Die Automobilindustrie befürwortet zunehmend die Einführung von sogenannten Supercredits, um die CO2-Emissionen neuer Verbrennerwagen nach 2035 zu kompensieren. Der Entwurf der EU-Kommission sieht vor, dass Elektroautos mit einer Länge von weniger als 4,20 Metern bei der Berechnung der Flottenemissionen eines Herstellers mit einem Faktor von 1,3 berücksichtigt werden sollen. Die Automobilwoche hat sich dazu in der Branche umgehört.
Der Volkswagen-Konzern unterstützt demnach die geplante Regelung für kleine Elektrofahrzeuge sowie Supercredits für Fahrzeuge mit dem Ursprung „Made in EU“. Die Einführung der neuen Fahrzeugkategorie M1E wird ausdrücklich befürwortet, um Anreize für die Produktion kleinerer E-Autos zu schaffen.
Die Stellantis-Gruppe sieht in dem Kriterium für kleine Elektroautos ein sachgerechtes und praxisnahes Instrument. Der 14-Marken-Konzern fordert zudem ein „Made in Europe“-Kriterium und hält ein Effizienzkriterium von maximal 17,5 Kilowattstunden je 100 Kilometer für größere E-Autos für sinnvoll.
Mercedes-Benz befürwortet Supercredits aufgrund des langsamen Hochlaufs batterieelektrischer Fahrzeuge in Europa. Der Premiumhersteller erhofft sich „zusätzliche Flexibilität innerhalb der CO₂-Flottenregulierung“. Ansätze, die nur auf spezifische Fahrzeugkategorien abzielen, hält der Premiumhersteller dabei für unzureichend.
BMW setzt auf „Technologieoffenheit und reale CO₂-Minderung“ und fordert eine stärkere Berücksichtigung von CO2-reduzierten Materialien sowie erneuerbaren Kraftstoffen. Die geplante M1E-Subkategorie wird von dem Premium-Autobauer kritisch betrachtet: Entscheidend sei eine Ausgestaltung entlang von Effizienzkriterien, nicht nach Fahrzeuglänge – denn diese leiste keinen belastbaren Bezug zur CO₂-Reduktion.
Renault begrüßt den Vorschlag der EU-Kommission, da er den Markt unterstützen und die Einhaltung von CO2-Standards erleichtern könnte. Die Franzosen sind zudem für eine Förderung für alle in der EU hergestellten Elektroautos zur Stärkung der europäischen Wertschöpfungskette und des industriellen Ökosystem der Region.
Anreize wie Supercredits „würden die Erschwinglichkeit verbessern und die wirtschaftliche Grundlage für die Produktion emissionsfreier Fahrzeuge stärken, die durch hohe Produktionskosten und anspruchsvolle Elektrifizierungsanforderungen unter Druck steht“, so die Generaldirektorin des europäischen Autobauerverbands ACEA. Sigrid de Vries fordert jedoch, dass alle in der EU produzierten batterieelektrischen Fahrzeuge profitieren sollten, mit einem Fokus auf Kleinwagen und Transporter.

CaptainPicard meint
Der Entwurf der EU-Kommission sieht vor, dass Elektroautos mit einer Länge von weniger als 4,20 Metern bei der Berechnung der Flottenemissionen eines Herstellers mit einem Faktor von 1,3 berücksichtigt werden sollen.
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Das sind keine Privilegien für EU-Elektroautos, das bedeutet einfach nur dass die Hersteller pro verkauften Elektroauto mehr Verbrenner verkaufen können. Das sind Verbrenner-Privilegien. Warum wird das ständig als etwas positives für die Elektromobilität dargestellt? Die einzigen die von einer höheren CO2-Anrechnung profitieren sind per Definition Autos die CO2 ausstoßen, also Verbrenner.
South meint
Klar, hat sonst noch einer nen Wunsch auf Kosten der Allgemeinheit ala länger fossile Verbrenner, eFuels (Umsetzbarkeit nicht mein Problem als Hersteller), Greenwashing, Protektismus – also Zölle oder den Xten staatlichen Zuschuss…
…unglaublich wie verkommen die Branche geworden ist … gerade ein Hitzeschock ohne Gleichen, der nächste schon in der Pipeline, aber die Branche tut so, als ob man da noch Jahrzehnte so weitermachen könnte. Und das dann bitte auch noch unverblümt auf Kosten der Allgemeinheit…