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ADAC-Studie zu Vehicle to Load (V2L): Technik funktioniert, zeigt aber Verbesserungspotenzial

17.06.2026 in Aufladen & Tanken von Thomas Langenbucher | Kommentieren

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Bild: Hyundai (Symbolbild)

Viele moderne Elektroautos sind mehr als nur reine Fahrzeuge. Viele können ihren Strom auch für andere Zwecke zur Verfügung stellen. Über das sogenannte Vehicle-to-load (V2L) wird es Nutzern möglich, den Pkw als Stromversorgung zu nutzen und Geräte daran anzuschließen. Experten des ADAC habe sechs E-Autos mit dieser Funktion genauer untersucht: BMW iX3, BYD Seal, Kia EV5, MG4, Renault 5 und XPeng G9. Ziel war, die Sicherheit, Belastbarkeit und Bedienfreundlichkeit des V2L zu überprüfen.

Grundsätzlich funktioniert die Technik bei allen Fahrzeugen gleich: Ein spezieller Adapter verwandelt die Ladebuchse des Fahrzeugs in eine herkömmliche Steckdose. Die maximale Leistung, die abgegeben werden kann, ist abhängig vom Hersteller: Während beim MG4 nur 2,2 kW möglich waren, konnte der BMW kurzzeitig sogar 7,2 kW bereitstellen. Derart hohe Lasten sind in diesem Fall wünschenswert, da einige Elektrogeräte (z.B. Werkzeugmaschinen) üblicherweise hohe Anlaufströme haben. Im Dauermodus liegt die Leistung herstellerübergreifend nicht höher als 3,7 kW.

Im Rahmen der Studie wurden die Fahrzeuge zudem auf Kurzschlusssicherheit geprüft. „Hierbei reagierten alle Systeme vorbildlich und unterbrachen die Stromversorgung, ohne dass es zu einer Gefährdung kam“, berichtet der ADAC.

Allerdings zeigten die Untersuchungen auch einige Verbesserungspotenziale. So verriegelt nicht jeder Hersteller den Adapter, sobald er am Fahrzeug angeschlossen wird. Vereinzelt kann man sogar während der Stromversorgung den Adapter abziehen. Auch bei der Bedienung gibt es noch Verbesserungsmöglichkeiten: Bei einigen Herstellern ist nicht klar, ob die V2L-Funktion im Menü oder am Adapter aktiviert werden muss. Teilweise erschienen auch irreführende und unpräzise Fehlermeldungen wie „OBC prüfen“, obwohl im Bordladegerät gar kein Fehler vorlag.

„Befremdlich ist zudem, dass kein Hersteller eine Freigabe für den Betrieb bei Regen gibt, obwohl die Adapter eigentlich gerade für den Außenbetrieb ausgelegt sein sollten“, so die Tester.

Nicht zu unterschätzen sei der Eigenverbrauch im V2L-Modus, erklärt der ADAC. Beim Betrieb müssten das Bordsystem und der Bord-Lader aktiv sein. In Summe komme ein Verbrauch von bis zu 500 Watt zusammen – das sei vergleichbar mit einem durchschnittlichen Einfamilienhaus in der Nacht. Für kürzere Einsätze sei das weniger relevant, bei längerfristiger Nutzung fresse die V2L-Funktion aber merklich Strom.

Für Fahrer von E-Autos biete die V2L-Funktion insgesamt eine praktische Gelegenheit, unterwegs und auch an abgelegenen Orten (z.B. auf Ausflügen oder beim Camping) Strom zu beziehen, lautet das Fazit des ADAC. Der Automobilclub empfiehlt, sich besonders vor der ersten Benutzung mit den Funktionen und der Bedienung der V2L-Funktion ihres Fahrzeugs vertraut zu machen. Insbesondere bei einer langen Nutzung am Stück sollte auch der Eigenverbrauch beachtet werden.

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Via: ADAC
Tags: Bidirektionales Laden, Stromversorgung, TestUnternehmen: ADAC
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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

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