Elektrofahrzeuge setzen im ersten Halbjahr 2026 in Deutschland ihr starkes Wachstum fort, berichtet das Center of Automotive Management (CAM). Batterie-elektrische Pkw (BEV) kommen demnach mit einem Plus von 48 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 368.000 Neuzulassungen. Der BEV-Anteil steigt damit auf 24,8 Prozent (Vorjahr: 17,7 %).
Nach Herstellern dominiert der Volkswagen-Konzern den deutschen BEV-Markt mit 133.605 Neuzulassungen im ersten Halbjahr 2026. Allerdings sinkt der Anteil an den gesamten BEV-Neuzulassungen auf 36,3 Prozent nach rund 46 Prozent im Vorjahreszeitraum. Zu den Gewinnern zählen im ersten Halbjahr 2026 vor allem Tesla, der Stellantis-Konzern sowie die chinesischen Hersteller, die mit überdurchschnittlichem Wachstum ihren Marktanteil an den Elektro-Neuzulassungen deutlich erhöhen können.
Die chinesischen Automobilhersteller kommen in der ersten Jahreshälfte 2026 auf über 38.000 BEV-Neuzulassungen (+68 %) und liegen damit nur noch knapp hinter BMW (39.772), der Gruppe der US-Hersteller mit Tesla und Ford (39.503) und bereits vor der europäischen Stellantis-Gruppe (35.521). Besonders stark entwickeln sich die BEV-Neuzulassungen bei BYD und vor allem bei Leapmotor, beides chinesische Unternehmen. Leapmotor ist in Europa über ein Joint Venture mit Stellantis verbunden.
Insgesamt fokussieren sich die chinesischen Hersteller immer stärker auf Elektromobilität, BEV machen bereits 42,9 Prozent ihrer Gesamtzulassungen in Deutschland aus. Demgegenüber liegen die BEV-Anteile von Volkswagen, Stellantis, Mercedes und Renault noch unter dem BEV-Marktanteil von 24,8 Prozent. Besonders gering sind die BEV-Neuzulassungsanteile der japanischen Hersteller (10,7 %).
Volkswagen profitiert bei der Elektromobilität vor allem vom starken Wachstum von Škoda (+63,9 %) sowie von Audi (+26,9 %), während die Kernmarke VW ein Minus von 5,6 Prozent meldet. BMW wächst mit einem Plus von 40,8 Prozent leicht unterhalb des Marktdurchschnitts, während Mercedes ein überdurchschnittliches Wachstum (+81 %) vorweisen kann. Die deutschen Hersteller kommen in Deutschland zusammen auf einen BEV-Marktanteil von 54,2 Prozent.
Besonders stark fallen nach dem Einbruch im vergangenen Jahr die BEV-Neuzulassungen von Tesla aus (+225 %), getragen vor allem vom überarbeiteten Model Y. Stellantis steigerte seine BEV-Neuzulassungen im Jahresvergleich um rund 110 Prozent, wobei die meistverkauften Modelle von Opel und Fiat stammen. Leicht unter dem Gesamtmarkt liegt das Wachstum der koreanischen Hersteller (+39,9 %), hier legt vor allem Kia stark zu.
Insgesamt nehmen die monatlichen BEV-Neuzulassungen seit 2025 fast kontinuierlich zu und erreichen im Juni einen Anteil von 28,4 Prozent. Plug-in-Hybride (PHEV) legen im gesamten ersten Halbjahr 2026 um 18 Prozent auf 164.000 Fahrzeuge zu, ihr Anteil an den Neuzulassungen liegt im Juni bei 10,9 Prozent.
Für das Gesamtjahr 2026 rechnet das CAM mit einem BEV-Markt von 750.000 bis 800.000 Pkw in Deutschland, was einem BEV-Anteil von 25,0 bis 26,7 Prozent entspricht.
„E-Mobilität erreicht zunehmend breitere Käufergruppen“
„Die Elektromobilität wird bei den Neuzulassungen in Deutschland immer mehr zum ‚neuen Normal‘ und erreicht zunehmend breitere Käufergruppen“, sagt Studienleiter Stefan Bratzel. „Die Dynamik wird neben den gestiegenen Kraftstoffpreisen und der staatlichen Kaufprämie vor allem durch eine zunehmende Zahl attraktiver BEV-Modelle getrieben. Durch die hohe Wettbewerbsintensität werden die Marktanteile zwischen den Automobilherstellern in Deutschland neu verteilt. Chinesische Automobilhersteller werden versuchen, mit einem starken Preis-Leistungs-Verhältnis weitere Marktanteile zu gewinnen. Wer hier nicht gegenhalten kann, wird mittelfristig zu den Verlierern zählen und könnte langfristig aus dem Markt ausscheiden.“
Im Gesamtmarkt wurden in Deutschland im ersten Halbjahr 2026 1.484.393 Neuwagen zugelassen, das entspricht einem Anstieg von 5,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Gesamtmarktanteil aller deutschen Marken sank auf ihrem Heimatmarkt um 2,3 Prozentpunkte auf nur noch 49 Prozent. Dagegen stieg der Anteil aller chinesischen Hersteller um 1,8 Prozentpunkte auf einen historischen Höchststand von 6,0 Prozent.
Der Volkswagen-Konzern bleibt der größte Akteur: Er hielt im ersten Halbjahr einen Anteil von 40,7 Prozent, im Vorjahreszeitraum lag dieser noch bei 42,4 Prozent. Der Marktanteil von Mercedes-Benz ging ebenfalls leicht auf 8,5 Prozent zurück. Die BMW Group konnte ihren Marktanteil leicht von 9,6 auf 10,0 Prozent ausbauen.

MK meint
Alles in allem zeigt sich, welchen Einfluss Modellwechsel auf die Marktanteile haben:
Letztes Jahr war Tesla wegen der Umstellung beim Model Y eingebrochen und hat sich dieses Jahr wieder erholt, während dieses Jahr halt bei VW diverse Modellwechsel wichtiger Modelle (u.a. ID.3, ID.4, Cupra Born) anstehen. Mal schauen, wie sich das im 2. Halbjahr auswirkt, wenn ID.4/ID.Tiguan dem Modellwechsel noch näher kommen, dafür die neuen Generationen von ID.3 (neo) und Cupra Born auf dem Markt sind (und im Herbst auch endlich die Auslieferungen der bereits seit Juni in Produktion befindlichen ID.Polo, Cupra Raval, ID.Cross und Skoda Epiq beginnen.
MichaelEV meint
Hier wurde doch Stein und Bein geschworen, dass bei der VW-Produktionsumstellung kaum Volumen verloren geht (ändert sich ja auch kaum etwas). Jetzt ist es doch die willkommene Ausrede?
MK meint
@MichaelEV:
Tut es doch im Endergebnis auch nicht: Produktionsbeginn des ID.3 NEO z.B. war mitten in der Schicht am 12.06.. Nur um auf einen Schlag eine ordentliche Stückzahl auf die Straße zu bringen, wird die Auslieferung noch zurückgehalten.
Heißt: Am Jahresende wird man keinen Rückgang gegenüber dem Vorjahr sehen. Im einzelnen Monat halt schon.
MK meint
@MichaelEV:
Nachtrag: Noch extremer ist es ja eben bei Cupra Raval und ID.Polo: Die werden bereits seit bald 2 Monaten produziert, bis zum Auslieferungsbeginn sind es aber nochmal zwei Monate. Hier wird halt erstmal bewusst auf Halde produziert, um dann viele auf einmal auszuliefern.
Ob diese Strategie Sinn macht, sei mal dahin gestellt. Auf jeden fall ist es Fakt, dass der VW Konzern nun Mal grade in großem Stil 6 Modelle produziert, die aber aktuell nicht ausgeliefert werden.
M. meint
Das ist Serienanlauf, da kommen noch keine nennenswerten Stückzahlen raus. Für 20 Autos an Tag macht doch keiner einen Logistik-Aufriss.
MK meint
@M.
Und woher stammt Ihre Info, dass es aktuell 20 Fahrzeuge pro Tag wären?
JuergenII meint
Ist es euer Ernst, dass ihr hier euch über Grafiken aufregt?
Wichtig ist, das der Anteil an Neuzulassungen weiter steigt. Für viele hier scheint es kritisch zu sein, dass die VW Group ihre Marktmacht zwar gehalten hat, aber sie fällt.
Das schlimmste ist aber wohl, dass Tesla wieder stark aufgeholt hat und die Chinesen trotz Strafzöllen auch immer mehr Fahrzeuge absetzen.
Powerwall Thorsten meint
Vielleicht sollte man sich ja eher mit der Realität der nackten Zahlen auseinandersetzen (China is coming) (Tesla is rising again) (VW is shrinking) auseinandersetzen anstatt sich über optisch „falsche” Blasen zu echauffieren
Mark Müller meint
Ihr solltet CAM bitten, korrekte Grafiken nachzuliefern.
Mark Müller meint
Meine KI-App bestätigt meine Vermutung. Die Grafik ist falsch.
.
Das sagt die App u.a. zur Grafik:
„Die Grafik ist inkonsistent:
VW Group: Der Gruppenkreis ist korrekt flächenproportional dargestellt (Gesamtfläche = Summe der Teilflächen).
Alle anderen Gruppen: Die Gruppenkreise sind zu gross, was darauf hindeutet, dass die Durchmesser (oder Radien) der Teilmarken addiert wurden statt die Flächen.
Das ist ein klassischer Fehler bei Kreisdiagrammen: Statt wurde offenbar verwendet. was die Gruppenkreise visuell massiv übertreibt.“
.
Die Folgerung einfach ausgedrückt: Die Summenkreise bei BMW, USA, China, Stellantis sind mathematisch falsch und deutlich zu gross. Ihre Fläche ist ca. halb so gross wie die der VW Group, obwohl sie nur etwa einen Drittel der Verkaufszahlen haben.
South meint
Na, ok, ob die Fläche zu groß ist, zentral sind aber doch die Zahlen und die stehen ja überdeutlich dort… mich würde eher irritieren, dass die Prozentwerte nicht sooo viel aussagen. Klar, wenn an die 24,8% BEV Anteil, dann ist jeder unter dem Wert quasi unterdurchschnittlich im Sinne des BEV Anteils.
Da würden mich eher andere Aspekte stören. Die Amerikaner sind keine Einheit, Ford und Tesla haben ja nix miteinander zu tun. Die Japaner sind z.B. stark bei den Hybriden und verdienen noch gutes Geld, können zumindest aktuell ja noch gut damit leben.
Und das wichtigste. Wie immer die Grafik bezieht sich auf den kleinen Markt Deutschland. Natürlich ist es nicht verwerflich, sich mal einen kleinen Markt anzukucken, aber man kann daraus nicht den Erfolg oder gar Misserfolg eines international agierenden Konzern schlussfolgern. Japan z.B. ist winzig, in der internationalen Realität aber dem VW Konzern mehr als ebenbürtig. Und das allerwichtigstige. Verkaufszahlen heisst noch lange nicht Geld verdienen und die aktuellen Verkaufszahlen ist der Erfolg der vergangenen Jahre…
Mark Müller meint
Bei den Summenflächen in der Grafik stimmt etwas nicht. Während die Fläche des VW-Group-Kreises möglicherweise noch die Summe der Marken-Kreis-Flächen ist, stimmt die Addition der Flächen bei der BMW-Group, den Amerikanern und den Chinesen sicher nicht. Mir scheint, dort wurden einfach die Durchmesser der Teilmengen addiert, was diese Summen-Flächen im Vergleich zur VW-Group-Kreisfläche deutlich zu gross macht. Ein ziemlich grober Fehler.
Emobiler meint
Interessant wäre eine Aufschlüsselung der e-Autos nach Herstellungsort, nicht nach dem Sitz der Unternehmensleitung. So führen Sie Tesla als amerikanisches Unternehmen, obwohl die Autos aus Deutschland (Y) und China (model3) kommen. Oder BMW als deutsches Unternehmen, obwohl die Autos aus China, USA und Deutschland kommen.
brainDotExe meint
Der Nationalität der Marke hängt nicht mit dem Herstellungsort zusammen.
MK meint
@Emobiler:
Ist sowieso die Frage, wie man rechnet: Die meisten in Deutschland verkauften Ford-BEVs z.B. werden in Köln produziert (wo das so eigenständige Ford Europa sitzt, das in manchen Statistiken sogar als deutscher Hersteller ausgewiesen wird) und basieren auf dem MEB-Baukasten von VW, bekommen die Motoren fertig montiert aus dem VW Werk Baunatal usw…