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EU soll Ausgleichszölle auf chinesische Plug-in-Hybride planen

19.06.2026 in Autoindustrie, Politik von Thomas Langenbucher | 2 Kommentare

Bild: Chery

Die Europäische Union plant laut dem Handelsblatt neue Handelsmaßnahmen, um den Binnenmarkt in den kommenden Wochen verstärkt gegen Importe aus China abzusichern. Nach Informationen von EU-Beamten und aus der Industrie plant die Kommission Ausgleichszölle auf chinesische Plug-in-Hybride. Eine entsprechende Untersuchung zur Bekämpfung wettbewerbsverzerrender Effekte sei bereits vorbereitet, schreibt die Wirtschaftszeitung.

Die Einführung dieser Zölle wäre möglich, sobald eine Mehrheit der EU-Mitgliedstaaten zustimmt. Seit Mitte 2024 erhebt die EU bereits Ausgleichszölle auf subventionierte Elektroautos aus China. Viele Hersteller nutzen jedoch Plug-in-Hybride als Exportweg in die EU, um die bestehenden Zölle zu umgehen. Ein Industriemanager sagte dem Handelsblatt: „Die Chinesen waren da sehr agil, die haben schnell das Schlupfloch gesehen und ausgenutzt. Das ist eine offene Flanke, die EU muss sie schließen.“

Mögliche Zölle auf Plug-in-Hybride könnten dem Bericht zufolge ähnlich wie bei den bisherigen Maßnahmen für E-Autos nach Herstellern differenziert werden. Aufgrund der geringeren Batterieanteile an den Gesamtkosten dürften die Strafzölle niedriger ausfallen als die aktuellen Sätze für reine Stromer. Die derzeitigen Ausgleichszölle für chinesische E-Autos liegen zwischen 7,8 Prozent und über 35 Prozent, zusätzlich zu einem schon länger bestehenden Basiszoll von zehn Prozent.

Auch in der deutschen Politik ist ein Wandel erkennbar, will das Handelsblatt wissen. Während die Bundesregierung demnach zusätzliche handelspolitische Schritte gegen China zuvor wegen möglicher Vergeltungsmaßnahmen ablehnte, gebe es nun Anzeichen für ein Umdenken. Bundeskanzler Friedrich Merz habe keine Einwände mehr gegen die Vorbereitung schärferer Handelsmaßnahmen durch die EU-Kommission.

„In Berlin wächst die Erkenntnis, dass Chinas Wirtschaftsmodell die industrielle Substanz Europas und vor allem auch Deutschlands gefährdet“, sagte Ökonom Nils Redeker vom Jacques Delors Centre dem Handelsblatt. Er ist dafür, dass der Europäische Rat die Kommission zeitnah mit entschlossenerem Vorgehen gegen unfaire Handelspraktiken beauftragt.

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Tags: China, EUAntrieb: Hybridfahrzeuge

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. GuteFrage meint

    19.06.2026 um 13:16

    Wird auch Zeit.

    Antworten
  2. Kasch meint

    19.06.2026 um 12:38

    China sollte den Export seltener Erden und insbesondere Antimon in den Westen kpl. einstellen. Je schnneller der Untergang des Westen, desto kürzer die schmerzhafte Zeit für die Bevölkerung, hoffentlich !

    Antworten

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