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Volkswagen-Vorstand soll Werksschließungen ab 2031 anstreben

09.07.2026 in Autoindustrie von Thomas Langenbucher | 15 Kommentare

VW-Werk-Emden

Bild: VW

Der Vorstand von Volkswagen unter der Leitung von Konzernchef Oliver Blume plant laut dem Spiegel umfangreiche Sparmaßnahmen und strukturelle Veränderungen. Nach Informationen aus Aufsichtsratskreisen soll demnach die Produktion in den heute reinen E-Auto-Werken Zwickau und Emden innerhalb der nächsten fünf Jahre eingestellt werden. Das Nutzfahrzeugwerk in Hannover soll 2032 folgen, das Audi-Werk in Neckarsulm 2034. An diesen vier deutschen Standorten sind etwa 40.000 Beschäftigte tätig.

Zusätzlich zur Werksschließung soll der Plan vorsehen, bis zum Jahr 2030 rund 50.000 Stellen abzubauen. Um die Rendite bis zu diesem Zeitpunkt auf neun Prozent mehr als zu verdreifachen, sollen unter anderem die Investitionen im Zeitraum von 2027 bis 2031 von zuletzt 180 Milliarden Euro auf 135 Milliarden Euro gesenkt werden. Damit würde das Investitionsvolumen um rund 50 Milliarden Euro zurückgehen.

Die Strategie sieht vor, die Produktion bisher in Deutschland gefertigter Modelle künftig in kostengünstigeren osteuropäischen Werken, wie in Bratislava oder Györ, zu konzentrieren. Für die deutschen Standorte werden alternative Nutzungen, etwa ein Verkauf an Rüstungsunternehmen, in Betracht gezogen.

Die wirtschaftliche Lage von Europas größtem Autokonzern ist durch eine sinkende operative Rendite geprägt, die im ersten Quartal 2026 lediglich 3,3 Prozent erreichte und damit deutlich unter dem Zielwert von 8 bis 10 Prozent lag. Als Gründe gelten insbesondere ein Absatzrückgang in China sowie hohe Belastungen durch US-Autozölle. Zudem muss der Konzern parallel in die Elektromobilität und Verbrennungsmotoren investieren.

Gegen das Vorhaben wird starker Widerstand aus dem Arbeitnehmerlager sowie vom Land Niedersachsen erwartet, das 20 Prozent der Stimmrechte bei Volkswagen hält. Um den Einfluss des Landes zu reduzieren, soll CEO Blume erwägen, die Marke VW als eigenständige Tochtermarke unter dem Konzerndach aufzustellen und auch den hauseigenen Zulieferer „Komponente“ als eigene Einheit zu führen. Damit würde das VW-Gesetz, welches die Mitsprache Niedersachsens sichert, faktisch entkräftet.

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Via: Spiegel.de (kostenpflichtig)
Tags: ProduktionUnternehmen: VW
Antrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Die Wahrheit meint

    10.07.2026 um 12:00

    Der Absturz vom VW Konzern ist ja heftig.
    Ich bin ernsthaft entsetzt, wenn auch nicht überrascht.

    Antworten
    • MK meint

      10.07.2026 um 15:14

      @Die Wahrheit:
      In China (wo die Werke aber mehrheitlich chinesischen Firmen gehören) ist der Absturz wirklich massiv (-26% im ersten Halbjahr gegenüber erstem Halbjahr 2025), in allen anderen Weltregionen ist der Absatz aber im ersten Halbjahr 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum gewachsen.

      Das was hier steht sind wiederum Gerüchte, die teilweise schon seit rund 20 Jahren kursieren und dann doch nie eingetreten sind…

      Antworten
    • Future meint

      11.07.2026 um 14:25

      Erstaunlich ist dabei die Geschwindigkeit des Abstiegs. Es muss dramatisch sein, denn viele hier jubeln ja immer noch über den »gnadenlosen« Erfolg. Andererseits sollte man natürlich Party machen, so lange es geht. Insofern kann man die Zukunft auch mal ausblenden.

      Antworten
  2. M. meint

    09.07.2026 um 20:26

    Investitionen zurückfahren, um höhere Gewinne zu erwirtschaften, ist das übliche kurzsichtige Quartaldenken, das diese Misere erst eingebrockt hat.
    Blume ist von allen guten Geistern verlassen.
    Pro-Tipp: noch weniger investieren = noch höhere Rendite!
    Klar, lasst den Blume VW aus dem Konzern rauslösen… das VW-Gesetz war aber auch ein Schutzmechanismus.
    Der ist dann weg. Nur mal so am Rande…

    Antworten
  3. Future meint

    09.07.2026 um 18:03

    Warum bauen die bei VW nicht einfach attraktivere Autos, die gerne gekauft werden? Dann bezahlen die Leute auch ein bisschen was drauf, so wie das früher immer war. Werksschließungen und Produktionsverlagerung erscheint mir jetzt nicht so kreativ. Woher soll denn die Wertschöpfung in Deutschland kommen, wenn die Leute nicht mehr zur Arbeit gehen müssen. Es kann doch nicht jeder immer nur Kreuzfahrten machen. Was ist da los in der Branche – hat das damals tatsächlich alles Tesla eingefädelt durch diese Elektroautos?

    Antworten
  4. McGybrush meint

    09.07.2026 um 16:15

    Kosten zu hoch was?

    Macht in den Kontext nie Sinn in der Vergangenheit für höhere Löhne zu streiken. Von einem hohen Lohnniveau den ich selbst bis 67 nich erreichen werde.

    Das halt die Logische Konsequenz. Der Standort Deutschland ist damit zu teuer.

    Antworten
    • MK meint

      10.07.2026 um 08:58

      @McGybrush:
      Es ist ja nicht von Produktionsverlagerungen ins Ausland die rede…es geht also nicht um „zu teuer“, sondern um Überkapazitäten. Die entstehen halt auch dadurch, dass eAutos vergleichsweise einfach zu montieren sind: Das VW Werk Zwickau hat seit der Übernahme durch VW 1990 2010 im Zuge der Umweltprämie einmal ein Jahr wirklich am Limit gearbeitet und 250.000 Verbrenner geschafft. Für eAutos redet man plötzlich von 300.000 Autos Kapazität (also 20% mehr) in den gleichen Hallen bei dank steigender Automatisierung sogar geringerer Mitarbeiterzahl.
      Jetzt stellen Sie sich mal vor, das um ein vielfaches größere Werk Wolfsburg wird auf BEV umgestellt und dabei modernisiert und damit auch weiter automatisiert: Da können Sie auf Emden verzichten, in allen anderen Werken Stellen abbauen und haben in deutschen VW Werken trotzdem weiterhin die gleiche oder sogar eine höhere Kapazität als heute…und da die Zeiten ewigen Wachstums des PKW Marktes nun Mal vorbei sind, macht ein Kapazitätsaufbau keinen Sinn.

      Von daher: ich bin mir ziemlich sicher, dass die Schließungen so nicht kommen werden: Bei VW sind Arbeitnehmer und Politik stark im Aufsichtsrat vertreten. Deswegen geht der Konzernvorstand mit absurden Maximalforderungen an das Thema ran, damit man am Ende vielleicht eines der Werke schließen kann und Politik und Gewerkschaft sich trotzdem als „Retter“ von Werken und Arbeitsplätzen profilieren können.

      Antworten
  5. Jörg2 meint

    09.07.2026 um 15:19

    Ein alt gewordener Riese mit Wasserkopf, der in Zeitlupe umfällt.

    Antworten
  6. David meint

    09.07.2026 um 14:29

    Man muss ja realistisch sein: 2031und 2034. Das sind doch keine Zeiträume, in denen man aktuelle Themen angeht. Hätte man jetzt ein echtes Thema, hälfe einem eine Standortschließung 2034 überhaupt nicht. Das ist in acht Jahren! Auch diese Geschichte mit dem VW Gesetz ist ein zweischneidiges Schwert. Denn man muss realistisch zugeben, die Sicherheit mit dem Staat im Rücken aufzutreten, wirkt sich finanziell sehr günstig aus.

    Es handelt sich hier also um das, worum es sich immer handelt: um handfeste Drohungen, um Gewerkschaft und Politik im Schach zu halten. Beide sind gerade aggressiv auf der Suche nach Geld in Unternehmen.Allerdings muss man auch sagen, 2034 sind sämtliche Boomer in Rente. Und für zwei Arbeitnehmer, die in den nächsten Jahren gehen, kommt nur ein neuer an Bord. Das bedeutet, man wird dann tatsächlich die Belegschaft zurückfahren müssen. Schlicht aus Personalmangel.

    Antworten
    • Ben meint

      09.07.2026 um 17:44

      „Es handelt sich hier also um das, worum es sich immer handelt: um handfeste Drohungen, um Gewerkschaft und Politik im Schach zu halten.“
      Und diese Worte von dir, hätte nie gedacht das du mal erzählst das sich Blume und VW so verhält wie Musk und Tesla, aber guter vergleich, da haste mal Recht.

      Antworten
      • David meint

        09.07.2026 um 22:13

        Na ja, jetzt geht es mir selbst an den Kragen.

        Antworten
        • Die Wahrheit meint

          10.07.2026 um 12:03

          Vielleicht sollte Blume den Musk fragen, wie man den Murks bei VW richten kann.

    • South meint

      09.07.2026 um 21:01

      Mja, David ist da ein typischer brainwashed Vertreter der Branche. Immer der gleiche Fehler bei VW, an uns kanns nicht liegen, muss ja wohl dann die Politik sein. Erst gerade ein Interview eines Wirtschaftsweisen gesehen und der hat’s mal auf den Punkt gebracht. Natürlich sind Energiekosten und auch Bürokratie ein Thema, aber zu 80% liegts an VW selbst, also ein schlichtes „doch“…
      Das Fingerpointing auf die Politik ist noch die gute alte Überheblichkeit, denn an VW und deren Mitarbeiter, Gott bewahre, kanns ja natürlich nicht liegen. Nichts ist falscher das…
      Natürlich gibt es aktuelle Entwicklungen, da wurde nicht nur VW, sondern die ganze Branche überrascht/überrollt, wie z.B. Trumps Zölle (Populismus vernichtet Geld), der superschnelle qualitativ und quantitative Aufstiegs von chinesischen Autos. Die blinde Abhängigkeit von China. Doch bereits da gehts los, China fiel nicht so unerwartet vom Himmel. Es ist ja nicht so, dass die Deutschen nichts gemacht hätten, aber eben zu behäbig und jetzt landen wir am anderen Ende bei selbstverschuldet. Kaum Reformen, viel zu teuer, jahrzentelange ausurfernde Kosten, zu einseitige Abhängigkeiten. Das konnte man lange verschleiern, an der Preisschraube gedreht, ein billiges Teil mehr verbaut und auch das lukrative Chinageschäft hat das lange verdeckt. Nun, diese Zeiten sind endgültig vorbei…was übrigens jeder mit offenen Augen in der Branche gesehen hat.
      Wem es aufgefallen ist. Erst jetzt kommt das Wort eAuto. Ja, auch eine Bürde, ein tiefgreifender Wandel, aber der traf auf einen bereits schwankenden behäbigen Riesen.
      Trotzdem. Es ist kein Abwärtsspirale ohne Boden. Es braucht ehrlich tiefgreifende langfristige Reformen, neben den Kosten müssen die Modelle wieder technisch und qualitativ erstklassig werden, denn billiger als die Chinesen wird VW nie werden…. mit dem alten ID Kisten auf MEB und MEB+ wird der VW Konzern schlicht untergehen… das kann BYD besser und deutlich günstiger….
      Es geht nicht nur um das übliche Säbelrasseln, dass VW schon immer umgeben hat….

      Antworten
    • Future meint

      10.07.2026 um 08:28

      Natürlich ist es auch wieder ein Machtkampf mit den vielen Beteiligten bei VW. Die vielen Meinungen dazu auf den großen Presseportalen sind gerade deshalb wieder sehr interessant im Moment. Dabei ist mir nun aufgefallen, dass Blume sogar die hohe Zahl der Modellvarianten um mehr als die Hälfte auf 73 reduzieren möchte. In dem Zusammenhang finde ich den Hinweis von SPON vom 09.07.2026 aufschlussreich, dass man in Wolfsburg schon lange neidisch auf Tesla schaue, das einen Absatz von mehr als 1,6 Millionen Autos weltweit praktisch mit zwei Modellen bestreite. Da hat Tesla die Kosten wohl besser im Blick als VW.

      Antworten
  7. Justin Case meint

    09.07.2026 um 11:02

    Lieber würde man es sehen, wenn die deutsche Industrie eine bessere Idee hätte, wieder vorne im Markt mitzuspielen.
    Bei allen dafür notwendigen Schlüssentechnologien (zonale Architekturen, Batterien, SDV, autonomes Fahren, KI) hängt man hinterher oder kauft zu.
    Der Rückwärtsgang wird nicht helfen. Röhrenfernseher und Ericsson-Handys kauf auch niemand mehr.

    Antworten

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