Der europäische Autokonzern Stellantis gibt die Multi-Energie-Strategie für seine kommende Generation von Elektro-Kleinstwagen auf. Das Unternehmen setzt stattdessen auf rein elektrische Modelle der „E-Car“-Reihe, um im europäischen Einstiegssegment wettbewerbsfähig zu bleiben. Der Name E-Car spiegelt das EU-Vorhaben wider, kleine, in Europa produzierte E-Fahrzeuge zu fördern.
Bisher legte der Automobilhersteller großen Wert auf Flexibilität bei den Antriebsarten innerhalb seines Portfolios. Die neue Entscheidung markiert eine Abkehr von diesem Ansatz als Reaktion auf den zunehmenden Druck durch chinesische Wettbewerber sowie das Ziel, aggressive Preisziele bei Stromern zu erreichen. Im Gegensatz zu vielen aktuellen Modellen von Stellantis sollen die neuen E-Cars ausschließlich als rein batterieelektrische Fahrzeuge erhältlich sein.
Emanuele Cappellano, Leiter der Region Enlarged Europe bei Stellantis, erklärte bei einer Branchenkonferenz von Automotive News Europe im Juni, dass der Fokus nun darauf liege, die kleinen Stromer erschwinglich zu gestalten. Das Ziel ist ein Verkaufspreis von 15.000 Euro. Zum Vergleich: Der neue Renault-Kleinstwagen Twingo Electric beginnt bei knapp unter 20.000 Euro, während der T03 von der Stellantis-Beteiligung Leapmotor 18.900 Euro kostet.
Die von Stellantis angekündigten E-Cars umfassen ein Modell für Fiat sowie eine Neuauflage des neuen Citroën 2CV. Für die Entwicklung der E-Cars arbeitet der Konzern gemeinsam mit Partnern an einer speziellen Plattform, wobei laut Automotive News eine Beteiligung des Partners Leapmotor aus China möglich ist. Zwischen den Unternehmen besteht bereits ein Joint Venture für den Verkauf von Leapmotor-Modellen außerhalb Europas sowie eine Vereinbarung zur Nutzung gemeinsamer Produktionsstandorte in Spanien und zum Technologietransfer.
Manager Cappellano betonte die Notwendigkeit der Anpassung angesichts des Preiswettbewerbs: „Mit dem aktuellen Preiswettbewerbsniveau kann Stellantis das Niveau der Investitionen, die wir für den Fortschritt unserer Technologie und unseres Produktangebots benötigen, nicht aufrechterhalten.“ Die Partnerschaften mit chinesischen Unternehmen sollen den Einstieg in Segmente ermöglichen, die die Gruppe bisher nicht abdeckt, zur Auslastung der Werke beitragen und dem Technologietransfer dienen.

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