Ein Bericht aus den USA zu neuen Elektroautos für 2026 beschreibt mehrere Fortschritte im aktuellen Modelljahr. Aufgeführt werden schnellere Ladegeschwindigkeiten, größere Reichweiten und Effizienzverbesserungen innerhalb einzelner Fahrzeugklassen über alle Preispunkte hinweg. Die Auswertung stützt sich auf Daten des Solarprojektentwicklers Recurrent.
Mit Blick auf die Batterie-Abnutzung kommt die Analyse von mehr als 1 Milliarde gefahrenen Meilen (1,61 Mrd. km) zu dem Ergebnis, dass ein durchschnittliches Elektroauto nach drei Jahren noch 97 Prozent seiner Reichweite behält und nach fünf Jahren 95 Prozent. Ein 2026er-Modell mit heute erwarteten 325 Meilen Reichweite (523 km) käme damit 2031 noch auf 309 Meilen (497 km).
Historisch gesehen gilt für 68 Prozent der Modelle aus dem Jahr 2023, dass sie ihre Reichweite nach der eher realistischen US-Norm EPA heute noch übertreffen. Zudem setzen einige Hersteller auf eine gleichbleibende Fahrerfahrung, indem sie mit zunehmendem Fahrzeugalter reservierte Batteriekapazität freigeben oder Reichweitenalgorithmen per Over-the-Air-Update anpassen. Zugleich wird klargestellt: Reichweitenstabilität ist nicht dasselbe wie Batteriezustand oder Batteriekapazität, und Batterien altern in jedem Elektroauto.
Die durchschnittliche erwartete Reichweite beliebter Elektroautos liegt 2026 bei 325 Meilen (523 km). 2025 waren es 293 Meilen (472 km), 2020 261 Meilen (420 km). Als Grund wird nicht nur auf größere Batterien verwiesen, sondern auch auf bessere Thermomanagement- und Aerodynamiklösungen, mit denen aus jeder Kilowattstunde (kWh) mehr Fahrstrecke gewonnen wird.
Als Beispiel wird der Kompaktwagen Nissan Leaf nach Modelljahren aufgeführt. Für 2016 und 2017 werden 3,33 Meilen pro kWh (5,36 km/kWh) aus einer 30-kWh-Batterie genannt, 2018 ebenfalls 3,33 Meilen pro kWh (5,36 km/kWh) aus 40 kWh und 2019 3,31 Meilen pro kWh (5,33 km/kWh) aus 40 kWh. Für 2020 bis 2022 stehen 3,09 Meilen pro kWh (4,97 km/kWh) aus 62 kWh, für 2023 bis 2025 3,24 Meilen pro kWh (5,21 km/kWh) aus 60 kWh und für 2026 3,03 Meilen pro kWh (4,88 km/kWh) aus 75 kWh.
Die größten Batterien liefern weiterhin die längsten Reichweiten. Als Beispiel wird die Elektro-Version des Pick-up-Trucks Chevrolet Silverado genannt, der mit einer 205-kWh-Batterie auf eine Reichweite von 547 Meilen (880 km) kommt. Die Reichweitenrangliste von Recurrent basiert auf einer „erwarteten Reichweite“, die aus realen Fahrdaten abgeleitet wird und Wetter, Fahrbedingungen sowie Batteriealter berücksichtigt.
Besonders deutlich fallen die Fortschritte beim Laden aus. Einige der schnellsten Fahrzeuge können 100 Meilen Reichweite (161 km) in weniger als zehn Minuten nachladen. Entscheidend ist dabei nicht die beworbene Spitzenleistung, sondern wie lange ein Fahrzeug hohe Ladegeschwindigkeiten hält und wie effizient die eingesetzte Leistung in fahrbare Meilen umgesetzt wird. Recurrent verwendet dafür die Kennzahl „Zeit für 100 Meilen“, weil sie Ladekurve, Effizienz und Nutzbarkeit im Alltag zusammenfasst.
Der Hyundai-Konzern schneidet in dieser Kategorie besonders stark ab. Die 800-Volt-Architektur sorgt demnach bei Ioniq 5, Ioniq 6, Kia EV6 und Genesis GV60 für konstant schnelles Laden. In der Luxusklasse werden der Porsche Taycan mit ebenfalls 800-Volt-Technik und Modelle von Lucid (900 Volt) als E-Autos genannt, die den Sektor weiter in Richtung kürzerer Ladezeiten bewegen.
Bei der Effizienz zeigt sich ein gemischtes Bild. Trotz technischer Fortschritte ist die durchschnittliche Effizienz seit ihrem Höchststand im Jahr 2018 gesunken, weil sich der Markt stärker in Richtung größerer SUVs, Trucks und Crossover verschiebt. Der Durchschnitt des Modelljahrs 2026 liegt bei 37,5 kWh pro 100 Meilen (23,3 kWh pro 100 km). Die effizientesten Modelle erreichen 23 kWh pro 100 Meilen (14,3 kWh pro 100 km) und kommen damit mit derselben Energiemenge ungefähr 40 Prozent weiter als der Durchschnitt. Aerodynamische Limousinen führen die Effizienzliste an, kompakte Crossover folgen dicht dahinter.
Für kalte Temperaturen nennt die Recurrent-Winterstudie zu mehr als 30 beliebten Modellen einen Durchschnitt von 78 Prozent Reichweitenerhalt bei 32 Grad Fahrenheit und 70 Prozent bei 20 Grad Fahrenheit (-6,7 °C). Das beste Modell hält bei Frost 88 Prozent seiner Reichweite. Wärmepumpentechnik verringert den saisonalen Abstand weiter und verlängert die Reichweite bei 32 Grad Fahrenheit (0 °C) gegenüber Widerstandsheizungen um rund 10 Prozent.

LMdeB meint
„2016 … 3,33 Meilen pro kWh (5,36 km/kWh) … 2026 3,03 Meilen pro kWh (4,88 km/kWh) …“
Hä? Ist das nicht weniger Strecke aus 1 kWh? Für mich ist das keine Verbesserung.
Oder wo ist mein DenkFehler?
(FYI: Noch keine Kommentare sichtbar im Moment des Schreibens.)
Micc meint
Das ist mir auch aufgefallen. Im zitierten Original steht der gleiche Fehler.
David meint
„Als Beispiel wird die Elektro-Version des Pick-up-Trucks Chevrolet Silverado genannt, der mit einer 205-kWh-Batterie auf eine Reichweite von 547 Meilen (880 km) kommt.“
Und preislich machbar. Anders als bei fast allen anderen Modellen, ist es hier sogar so, dass der große Akku nicht an die höchste Ausstattungslinie gekoppelt ist, sondern wird auch mit einer stark abgespeckten preiswerten Nutzfahrzeug-Ausstattung angeboten. Man muss zugeben, wenn eine Gruppe in den USA besonders nicht elektrisch fährt, dann sind es die Pick-up Besitzer. Aber alle und keinen gibt es ja nirgends. Für die, die also einen elektrischen Pick-up erwägen, kann man sagen, Chevrolet hat definitiv das Reichweitenproblem gelöst. Auf eine sehr amerikanische Weise.