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Energieresilienz-Studie: Wie Deutschland krisenfester werden kann

23.06.2026 in Aufladen & Tanken, Studien & Umfragen von Thomas Langenbucher | 2 Kommentare

Tesla-WallConnector

Bild: Tesla (Symbolbild)

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hat angesichts einer veränderten Bedrohungslage für die deutsche und europäische Energieversorgung eine Länderstudie zur Stärkung der Energieresilienz veröffentlicht. Erarbeitet wurde sie von der Beratung mit Fokus auf Energie- und Klimatransformation HIC Consulting im Auftrag des BDEW. Die Untersuchung betrachtet, wie ausgewählte Länder ihre Energieversorgung resilienter ausgestalten, und leitet daraus mögliche Handlungsimpulse für die fachpolitische Debatte in Deutschland ab.

Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, beschreibt Energieresilienz nicht als bloße Ausfallsicherheit oder Krisenvermeidung. Sie versteht darunter die Fähigkeit eines Energiesystems, auch bei schweren und teils unvorhergesehenen Störereignissen funktionsfähig zu bleiben. Dazu zählt sie außerdem, sich schnell zu erholen und aus Krisen strukturell zu lernen.

Andreae verweist auf die Energiekrise infolge des russischen Angriffskrieges, hybride Angriffe auf kritische Infrastrukturen und bestehende Importabhängigkeiten. Diese führten deutlich vor Augen, dass ein resilientes Energiesystem integraler Bestandteil der Energiepolitik sein müsse. Deutschland habe mit der Diversifizierung der Gasversorgung sowie der Umsetzung der NIS-2-Richtlinie und des KRITIS-Dachgesetzes wichtige Schritte zur Stärkung der Resilienz ergriffen.

Als Eckpfeiler der Resilienz nennt Andreae Marktmechanismen, funktionierenden Handel, Akteursvielfalt und unternehmerische Verantwortung. Die Energiewirtschaft arbeite bereits eng und vertrauensvoll mit den zuständigen Bundesministerien sowie der Bundesnetzagentur zusammen. Schlussfolgerungen aus sicherheitsrelevanten Vorfällen würden unter Hochdruck umgesetzt.

Internationale Beispiele für mehr Energieresilienz

Die Studie untersucht strategische und ressortübergreifende Resilienzplanung im internationalen Vergleich. Viele der betrachteten Länder verfügten über eine klar zugeordnete Federführung für Energieresilienz sowie eine übergeordnete Strategie. Diese berücksichtige Stressszenarien, globale Unsicherheiten und die Einbeziehung der Zivilgesellschaft systematisch.

Für den BDEW ergeben sich daraus drei zentrale Maßnahmen zur Steigerung der Resilienz des Energiesystems. Erstens wird eine ressortübergreifend federführende Stelle für Energieresilienz mit klarem Steuerungsmandat genannt, etwa im Bundeswirtschaftsministerium oder im Bundeskanzleramt. Zweitens geht es um die Verstetigung des begonnenen Resilienzdialogs zwischen staatlichen Stellen und Energiewirtschaft, drittens um eine hochrangig verankerte nationale Resilienzstrategie.

Diese nationale Resilienzstrategie soll dem Ziel der Versorgungssicherheit einen neuen, erweiterten Rahmen geben. Ein resilientes Energiesystem wird als entscheidender Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit und Sicherheit des Standorts Deutschland bezeichnet. Die Impulse sollen eine Grundlage bieten, um die strategische Vorsorge gemeinsam mit der Politik weiterzuentwickeln.

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Via: BDEW
Tags: BDEW, Ladestationen, StromversorgungAntrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. South meint

    23.06.2026 um 14:59

    Mja, das musste erstmal schaffen, über die Absicherung von Krisen und Preissprüngen im Energiesektor zu reden und nicht ein einziges mal erneuerbare Energien zu erwähnen. Der Energieschock war ja genau bei Gas in der Ukraine Krise und genau bei Öl in der Irankrise und übrigens auch bei Atommeilern, welche in Frankreich mittlerweile nur noch gedrosselt laufen, weil eben kein Kühlwasser aus den Flüssen entnommen werden kann und das Uran eben auch nicht selbst beschafft werden kann.
    Natürlich schwanken auch die Erneuerbaren und auch Dunkelflauten müssen überbrückt werden. Aber die beste Absicherung gegen solche Ereignisse sind Investitionen in EE in Kombination mit Speichersystemen, in Leitungskapazitäten. Mit EE können wir uns grob absichern, Öl und Gas haben wir nicht in der Menge, werden wir auch nie haben.
    An mir gingen die letzten Krisen im Grunde fast vollständig vorbei. Wenn wir das hochskalieren, und das können wir, halt nur nicht über Nacht, dann sind wir mit EE unabhängig. Der Rest ist nur kurzfristige Makulatur….
    Natürlich müssen wir uns auch parallel um Diversifizierung in Rohstoffen etc. kümmern, aber es gibt einen Grund warum immer mehr Länder auf EE setzen und das ist nicht nur die globale Erwärmung…

    Antworten
    • Jeff Healey meint

      23.06.2026 um 21:45

      „Aber die beste Absicherung gegen solche Ereignisse sind Investitionen in EE in Kombination mit Speichersystemen, in Leitungskapazitäten.“

      So ist es, das wäre der einzige vernünftige Weg: Die Energiewende konsequent umzusetzen.
      Leider wird das von der aktuellen Regierung torpediert wo es nur geht, allen voran von unserer eigens von Herr Merz ins Wirtschaftsministerium berufenen Frau Kartellerina Reiche.

      Antworten

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