Die legendäre „Ente“ kehrt als Elektroauto zurück und soll weniger als 15.000 Euro kosten. Citroën, Teil der Stellantis-Gruppe, präsentierte Details zu dem neuen 2CV bei einer Investorenkonferenz. Citroën-Chef Xavier Chardon erklärte, dass das Fahrzeug „zu 100 Prozent elektrisch“ sein und vollständig in Europa produziert werden soll.
Chardon beschrieb das kommende Modell als „echtes Volksauto, gemacht für den Alltag“. Erste Bilder in Automagazinen zeigen ein kurviges Design, das an das Original erinnert. Der Markenchef verwies auf die historische Bedeutung des 2CV, der 1948 „Millionen von Menschen die Freiheit der Mobilität geschenkt“ habe. Der neue 2CV werde die Elektromobilität demokratisieren.
Der Name „Deux Chevaux“ (zwei Pferde) bezieht sich auf die ursprüngliche Steuerklasse von zwei Pferdestärken, obwohl das Original nur neun PS (6,6 kW) hatte. Der 2CV wurde im Oktober 1948 auf dem Pariser Autosalon vorgestellt und war zunächst nur in Grau erhältlich. Später gab es ihn in vielen Farben und mit höherer Motorleistung. Die Produktion endete Mitte 1990 in Portugal, hauptsächlich aufgrund verschärfter EU-Abgas- und Sicherheitsvorschriften.
Die Designarbeit liegt laut Berichten in den Händen von Pierre Leclercq, der auf den Trend sogenannter „Neo-Retro“-Fahrzeuge setzt. Leclercq verwies auf frühere Versuche, den 2CV neu zu denken, etwa das plug-in-hybride Revolte-Konzept von 2009. „Wir haben alle versucht, den 2CV neu zu erschaffen“, sagte er gegenüber AutoExpress. Der damalige Entwurf habe eine moderne Interpretation geboten und sei „super cool“ gewesen. Dennoch sei klar, dass es nicht um eine bloße Kopie gehe, sondern um eine eigenständige Weiterentwicklung.
Der neue Ansatz soll die Grundwerte des Originals bewahren: Erschwinglichkeit, Raumangebot, Komfort und Effizienz. „Wenn man an einen 2CV denkt, ein preiswertes Auto für kleine Ortschaften, dann ist es so wichtig, diese Philosophie und diese Werte beizubehalten. Wenn man das heute in einem Auto neu interpretieren kann, dann sollten wir es tun“, so Leclercq.
BREAKING: Citroën's £15k city car will use the 2CV name – and look just like the original https://t.co/DdLGtqIBnc pic.twitter.com/uWCOAe7lJl
— Autocar (@autocar) May 21, 2026
Technisch dürfte sich das Fahrzeug im Kleinwagensegment positionieren. Citroën soll dafür seine „Smart Car“-Plattform prüfen, die bereits bei Modellen wie dem C3 zum Einsatz kommt. Offen ist unter anderem, ob sich darauf klassische Elemente wie ein Stofffaltdach realisieren lassen. Auch konzernintern spielt die Plattformstrategie eine Rolle: Die A-Segment-Architektur könnte markenübergreifend eingesetzt werden, wobei insbesondere Fiat als Kandidat gilt.
„Bahnbrechendes Projekt für kleine und erschwingliche E-Cars“
Schon früher in diesem Monat hatte Stellantis den Start eines „bahnbrechenden Projekts für kleine und erschwingliche E-Cars“ angekündigt. Voraussichtlich ab 2028 sollen die ersten E-Cars vom Band laufen. Die E-Car-Modelle des Konzerns sollen sich durch modernes Design auszeichnen. „Sie werden von erstklassigen Elektrofahrzeug-Technologien angetrieben, die mit ausgewählten Partnern entwickelt werden. Das macht die Fahrzeuge erschwinglicher und verkürzt die Zeit bis zur Markteinführung“, so das Unternehmen.
Stellantis-CEO Antonio Filosa sagte: „Das E-Car passt perfekt zum Erfolg im Kleinwagen-Segment, der tief in unserer europäischen Stellantis-DNA verwurzelt ist. Unsere Kunden wünschen sich eine Renaissance kleiner, stilvoller Fahrzeuge, die mit Stolz in Europa produziert werden und die zudem erschwinglich und umweltfreundlich sind. Stellantis kommt diesem Wunsch mit neuen spannenden Modellen mehrerer Marken nach. Die Produktion soll 2028 in unserem Werk im italienischen Pomigliano beginnen.“
Den Rahmen für das Projekt definieren neue EU-Vorgaben, die günstigere Elektroautos ermöglichen sollen. Fahrzeuge der künftigen M1E-Kategorie sollen unter 4,2 Meter lang sein und in der EU produziert werden.

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