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Wasserstoff: Kosten für Tanktausch könnten Pkw unrentabel machen

30.06.2026 in Autoindustrie, Technik von Thomas Langenbucher | 18 Kommentare

Bild: Toyota (Symbolbild)

In Deutschland sind derzeit etwa 1500 Wasserstofffahrzeuge zugelassen. Viele dieser Fahrzeuge werden von Behörden, Organisationen, Zulieferern oder Autoherstellern genutzt. Für ältere Modelle der Brennstoffzellen-Technologie zeichnet sich laut einem Bericht eine wirtschaftliche Herausforderung ab.

Die Hochdrucktanks aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK), die Drücke zwischen 350 und 700 bar aushalten, unterliegen einer zeitlichen Befristung, schreibt Vision Mobility. Nach aktuellen Vorgaben laufe die Zulassung dieser Füllbehälter nach 15 bis maximal 20 Jahren ab. Ein Austausch der Tanks sei notwendig, da nach Ablauf dieser Frist die Dichtigkeit aufgrund von Alterungsprozessen, Temperaturschwankungen und den hohen Drücken nicht mehr garantiert werden kann und die Betriebsgenehmigung erlischt. Die Kosten für einen solchen Ersatz beliefen sich auf mehrere tausend Euro.

Schon seit einiger Zeit auf den Straßen fahrende Modelle wie der Toyota Mirai, der Hyundai iX35 FC oder der Honda FCX Clarity könnten dadurch vor einem wirtschaftlichen Totalschaden stehen, heißt es. Da es auf dem Gebrauchtwagenmarkt kaum Nachfrage gebe und der Wiederverkaufswert niedriger sei als bei Verbrennern oder Elektroautos, sei die Rentabilität eines Ersatztanks fraglich.

Ein zertifiziertes Prüfverfahren für Wasserstofftanks in Pkw existiert in Deutschland Vision Mobility zufolge aktuell nicht. Die Tanks würden im Rahmen der zweijährlichen TÜV-Prüfung zwar inspiziert, unterlägen jedoch den allgemeinen Tankvorschriften. Aufgrund der geringen Zulassungszahlen sei bisher kein Prozess zur Homologation eines speziellen Prüfverfahrens abseits der Industrieprüfungen umgesetzt worden. Ein notwendiger Tausch der Tanks könnte für viele Fahrzeuge daher das wirtschaftliche Ende ihrer Nutzung bedeuten.

Während Wasserstoff-Elektromobilität laut einigen eine vielversprechende alternative Antriebsmöglichkeit darstellt, haben die meisten Pkw-Hersteller ihre Bemühungen zurückgefahren oder eingestellt. Jedoch hält unter den hiesigen Autobauern BMW an der Technologie fest und bereitet die Einführung einer mit Wasserstoff-Brennstoffzellen-Elektroantrieb fahrenden Kleinserie des großen SUV X5 vor.

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Via: Vision Mobility
Tags: KostenAntrieb: Wasserstofffahrzeuge

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Matthias meint

    10.07.2026 um 16:24

    In Waiblingen wurde eine neue H2-Tanke mit benachbarter Produktionsanlage eröffnet, offenbar gesponsort vom Landkreis für dessen ÖPNV-Busse. Die 700-bar-Zapfsäule für PKW zeigt einen kg-Preis von 17,95€. Die 350-bar-Säule für NFZ dagegen 3,60€.

    Für Nutzfahrzeuge ist zudem tiefkalter Flüssig-Wasserstoff interessant, damit entfällt der extrem hohe Druck. Legendär die 1000km-Fahrt des LH2-Daimler-LKW nach Berlin, wo nicht getankt werden konnte weil die einzige Tankstelle im Werk Wörth steht. Rückkehr dorthin auf dem Tieflader.

    Antworten
  2. tacjazo meint

    01.07.2026 um 11:54

    Wusste gar nicht, dass Wasserstoffautos in irgendeiner Hinsicht rentabel gewesen sind, wie es die Überschrift suggeriert :D

    Antworten
  3. Nostradamus meint

    01.07.2026 um 00:53

    Interessant! Dieser Bericht enthält keine nützliche Information. Was ist sein Ziel? Angst zu verbreitern? Ein Wasserstofftank ist sicherlich mehrfach billiger als eine Batterie.

    Antworten
  4. Peet meint

    30.06.2026 um 11:49

    Eigentlich nichts Neues, dass Gastanks nach einer gewissen Zeit getauscht werden müssen. Gerade weil sie unter 700 Bar Druck stehen.

    Antworten
  5. M. meint

    30.06.2026 um 11:18

    Dass man da jetzt erst drauf kommt.
    Jeder Druckgehälter unterliegt einer periodischen Überprüfung.
    Und die läuft zwar schon beim TÜV, aber nicht in der Kfz.-Prüfstelle…
    https://www.tuvsud.com/de-de/branchen/produzierende-industrie/druckbehaelter/vorbereitung-druckbehaelterpruefung

    Mag sein, dass man sich für Kfz hier noch was überlegt (hat), an der grundsätzlichen Notwendigkeit kommt man aber nicht vorbei.

    700 bar, Freunde! Siebenhundert. Das ist nicht so einfach wie bei Erdgas an der Tanke. Da sind es nur 200 bar.

    Antworten
  6. South meint

    30.06.2026 um 10:30

    Mja, faireshalber, 15-20 Jahre wären jetzt nicht das K.O. Kriterium, zumal man mit entsprechender Forschung vielleicht noch mehr rauskitzeln könnte. Aber das ist ja genau der Punkt. Es lohnt sich nicht mehr, Geld in H Autos zu stecken, weil einfach trotz jahrzehntelanger Forschung die lange Liste der vielen anderen sogar wesentlich kritischeren und vor allem unlösbaren Nachteile nicht verschwinden. H Autos sind reines Greenwashing und superteuer, nicht nur die Fahrzeuge, sondern auch die benötigte Infrastruktur. Das hat mit den alten Diesel-Benzintankstellen aber auch gar nix zu tun, viel komplexer, teuer. Und nen kapitalen Unfall mit nem H Tank, auch so ne Sache.
    Spielt aber alles keine Rolle mehr. Das eAuto hatte technisch H in wenigen Jahren quasi pulverisiert.

    Antworten
    • M. meint

      30.06.2026 um 13:42

      „Schrott nach 15 Jahren, und zwar mit Ansage schon bei Neuzulassung“ ist ein ab-so-lu-tes KO-Kriterium.
      Abseits von H2 sind Autos nach 15 Jahren nun mal nicht schrottreif.

      Und „Forschung“ wird das Thema so schnell nicht lösen. Die periodische Druckbehälterprüfung ist vorgeschrieben. Punkt.
      https://www.wartungsplaner.de/prueffristensoftware/Pruefung-von-Druckbehaeltern.htm
      Von allen Seiten, und sogar INNEN. Wie soll das laufen? Restwertkonform?
      Da mag eine Behörde mal sagen „lass nur, da passiert nichts“. Bis was passiert. Und bei 700 bar ist dann kein „Schaden“ an der Tankstelle – die Ex-Tankstelle sieht danach aus wie verschiedene Teile von Aleppo. In der Haut von Mr. „lass nur, da passiert nichts“ will ich dann nicht stecken. In der Haut des Fahrzeugbesitzers auch nicht. Aber der hat’s immerhin schnell hinter sich.

      Antworten
      • KBDCALLS meint

        30.06.2026 um 16:18

        Welches Auto hält heute noch 15 Jahre oder gar 20 Jahre durch? Vorher dürfte die Elektronik schlapp machen oder es gibt keine Softwareupdates mehr. Dabei ist es egal ob Eauto oder Verbrenner.

        Antworten
        • M. meint

          30.06.2026 um 23:42

          Lass uns mal raus auf einen Parkplatz gehen. Dann zeig ich dir die.
          Ich sehe auch regelmäßig welche, die älter sind.
          Wer aber auf Wegwerfautos steht, bitte, mein Problem wird das nicht sein…

      • MK meint

        30.06.2026 um 17:12

        @M.
        Ich sehe es wie Sie. Das Problem aber ist doch: Hier wird z.B. BMW erwähnt: Die wenigsten, die so einen BMW X5 neu kaufen, fahren ein Auto 15 Jahre: Die meisten Leute aus dieser Zielgruppe kaufen/leasen sowieso nach spätestens 4 Jahren wieder einen Neuwagen und interessieren sich auch nicht groß für den Wertverlust.

        Antworten
        • M. meint

          30.06.2026 um 23:53

          Die Neuwagenkäufer fahren den keine 15 Jahre, das wird so sein.
          Aber die wollen den auch mal verkaufen – das kann man auf den diversen Seiten sehen. Und die Zweitbesitzer verkaufen den meist auch noch mal.
          Und wenn es dann heißt „das Ding muss in (z.B.) 4 Jahren verschrottet werden, wird ein Drittbesitzer weniger Geld dafür ausgeben wollen. Den Wertverlust müssen Erst- und Zweitbesitzer irgendwie tragen.

          Und weil es gerade hieß „welches Auto hält heute noch 15 bis 20 Jahre durch?“ – hier sind sie: 179.000 mal.
          https://suchen.mobile.de/fahrzeuge/search.html?dam=false&fr=2006%3A2011&s=Car&vc=Car
          Da steckt auch schon Software drin. Fährt trotzdem ohne wöchentliche Updates…

      • South meint

        30.06.2026 um 21:42

        Mja, es sind ja 15-20 Jahre und das könnte dem einen oder anderem vielleicht reichen. Aber hey. Wie ja geschrieben, völlig bedeutungslos, angesichts der vielen anderen viel schwerwiegenden unlösbaren Nachteile. Davon abgesehen ist das eAuto technisch mit Lichtgeschwindigkeit an den H Autos vorbeigezogen und eAutos haben noch viel weiteres Potential. Das Märchen vom der Technolologie(bes)offenen verkannten H Alternative ist mittlerweile so offensichtlich falsch… da glauben wohl eher noch ein Erwachsener an den Osterhasen….

        Antworten
  7. CJuser meint

    30.06.2026 um 10:08

    Naja, hier werden sich die Preise wohl genauso noch nach unten entwickeln, wie die von Batterien. Wenn auch bei weitem nicht so stark, da eher selten. Gibt es nicht aber auch Wasserstofftanks mit geringeren Drücken (und dann aber auch weniger Fassungsvermögen)? Da sollten die Kosten dann ja vermutlich auch geringer ausfallen. Parallel wäre aber bestimmt auch interessant zu wissen, wie teuer ein Tausch der Brennstoffzelle wäre.

    Antworten
    • Ben meint

      30.06.2026 um 13:26

      Hat nur den Nachteil das man halt nur mit 700bar oder größeren Tanks auf die typische Reichweite eines normalen 77kWh Akku BEV kommt. Kein Mensch kauft sich nen H² Polo mit 200km Reichweite bei kosten von 20€/100km.

      Antworten
  8. Futureman meint

    30.06.2026 um 09:54

    Ein weiterer Sargnagel einer von Beginn an zum Scheitern verurteilten Technik.

    Antworten
    • jogi54 meint

      30.06.2026 um 17:47

      Wer will denn noch ein H2 Auto??
      H2 ist teurer als reiner Strom (oh Wunder – das sagt schon die Physik, dass das so sein muss… jede Umwandlung kostet Verluste)
      Die Tankstellen werden zunehmend abgebaut, da sie sich nicht mehr rentieren und nicht mehr subventioniert werden – und die H2 Tankstellendichte ist in Europa so gering, dass man keinesfalls überall hinkommt.

      Antworten
      • Volker meint

        01.07.2026 um 01:13

        Nur so als kleines Beispiel.
        In Österreich GAB es 5 H2-Tankstellen. ALLE 5 wurden von der OMV aufgelassen und eingestellt.
        Solche Tatsachen sagen mehr als 1.000 Versprechen von Autoherstellern oder Politikern (die sich nicht auskennen) zur Wasserstoff-Technologie. 😬🧐

        Antworten
        • Ingo meint

          03.07.2026 um 12:43

          Das gilt für Erdgaswagen doch genau so. Mein W245 ist 2029 20 Jahre alt, danach bekomme ich den ohne Tausch der 4 Kohlefaser Tankflaschen nicht mehr über dem TÜV. Druckprüfung ist auch nur sehr eingeschränkt z.B. in Italien möglich.
          Falls die H2 Wagen höherwertig und langlebiger sind, muss eben 6-10K€ dafür investiert werden. Andere zahlen bei manchen Verbrennern für Getriebe oder Motorinstandsetzung auch schnell 9K€ und mehr innerhalb der 20 Jahre…

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