Porsche hatte ehrgeizige Elektroauto-Ziele. Die Stuttgarter gingen zwischenzeitlich davon aus, dass in wenigen Jahren nur noch die Sportwagenikone 911 mit klassischen Verbrennerantrieben angeboten wird. Doch der Markt entwickelte sich anders als erwartet und die Schwaben musste ihre mit hohen Kosten Pläne korrigieren. Nun teilte der Sportwagenbauer seine kurzfristigen Stromer-Ziele mit.
Für das Gesamtjahr 2026 geht Porsche von einem Anteil der rein batteriebetriebenen Modelle zwischen 24 und 26 Prozent aus. Das Ziel der ursprünglich ausgerufenen E-Offensive war, bis 2030 einen Elektroanteil von über 80 Prozent zu erreichen. Doch Konzernchef Oliver Blume erklärte schon vor etwa einem Jahr, die Marktentwicklung mache das unrealistisch. Die Übergangsphase zur E-Mobilität werde länger dauern als ursprünglich angenommen.
In Reaktion auf die schleppende Nachfrage nach E-Autos wurde die Strategie angepasst: Die Laufzeit von Verbrennern wird verlängert, Pläne für eine eigene Batteriezellproduktion wurden aufgegeben. Das geplante SUV-Modell K1 wird sowohl mit klassischen als auch mit Hybridantrieben auf den Markt kommen, eigentlich war ein Vollstromer vorgesehen. Das große SUV Cayenne ist kürzlich wie geplant in der neuen Generation rein elektrisch gestartet, flankierend wird es aber noch Verbrenner- und Plug-in-Hybridversionen geben.
Genaue Modellplanung noch offen
Die Zukunft der kleinen 718-Sportwagen ist noch offen. Sie sollten eigentlich nur noch mit reinem Batterieantrieb gebaut werden, Berichten zufolge erwägt Porsche aber auch hier eine längere parallele Verbrennerzukunft. Allerdings sind die bisherigen Benzin-Modelle von Boxster und Cayman wegen strengeren Cybersicherheitsvorgaben der EU eingestellt worden. Die Plattform der bald startenden neuen Generation ist exklusiv für E-Antrieb ausgelegt.
Das seit 2024 als reines Elektroauto vertriebene mittelgroße SUV Macan wird eine neue Alternative mit Verbrenner-Antrieb erhalten, wie Porsche inzwischen bestätigt hat. Abzuwarten bleibt, wie es mit der bisher als reiner Verbrenner und Plug-in-Hybrid angebotenen Oberklasselimousine Panamera weitergeht. Zuletzt gab es Berichte, dass Porsche diese Baureihe mit dem als Sportlimousine und Kombi konzipierten Elektroauto Taycan zusammenlegen und den Kunden die Wahl des Antriebs überlassen könnte.
Die zentralen Entscheidungen bei Porsche trifft seit diesem Jahr nicht mehr Oliver Blume. Er hatte die Volkswagen-Tochter nach seinem Wechsel an die Konzernspitze einige Zeit nebenbei weitergeführt. Seit diesem Jahr ist Michael Leiters der CEO, der zuvor leitende Positionen bei McLaren sowie Ferrari und schon davor Führungsfunktionen bei Porsche innehatte. Als CEO will er „Porsche umfassend neu aufstellen, das Unternehmen schlanker, schneller und die Produkte noch begehrlicher machen“. Dabei sieht die Marke deutlich weniger E-Autos noch 2022 angekündigt vor.
Im ersten Quartal lieferte Porsche 60.991 Fahrzeuge an Kunden aus, im Vorjahreszeitraum waren es 71.470. Der Anteil rein batteriebetriebener Modelle sank auf 19,8 Prozent, im ersten Quartal 2025 wollten noch 25,9 Prozent der Kunden ein E-Auto.

MK meint
@Redaktion:
Die Aussage, dass Porsche auf eine eigene Batteriezellfertigung verzichte, wurde zwar großflächig in den Medien verbreitet, ist aber falsch:
Porsche hat tatsächlich vermeldet, bei seiner eigenen Tochtergesellschaft „Cellforce“ die Produktionsambitionen aufzugeben und bereits eingestelltes Personal zu entlassen, stattdessen solle Cellforce nur noch forschen.
Im Gegenzug hat man aber die große Mehrheit der Anteile der ehemaligen Varta-Tochtergesellschaft „V4drive“, mittlerweile „V4smart“, übernommen, die so als Porsche-Tochtergesellschaft exklusiv für Porsche an zwei Standorten in Deutschland (Ellwangen und Nördlingen) Batteriezellen produziert.
Mäx meint
Die Varta Zellen sind aber meine ich nur für die Hybride, z.B. 911 GTS und Turbo mit dem T-Hybrid Konzept.
Es könnte sich natürlich auch eine Zelle für Fahrzeuge entwickeln, aber aktuell vermute ich zu teuer weil zu spezialisiert für das Konzept Hybrid.
MK meint
@Mäx:
Es ist richtig, dass diese Zellen aktuell in Hybriden zum Einsatz kommen und Taycan und Macan mit zugekauften Zellen ausgestattet werden. Die pauschale Aussage des Artikels, dass Porsche keine eigenen Batteriezellen fertige und dies auch nicht plane, ist damit aber trotzdem falsch.
In einem BEV verbaue ich ja oft keine anderen Zellen, sondern einfach nur mehr Zellen. Ich denke, wenn ist der Hybrid sogar noch anspruchsvoller: Die Akkus werden nicht nur zwischen 20% und 80% Ladezustand genutzt wie viele BEV und nicht nur z.B. einmal die Woche geladen, sondern sind durch Rekuperation und Beschleunigung teils mehrfach täglich auf 100% aufgeladen und auch wieder auf 0% entladen…und da es nur wenige Akkuzellen gibt, auf die sich die Leistung verteilen kann, werden die auch bei der „Ladeleistung“ beim Rekuperieren so beansprucht wie ein BEV am Schnelllader.
Gunnar meint
In Q1/2026 waren es nur 18,8% BEV Anteil. Eine Steigerung auf 25% ist zu begrüßen. Bin gespannt, ob das klappt.
eBikerin meint
Kommt wohl hauptsächlich darauf an wie der Chayenne angenommen wird. Der ist ja neu. Allerdings soll der erst in der zweiten Jahreshälfte ausgeliefert werden. Das Taycan und Macan jetzt plötzlich wieder deutlich anziehen, kann ich mir aber auch nicht so recht vorstellen. Naja warten wir es ab.