Die Porsche AG hat im ersten Halbjahr in Summe 122.306 Fahrzeuge (Vorjahr 146.391) in Kundenhand übergeben. Das entspricht einem Rückgang von 16 Prozent. Wesentliche Gründe sind laut dem Unternehmen das Produktionsende des 718 mit Verbrennungsmotor, „starke Nachfrage“ nach dem neuen vollelektrischen Macan im Vorjahreszeitraum sowie entfallene Steuervergünstigungen für Elektro- und Hybridfahrzeuge in den USA. Gleichzeitig ist die Modellreihe 911 bei den Kunden weiter begehrt: Im ersten Halbjahr liegt sie mit einem Plus von 19 Prozent über dem Vorjahr.
„Mit rund 122.000 Kundenauslieferungen liegen wir im ersten Halbjahr unter dem Vorjahreszeitraum, aber im Bereich unserer Erwartungen“, sagt Matthias Becker, Vorstand für Vertrieb und Marketing der Porsche AG. „Seit Ende Juni liefern wir den Cayenne Electric an unsere Kundinnen und Kunden aus und freuen uns über die positive Resonanz aus dem Handel. Auch die jüngst präsentierten Produktneuheiten, etwa der 911 GT3 S/C oder das E-Shift-System mit virtuellen Gangwechseln im Taycan, werden Porsche-Fans weltweit begeistern. Von den Fachmedien erhalten wir bereits ein überaus positives Feedback.“
Nordamerika bleibt größte Vertriebsregion
Unter den Vertriebsregionen bleibt Nordamerika mit 37.712 Auslieferungen weiterhin an der Spitze. Der Rückgang von rund 13 Prozent lässt sich unter anderem mit den ausgelaufenen Steuervergünstigungen für Elektro- und Hybridfahrzeuge sowie dem Produktionsende der kleinen Sportwagen-Reihe 718 mit Verbrennungsmotor begründen. Der Heimatmarkt Deutschland liegt mit 14.938 Auslieferungen 6 Prozent unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Europa (ohne Deutschland) hat im ersten Halbjahr 30.278 Fahrzeuge in Kundenhand übergeben (-14 %). Als wesentliche Gründe werden das Produktionsende des 718 und der starke Vorjahreszeitraum des Macan Electric genannt.
In China wurden 14.501 Fahrzeuge an Kunden übergeben (-32 %). Wesentliche Gründe für den Rückgang bleiben Porsche zufolge das weiterhin herausfordernde Marktumfeld im chinesischen Markt und der Fokus auf einen wertorientierten Absatz. In der Vertriebsregion Übersee- und Wachstumsmärkte konnten 24.877 Fahrzeuge übergeben werden. Das entspricht einem Rückgang von 18 Prozent. Gründe hierfür sind unter anderem das Produktionsende der Modellreihe 718 mit Verbrennungsmotor sowie der Konflikt im Nahen Osten.
Cayenne ist stärkste Modellreihe
Bei den Modellreihen erzielte das große SUV Cayenne mit 38.141 Auslieferungen (-9 %) die meiste Nachfrage. Die vollelektrische Variante des Cayenne wird seit Ende Juni stufenweise in den Märkten eingeführt und an die ersten Kunden ausgeliefert. Die Sportwagenikone 911 wurde von Januar bis Juni 30.534 Mal in Kundenhand übergeben. Das entspricht einem Zuwachs von 19 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Vom Mittelklasse-SUV Macan wurden insgesamt 35.315 Fahrzeuge ausgeliefert. Davon entfallen 19.695 Stück auf die Variante mit Verbrennungsmotor. Diese bietet Porsche in den meisten Ländern außerhalb der EU weiterhin parallel an. Der Benziner wird noch bis Ende Juli 2026 produziert. Auf die vollelektrische Variante des Macan entfallen 15.620 Stück. In Summe entspricht dies einem Rückgang von 22 Prozent für die gesamte Modellreihe Macan im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Wesentliche Gründe sind laut Porsche der verlangsamte Hochlauf der Elektromobilität, der erfolgreiche Vorjahreszeitraum sowie der Auslauf von Steuervergünstigungen für Elektro- und Hybridfahrzeuge in den USA.
Von der Modellreihe Panamera wurden im ersten Halbjahr 9308 Exemplare ausgeliefert. Der Rückgang von 38 Prozent bei der Oberklasselimousine ist nach Angaben von Porsche vor allem darauf zurückzuführen, dass es im starken Panamera-Markt China eine temporäre Angebotslücke bei Panamera-Modellen gab. Diese sei durch die Neueinführung der Marktedition Panamera Pure mit Marktstart im April geschlossen worden.
Die Modelle 718 Boxster und 718 Cayman verzeichneten 2789 Auslieferungen – 73 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Modellreihe 718 wird seit Oktober vergangenen Jahres nicht mehr produziert. Von der als Sportlimousine und als Kombi erhältlichen Elektroauto-Reihe Taycan wurden im ersten Halbjahr 6219 Fahrzeuge an Kunden übergeben. Dies entspricht einem Rückgang von 25 Prozent.
Die Verkaufszahlen des Macan Electric (15.620) und Taycan (6219) zusammengezählt, setzte Porsche im ersten Halbjahr insgesamt 21.839 Elektroautos ab. Zum neuen Cayenne Electric veröffentlicht das Unternehmen noch keine Stückzahlen. Im ersten Halbjahr 2025 waren es 34.186 elektrische Macan und Taycan gewesen.
Mit Blick auf den weiteren Verlauf des Jahres sagt Vertriebsvorstand Becker: „Wir richten unser Angebot gezielt an der Nachfrage unserer Kundinnen und Kunden aus und schärfen konsequent unsere Modellpalette. Im Herbst werden wir im Rahmen des Capital Markets Day weitere Details unserer Strategie 2035 vorstellen.“

Jörg2 meint
Rückgang in allen Märkten.
China fast komplett verloren.
BEV rückläufig.
Das kommt nicht „von heute auf morgen“. Das ist das Ergebnis von lange zurückliegenden Unternehmensentscheidungen. Der damalige Kapitän dieser Marke verantwortet nun den Gesamtkonzern.
Fred Feuerstein meint
Ja, so sehe ich das auch. Ich bin gespannt, es gibt ja auch einen sehr interessanten mehrteiligen Podcast der FAZ über die Historie und die aktuelle Situation des Volkswagenkonzerns. Ob es dieses Mal besser ausgeht als in vergangenen Tagen?
David meint
Gut, dass Porsche gute und schlechte Zeiten hatte, das ist nicht neu. Als Luxusauto Hersteller ist man nicht im luftleeren Raum. Da geht es um Stimmung und Befindlichkeit der Kundschaft, nicht um Fakten. Man hat ja den VW-Konzern hinter sich, kann also investieren.
Der Cayenne kommt ja gerade erst neu. Ich bin zwar kein SUV Fan, aber der wird sicherlich einige zusätzliche Kunden ins Elektrolager holen. Beim Taycan muss man sich in der Tat der schnellen Entwicklung anpassen. Der J1-2 ist auch schon wieder im dritten Jahr. Ich finde, es müsste noch nicht einmal ein Nachfolger sein, denn die Optik und die Qualität sind absolut beeindruckend. Er ist vielleicht sogar einer der schönsten Viertürer überhaupt und hat Supersportwagen-Vibes. Den kann man so lassen. Aber was spricht dagegen, da mal 150 kWh einzubauen und ihn als den GT zu sehen, der er eigentlich sein sollte?
Als Sportwagen sollte ihn der elektrische 718 ablösen. Denn das war er ja eigentlich nie. Das sah man nur nicht, weil die Optik so perfekt ist. Es ist ja auch jetzt ein 5 m langer Viertürer. Wie auch immer man muss was machen. Ich bin der typische Kunde, halte die Autos meist 2-4 Jahre und weiß nicht, was ich nächstes Jahr machen soll…
Paule meint
„…Ich bin zwar kein SUV Fan,…“
Warum bist du dann jahrelang den steinalten Rover gefahren?
Till meint
…warum strauchelt Macan/Taycan im Verkauf?
Weil Porsche es nicht schafft, einfachste Funktionen bei älteren Modellen als Upgrade zur Verfügung zu stellen, als da wären, bsp. SOH Wert auslesen, Radio, Senderübersicht aktiv halten, bei Innodrive einen Spurwechselassistent einzupflegen, u.v.m. .
Wer einen Porsche kauft, kauft eine statische Software, gefangen im Produktionsjahr. Sowas gab es nicht mal bei den ersten ID 3s, von Firmen wie Renault oder Tesla ganz zu schweigen.
Besser-BEV-Wisser meint
Die Leasingraten haben sich wohl teilweise fast verdoppelt, vor allem bei den Hochpreisigen Varianten.
Kommt von den eingebrochenen Restwerten. Tja, man sollte halt auch bereits verkaufte Autos mit Update versehen und Batterien so bauen und managen das der SOH lange hochbleibt. Da war Porsche bisher nachlässig.
Bei Verbrenner war das nicht so (wichtig).
Ben meint
Der Taycan ist fast 7 Jahre alt und beim Macan, es steht einfach nicht jeder auf so ein SUV-Coupé. Die wenigstens Macans die ich bisher gesehen habe sind Coupés. Das wird einer von mehreren Gründen sein warum die Absatzzahlen nur eine Richtung kennen, nach unten.
Mäx meint
„Die wenigstens Macans die ich bisher gesehen habe sind Coupés.“
Das liegt vielleicht daran, dass es ein Macan Coupe nicht gibt?
Ben meint
Den Elektro Macan gibt es nur als Coupé und davon habe ich bisher nur zwei gesehen. Der Vorgänger ist in meiner Region schon gut vertreten. Bleibt abzuwarten, ob der neue auch so gut vertreten sein wird.
cbzac meint
Bei jedem Modell zu dem es ein elektrisches Pendant gibt hat dieses einen relevanten Anteil an den Verkäufen (Panamera-Taycan, Macan, Cayenne), aber beim für die Marke wichtigsten und einzigen Modell mit Wachstum (911) gibt es kein E-Pendant. Wer hier kein verpasstes Potential sieht ist wahrscheinlich im Porsche-Management.
brainDotExe meint
Die Nachfrage für einen E-911er wird sehr gering sein.
cbzac meint
Schaun wir mal wie es beim neuen elektrischen BMW M3 läuft.
Aktuell ist für mich Porsche schon allein deswegen uninteressant, weil sie die E-Mobilität schlecht reden und einen Murks wie E-Shift erfinden, anstatt das Potential des Elektroantriebs zu feiern.
Paule meint
Das ist mal ein Beispiel für einen wirklich epischen Einbruch. Überall zweistellige Rückgänge, das auf einem dynamisch wachsenden BEV-Markt.
Wann zieht in dieser Geldvernichtungsmaschine endlich mal einer die Reißleine?
David meint
Komisch, die Frage stellst du dir bei Tesla nicht, obwohl dort auf dem chinesischen Markt auch dieses Jahr ein zweistelliger Absatzrückgang zu beobachten ist. Und dass der CyberTruck in Produktion bleibt, hast du auch noch nicht infrage gestellt.
Paule meint
…Kirche im Dorf lassen…mit Ach und Krach….80.000 im Jahr…soziale Kompetenz…
Interessant, wie alle Bewertungen des VW-Vertreters plötzlich immer ofters auf eben diesen Konzern zutreffen. Hochmut kommt vor dem Fall.
MichaelEV meint
Porsche verliert, Tesla verteilt anders (weil lukrativer). Aber mit dieser Flexibilität haben einfache statische Gemüter schon immer ihre Schwierigkeiten…
Paule meint
Nein, warum auch. Im gegensatz zu Porsche ist Tesla ein Gelddruckmaschine. Alles andere ist irrelevant.
Mäx meint
Ungemütliche Situation.
Die Begründungen für die Rückgänge sind teils auch naja.
Cayenne: -9% dafür wird einfach gar keine Begründung genannt…gibt auch keine, Modellwechsel ist durch, sollte laufen
>hochgerechnet liegt man bei 80k, was ungefähr auf dem Niveau von 2025 liegt aber weniger als die Jahre davor
Panamera: -38% angebliche Angebotslücke beim Panamera; dabei gab es alle Modelle verfügbar, das Portfolio wurde nur nach unten erweitert (Pure), weil man anscheinend die Preise nicht mehr durchsetzen kann in China
> hochgerechnet keine 20k, was grob 30% Rückgang ist zu den Jahren davor und den Nachfragerückgang anhalten lässt
Macan: -22% Hab gerade keine Lust zu gucken ob das am Elektro oder am Verbrenner lag, trotzdem nicht gut
> hochgerechnet 70k, was 20% Rückgang entspricht gegenüber den Vorjahren
Taycan: -25%, keine Begründung…
> hochgerechnet 13k, läuft sehr schlecht, verständlich dass man dann Panamera und Taycan vereinen will, wegen des Namens und evtl. auch wegen Auslastung der Linien (falls die Linien vereinheitlicht werden)
911: Einziges Modell was tatsächlich läuft.
Miro meint
Der einzige, der läuft ist ein reiner Verbrenner. Das liegt daran, dass die Leute bei Premium/Sportwagen nur auf Emotionen achten und nicht auf reine Fahrdaten.
MK meint
@Mäx:
Ja, seit Juni ist der Modellwechsel des Cayenne durch. Hier geht es aber um die Zahlen Januar bis Juni…der Großteil des Zeitraums bezieht sich also auf die Monate kurz vor der Erstauslieferung des neuen Cayenne.
Zu den anderen Dingen müssen Sie gar nicht viel „gucken“, sondern nur den Artikel lesen, der hier steht…da stehen auch Zahlen explizit zum Macan Elektro z.B. drin.
Mäx meint
Ja da stehen die Zahlen aus dem aktuellen Jahr für Verbrenner und Elektro.
Es interessiert ja aber der Vergleich zum letzten Jahr, das steht da leider nicht in Zahlen, die hätte ich suchen müssen > keine Lust gehabt.
Wieso meinst du dass der Modellwechsel erst jetzt durchgelaufen ist?
Die aktuelle Form wird doch schon fast 2 Jahre gebaut.
MK meint
@Mäx:
Ich meine das, weil es im Artikel so steht…und es ist auch so: Der elektrische Cayenne (der auf einer anderen Plattform basiert als der Verbrenner und eine andere Karosserie hat) wird laut diesem Artikel (und auch z.B. dem „Newsroom“ auf der offiziellen Porsche-Homepage erst seit „Ende Juni“ diesen Jahres, also seit rund 2 Wochen ausgeliefert.
MrBlueEyes meint
Die elektrischen Porsche sind den Verbrenner-Pendants weit überlegen
Das aber den Kunden zu erklären und zu verkaufen, wäre Aufgabe des Vertriebs und der Autohäuser… aber ich befürchte, dass dort die „DieselDieters“ und „Kolben-Kochs“ noch Oberwasser haben und das ist natürlich schlecht für´s BEV-Geschäft…
Also an den Autos liegt es sicherlich nicht meines Erachtens…
P.S.:
Und jetzt kommt mir hier bitte niemand mit „Autobahn ballern geht nicht lange mit BEV“… ich fahre sehr viel… Porsche schleichen in der Regel alle… frage mich eh immer, warum man so eine Kiste dann kauft… klar, weil halt das Geld manchmal einfach irgendwo hin muss 😅
Besser-BEV-Wisser meint
Mich wundert ein wenig das der elektrische Macan zurückfällt.
Die technischen Eckdaten sind Top. Design gefällig.
Der Preis ist auch nicht übertrieben, wenn man es mit den Premiumkonkurrenten (MB, BMW, Volvo) oder auch einem Lucid Gravity vergleicht.
Sind Porschekunden vielleicht einfach rückständige Diesel Dieter?
Und die elektroaffinen Kunden weniger Markenorientiert?
Oder sind die Kunden durch die (selbstgemachten) schlechten News und Strategiewechsel („911er wird’s nie eklektisch geben“) abgeschreckt?
Ben meint
Mich wundert es nicht beim Macan, dass die Absatzzahlen auch dort rückläufig sind.
Immer das gleiche Geschwafel mit dem Diesel Dieter. Schon mal daran gedacht, dass sich der klassische private Kunde vielleicht abheben will und mit dem Einheits Elektrobrei wird das etwas schwierig, da es nichts besonderes ist.
cbzac meint
Mich wundert es nicht so, man braucht mindestens den Macan 4S um „sportlicher“ zu sein als ein Model Y AWD. Dafür zahlt man 35K Aufpreis und lässt in Zukunft deutlich mehr Geld beim Porsche Service.
Gegenüber der anderen Konkurrenz sind die Leasingpreise viel zu hoch. z.B. ab 1349€ netto/Monat bei leasingmarkt gegenüber 543€ netto /Monat für einen Volvo EX60 P10.
Da ist er als Firmenwagen fast immer raus.
Uli meint
Beim Preis zucke ich – vor ein wenigen Wochen gab es einen Test (ich glaube Auto-Motor-Sport) zwischen den o.g. Fahrzeugen mit dem Macan. Audi, BMW, Mercedes lagen halbwegs beim Preis beieinander und auch die Punktebewertung war nicht auffällig auseinander. Der Macan gewann wegen Fahrdynamik (macht bei einem Familienauto ja auch Sinn), lag aber 30 t€ über den anderen dreien. Tesla, Volvo, Chinahersteller wollten oder konnten keine Testfahrzeuge stellen. 25% Preisaufschlag zu den anderen sehe ich durchaus als relevant.
Powerwall Thorsten meint
-31 % Verbrenner in China.
Diesen Schuss hat Porsche hoffentlich am deutlichsten gehört und hoffentlich auch verstanden.
Ben meint
Insgesamt -32% in China (Verbrenner & Elektro zusammen) und Porsche kann aktuell machen was sie wollen, sie werden dort die Verkaufszahlen auf absehbare Zeit nicht nach oben schrauben können. Genau so geht es auch den anderen deutschen Herstellern in China.
Entweder wollen die Chinesen fahrende Computer, die nichts mit dem typischen Porsche zu tun haben oder sie haben kein Geld für einen Porsche. So einfach lässt sich das Problem erklären.
Futureman meint
Einfach schon die Erwartungen auf einen Rückgang machen den Niedergang anscheinend leichter zu ertragen. In den ehemals wichtigsten Märkten geht es rasant abwärts. Da wird der Porsche – Anteil beim VW-Gewinn diesmal (wieder) sehr niedrig bis negativ ausfallen.