Das erste Elektroauto von Ferrari sorgt seit seiner Vorstellung im vergangenen Monat für Diskussionen. Chief Product Development Officer Gianmaria Fulgenzi erklärte nun laut Reuters bei einer Tech-Veranstaltung in Mailand, dass das Modell erst „verdaut“ werden müsse, bevor es verstanden werden kann.
Bei der neuen Baureihe der Italiener mit dem Namen Luce handelt es sich um einen viertürigen Wagen mit fünf Sitzen ab einer halben Million Euro. Das Design unterscheidet sich deutlich von den üblichen, flachen, Verbrenner- oder Hybrid-Sportwagen der Luxusmarke. Die Gestaltung wurde maßgeblich vom ehemaligen Apple-Chefdesiger Jony Ive geprägt. In sozialen Medien löste das Aussehen des Wagens teils heftige Kritik aus, wobei das E-Auto etwa mit einer Apple-Maus oder Staubsauger verglichen wurde.
Fulgenzi betonte bei der Tech-Veranstaltung, dass ein solcher Wage oft gesehen werden müsse. Andernfalls würde der Verstand bestimmte Lösungen ablehnen. Er räumte ein, dass das unkonventionelle Design, welches primär durch aerodynamische Anforderungen bestimmt wird, bei manchen den Eindruck erwecken könnte, es handele sich nicht um einen echten Ferrari. „Aber das ist nicht wahr, es ist eine andere Art von Ferrari“, so der Manager. Er unterstrich, dass die Karosserie des Modells die komplexeste des Herstellers sei.
Technisch verfügt der Luce über vier Elektromotoren mit einer Gesamtleistung von 772 kW (1050 PS). Das Elektroauto erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 310 km/h und beschleunigt in 2,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Reichweite mit der 122-kWh-Batterie beträgt gemäß WLTP-Norm 530 Kilometer. Gleichstrom-Schnellladen (DC) ist mit bis zu 350 kW möglich, so sollen sich in 20 Minuten 70 kWh nachfüllen lassen.
Ferrari weist die Kritik an dem neuen Angebot zurück und betont ein starkes Kundeninteresse. Die Italiener dementieren zudem, dass Kunden den Luce kaufen müssten, um sich für andere limitierte Modelle zu qualifizieren. Fulgenzi sieht das Elektroauto als würdiges neues Mitglied der Ferrari-Familie. Er sagte: „Wenn man einsteigt, verspürt man ein ganz besonderes Gefühl. Und wenn man damit fährt, merkt man, dass man wieder zu Hause angekommen ist, denn die Fahrgefühle, die man bei anderen Modellen erlebt, hat man auch bei diesem.“

Futureman meint
Trotzdem in China ausverkauft. Vielleicht sollte man sich mehr auf Märkte mit zukunftsfähigen Kunden als auf Steinzeitmärkte konzentrieren.
Beispiel VW, dank Steinzeittechnik geht es steil bergab mit den Mitarbeiterzahlen. Und wenn die Mitarbeiter und Vorstand nur damit beschäftigt die Krise zu steuern, bleibt für Zukunftsentwicklung keine Zeit. Ein Kreislauf, der sich scheinbar immer weiter beschleunigt. Daher hat Ferrari unbewusst vielleicht doch alles richtig gemacht.
Elvenpath meint
Wenn Traditionalisten sich aufregen, läuft es genau richtig.
David meint
„Verdauen“ ist kein nettes Wort. Erst einmal verdauen. Man hat da also der Kundschaft etwas schwer verdauliches hingeworfen. Das hat man selten von einem Fahrzeughersteller gehört. Mir persönlich fällt da ein amerikanischer Hersteller ein, wo die Fahrzeuge wirklich nachgerade scheußlich aussehen. Da hatte man offiziell nie etwas dieser Art gehört…
Ben meint
Kenn man ja von Porsche so von daher nix neues…wie schauts eigendlich aus gibts immernoch alle 6 Monate Rückrufe wegen Brandgefahr inkl. 3 Monate Wartezeit auf einen neuen Akku ?