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Chinesische Autohersteller drängen in den deutschen Flottenmarkt

23.04.2026 in Fuhrpark von Thomas Langenbucher | 6 Kommentare

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Bild: MG

Ein großer Teil der Pkw-Neuzulassungen in Deutschland entfällt auf gewerbliche Kunden. In diesem Markt dominieren bislang die lokalen Hersteller. Chinesische Marken wollen ihren Anteil nun auch im Flottengeschäft ausbauen, berichtet die Automobilwoche.

Im relevanten Flottenmarkt kamen chinesische Marken im vergangenen Jahr zusammen auf gut 11.000 Neuzulassungen. Bei Polestar entfiel mehr als jedes zweite Fahrzeug auf diesen Bereich. Bei BYD lag der Anteil bei 14 Prozent, bei MG bei 9 Prozent.

MG hat für Deutschland ein konkretes Ziel formuliert. Vertriebsdirektor Oliver Rittierodt will bei Privatkunden und insbesondere in Flotten wachsen und den Flottenanteil verdoppeln. Bezogen auf das Absatzziel von 33.000 Fahrzeugen entspräche das etwa 6000 Einheiten.

Dabei setzt MG vor allem auf die Händler, weil sie die Flottenkunden vor Ort kennen. Gewerbekonditionen sollen künftig nicht mehr quartalsweise, sondern jeweils für ein Jahr gelten. „Dadurch schaffen wir mehr Planbarkeit“, sagt Rittierodt im Gespräch mit der Automobilwoche.

Als Vorteil chinesischer Fabrikate gelten meist die Preise. Die Fahrzeuge sind in der Regel nicht nur günstiger als europäische Wettbewerber, sondern auch besser ausgestattet. Trotzdem stoßen chinesische Hersteller in Fuhrparks häufig noch auf Skepsis.

Arthur Kipferler, Partner und Managing Director bei Berylls by AlixPartners, sieht ein Problem asiatischer Premium- und Luxusmarken in ihrer geringen Bekanntheit. Dadurch eigneten sich ihre Modelle kaum als Statussymbole. Gerade in Fuhrparks mit hierarchischen Abstufungen sei das nicht unwichtig. „Die meisten bleiben bei den Marken, die sie kennen“, sagt Kipferler.

Fokus auf Preis-Leistungs-Verhältnis

Auch ungewöhnliche Vertriebsansätze treffen bei dieser Kundengruppe schnell auf Vorbehalte. Zeekr konzentriert sich beim Markteintritt in Deutschland auf das Flottengeschäft und setzt bei Vertrieb und Service auf freie Werkstätten, um rasch ein Netz aufzubauen. Erst im nächsten Jahr soll parallel ein Händlernetz entstehen. Lothar Schupet, CEO (acting) von Zeekr Europe, verfolgt die Strategie „best price, value position“ – also das beste Preis-Leistungs-Verhältnis.

Der Kostendruck in Flotten ist hoch. Eine Dataforce-Studie zeigt, dass 49 Prozent der Fuhrparks mit mehr als 100 Pkw dies als große Herausforderung sehen. In den vergangenen Wochen hat der Druck durch steigende Sprit- und Energiepreise in vielen Unternehmen weiter zugenommen. Hinzu kommen steigende Fahrzeugpreise und Leasingraten, besonders bei batterieelektrischen Fahrzeugen. Viele Verantwortliche berichten, dass passende Modelle innerhalb der in den Car Policies festgelegten Budgetgrenzen schwerer zu finden sind.

Stefan Reindl, Direktor des Instituts für Automobilwirtschaft, sieht die Hürden für neue Marken im Flottengeschäft weniger im Produkt als im betriebswirtschaftlichen Gesamtpaket. Für Fuhrparks zählen planbare Gesamtbetriebskosten, belastbare Restwerte, funktionierende Leasingkalkulationen, ein dichtes Service- und Werkstattnetz sowie verlässliche Prozesse in Schadenmanagement, Wartung und Remarketing.

Entsprechend hoch sind die Anforderungen an neue Anbieter. JAC Motors ist erst seit Ende vergangenen Jahres über den Importeur RSA Deutschland im Markt und verfügt inzwischen über 15 Händler; bis Jahresende sollen es 60 bis 80 sein. BYD ist deutlich weiter und will bis Jahresende rund 350 Verkaufsstandorte in Deutschland haben. Wie viel der angestrebten 50.000 Einheiten im laufenden Jahr auf das Flottengeschäft entfallen sollen, bleibt offen. Im Fokus stehen vor allem kleinere und mittlere Fuhrparks, aber auch große Flotten.

Reindl sieht unter den chinesischen Marken derzeit vor allem MG und BYD mit den besten Chancen, weil sie Volumen, Netzaufbau und ein plausibles Preis-Leistungs-Verhältnis verbinden.

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Tags: China, EuropaAntrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Gernot meint

    24.04.2026 um 09:41

    Polestar und Volvo haben Chancen, weil sie als europäische Autos wahrgenommen werden. BYD, Nio, Xpeng, Denza, Leapmotor und Co dürften im Flottenmarkt chancenlos sein. Wenn du als Außendienstler mit einer Chinakarre beim deutschen Mittelständler vorfährst, dann ist die erste Frage des Mittelständlers, ob er vielleicht auch besser bei den Chinesen statt beim deutschen Lieferanten kaufen sollte.

    Antworten
    • Future meint

      26.04.2026 um 14:23

      Gibt es noch »Mittelständler« in Deutschland ohne irgendein in China gebautes Produkt. Ich glaube nicht. In Privathaushalten steht meistens ja auch etwas aus China – mindestens bei den Vorprodukten. Warum sollte das bei der Automobilität anders sein. Es geht doch immer um Wettbewerb und um das beste Produkt. Davon profitieren dann auch deutsche Mittelständler, die ihre Produkte erfolgreich nach China verkaufen. Ich bin mir sicher, dass dem deutsche Mittelständler das auch klar sein wird.

      Antworten
  2. Jörg2 meint

    23.04.2026 um 21:53

    Flottenmarkt D 2025:

    Neuzulassungen Pkw über alle Antriebsarten ca. 870.000

    Davon BEV ca. 200.000

    Zulassungszahl „China“ ca. 11.000 ( <1,3% des Gesamtflottenmarktes)

    Antworten
  3. Jörg2 meint

    23.04.2026 um 14:38

    Nur folgerichtig.
    Wird aber schwer, gegen die aktuellen Akteure.

    Solange diese (die aktuellen Akteure) noch Luft haben, auch weiterhin zu Billigs-Leasingkonditionen ihre BEV in die Flotten (und damit in den Markt) zu geben, ist die Tür eigentlich zu.

    Antworten
    • M. meint

      23.04.2026 um 14:58

      Wieso, sie sind doch drin?
      Vielleicht haben die sich nur nicht ganz so linkisch angestellt wie ein anderer Wettbewerber…

      Antworten
      • David meint

        23.04.2026 um 17:55

        China in Flotten ist sehr schwer. Bisher gingen die meisten Wagen in die Anbieter von Langzeitmieten oder Sharing Flotten.

        Antworten

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