Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e. V. (BDEW) hat seinen achten „Elektromobilitätsmonitor“ veröffentlicht. Der Lobby- und Interessenverband der deutschen Strom- und Energiebranche erklärt: „E-Mobilität ist die richtige Antwort für mehr Unabhängigkeit von fossilen Kraftstoffen und für mehr Klimaschutz.“
Die E-Mobilität in Deutschland habe sich im Jahr 2025 gut entwickelt und das erste Quartal 2026 sei noch stärker, so der BDEW. Dazu erklärt Kerstin Andreae, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Verbands:
„2025 war ein starkes Jahr für die Elektromobilität in Deutschland: Der Rekord bei den E-Pkw-Neuzulassungen, der im ersten Quartal 2026 noch einmal übertroffen wurde, und der Ausbau der Ladeleistung auf mehr als neun Gigawatt (GW) und 200.000 Ladepunkte setzen neue Meilensteine. Elektromobilität ist nicht nur ein zentraler Hebel für mehr Klimaschutz, sie macht uns in geopolitisch unsicheren Zeiten auch unabhängiger von fossilen Brennstoffen und ist von den Preissprüngen an den Tankstellen nicht betroffen.“
Die Energie- und Ladebranche liefere, sagt Andreae. Seit Jahren investiere sie im Vertrauen auf stabile Rahmenbedingungen in den Ausbau des Ladeangebots und habe diese deutlich über den aktuellen Bedarf ausgebaut. „Unsere Nutzerbefragungen zeigen regelmäßig, dass Menschen, die E-Pkw fahren, keinen Mangel an Ladeinfrastruktur beklagen. Die bereits über 200.000 öffentlichen Ladepunkte hierzulande, private Wallboxen und halböffentliches Laden etwa auf Supermarktparkplätzen sowie der weitere Ausbau der Infrastruktur sind ein sichtbares Zeichen.“
Teure Tankrabatte oder Preisdeckel seien „alte Antworten auf komplexe Herausforderungen“. Die Unterstützung vulnerabler Gruppen müsse vielmehr über den vom Finanzministerium eingeführten Direktauszahlungsmechanismus erfolgen. Die Senkung der Stromsteuer hingegen könne einen weiteren positiven Impuls für Elektrifizierung setzen und sollte umgesetzt werden.
Der aktuelle OECD-Bericht über Grundlagen für Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit in Deutschland verdeutlicht laut dem BDEW: Das entscheidende Problem in Deutschland ist die Investitionsschwäche. Für den Mobilitätssektor heiße dies: „Wer Unabhängigkeit, Wettbewerbsfähigkeit, Wertschöpfung und Klimaschutz stärken will, muss die Elektromobilität voranbringen. Geeignete Instrumente sind gezielte Anreize für Flotten, nachhaltige Steueranreize auch für private Pkw, die Senkung der Stromsteuer ebenso wie eine Wiederauflegung des Förderprogramm für klimaschonende Nutzfahrzeuge und Infrastrukturen- für E-Lkw und elektrische Zugmaschinen. Nötig wäre seitens der Bundesregierung eine zielgerichtete und vorausschauende Elektromobilitätsstrategie.“
Die wichtigsten Entwicklungen laut dem 8. Elektromobilitätsmonitor
Neuzulassungen von E-Pkw stiegen 2025 mit gut 43 Prozent deutlich und liegen auf Rekordniveau, fast jeder fünfte neu zugelassene Pkw fährt elektrisch. Der starke Trend setzt sich im 1. Quartal 2026 fort.
Die Listenpreise von E- und Benzin-Pkw haben sich seit 2022 in fast allen Fahrzeugsegmenten angeglichen, wobei Klein- und Kompakt-Pkw allerdings weiterhin durchschnittlich 16 Prozent mehr kosten als der vergleichbare Benziner.
Die Branche hat das öffentliche Ladeangebot 2025 auf mehr als 200.000 Ladepunkte und eine installierte Ladeleistung von mehr als neun Gigawatt ausgebaut. „Das Jahr 2025 stellte abermals einen Rekordzuwachs an HPC-Ladepunkten dar, weshalb die installierte Ladeleistung deutlich gegenüber 2024 gesteigert wurde“, so der BDEW.
„Der Ausbau des Ladeangebots in Deutschland erfolgt dabei am Bedarf orientiert entlang der Verkehrsachsen sowie in Siedlungs- und Tourismusgebieten. In den Siedlungen werden AC-, DC- sowie HPC-Lader im direkten Umfeld voneinander errichtet.“ In den 58 Prozent der Gemeinden, die mit mindestens einem öffentlichen Ladepunkt ausgestattet sind, leben der Auswertung zufolge 95 Prozent der Bevölkerung. Zum Vergleich: Nur 42 Prozent der Gemeinden haben mindestens eine Tankstelle.
Die Ladepunkte wurden 2025 mit durchschnittlich zwölf Prozent Belegung immer noch sehr wenig genutzt. „Die geringe zeitgleiche Belegung zeigt, dass der Ausbau des Ladeangebots weiter deutlich vor dem Hochlauf der vollelektrischen Pkw liegt“, so der BDEW. „Mit einer installierten Leistung von mehr als neun GW übererfüllt Deutschland die EU-Vorgaben (AFIR) deutlich ebenso wie die meisten EU-Länder.“
Zufrieden mit dem öffentlichen Laden sind 86 Prozent der E-Mobilisten, erklärt der Verband. Mehr als die Hälfte vergleiche die Preise über Apps und zahle fast nie 80 Cent oder mehr pro Kilowattstunde
Über die Hälfte der E-Mobilisten nutzen Apps, um öffentliche Ladepreise zu vergleichen, so der BDEW weiter. Unter den „Early Adoptern“ sind es deutlich mehr als unter den „Pionieren“. Dienstwagenfahrende nutzen diese im Vergleich zur Gesamtgruppe deutlich seltener. 84 Prozent der E-Mobilisten, die nur öffentlich laden, haben noch nie oder nur sehr selten mehr als 80ct/kWh gezahlt.
„Die große Mehrheit der E-Mobilisten ist mit dem öffentlichen Laden zufrieden“, sagt der Energieverband. „Insgesamt sehen 86 Prozent die Erwartungen an das öffentliche Laden erfüllt, 58 Prozent sogar übererfüllt. ‚Early Adopter sind deutlich zufriedener als ‚Pioniere‘. Die Gesamtzufriedenheit derer, die zuhause laden können, liegt nur geringfügig über der der E-Mobilisten, die nur öffentlich laden.“

Wurstfinger meint
Henn-Ei Problem. Wenn ich keine Ladepunkte habe, kaufe ich auch kein E-Auto also haben, daraus folgend, e-autobesitzer genug Ladepunkte.
In der Stadt ist das kein Thema aber auf dem Land zur Miete wohnend ist die Situation grauenvoll.
Thomas Wagner meint
Jetzt müssen nur noch die Ladepreise, besonders bei 22 KW AC Ladesäulen deutlich sinken, dann wird das auch was mit der Auslastung 👍