro/Liter sind, werden sich mehr und mehr Leute zum E-Fahrzeug durchringen.

    Den Kostenvorteil kann man mit Stammtischparolen einfach nicht mehr wegwischen.

    Antworten
    • Gunnar meint

      31.03.2026 um 17:50

      Sehe ich ganz genauso. Diese Krise sollte von der Gesellschaft als Chance zur Veränderung und Verbesserung wahrgenommen werden.

      Antworten
  5. Envision meint

    31.03.2026 um 09:10

    Jup, Gebrauchtmarkt wird gerade leergefegt, Preise haben in den meisten Fällen ordentlich angezogen (gegenüber von vor 5 Wochen), wenn man bei einschlägigen Plattformen selbst bei Exoten wie Ford Explorer Nachrichten bekommt wie „48 andere Interessenten beobachten dieses Fahrzeug“

    Antworten
    • Mary Schmitt meint

      31.03.2026 um 22:29

      Ford Explorer ist kein Exot. Ist in Europa in der Top 10 der BEV.

      Antworten
  6. MrBlueEyes meint

    31.03.2026 um 09:09

    So gesehen, hat diese Öl-Krise zumindest noch was „Gutes“, wenn man das so bezeichnen darf…

    Spätestens bei 50% BEV-Anteil sollte die kritische Masse überschritten sein, dass der Markt komplett Richtung BEV schwenkt… ich weiß, ist noch ein (relativ) langer Weg…

    Antworten
    • EQ-Fahrer meint

      31.03.2026 um 11:29

      Auch wenn ich Krieg absolut nicht gut heiße, für den Ausbau der regenerativen Stromerzeugung und der Emobilität weltweit kann nichts besseres passieren. Spätestens jetzt sollte jedem, der nicht komplett verstrahlt ist, klar sein was die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern bedeutet.

      Antworten
      • Steffen meint

        31.03.2026 um 17:10

        Ja, es ist böse, das zu sagen, aber der Krieg kam genau zur rechten Zeit: Deutlicher konnte die Bürgerin nicht vor Augen geführt bekommen, dass Gas- und Ölheizungen und Verbrenner-Autos keine gute Idee sind. Ist wirklich gut, dass Frau Reiches absurdes Umschwenken beim „Heizungsgesetz“ so schnell als absolut untauglich für die Zukunft entlarvt wurde.

        Antworten
        • Stefan S meint

          01.04.2026 um 09:00

          Bis jetzt kommt vom Ministerium leider aber noch keine Abkehr von den bis jetzt geplanten Gesetzen. Eigentlich ist Frau Reiche nicht tragbar, die Zeiten wo Politiker aus Gewissensgründen zurücktreten sind scheinbar vorbei. Ich sehe aber auch nicht dass sie jemand dazu drängt.

    • Mäx meint

      31.03.2026 um 12:19

      Ich würde das sogar schon früher sehen.
      Wenn BEVs in den Medien immer den größten Marktanteil stellen beginnt ja das Umdenken im Kopf, raus aus der Nische.
      Jaja Elektroauto, verkaufen sich schlecht, blabla.
      Ne, BEV stellt den höchsten Marktanteil, alles andere verkauft sich schlecht.
      z.B. 35% BEV, 20% PHEV, 10% Diesel, 10% Benzin, 25% Hybrid
      Dieser Übergang passiert wohl irgendwo 2027/28.

      Antworten
      • Steffen meint

        31.03.2026 um 17:24

        Naja, aber die meisten dieser Leute bekommen das gedanklich dann schon allein aus Bequemlichkeit sehr einfach hin diese Gruppen zu Verbrenner (evtl. mit etwas elektrischem Gedöns) zusammenzufassen und bleiben dann lange noch in der größten Gruppe.
        Realer wirkt meiner Meinung nach, dass man im Straßenbild, beim Parken und bei Bekannten immer öfter einen Vollzeitstromer sieht und darüber ins Gespräch kommt (Onkel Erwin war doch immer so reserviert gegenüber Stromern, wenn sogar der jetzt einen fährt, dann kann das ja nicht ganz falsch sein).

        Antworten
    • Steffen meint

      31.03.2026 um 17:20

      Wegen Website-Absturz (Datenbankfehler) vielleicht doppelt:
      Ja, es ist böse, das zu sagen, aber der Krieg kam genau zur rechten Zeit: Deutlicher konnte die Bürgerin nicht vor Augen geführt bekommen, dass Gas- und Ölheizungen und Verbrenner-Autos keine gute Idee sind. Ist wirklich gut, dass Frau Reiches absurdes Umschwenken beim „Heizungsgesetz“ so schnell als absolut untauglich für die Zukunft entlarvt wurde.

      Antworten

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