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Stellantis setzt bei neuen Kleinstwagen auf reinen E-Antrieb

18.06.2026 in Autoindustrie von Thomas Langenbucher | 8 Kommentare

FIAT-Grande-Panda-Elektro

Bild: Fiat (Symbolbild)

Der europäische Autokonzern Stellantis gibt die Multi-Energie-Strategie für seine kommende Generation von Elektro-Kleinstwagen auf. Das Unternehmen setzt stattdessen auf rein elektrische Modelle der „E-Car“-Reihe, um im europäischen Einstiegssegment wettbewerbsfähig zu bleiben. Der Name E-Car spiegelt das EU-Vorhaben wider, kleine, in Europa produzierte E-Fahrzeuge zu fördern.

Bisher legte der Automobilhersteller großen Wert auf Flexibilität bei den Antriebsarten innerhalb seines Portfolios. Die neue Entscheidung markiert eine Abkehr von diesem Ansatz als Reaktion auf den zunehmenden Druck durch chinesische Wettbewerber sowie das Ziel, aggressive Preisziele bei Stromern zu erreichen. Im Gegensatz zu vielen aktuellen Modellen von Stellantis sollen die neuen E-Cars ausschließlich als rein batterieelektrische Fahrzeuge erhältlich sein.

Emanuele Cappellano, Leiter der Region Enlarged Europe bei Stellantis, erklärte bei einer Branchenkonferenz von Automotive News Europe im Juni, dass der Fokus nun darauf liege, die kleinen Stromer erschwinglich zu gestalten. Das Ziel ist ein Verkaufspreis von 15.000 Euro. Zum Vergleich: Der neue Renault-Kleinstwagen Twingo Electric beginnt bei knapp unter 20.000 Euro, während der T03 von der Stellantis-Beteiligung Leapmotor 18.900 Euro kostet.

Die von Stellantis angekündigten E-Cars umfassen ein Modell für Fiat sowie eine Neuauflage des neuen Citroën 2CV. Für die Entwicklung der E-Cars arbeitet der Konzern gemeinsam mit Partnern an einer speziellen Plattform, wobei laut Automotive News eine Beteiligung des Partners Leapmotor aus China möglich ist. Zwischen den Unternehmen besteht bereits ein Joint Venture für den Verkauf von Leapmotor-Modellen außerhalb Europas sowie eine Vereinbarung zur Nutzung gemeinsamer Produktionsstandorte in Spanien und zum Technologietransfer.

Manager Cappellano betonte die Notwendigkeit der Anpassung angesichts des Preiswettbewerbs: „Mit dem aktuellen Preiswettbewerbsniveau kann Stellantis das Niveau der Investitionen, die wir für den Fortschritt unserer Technologie und unseres Produktangebots benötigen, nicht aufrechterhalten.“ Die Partnerschaften mit chinesischen Unternehmen sollen den Einstieg in Segmente ermöglichen, die die Gruppe bisher nicht abdeckt, zur Auslastung der Werke beitragen und dem Technologietransfer dienen.

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Via: Automotive News (kostenpflichtig)
Unternehmen: Citroën, Fiat, Stellantis
Antrieb: Elektroauto

VW, Stellantis und Renault drängen auf Schutz der europäischen Wertschöpfungskette

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Didi meint

    18.06.2026 um 15:07

    Der „europäische“ Konzern Stellantis hatte vor einigen Wochen noch die größten Investitionen des Konzerns in den us-amerikanischen Werken angekündigt. Zeitgleich sind die europäischen Werke teilweise weit unter der wirtschaftlichen Auslastung. Daher stehen wie bei anderen europäischen Herstellern Werke zum Verkauf oder zur gemeinsamen Nutzung.
    Das industriemagazin.de aus Östereich hatte vor kurzem einen ausführlichen Beitrag dazu.
    Da habe ich persönlich mehr Vertrauen in Renault, und dass die Chinesen bald mehr in der EU produzieren und ohne Zölle gute Fahrzeuge im niedrigen Preissegment anbieten werden.
    Es bleibt spannend und ich freue mich über das breiter werdende Angebot in diesem Segment.

    Antworten
  2. David meint

    18.06.2026 um 13:34

    An sich sind die meisten Firmen von Stellantis ja genau im untersten Segment stark und daher wunderte man sich, wie wenig ambitioniert das bisher elektrisch angegangen wurde.

    Man darf aber nicht vergessen, dass die Ankündigung keine große Sensation ist, weil es ja bereits den Dacia Spring in diesem Bereich gibt. VW war schon zu Käferzeiten nie im untersten Segment vertreten. Einen Volkswagen hat man, wenn das Auto oft zugelassen wird, nicht, wenn es billig ist. Trotzdem hatte man angekündigt, unter Führung von SEAT erstmals ein Auto dieser Klasse zu entwickeln.

    Wenn man da also irgendwann etwas zu bieten hat, wird das kein Selbstläufer. Zumal man nicht sagen kann, dass Dacia aktuell Wachschutz braucht, um den Interessentenansturm nach dem Spring zu bändigen.

    Antworten
    • Jeff Healey meint

      18.06.2026 um 17:10

      Wobei man das schlecht vergleichen kann. Meine Meinung: Dacia ist NICHT billig! Oder besser gesagt, billig schon, aber eben nicht günstig im Sinne des Kunden.
      Was ich damit meine?
      Ich hatte eine Zeit lang sehr ernsthaftes Interesse am Dacia Spring der aktuellen, zuletzt von Dacia stark überarbeiteten Version. Jedoch stieß ich im Zuge meiner Recherchen zu dem Fahrzeug auf erste Berichte von Händlern (!) und Besitzern, welche von einem vollständiges Fehlen von Unterboden-Rostschutz-Maßnahmen an dem Modell berichteten. Diese Erkenntnis war absolut abschreckend für mich, denn man zahlt für einen halbwegs gut ausgestatteten Spring immer noch um die 17.000,-€…, für ein Fahrzeug, dass nach zehn europäischen Wintern Karosserie-mäßig durch sein könnte, reif für die ersten teuren Schweißarbeiten. Nochmals, der Spring ist billig, aber nicht wirklich günstig. Ich konnte für gerade einmal 4.000,-€ mehr, ein E-Fahrzeug aus dem Stellantis-Konzern ergattern, dass gefühlt drei mal so groß wie der Spring ist, deutlich sicherer ist, deutlich wertiger verarbeitet ist, und auch deutlich mehr Reichweite und Ladegeschwindigkeit bietet. Ich traue Stellantis daher zu, seine neue Generation der 15.000,-€ E-Autos, als deutlich routinierter und hochwertiger verarbeitete Produkte anzubieten, als es Dacia derzeit bieten kann.
      Vielleicht zieht Dacia mit einer neuen Basis ja irgendwann technisch und vor allem qualitativ noch nach, aber derzeit würde ich eher, nach dem was man liest, sieht und hört, Stellantis-Fahrzeuge bevorzugen, was die Chancen auf bessere Langzeit-Qualität angeht.

      Antworten
  3. Gernot meint

    18.06.2026 um 11:00

    Wow, das mit Millionen bezahlte Top-Management bei Stellantis kommt mit 5 Jahren Verspätung zu der gleichen Erkenntnis, die viele Kommentatoren hier schon vor 5 Jahren hatten. Aber wenn das Business dann nicht läuft, sind natürlich immer alle Schuld: die Arbeitnehmer, die Politik, die Energiepreise, die Chinesen, … aber grundsätzlich nie schuld sind katastrophale Fehlentscheidungen des Top-Managements. Nie. Bei keinem europäischen Autokonzern.

    Antworten
    • DIBU meint

      19.06.2026 um 08:18

      Na ja, vor 5 Jahren haben hier nahezu alle Kommentatoren gesagt, dass BMW mit seiner Multiplattformtechnik gegen die Wand fahren würde, was ist passiert, die stehen heute mWn. mit am besten da. Man kann die Zukunft nicht in allen Facetten vorhersagen, das sollte so langsam auch in diesem Forum mal ankommen. Im nachhinein alles besser zu wissen ist sehr einfach ;)

      Antworten
  4. Jeff Healey meint

    18.06.2026 um 10:08

    (…) „Das Ziel ist ein Verkaufspreis von 15.000 Euro. Zum Vergleich: Der neue Renault-Kleinstwagen Twingo Electric beginnt bei knapp unter 20.000 Euro, während der T03 von der Stellantis-Beteiligung Leapmotor 18.900 Euro kostet.“ (…)

    Das ist eine ungemein wichtige Entwicklung, und wird der nächste Sargnagel für die Verbrenner-Technologie. Man muss sich diesen Preissprung mal auf der Zunge zergehen lassen. Hiermit werden viele Städter/innen, aber nicht nur die, erstmals ernsthaft an die Elektromobilität herangeführt.
    Sollten Stellantis und Partner das hinbekommen, liegt der Preis für kleine E-Fahrzeuge endlich da, wo er sein soll.

    Antworten
    • Matze meint

      18.06.2026 um 21:31

      Leider wird das genauso laufen wie immer: Ladenhüter wie der ec3 sind „günstig“, bieten aber nur um die 200 km wltp.
      Da ich Stellantis nicht traue, in wenigen Jahren die Akkutechnik zu revolutionieren, wird ein Auto für 15k dann eben nur 150 km wltp haben. Für die Stadt ok, aber kauft man sich wirklich ein 20 oder 15k Auto, dass einem bei jedem Wochenendausflug 45 Minuten „Ladeerlebnis“ beschert? Wir haben uns beim Zweitwagen nun für den Leap 05 entscheiden, weil 200 km wltp zwar deutlich günstiger sind, aber auch zu viele Einschränkungen bringen.

      Antworten
      • Jeff Healey meint

        19.06.2026 um 22:07

        Gute Argumente. Ich bin sehr gespannt welche Reichweite die neuen 15.000,-€ E-Autochen von Stellantis bieten werden.

        Antworten

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