Der Volkswagen-Konzern steht vor einer schwierigen wirtschaftlichen Lage, da der Markt schrumpft und der Wettbewerbsdruck durch chinesische Automobilhersteller auf dem europäischen Markt zunimmt. Aktuell bringt das Unternehmen nicht ausreichend Fahrzeuge auf die Straßen, um eine optimale Auslastung aller Werke zu gewährleisten.
Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies, der als Mitglied des VW-Aufsichtsrats agiert, schlägt vor, künftig auch in China entwickelte Konzernmodelle in Deutschland zu fertigen. Ziel dieser Strategie sei es, die Auslastung der deutschen Werke zu stabilisieren und Arbeitsplätze zu sichern.
Lies betont, dass es nicht um die Verlagerung von Produktion aus Deutschland gehe, sondern darum, zusätzliche Produkte an die europäischen Standorte zu bringen. „Wenn wir Fahrzeuge, die wir bislang in China bauen, auch hier produzieren würden, könnten wir die Auslastung unserer Werke stabilisieren“, erklärte der SPD-Politiker laut dem Handelsblatt gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.
Der Konzern arbeitet seit 42 Jahren in China und nutzt Kooperationen mit Partnern wie SAIC oder XPeng, um technologische Rückstände mithilfe innovativer Unternehmen der Volksrepublik aufzuholen. Laut Lies solle das Ziel nicht darin bestehen, technologische Entwicklungen voneinander abzuschotten, sondern Innovationen für die Standorte in Deutschland und Niedersachsen nutzbar zu machen.
Berichten zufolge plant Volkswagen eine Verschärfung des Sparkurses. Es wird über den Wegfall von bis zu 100.000 weltweiten Stellen sowie die mögliche Schließung von vier deutschen Werken spekuliert. Europas größter Automobilhersteller bestätigte, an einem Zukunftsplan zur effizienteren und schlankeren Aufstellung des Unternehmens zu arbeiten.
Das Land Niedersachsen hält eine Stimmrechtsbeteiligung von 20 Prozent am Konzern und besitzt bei wichtigen Entscheidungen ein Veto-Recht. Olaf Lies und seine Stellvertretern Julia Willie Hamburg (Grüne) vertreten das Land im Aufsichtsrat.
Lies sprach sich gegen Werksschließungen als einfache Lösung aus. Er kündigte an, dass das Land keiner Entwicklung zustimmen werde, die auf Schließungen setze oder die Mitbestimmung infrage stelle. „Die Zukunft von Volkswagen wird nicht dadurch gewonnen, dass man immer neue Werksschließungen oder immer größere Stellenabbauprogramme in den Fokus stellt.“

bs meint
Liest sich als: er sieht durch lauter Blumen den Straus nicht mehr.
ID.alist meint
Schlechter könnte die Idee nicht sein. Wenn VW die Autos in D baut, müssen erstmals alle teile von China nach D gebracht werden um diese in die Deutsche Karosserien einzubauen, um dann das komplette Auto wieder nach China zu transportieren.
So was macht wirtschaftlich so wie ökologisch kein Sinn.
Aber es macht sich gut wenn man sich als Politiker kämpferisch hinstellt.
Aber die Ideen aus der Presse sind auch nicht besser.
M. meint
Wo steht da denn, dass Teile nach Deutschland gebracht werden? Da ist von der Konstruktion die Rede.
Ich persönlich kann den chin. VW-Modellen nichts abgewinnen. Aber wenn es hierzulande Kunden für den Einheitsbrei der meisten chin. Anbieter gibt, dann vielleicht auch dafür.
Voraussetzung ist aber, dass Preis (für die Kunden) und Kosten (für den Standort) stimmen. Und da sind wir wieder bei dem alten Thema, dass Fertigung in Deutschland zu teuer ist, spätestens, wenn die IGM am Verhandlungstisch sitzt.
Aber das ist natürlich nur EIN Aspekt, es gibt weitere, die wir dringend angehen müssen.
Dass unsere Netze nicht ausgebaut werden, was den Strom teuer macht, während die Betreiber Rekordgewinne einfahren, ist ein Unding bei öffentlicher Infrastruktur.
MK meint
@M.
Dass die Teile aus China dafür nach Deutschland kommen, steht dort nicht. Was aber darin steht ist zumindest, dass Hr. Lies hier in seiner Funktion als VW Aufsichtsrat für die Auslastung insbesondere der niedersächsischen VW Werke (zu aller erst natürlich Emden) spricht…und emden stellt nun Mal keine Fahrzeugteile her (genauso wie Wolfsburg das auch nicht tut), sondern montiert nur.
M. meint
Ja gut, Emden montiert – liefern kann ein anderes Werk aus dem europäischen Verbund, oder halt ein Zulieferer.
Den Kram aus China hier endzumontieren, macht nicht viel Sinn. Da spricht schon die EU-Regel zu 70% EU-Herkunft (so oder ähnlich) dagegen. Da fallen Zölle an, dann kannst du das gleich in China machen.
Ben meint
Oder man baut einfach Fahrzeuge der chin. Partner z.b. den XPeng G6…ähm ID.4..ähm ID.Era für den deutschen Markt auf dem deutschen Markt.
MartinAusBerlin meint
„…und seine Stellvertretern Julia Willie Hamburg (Gründe) “
Da sollte wohl eher „(Grüne)“ stehen.
Redaktion meint
Danke für den Hinweis – aktualisiert!
VG | ecomento.de
CaptainPicard meint
Wozu? Die können in China so günstig angeboten werden weil die gesamte Zulieferkette ebenfalls günstig ist. Baut man die in Deutschland gibt es keinen Grund warum sie günstiger sein sollten als die MEB- oder künftigen SSP-Modelle.
Shino2 meint
Liest sich nicht gut. Vieles war voraussehbar.
4 Werke in Deutschland „eventuell“ zu schließen ist der Supergau.
Die kommenden Jahre werden für Deutschland sehr einschneidend sein.
Ben meint
Man will 4 deutsche Werke schließen, in WOB wird nach der Verlagerung des Golf nach Mexiko nur noch auf 2 von 4 Montagelinien produziert, somit kommen die VW BEV dan ausschlieslich aus dem Ausland oder was plant VW ?
hu.ms meint
Wenn die kosten nicht konkurrenzfähig sind = löhne und energie geht die produktion ins europäische ausland.
Gleiches für märkte in asien und amerika läuft ja schon.