Tesla plant die Erweiterung der Produktion am Standort Grünheide in Brandenburg sowie den Ausbau der Belegschaft. Der US-Elektroautobauer beabsichtigt, die Produktionskapazität schrittweise zu steigern: Ab Juli soll die Menge auf 6200 Fahrzeuge pro Woche ansteigen, während ab Oktober eine Erhöhung um ein Fünftel auf 7500 Fahrzeuge wöchentlich angestrebt wird.
Für diesen Ausbau der Produktion haat Tesla bereits im April die Einstellung von rund 1000 neuen Mitarbeitern angekündigt. Zusätzlich ist die Schaffung von über 1500 neuen Arbeitsplätzen für die hochfahrende Batteriezellfertigung vorgesehen. Insgesamt könnten durch diese Entwicklungen bis zu 3500 zusätzliche Stellen in der Region entstehen.
Die Neuausrichtung folgt auf eine Erholung nach einem Absatzeinbruch. Im Mai verzeichnete das Kraftfahrt-Bundesamt für Tesla in Deutschland ein Plus von 322 Prozent bei den Neuzulassungen im Vergleich zum Vorjahresmonat. Das entspricht einem Marktanteil von 2,1 Prozent.
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke bezeichnete das Unternehmen laut Zeit und Deutsche Presse-Agentur als Jobmotor und betonte: „Tesla in Brandenburg ist und bleibt eine Erfolgsgeschichte“. Woidke hob hervor, dass der Konzern entgegen dem allgemeinen Trend in der Automobilindustrie in den Standort investiere. Die SPD/CDU-Landesregierung sichere dem Stromer-Pionier die Unterstützung zu, um optimale Rahmenbedingungen für nachhaltiges Wachstum zu gewährleisten.
Wirtschaftsministerin Martina Klement von der CSU sieht durch die Steigerung der Produktion und Investitionen dauerhafte industrielle Substanz entstehen. Das sei ein Ansporn für die Landesregierung, Tesla als größten Arbeitgeber weiter zu unterstützen und dafür zu sorgen, dass das „Tesla-Tempo“ in ganz Brandenburg ankomme. Das Tesla-Werk wurde in vergleichsweise kurzer Zeit errichtet und genehmigt.
Die „Gigafactory“ Berlin-Brandenburg ist seit März 2022 in Betrieb und baut seitdem das Mittelklasse-SUV Model Y für Europa und andere Märkte. In der ersten Phase peilte Tesla eine Produktion von 500.000 Elektroautos im Jahr an. Diese Zahl sollte mit einem Ausbau auf eine Million im Jahr verdoppelt werden, was aber wegen fehlender Nachfrage zurückgestellt wurde. Mit der nun geplanten Steigerung auf 7500 E-Autos pro Woche wären es rechnerisch rund 375.000 Fahrzeuge im Jahr.


Paule meint
„Das Tesla-Werk wurde in vergleichsweise kurzer Zeit errichtet und genehmigt.“
Die Reihenfolge der beiden Vollverben dieses Satzes war ein Schlüssel für „Tesla-Tempo“.
Die als Kaution bezeichnete finanzielle Absicherung für den Bau des Tesla-Werks in Grünheide betrug 100 Millionen Euro. Diese sogenannte Sicherheitsleistung wurde Anfang 2021 beim Land Brandenburg hinterlegt, um einen möglichen Rückbau der Fabrik auf eigene Kosten abzusichern, falls die endgültigen Baugenehmigungen nicht erteilt worden wären. errichtete weite Teile des Werks auf Basis sogenannter vorzeitiger Zulassungen (Teilgenehmigungen), was im deutschen Baurecht bei Großprojekten möglich ist, sofern mit einer positiven Gesamtentscheidung gerechnet werden kann.
Sonst nur gängige Praxis bei LNG-Terminals und Großwindparks.
Future meint
»Landesväter« waren ja immer beliebt in den Ländern, weil sie charmant sind, sich engagieren und kümmern, dabei immer nah dran an den Menschen. Woidke ist so einer, Kretschmann war auch so einer. Solche Politikertypen braucht es im Land. Und es ist wichtig, dass sie sich nicht auf die deutsche Wirtschaft verlassen, die immer mehr Arbeitsplätze abbaut oder verlagert. Es braucht ausländische Investoren, wie Tesla in Brandenburg. Leute wie Woidke haben das verstanden – viel früher als es andere verstanden haben.