Der Vorstand von Volkswagen unter der Leitung von Konzernchef Oliver Blume plant laut dem Spiegel umfangreiche Sparmaßnahmen und strukturelle Veränderungen. Nach Informationen aus Aufsichtsratskreisen soll demnach die Produktion in den heute reinen E-Auto-Werken Zwickau und Emden innerhalb der nächsten fünf Jahre eingestellt werden. Das Nutzfahrzeugwerk in Hannover soll 2032 folgen, das Audi-Werk in Neckarsulm 2034. An diesen vier deutschen Standorten sind etwa 40.000 Beschäftigte tätig.
Zusätzlich zur Werksschließung soll der Plan vorsehen, bis zum Jahr 2030 rund 50.000 Stellen abzubauen. Um die Rendite bis zu diesem Zeitpunkt auf neun Prozent mehr als zu verdreifachen, sollen unter anderem die Investitionen im Zeitraum von 2027 bis 2031 von zuletzt 180 Milliarden Euro auf 135 Milliarden Euro gesenkt werden. Damit würde das Investitionsvolumen um rund 50 Milliarden Euro zurückgehen.
Die Strategie sieht vor, die Produktion bisher in Deutschland gefertigter Modelle künftig in kostengünstigeren osteuropäischen Werken, wie in Bratislava oder Györ, zu konzentrieren. Für die deutschen Standorte werden alternative Nutzungen, etwa ein Verkauf an Rüstungsunternehmen, in Betracht gezogen.
Die wirtschaftliche Lage von Europas größtem Autokonzern ist durch eine sinkende operative Rendite geprägt, die im ersten Quartal 2026 lediglich 3,3 Prozent erreichte und damit deutlich unter dem Zielwert von 8 bis 10 Prozent lag. Als Gründe gelten insbesondere ein Absatzrückgang in China sowie hohe Belastungen durch US-Autozölle. Zudem muss der Konzern parallel in die Elektromobilität und Verbrennungsmotoren investieren.
Gegen das Vorhaben wird starker Widerstand aus dem Arbeitnehmerlager sowie vom Land Niedersachsen erwartet, das 20 Prozent der Stimmrechte bei Volkswagen hält. Um den Einfluss des Landes zu reduzieren, soll CEO Blume erwägen, die Marke VW als eigenständige Tochtermarke unter dem Konzerndach aufzustellen und auch den hauseigenen Zulieferer „Komponente“ als eigene Einheit zu führen. Damit würde das VW-Gesetz, welches die Mitsprache Niedersachsens sichert, faktisch entkräftet.

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