Tesla soll laut einem aktuellen Bericht an einem ganz neuen, kleineren Elektroauto arbeiten. Ein neues Einstiegsmodell war schon einmal geplant, es war zwischenzeitlich sogar die Rede von zwei möglichen Baureihen – die Pläne wurden dann aber verworfen. Dass man nun erneut ein Elektroauto unterhalb der aktuellen Mittelklassewagen Model 3 und Model Y vorantreibt, ist laut CEO Elon Musk nicht der Fall.
Der US-Elektroautobauer habe in den letzten Wochen Kontakt zu Zulieferern aufgenommen, um Einzelheiten des Plans für ein kompaktes SUV zu besprechen. Das schrieb kürzlich die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Insider. Es solle sich um ein neues Fahrzeug handeln und nicht um eine Variante von Teslas aktuellen Modellen. Offiziell trifft das jedoch nicht zu.
Das zweitürige, zweisitzige „Cybercab“ sei das von Tesla versprochene Kompaktfahrzeug, sagte Konzernchef Elon Musk im Rahmen der Vorstellung der jüngsten Geschäftszahlen. Das ohne menschliche Steuerung auskommende E-Mobil sei für Teslas Flotte autonomer Fahrdienstfahrzeuge sowie für den privaten Gebrauch konzipiert, erklärte er.
„Das Cybercab ist ein kompaktes Fahrzeug“, sagte der Tesla-Chef laut Automotive News bei der Telefonkonferenz zur Bekanntgabe der Geschäftszahlen. „Es ist sehr geräumig, aber es ist ein Fahrzeug für zwei Personen. Und wir gehen davon aus, dass langfristig der Großteil unserer Produktion aus Cybercabs bestehen wird, da 90 Prozent der zurückgelegten Kilometer mit nur einer oder zwei Personen gefahren werden.“
Musk erklärte, die Produktion des Cybercab werde langsam hochgefahren, da es sich um ein neues Modell mit einer neuen Lieferkette handele. Tesla hat noch keinen Termin für die Markteinführung festgelegt. Das Unternehmen hat sich auch bisher nicht konkret dazu geäußert, ob das als vollautonomes E-Auto vorgestellte Cybercab wie von einigen vermutet auch mit Lenkrad und Pedale an Kunden verkauft werden könnte. Bislang sind entsprechende Prototypen offiziell nur für Tests unterwegs.
Musk sieht den Schwerpunkt von Tesla perspektivisch nicht mehr im Geschäft mit herkömmlichen Elektroautos. Das Unternehmen hat in diesem Jahr die Oberklasse-Reihen Model S und X eingestellt. Man will sich mehr auf Robotaxi-Fahrzeuge ohne Lenkrad und Pedale wie das Cybercab sowie den humanoiden Roboter Optimus konzentrieren.
Seine Modellpalette plant Tesla auf autonome Fahrzeuge unterschiedlicher Größen ausrichten. Nach Angaben von CEO Musk soll der neue Roadster auf lange Sicht das einzige manuell gefahrene Auto des US-Unternehmens bleiben.

David meint
Das wäre ein sinnvolles Konzept, wenn Tesla in den USA in relevanten Großstädten Level 4 fahren würde und Testfahrzeuge mit Level 4 offizielle Tests in China und Europa absolvieren würden. Dann könnte man sagen: Tesla hat ja bewiesen, dass sie es können und für die 2,3 Jahre bis zur weltweiten Genehmigung macht es keinen Sinn, ein neues Modell aufzulegen.
Nur ist das nicht der Fall. Genau genommen fahren sie nirgends autonom und es ist nirgends beantragt. Während sehr sehr viele andere Firmen offizielle Level 4 Tests laufen haben. Das sind also nur noch Nebelkerzen während der Chef ganz offen zugibt, das Interesse an Elektroautos verloren zu haben. Das merkt man den Produkten an.
MK meint
Nachdem heute der erste Artikel des Tages zu Tesla vermeldet hat „Markteinführung Tesla Roadster auf unbestimmte Zeit verschoben“, lautet die zweite Meldung also zusammengefasst „doch kein zusätzliches Modell neben den bereits seit Jahren angekündigten und bei einem weiteren (Cybercab) die Markteinführung auf unbestimmte Zeit verschoben“…und trotzdem werden es die Tesla-Fans feiern, als wäre der Auslieferungsstart verbindlich und in sehr naher Zukunft verkündet worden und der Aktienkurs wird steigen (wobei dieses Jahr bisher ein Verlust von gut 15% steht).
Ansonsten zeigt sich wieder, dass Musk den Automarkt der westlichen Welt nicht verstanden hat: Seine Aussage, dass 90% bis 95% der Fahrten mit maximal 2 Personen gefahren werden, ist sicher richtig. Trotzdem sind die Autos in den letzten Jahrzehnten aber immer größer und stärker motorisiert geworden: Niemand braucht wirklich einen Mercedes/BMW/Audi für 100.000 €. Fast niemand braucht einen SUV. Trotzdem verkaufen sich die Dinger am besten…weil die meisten nicht danach entscheiden, was sie wirklich sinnvollerweise brauchen, sondern danach, was sie haben wollen. Alleine das wird eine riesige Bremse bei der Verbreitung autonomer Taxis sein (immerhin wird hier vermeldet, dass das Cybercab auch für den Privatgebrauch verfügbar sein solle…da sind wir dann aber wieder bei dem Punkt: auch unter denen, die es privat nur haben wollen, um sich von dem Ding täglich zur Arbeit und zurück nach Hause chauffieren zu lassen, wollen viele halt ein größeres, höheres Auto.
Also: Selbst unter der Annahme, dass Tesla es schnell schafft, die Produktion des Cybercabs hochzufahren und wir außerdem davon ausgehen, dass es überall auf der Welt noch dieses Jahr eine Zulassung fürs autonome Fahren erhält (was vollkommen unrealistisch ist), sehe ich nicht, dass das so bald der Massenmarkt wird, den Tesla bräuchte, um alleine die schon bestehenden Fabriken mal wirklich auszulasten.
Future meint
Da war Reuters wohl etwas voreilig mit dem Gerücht zum kompakten Tesla. Aber es ist wie immer – jede News mit Tesla in der Head produziert ordentlich Klicks und schafft damit Wertschöpfung für das Portal.
Justin Case meint
„Musk sieht den Schwerpunkt von Tesla perspektivisch nicht mehr im Geschäft mit herkömmlichen Elektroautos.“
Das ist seit ein paar Jahren spürbar. Mal schauen, wie viel Zeit die Börse ihm gibt, die vielen verschiedenen Wechsel auf die Zukunft einzulösen. Bisher war der Markt immer sehr geduldig mit ihm.
ID.alist meint
ROFL
The new Florida car, wenn er nur eine Straßenzulassung hätte.